Grimoire #7: Schwarzer Schnee
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
Als schwarzer Schnee vom Himmel fällt, vermutet Nora zunächst einen Brand. Doch zwischen den Flocken findet sie ein verkohltes Stück Papier, das exakt zu einer Seite ihres unbeschädigten Buches passt. Bald tauchen weitere Überreste auf, für die es eigentlich noch keine Erklärung geben dürfte.
Während Häuser scheinbar ohne Feuer ausbrennen und Menschen auf erschreckende Weise zugrunde gehen, versucht Nora, die Stadt zu verlassen. Doch je weiter sie kommt, desto deutlicher wird, dass die schwarze Asche mehr mit ihr zu tun hat, als sie zunächst begreifen kann.
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00:00:18: Nora hatte den letzten Satz auf der Seite zweimal gelesen und war zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, was auch eine Leistung war wenn man bedachte dass der Satz sich dabei nicht verändert hat.
00:00:33: Sie lag seit einer Stunde auf dem Sofa das Buch auf den Knien die Füße unter der Decke und strich mit dem Kugelschreiber etwas am Rand an.
00:00:42: Der erste Strich wurde zu einer Klammer weil sie beim Unterstreichen verrutscht war.
00:00:47: Neben die Klammer setzte sie ein Fragezeichen, dessen Punkt in einen kleinen Fleck überging.
00:00:53: Jetzt sah die Seite aus als hätte sie sich eingehend mit ihr beschäftigt.
00:00:57: Das beruhigte sie ein bisschen.
00:00:59: Sie klappte das Buch zu und bemerkte die Bewegung hinter der Balkon-Tür.
00:01:04: Die Flocken waren im Licht der Straßenlaterne nur für einen Moment zu sehen.
00:01:08: Oberhalb des Lichtkegels verschwanden sie.
00:01:11: weiter unten wurden sie wieder sichtbar wenn sie vor einer hellen Hauswand vorbei kam.
00:01:16: Nora schob die Decke zurück und ging zur Tür.
00:01:19: Auf dem Balkon lag etwas Dunkles auf dem Tüch, feiner als die Erde, die gelegentlich aus den vertrockneten Blumentöpfen gewählt wurde.
00:01:27: Die Erde lag außerdem weiterhin in den Töpfe!
00:01:30: Sie berufte das obwohl es eine Erklärung gewesen wäre für die sie Wind von unten gebraucht hätte.
00:01:37: Als sie öffnete kam kalte Luft herein.
00:01:41: Ein paar Flocken schwebten über die Schwelle und blieben.
00:01:43: auf ihren Socken liegen Sie strich eine davon mit dem Daumen ab.
00:01:47: Die Flocke zerfiel, färbte den Stoff und hinterließ einen grauen Streifen auf ihrer Haut.
00:01:54: Nora beugte sich über das Geländer.
00:01:56: Die Dächer der geparkten Autos waren bereits dunkel.
00:01:59: Auf einem weißen Lieferwagen lag eine dünne Schicht in der sich die Abdrücke von Katzenfoten abzeichneten.
00:02:06: Weiter unten ging jemand mit hochgezogenen Schultern durch die Straße und hielt sich einer Einkaufstüte über den Kopf.
00:02:13: Sie dachte an einen Brand irgendwo hinter den Häusern groß genug, dass der Wind die Asche über die ganze Straße trug.
00:02:19: Beim Gedanken daran suchte sie den Himmel nach einem rötlichen Schimmer ab – es gab keinen!
00:02:26: Auch der Geruch fehlte jedenfalls der, den sie erwartet hätte.
00:02:30: Die Luft roch nach kaltem Beton und ein wenig nach der Küche des Restaurants im Erdgeschoss.
00:02:35: Sie holte ihr Handy vom Sofa.
00:02:37: Auf der Seite der Lokalzeitung standen die Meldungen vom Nachmittag.
00:02:41: Das Wetter versprach Frost, die nächste Schlagzeile einen besseren Nahverkehr.
00:02:46: Beides hätte man an diesem Abend wahrscheinlich gut gebrauchen können.
00:02:51: Ein größeres Stück fiel auf den Balkontisch.
00:02:54: Es machte ein leises trockenes Geräuch dass sie in der Wohnung wahrscheinlich nicht gehört hätte.
00:02:59: Nora hielt die Handylampe darüber.
00:03:01: Zwischen den kleinen Flocken lag ein Stück Papier, ungefähr so groß wie ein Pflaster an einer Seite schwarz und eingerollt auf der anderen noch hell genug dass sie Druckbuchstaben erkennen konnte.
00:03:12: Es war ein Rest aus einem Buch.
00:03:15: Sie wollte ihn mit zwei Fingern aufnehmen, hielt dann aber doch lieber die Hand darunter und schob ihn vorsichtig über die Tüchtkante.
00:03:22: Am Rand des Papiers verlief eine blaue Klammer.
00:03:26: Daneben stand ein Fragezeichen mit einem dicken Punkt.
00:03:29: Nora hielt die Hand sehr still.
00:03:33: Der angebrannte Rest war nicht warm, auch nicht an der Stelle, an der er noch nachgab, wenn sie ihn bewegte.
00:03:39: Ein paar Buchstaben waren erhalten geblieben und sie wusste welche davor gestanden hatten.
00:03:44: Sie ging ins Wohnzimmer zurück ohne die Balkon-Tür zu schließen und legte das Stück auf den Sofertisch.
00:03:50: Dann nahm sie ihr Buch und suchte die Seite, auf der ihr Kugelschreiber lag.
00:03:55: Die Klammer war da!
