#001: The Terror - Kälte. Hunger. Schweigen
Shownotes
⚠️Story-Update 2026
Talk ist der alte. Es kann sein, dass nicht mehr jeder Aspekt des Talks 100% passend ist 😉
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
1845 verlassen HMS Erebus und HMS Terror England. Unter dem Kommando von Sir John Franklin sollen 134 Männer die letzten unbekannten Abschnitte der Nordwestpassage kartieren. Die Schiffe sind verstärkt, mit Dampfmaschinen, Heizung und Vorräten für mehrere Jahre ausgestattet. Trotzdem kehrt niemand zurück.
In dieser Folge rekonstruieren wir die Franklin-Expedition von ihrem Aufbruch über die Winter im Packeis bis zur Aufgabe der Schiffe im April 1848. Wir sprechen über die Victory-Point-Note, die Berichte der Inuit, die Gräber auf Beechey Island und die später gefundenen menschlichen Überreste.
Außerdem schauen wir auf die Entdeckung der Wracks von Erebus und Terror, die Identifizierung von James Fitzjames und auf das kulturelle Nachleben der Expedition zwischen Volkslied, Literatur, Folk, Black Metal und "The Terror".
⏱ Kapitel
(00:00) Opening: All Well.
(01:35) Intro & Begrüßung
(02:19) Talk
(05:34) Die Expedition, die alles ändern sollte
(11:32) Der Verlauf der Reise / Das große Schweigen
(21:37) Was man fand
(26:57) Warum niemand zurückkam
(33:28) Die Expedition in der Popkultur
(37:39) Talk
(43:27) Snacks.fm
(46:30) Die letzte weiße Fläche
(47:23) Outtakes
📚 Quellen & Literatur
AMC (2018): The Terror. Staffel 1.
Antrisch (2023): Expedition II: Die Passage.
Beattie, Owen / Geiger, John (2017): Frozen in Time. The Fate of the Franklin Expedition. Vancouver: Greystone Books.
Cyriax, Richard J. (1939): Sir John Franklin’s Last Arctic Expedition. London: Methuen.
Hall, Charles Francis (1864): Life with the Esquimaux. London.
Lambert, Andrew (2009): Franklin. Tragic Hero of Polar Navigation. London: Faber & Faber.
McClintock, Francis Leopold (1859): The Voyage of the “Fox” in the Arctic Seas. London: John Murray.
Nadolny, Sten (1983): Die Entdeckung der Langsamkeit. München: Piper.
National Archives UK (Hg.): Unterlagen zur Franklin-Expedition und zur Victory-Point-Note. London.
Parks Canada (Hg.): Wrecks of HMS Erebus and HMS Terror National Historic Site. Ottawa.
Potter, Russell A. et al. (2016): Finding Franklin. The Untold Story of a 165-Year Search. Montreal/Kingston: McGill-Queen’s University Press.
Rae, John (1854): Berichte über das Schicksal der Franklin-Expedition und Aussagen der Inuit. Admiralty correspondence.
Royal Museums Greenwich (Hg.): Franklin’s Last Expedition. London.
Simmons, Dan (2007): The Terror. New York: Little, Brown and Company.
Stenton, Douglas R. / Fratpietro, Stephen / Park, Robert W. (2024): “Identification of a Senior Officer from Sir John Franklin’s Northwest Passage Expedition.” In: Journal of Archaeological Science: Reports, Bd. 59, 104748.
Stenton, Douglas R. / Fratpietro, Stephen / Gorsalitz, Kaitlyn / Park, Robert W. (2026): „DNA identifications of three 1845 Franklin expedition sailors from HMS Erebus.“ In: Journal of Archaeological Science: Reports, Bd. 72, 105739.
Stenton, Douglas R. / Fratpietro, Stephen / Gorsalitz, Kaitlyn / Park, Robert W. (2026): „‘Some very hard ground to heave’: DNA identification of Harry Peglar, Captain of the Foretop, HMS Terror.“ In: Polar Record, Bd. 62, e17.
Swanston, Treena et al. (2018): “Franklin Expedition Lead Exposure: New Insights from High Resolution Confocal X-Ray Fluorescence Imaging of Skeletal Microstructure.” In: PLOS ONE, Bd. 13, Nr. 8.
📡 Links & Kontakt
🌐 Website: radioobscura.de
📸 Instagram: @radioobscurapodcast
📬 Kontakt: info@radioobscura.de
🎙️ Hosts: Svea & Tim
Transkript anzeigen
00:00:02: Im
00:00:02: Frühjahr eighteenhundertneunundfünfzig findet Lieutenant William Hobson an der Nordwestkürste von King William Island einen kleinen Metallbehälter.
00:00:13: Er liegt unter einem Steinhügel, einem sogenannten Cairn.
00:00:18: In dem Behälter steckt ein vorgedrucktes Formular der britischen Admiralität.
00:00:24: Eigentlich waren solche Bögen dafür gedacht in Flaschen verschlossen und ins Meer geworfen zu werden.
00:00:29: Man trug Datum und Position ein, wer die Flasche irgendwann fand, wurde gebeten das Papier mit Fundort-und-Fundzeit an die Admiralität weiterzuleiten.
00:00:41: Dieser Bogen ist allerdings nicht mit einer Meeresströmung gereist – er wurde auf King William