00:03:56: Das Fragezeichen.
00:03:58: Sie hielt den verbrannten Rest über die entsprechende Stelle, legte ihn daneben, hielt ihn wieder darüber.
00:04:04: Der dicke Punkt hatte einen schmalen Ausläufer nach rechts, weil sie beim Anheben der Stiftspitze über das Papier gestrichen war.
00:04:11: Beide Punkte hatten diesen Ausläufen!
00:04:14: Sogar der Teil des Fragezeichen bei dem der Kugelschreiber kurz ausgesetzt hatte, war gleich.
00:04:21: Nora fuhr mit dem Finger unter die unbeschädigte Seite.
00:04:24: Die konnte sie wenden, zurückblättern und erneut ansehen.
00:04:27: Das Papier blieb vollständig.
00:04:30: Vielleicht hatte sie dieselbe Stelle früher schon markiert, sie versuchte sich an eine zweite Ausgabe zu erinnern die sie irgendwo liegen gelassen oder verliehen hatte.
00:04:39: Sie besaß das Buch seit drei Tagen und der Kassenzettel lag noch zwischen den hinteren Seiten – auch das berüffte sie!
00:04:46: Es wäre ihr lieber gewesen, sie hätte sich das alles nur ungenau gemerkt.
00:04:51: Sie hatte gelegentlich ein Paket zweimal abgeholt, jedenfalls versucht es zwei Mal abzuholen und hatte sich einen solchen Fehler für diesen Abend durchaus zugetraut.
00:05:00: Aber ihr Daumen war noch blau vom Kugelschreiber – die Markierung war kaum zehn Minuten alt.
00:05:05: Auf dem Balkon lag inzwischen ein Stück Stoff.
00:05:09: Nora sah es durch die Scheibe eine dunklen Streifen der über der Armlehne des Stuhls hing und im Luftzug kaum bewegt wurde.
00:05:16: Sie ging hinaus, leuchtete ihn an und erkannte einen Naht.
00:05:20: Der Stoff war grau, soweit er nicht verbrannt war.
00:05:22: Die Naht blau!
00:05:24: Sie hatte den Vorhang im Schlafzimmer selbst gekürzt vor zwei Jahren mit dem einzigen Garn das sie besaß.
00:05:31: Von innen fiel die Farbe nicht besonders aus – von außen musste es aussehen als hätte sie das untere Ende mit einem Stück Himmel befestigt.
00:05:38: Damals hatte sie beschlossen dass niemand mit einer Leiter vor ihrem Schlafzenberfenster stehen würde um ihre Näharbeit zu beurteilen.
00:05:45: Die blauen Stiche waren sehr unregelmäßig geworden.
00:05:49: Sie nahm den Stoffstreifen und ging damit ins Schlafzimmer.
00:05:53: Der Vorhang hing über der Heizung, am unteren Rand leicht nach außen gebogen weil sie dort eine Wäscheklammer vergessen hatte.
00:06:01: Die Naht war vollständig In dem verbrannten Stück steckte dieselbe kleine Schlaufe die sie beim Nähen nicht mehr heraus bekommen hatte.
00:06:08: Dora legte es auf die Fensterbank.
00:06:10: Dabei brach der Stoff zwischen den Stichen auseinander.
00:06:13: Das blaue Garn hielt die beiden Hälften noch einen Moment zusammen bevor auch das zerfiel.
00:06:19: Sie zog den Vorhang zur Seite und sah über den Hof.
00:06:23: An den Fenstern gegenüber standen Menschen, einige hatten Licht angemacht.
00:06:27: einer hielt etwas dicht vor seinen Gesicht.
00:06:29: eine Frau wüchte immer wieder über die äußere Fensterbank.
00:06:32: Über ihnen schneitete es aus einem Himmel in dem Nora weder Wolken noch Sterne erkennen konnte.
00:06:37: Die Bäche auf der Leine zwei Stockwerke tiefer war schwarz gesprengkühlt.
00:06:41: Die bunten Kinderströmpfe wirkten dadurch schmutzig und alt obwohl sie am Nachmittag noch frisch aufgehängt worden waren.
00:06:49: Nora machte ein Foto von ihrer Buchseite und dem verbrannten Stück daneben.
00:06:53: Beim ersten Versuch hatte sie die Hand vor der Linse, beim zweiten lag das Papier außerhalb des Bildes.
00:06:59: Sie ärgerte sich darüber was ihr für einen Augenblick half weil es ein Ärger war mit dem sie umgehen konnte.
00:07:06: Das dritte Foto war scharf.
00:07:08: Sie öffnete eine Nachrichtenverlauf fügte das Bild ein und begann einen Satz den sie nach wenigen Wörtern wieder löchte.
00:07:15: Sie konnte schlecht verlangen, dass jemand mitten in der Nacht verbranntes Papier für sie erklärte.
00:07:20: Sie schickte nur das Foto ab.
00:07:22: Der kleine Kreis neben dem Bild blieb stehen.
00:07:25: Aus dem Wohnzimmer kam ein Knacken.
00:07:27: In der Balkontisch war durch die offene Tür zu sehen – ein Stück Plastik lag darauf!
00:07:33: Sie erkannte das gelbe Dach bevor sie sich bewegte.
00:07:37: An ihrem Schlüsselbund hing ein kleines Haus, ein billiger Anhänger dessen Fenster längst abgerieben waren.
00:07:43: Das Dach hatte eine Ecke verloren, als der Schlüsselbund zwischen Fahrradtür und Sitz gerutscht war.
00:07:48: Nora nahm ihn jetzt von dem Haken neben der Wohnungstür und hielt das Haus in ihrer Hand.
00:07:54: Es war ganz bis auf die alte abgebrochene Ecke.
00:07:58: Auf dem Balkon lag dasselbe Haus zusammengeschmolzen Die Metallöse aus dem Dach gerissen.
00:08:03: Sie schloss die Balkon-Tür, beim Herunterdrücken des Griff spürte sie das ihre Hände zitterten und hielt ihn deshalb mit beiden Händen fest als ließe sich das Zittern irgendwo abgeben.
00:08:14: Sie blickte in die Küche wo kein Herz angeschaltet war, kontrollierte trotzdem die Knöpfe und zog den Stecker des Wasserkochers.
00:08:22: Der Flur führte sie zum Sicherungskasten – sie schaltete den Strom in der ganzen Wohnung aus!
00:08:27: Im Dunkeln war die Wohnung noch vertraut genug dass sie den Weg zur Garderobe fand ohne die Handilampe einzuschalten.
00:08:34: Nora zog den Mantel über ihren Pullover, draht in die Schuhe und stopfte den Schlüsselbund in die Tasche.
00:08:41: Sie nahm die halbvolle Wasserflasche vom Küchentüch mit.
00:08:44: Am Haken hing ihr Schal, der runter eine Stofftasche, in der ein Pfandbonn steckte.
00:08:49: Die zog dem Schal durch den Mantlegragen und ließ die Taschen hängen.
00:08:53: Dann ging sie noch einmal zum Sofa, weil das Handy dort lag – und sah die zwei Versionen der Buchseite nebeneinander.
00:08:59: Auf dem Foto hätte man sie für kleine Bastelarbeit halten können!
00:09:03: Die ganze Wohnung roch jetzt schwach nach verbranntem Stoff.
00:09:07: Im Treppenhaus brannte Licht, unter ihrer Tür lag eine schmale Linie grauer Flocken die vom Balkon durch die Wohnung gewählt sein mussten.
00:09:16: Sie schloss ab und ging die erste Treppe hinunter.
00:09:19: Auf dem nächsten Absatz stande die Tür einer Nachbarwohnung offen.
00:09:23: Nora kannte die Wohnung ein wenig weil sie einmal ein Paket hineingetragen hatte.
00:09:27: Hinter der Tür gab es einen schmalen Flur und eine Garderobe mit zwei viel zu großen Hüten.
00:09:32: Jetzt sah sie auf eine schwarze Wand, an der die Umrisse der Garderobe wie helle Flecken erhalten geblieben waren.
00:09:39: Am Boden lagen verkohlte Balken weiter hintenhin eine nackte Glühbirne in einem Raum ohne Decke.
00:09:45: Sie ging einen Schritt näher und blieb mit der Schuhspitze an einer schmalen Metallschiene hängen.
00:09:50: Die Schiene gehörte zur Fußmatte, die weiterhin ordentlich vor der Wohnung lag.
00:09:55: Auch das kleine Schild mit dem Namen war sauber.
00:09:57: Durch die offene Tür konnte sie den Himmel sehen.
00:10:00: Dabei lagen noch drei Stockwerke über ihr.
00:10:03: Nora zog sich am Geländer zurück und lief weiter hinunter.
00:10:06: Erst am nächsten Absatz bemerkte sie, dass sie ihren Schlüsselbund so fest hielt, das die Metallöse des kleinen Hauses in ihre Handfläche drückte.
00:10:14: Vor der Haustür hatten sich Menschen versammelt – zwei zogen einen Kinderwagen durch die Asche, die sich vor dem Bordstein gesammelt hatte.
00:10:21: Ein Mann schlug seine Jacke aus, jemand hustete dicht hinter Nora und von einem offenen Fenster kamen das viel zu laute Geräusch eines Fernsehers.
00:10:30: In der Straße waren alle Lampen an.
00:10:32: Die Flocken fielen dicht genug, dass die Luft zwischen den Häusern grau wirkte.
00:10:36: Wohl der Himmel weiterhin schwarz war!
00:10:39: Auf der anderen Straßenseite fuhr ein Auto langsam an den parkenden Wagen vorbei.
00:10:44: Der Scheibenwischer schob eine dunkle Masse hin und her unter der der Fahrer kaum etwas sehen konnte.
00:10:50: Noras Wagen stand vor dem Haus hinter dem weißen Lieferwagen.
00:10:54: Sie drückte auf den Schlüssel.
00:10:56: Die Blinker leuchteten unter der Asche auf zwei schwache gelbe Flecken.
00:11:00: Etwas lag auf der Motorhaube halb im Licht der Straßenlaterne.
00:11:04: Sie dachte zuerst an einen Handschuh, so einen dicken Arbeitshandschuh den jemand beim Wegwischen des Schmutzes dort vergessen hatte.
00:11:11: Die Finger waren nach innen gekrümmt und an der Stelle des Handgelängs hing ein kurzer Streifenstoff.
00:11:17: Als Nora näher kam sah sie zwischen den Fingern den Ring.
00:11:21: Er war aus Silber schlicht und auf einer Seite flach gedrückt.
00:11:25: Sie hatte ihren Vorjahren aus Versehen mit einer Zange bearbeitet, bei dem versucht die verbogene Schiene an der Schublade zu richten.
00:11:32: Die Schubladeklemmte weiterhin!
00:11:35: Der Ring an der schwarzen Hand hatte dieselbe flache Stelle.
00:11:39: Nora hielt ihre linke Hand daneben – an ihrem Ringfinger saß er noch kühl auf ihrer Haut mit dem schmalen Spalt in dem sich gelegentlich ein Haar verging.
00:11:48: Zwischen beiden Händen lag kaum eine Handbreitluft.
00:11:52: Unter dem verkohlten Daumennagel war ein heller Rest erhalten geblieben.
00:11:56: Nora hatte ihren eigenen am Vorabend eingerissen und die lose Ecke so ungeschickt abgeschnitten, dass ein Stück übrig geblieben war.
00:12:04: Sie hob den Daumen, drehte ihn, sah wieder auf die Hand.
00:12:08: Eine Flocke fiel auf den schwarzen Nagel und blieb an der Schnittkante liegen.
00:12:12: Nora fasste nach dem Ring an ihrer eigenen Hand – er saß fest!
00:12:16: Sie drehte ihm hin und her, zog daran und rieb ihn mit Speichel ein, während sie die verbrannte Hand immer wieder aus dem Blick verlore und sofort wieder danach sah.
00:12:25: Die Haut über dem Gelenk wurde rot.
00:12:27: Es tat weh und sie zog weiter, bis sie an der Innenseite des Fingers einen dünnen Streifen Haut abschürfte.
00:12:34: Erst dann ließ sie los.
00:12:37: Sie hätte die andere Hand wegwischen können – sie hätte mit dem Ärmel dagegen stoßen und sie von der Motorhaube werfen können.
00:12:43: Dadessen stand sie vor ihrem Auto und hielt die verletzte Stelle in den Mund.
00:12:47: Aus einem Fenster oberhalb der Straße fiel ein Blumenkasten.
00:12:51: Er schlug auf dem Gehweg auf und zerbrach, Erde verteilte sich unter den Flocken.
00:12:56: Nora blickte hinauf – der Mann am Fenster hatte beide Hände vor sich ausgestreckt und starte sie an!
00:13:02: Sie sah keine Flammen in der Wohnung auch keinen Rauch.
00:13:05: Hinter ihm hing eine Deckenlampe, an der drei Glühbirnen brannten.
00:13:10: Zwischen seinen gespreizten Fingern gingen dünne helle Streifen.
00:13:14: Er versuchte sie abzuschütteln ohne die Hände gegeneinander zu bringen.
00:13:18: Nora öffnete die Fahrradtür und stieg ein.
00:13:21: Das Handy legte sie auf den Beifahrersitz, die Flasche daneben.
00:13:24: Sie liest den Motor an, schaltete das Gebläse auf die Windschutzscheibe und stellte die Lüftung so ein dass keine Luft von draußen hereinkam.
00:13:32: Der Scheibenwischer zeichnete zwei durchsichtige Bögen in die graue Schicht.
00:13:37: In diesen Böken war die Straße normal eine Straße mit Menschen die sich ärgerten oder etwas suchten Und mit einem Lieferwagen an dessen Heck ein kleines rotierendes Warnlicht zu sehen war.
00:13:48: Sie musste gerade ausfahren an der Ampel links und weiter bis zur Brücke.
00:13:53: Auf der anderen Seite konnte sie die große Straße statt auswärts nehmen, sie hatte den Rückwärzgang schon eingelegt als sie den Geruch bemerkte.
00:14:01: unter ihren Oberschenkeln wurde der Sitz warm.
00:14:03: Nora schaltete das Gebläse aus obwohl die Wärme deutlich von unten kamen und sah auf die Temperaturanzeige.
00:14:10: Der Motor war noch kalt.
00:14:12: Sie hob sich ein Stück an, tastete nach dem Hebel der Sitzheizung und erinnerte sich dabei, dass ihr Wagen gar keiner hatte.
00:14:19: Der Geruch wurde süßlich wie bei einem kaputten elektrischen Gerät nur dichter – sie zog das Handy vom Beifahrersitz.
00:14:26: unter ihm hat er sich der graue Bezug dunkel gefärbt.
00:14:30: Als Nora nach dem Türgriff faste brach etwas unter dem Sitz durch.
00:14:34: Ihr rechter Fuß sackte ab bis die Schuhspitze unter einem Stück Metall klemmte.
00:14:38: Sie draht dagegen, riss am Griff und brachte die Tür auf.
00:14:42: Unter der Windschutzscheibe stieg grauer Rauch auf.
00:14:45: Der Kunststoff löste sich an einer Stelle in glänzende Tropfen auf, dicht.
00:14:48: daneben waren noch die Rillen der Lüftung zu sehen – staubig wie immer!
00:14:53: Sie zog das Bein hoch, verlor dabei ihren Schuh und stürzte aus dem Wagen.
00:14:57: Die Strumpf landete in der Asche.
00:14:59: hinter ihr lief der Motor weiterhin ein gleichmäßiges Brummen aus dem vorderen Teil eines Autos dessen Innenraum bereits ausgebrannt war.
00:15:08: Sie blieb auf den Knien sitzen.
00:15:09: Durch die offene Tür saß sie das planke Grippe ihres Sitzes, darunter ihren Schuh schwarz und zusammengesackt.
00:15:16: Der Motor lief – die Scheinwehr verleuchteten.
00:15:19: Sie griff hinein ohne darüber nachzudenken tastete nach dem Schuh und zog die Hand wieder zurück bevor sie ihn berührte.
00:15:26: Die Hitze schlug ihr ins Gesicht.
00:15:28: ein Mann packte sie am Oberarm und zock sie von der Tür weg.
00:15:31: Er hatte die Jacke bis über die Nase geschlossen und schob sich soweit zurück bis sie mit dem Rücken gegen den Lieferwagen stieß.
00:15:38: Dann lief er weiter zur Haustür.
00:15:40: Die Wasserflasche lag neben ihr.
00:15:42: Sie musste mit aus dem Wagen gefallen sein, Nora nahm sie, zog den rechten Strumpf aus und stopfte ihn in die Manteltasche.
00:15:50: Auf dem Gehweg lag eine einzelne Sandale – sie blickte kurz nach einem Menschen, dem sie gehören könnte….
00:15:55: der Riemen war gerissen!
00:15:57: Sie setzte den Fuß in die Sandale und hielt ihnen so schief dass der verbliebenen Rieman wenigstens über den Zehen stehen blieb.
00:16:04: Sie war nie besonders geschickt gewesen wenn es darum ging trotz kleiner Verletzungen vernünftig weiter zu machen.
00:16:10: Ein Stein im Schuh konnte ihr einen ganzen Spaziergang verderben.
00:16:13: Jetzt stand sie mit einer kaputten Sandale vor ihrem brennenden Auto und versuchte auf dem Handy die Feuerwehr zu erreichen.
00:16:20: Die Verbindung kam nicht zustande, auch ihr Bild war noch nicht verschickt worden – sie sah auf die Uhrzeit und dann zur Wohnung hinauf.
00:16:27: Hinter der Balkonscheibe stand ihre Stellampe schmal und dunkel weil sie vorhin den Strom abgeschaltet hatte.
00:16:34: In der Wohnung daneben bewegte sich ein weißer Lichtkegel über die Decke.
00:16:37: Aus einem anderen Fenster kam ein Geräusch, das zunächst wie Hustenklang und sich dann so lange hinzog dass Nora es nicht mehr als Husten hören konnte.
00:16:46: Sie ging los!
00:16:48: Die Asche blieb an der nackten Haut ihres Fußes hängen.
00:16:51: sie war kalt obwohl sie aus dem Fenster fiel in den irgendwo einen Brand hinaufreichen musste.
00:16:57: Nora folgte den wenigen sauberen Stellen zwischen den Autos, wechselte auf die Straße und sah ihre eigenen dunklen Abdrücke neben denen der Menschen, die vor ihr gegangen waren.
00:17:06: Sie dachte an die Buchseite – sie hatte die Klamre zuerst gezeichnet, dann war das verbrannte Stück vom Himmel gefallen während das ganze Buch noch auf dem Sofa lag!
00:17:15: Wenn es wirklich von dort kam musste ihre Wohnung erst noch brennen.
00:17:19: Sie hätte sich etwas zusammenreiben können über einen Scherz oder jemanden, der in ihrer Wohnung gewesen war, über ihre Müdigkeit….
00:17:26: Mit die Hand gab es kaum Platz in solchen Überlegungen, sie stellte sich vor wie sie irgendwo lag wenn der Ring übrig blieb und merkte dass sie dabei weiterhin ging.
00:17:35: Wo der Bäckerei war als heller das Licht aus dem Schaufenster fiel auf die Straße und Nora trat näher weil sie im Inneren jemandem zu sehen glaubte.
00:17:43: Die Auslage war leer.
00:17:45: hinter der Scheibe lagen die Trümmer des Backofens unter einem eingebrochenen Dach.
00:17:50: Sie erkannte die schwarze Metallt für den morgens offen stand wenn Brot aus dem hinteren Raum geholt wurde.
00:17:55: Ein Stück Himmel war zwischen zwei verbogenen Trägern zu sehen, vorn auf der Scheibe klebten weiterhin die Öffnungszeiten.
00:18:02: Ihre Spiegelung schob sich über die Buchstaben als sie den Kopf bewegte und hinter ihrem Gesicht lag eine Wand an der die Kacheln in langen Streifen abgeplatzt waren.
00:18:11: Nora legte die Hand gegen das Glas – es war kalt!
00:18:14: Sie zog die Hand zurück und ging um die Ecke ohne noch einmal hinzusehen.
00:18:18: Sie hatte keine Vorstellung davon, wie viel von dem was sie sah bereits vorhanden war und wieviel sie nur durch etwas anderes hinweg ansehen konnte.
00:18:27: An der nächsten Kreuzung sprang die Ampel auf Rot und ein Fahrradfahrer bremste tatsächlich davor ab.
00:18:33: Er stand neben ihr, die Schuhspitzen auf den Asphalt und wartete auf eine Straße, auf der seit mehreren Minuten niemand mehr fuhr.
00:18:40: Sie ging bei Rot hinüber.
00:18:42: Von dort war die Brücke schon zu sehen, die Reihe der Laternen über dem Wasser dahinter die flachen Gebäude am anderen Ufer.
00:18:49: Die Vorstellung einer Stadt in der es nur in bestimmten Straßen brannte, war angenehm genug um ihr zu folgen – Brände hatten Grenzen auch sehr große!
00:18:58: Man musste nun auf die richtige Seite kommen.
00:19:00: Nora zog den Schal aus dem Mantelkragen, goss ein wenig Wasser darüber und band ihn so vor Mund-und Nase dass sie ihn durchatmen konnte.
00:19:07: In ihrem Mund hatte sich ein bitterer Geschmack festgesetzt….
00:19:11: Unter dem Vordach des Parkhauses saß ein Mann.
00:19:14: Sie sah zuerst seine Beine, die weit auseinander auf dem Gehweg lagen und den Arm, den er nach ihr ausstreckte.
00:19:21: In der blauen Jacke erkannte sie einen der Lieferfahrer aus dem Restaurant.
00:19:25: Oft stand er im Hausflur, den Helm schon aufgesetzt und wartete auf die nächste Tüte.
00:19:30: Jetzt fehlte ihm der Helm, sein Haar war auf einer Seite verschwunden, Der Arm sah bis zum Handgelenk normal aus, Die Hand war dunkel und glänzend.
00:19:38: Nora blieb stehen, er zog an ihre Mantel ganz schwach und zeigte mit dem anderen Arm zum Fluss.
00:19:45: Sie stellte die Flasche ab und versuchte ihn unter den Achseln zu fassen – seine Jacke war unbeschädigt!
00:19:50: Nora orientierte sich an dem kleinen aufgenähten Föhrmenzeichen aus seiner Brust während sie nach einem festen Griff suchte.
00:19:56: Unter ihren Fingern zerfiel der Stoff.
00:19:59: Sie kam mit der Hand auf etwas Feuchtes, zog sie weg und sah das von der Haut an seinem Oberarm ein Stück am Futter hängen.
00:20:05: Der Mann beugte sich vor.
00:20:07: Seine Lippen waren angespollen, zwischen ihnen lag die Zunge grau und so dick dass der Mund offen bleiben musste.
00:20:13: Nora packte ihn am Gürtel und zog.
00:20:17: Seine Beine verschoben sich ein Stück.
00:20:18: er versuchte die Füße unter sich zu bringen.
00:20:21: sie nahm die Flasche wieder und ließ Wasser über seine Hand laufen.
00:20:24: es dampfte.
00:20:25: Der Mann zuckte zusammen griff mit der anderen Hand nach der Flashe und drückte sie an seinen Mund.
00:20:30: Nora hielt den Flaschenboden hoch.
00:20:32: Ein Teil des Wassers lief über das Kinn, ein anderer blieb als dünne Schicht in seinem Mund stehen bis er den Kopf nach vorne fallen ließ.
00:20:39: Seine Schultern bewegten sich schnell und ungleichmäßig.
00:20:43: Er hob den Arm wieder, suchte nach ihrem Mantel und bekam nur den Schal zu fassen.
00:20:47: Sie löste seine Finger einzeln aus der Wolle.
00:20:50: an ihrem Ärmel klebte ein Stück seiner Haut.
00:20:53: Nora ging hinter ihn, schob beide Arme unter seine Achseln und zog ihnen einen paar Schritte über den Boden Sein Kopflack gegen ihre Brust.
00:21:00: Der süßliche Geruch kam jetzt von ihm, so nah dass sie ihn trotz des Nassen Schals im Mund schmeckte.
00:21:06: Sie konnte den Mann bewegen, solange sie rückwärts ging und nicht nach unten sah.
00:21:10: Wenn sie nach unten saa, blieb sich stehen.
00:21:12: Wo dem Parkhaus begann eine flache Abfahrt zum Ufer – dort hätte sie ihn hinunterziehen können!
00:21:18: Sie setzte einen Fuß auf den Randstein und verlor die Sandale….
00:21:21: der Mann rutschte ja aus den Armen ….
00:21:23: sein Hinterkopf stuck auf den Boden Und Nora hörte das Geräusch durch ihren Mantel hindurch.
00:21:29: Sie kniete sich neben ihnen, eine Hälfte seines Gesichts sah beinahe unverletzt aus.
00:21:34: Das Auge auf dieser Seite bewegte sich – es blieb an ihr Hängen dann an der Flasche die neben seinem Knie lag.
00:21:40: Sie hielt ihm den letzten Rest ans Gesicht.
00:21:43: Seine Hand kam von unten schlossig um ihr Handgelenk und bliebe dort.
00:21:47: Er drückte nicht besonders fest.
00:21:49: Sie hatte den Arm leicht wegziehen können wenn sie das gewollt hätte.
00:21:52: Nora saß neben ihm bis seine Finger sich lockerten.
00:21:55: Er atmete noch, unregelmäßig durch den offenen Mund.
00:21:58: Ich stand auf, hob die Sandale auf und ging weiter – die leere Flasche in der Hand.
00:22:05: An der Brücke standen die Leute enger.
00:22:06: Sie gingen auf der Fahrbahn weil sich auf dem Gehweg die schwarzen Flocken sammelten und hielten Abstand zu den Autos, die mit offenen Türen zurückgelassen worden waren.
00:22:15: Ein Mann trug ein Kind auf den Schultern.
00:22:17: das Kind hatte die Hände in seinen Haaren vergraben und sah nach unten auf die Stelle an der sein Vater mit jedem Schritt in der Asche einsang.
00:22:24: Nora folgte ihnen bis zur Mitte der Brücke.
00:22:27: Dort wurde der Wind stärker, er drückte gegen ihren Mantel, blähte ihn auf und kühlte ihre Beine während ihr Gesicht sich anfühlte als hätte sie zu lange in der Sonne gesessen Die Blieb am Geländer stehen.
00:22:38: unter der Brücke war das Wasser schwarz ganz gewöhnlich schwarz mit einzelnen Reflexen von den Laternen am Ufer.
00:22:45: die Asche lag in breiten Streifen auf der Oberfläche.
00:22:47: weiter draußen trieb etwas dass Nora zuerst für einen Ast hielt Als es sich in der Strömung drehte, erkannte sie ein Knie und den anderen Fuß, der über dem Wasser stand.
00:22:57: Zwischen den dunklen Streifen trieben weitere Körper.
00:23:00: Einer lag auf dem Rücken – das Gesicht nach oben die Arme leicht ausgebreitet!
00:23:04: Ein rotes Licht vom Brückengeländer wanderte über seinen Bauch sobald das Wasser ihn hob.
00:23:10: Im Ufer auf dieser Seite der Brücke standen zwei Menschen.
00:23:13: Der eine kniete dicht am Wasser, der andere zog seine Jacke aus.
00:23:16: Nora stießt sich vom Gelände ab und drängte zwischen den Leuten weiter.
00:23:19: Unter ihrem linken Fuß brannte der Asphalt, obwohl die Asche darauf weiterhin kühl war.
00:23:24: Sie setzte den Fuß an eine andere Stelle – es wurde nicht besser!
00:23:28: Der Schmerz reichte jetzt bis zum Knöschel und saß so gleichmäßig in ihr, dass sie nicht mehr glauben konnte, sie sei nur auf etwas Heißes getreten.
00:23:36: Sie hob das Bein kurz an, die Außenseite ihres Schuhs war unbeschädigt.
00:23:42: Vor ihr fiel jemand hin.
00:23:44: Die Frau hat einen Rucksack auf und versuchte sich daran festzuhalten, während sie nach unten ging.
00:23:49: Sie landete auf dem Bauch und schlug mit dem Unterarm auf die Fahrbahn.
00:23:53: Als sie sich ein Stück aufrichtete, blieb am Asphalt eine dunkle Schichtkleben.
00:23:57: Nora sah den Ärmel von innen aufgehen.
00:23:59: Die Frau schob sich rückwärts ohne den Arm mitzunehmen und starte auf die freigelegte Stelle unter ihrem Handgelenk.
00:24:05: Dicht.
00:24:05: hinter ihr hielt ein Mann eine Hand auf den Mund gepresst.
00:24:08: Zwischen seinen Fingern quoll etwas Dunkles hervor.
00:24:12: Nora wollte an ihren vorbei und bliebe stehen weil die Menschen vor ihr ebenfalls stehen geblieben waren.
00:24:17: Die Schob sich bis an das Gelände, die Schrauben daran waren kalt.
00:24:20: Sie presste beide Handflächen dagegen dann die Stirn und merkte wie ihr Kopf für einen Moment klarer wurde.
00:24:26: Beim nächsten Atemzug tat ihre Brust weh.
00:24:30: Sie löste den Schal vom Gesicht, zog Luft ein und band ihm wieder fest.
00:24:34: Kälte war bis in ihren Nase gekommen.
00:24:37: unter ihrem Brustbein blieb es heiß.
00:24:40: Auf der anderen Seite der Brücke waren die Gebäude niedrig mit Höfen dazwischen und einem freien Platz vor dem Sportzentrum.
00:24:46: Nora kannte ihn vom Vorbeifahren, im Sommer standen dort Kinder auf Rollern und warteten bis ihre Eltern mit dem Training fertig waren.
00:24:53: Hinter dem Sportszentrum verlief eine breite Straße, weil da draußen begannen Felder!
00:24:57: Wie sah die Laternen dieser Straße und ein blaues Licht das hinter den Bäumen aufleuchtete?
00:25:02: Dorthin musste sie – sie fasste mit der rechten Hand ans Geländer und zog sich daran vorbei, bis zwischen den Menschen wieder Platz war.
00:25:09: Am Ende der Brücke strichte ihr den Mantelermel über ihre linke Hand.
00:25:13: Das Stück Haut des Lieferfahrers klebte noch daran, sie versuchte es abzuschütteln.
00:25:17: Dann packte sie die Ärmelkante und rieb den Stoff am Brückengeländer.
00:25:22: Der Fleck verschmierte – ihr wurde schlecht!
00:25:25: Sie beugte sich über die Mauer und spuckte zwischen zwei abgestellten Fahrrädern auf dem Boden.
00:25:29: Es kam kaum etwas, dünne Flüssigkeit, dein schwarzer Faden der am Pflaster hingblieb.
00:25:35: Der Geschmack erinnerte sie an einen Zahn, der vor Jahren abgeschliffen worden war.
00:25:39: Sie hatte damals den Mund nicht schließen dürfen und versuchte durch die Nase zu atmen, während dieser Geruch von innen kam.
00:25:45: Hinter ihr wurde es hell – Nora trete sich um zwischen den Häusern.
00:25:49: auf der anderen Seite des Flusses stand zum ersten Mal Feuer sichtbar genug dass sie es von hier aus sehen konnte.
00:25:55: Es begann in mehreren Straßen gleichzeitig.
00:25:57: In einem Dach erschien eine schmale helle Linie.
00:26:00: ein Fenster darunter ging auf.
00:26:01: dann schlug eine Flamme aus der Stelle an der dir dachfürst knickte.
00:26:05: Über der Bäckerei lag ein weißer Schein.
00:26:08: Nora konnte das Haus nicht mehr von den Häusern daneben unterscheiden.
00:26:11: Die Asche im Himmel wurde von unten beleuchtet, die größeren Stücke waren jetzt wie kleine schwarze Körper zu sehen, die sich im Fallen dreht.
00:26:18: Sie hörte die Menschen auf der Brücke hinter sich.
00:26:21: Dazwischen kam ein tieferes Geräusch aus den Straßen – ein Krachen, dass ich fortsetzte als wäre noch etwas unterwegs, was nacheinander gegen die Häuser stieß.
00:26:29: Nora dachte an ihre Stellampe und an die Vorhangstange über dem Bett, die sie selbst angeschraubt hatte.
00:26:34: Das Buch lag noch auf dem Sofa, vor einem Moment wusste sie ganz genau wo es lag mit dem Rücken zum Fenster und dem Kugelschreiber zwischen den Seiten.
00:26:42: Danach konnte sie sich das Zimmer nur noch mit der schwarzen Wand aus der Nachbarwohnung vorstellen.
00:26:47: Sie ging die Straße zum Sportzentrum hinauf.
00:26:49: Mit der Sandale kamen sie kaum noch voran Und ließ sie schließlich am Bordstein liegen.
00:26:54: Ein Mann lief an ihr vorbei dicht gefolgt von einer Frau, die ein Handtuch um bei der Hände gewickelt hatte.
00:26:59: Die Frau war auf die Arme im Laufen nach vorne als müsse sie etwas loswerden dass an ihr hing.
00:27:04: Nora hielt sich an einer Gartenmauer fest, ihr Handy vibrierte in der Manteltasche.
00:27:08: Sie holte es heraus und sah, dass das Foto abgeschickt worden war – darunter stand eine neue Nachricht!
00:27:14: Sie öffnete sie mit dem Daumen aber als Bild auf dem Display verschwamm, sobald sie versuchte die Buchstaben zu lesen.
00:27:20: Sie drückte auf das Hörer-Symbol, das Handy lag kalt in ihrer Hand.
00:27:24: Während sie wartete, sah sie auf den Ring und an die Stelle daneben, die sie vorhin aufgerieben hatte.
00:27:29: Der dünne Hautstreifen war dunkel geworden.
00:27:31: um ihn herum erschienen helle kleine Plasen.
00:27:34: Nora zog den Ärmel zurück, die Haut sah bis zum Ellenbogen normal aus.
00:27:38: Auch die Stelle an der der Lieferfahrer sie festgehalten hatte.
00:27:41: Sie strich mit dem Handballen darüber und hob dann die Hand zum Gesicht.
00:27:45: Über dem Ring war eine Blase geplatzt.
00:27:47: Die konnte den Finger bewegen – es tat sehr weh aber sie konnte ihn noch bewegen!
00:27:52: Auf dem Display lief eine Verbindung ins Leere.
00:27:55: Sie liest das Handy sinken auf dem Platz vor dem Sportzentrum.
00:27:58: Auf dem Platz vor dem Sportzentrum lag kaum Asche.
00:28:01: Der Wind trieb sie über die Pflastersteine und sammelte sie an der niedrigen Mauer, hinter der Fahrräder angeschlossen waren.
00:28:07: Vor dem Eingang brannten zwei Lampen.
00:28:09: Jenseits des Gebäudes blinkte das blaue Licht eines Rettungswagen, der quer auf der breiten Straße stand.
00:28:15: Nora sah Menschen davor – normale Menschen mit hellen Gesichtern und Jacken, die sich offen trugen!
00:28:20: Sie ging schneller.
00:28:21: Am Rand des Platzes stand eine Bank, daneben ein Abfall einmal mit einer kleinen runden Öffnung.
00:28:26: Nora schob die leere Flasche hinein, weil sie ihrem Weg war und brauchte beide Hände um sich an der Bank abzustützen.
00:28:32: Die Luft war kalt genug dass sie vor sich ihren Atem sehen konnte.
00:28:36: Sie zog den Schal herunter und atmete ein paar mal durch den offenen Mund.
00:28:39: Von hier konnte sie bis zu den Feldern sehen.
00:28:42: Auf der Fahrbahn stand noch eine Fütze in der das blaue Licht des Rettungswagens zuckte.
00:28:46: Nora musste nun auch über den Platz am Gebäude vorbei.
00:28:49: dann konnte sie jemand anhalten?
00:28:51: Sie richtete sich auf und öffnete den Mantel Weil es darunter unerträglich warm geworden war Etwas viel aus dem Futter auf ihre Füße.
00:28:58: Sie streich über den Pullover, in der Wolle lag ein Riss dicht unter dem Schlüsselbein und darunter war ihre Haut dunkel.
00:29:05: Nora zog den Stoff auseinander – die Haut hatte sich in kleine, viereckige Stücke geteilt, die an den Rendern nach oben standen!
00:29:12: Als sie darüber bestützer fielen sie auf ihren Fingern.
00:29:14: Aus der offenen Stelle kam eine dünne graue Fahne.
00:29:17: Sie hielt die Luft an….
00:29:19: es rauchte weiter.
00:29:20: Nora griff in die Manteltasche und zog das Schlüsselbund heraus.
00:29:23: Das kleine gelbe Haus war weich geworden.
00:29:25: Ihr Daumen drückte das Dach nach innen.
00:29:27: Sie ließ es fallen und fasste sich an die Brust.
00:29:30: Der Schmerz war so stark, dass sie sich nicht mehr aufrichten konnte – sie ging auf die Knie, riss den Mantel von den Schultern und zog an ihrem Pullover.
00:29:38: Die Wolle hing an ihrer Haut, wo sie sich löste wurden helle Stellen unter der verbrannten Schicht sichtbar ein schmaler Bogen über einem dunklen Spalt nur rasar wie ihre Rippen sich hoben.
00:29:47: Sie atmete noch, sie riss weiter und auf den Pflastersteinen blieben die schwarzen Stücke liegen.
00:29:53: Jemand kam vom Rettungswagen herüber.
00:29:55: Nora sah die hellen Schuhe und eine Hand, die sich nach ihrer Schulter ausstreckte.
00:29:59: Sie versuchte die Hand zu erreichen – ihr linker Arm ließ sich kaum noch strecken!
00:30:03: Der Ring saß locker auf dem Finger und bei der Bewegung löste sich ein Stück vom Daumen.
00:30:08: Unter dem Nagel war die kleine helle Ecke erhalten geblieben.
00:30:11: Nora presste den Daumen in die Handfläche und spürte, wer brach?
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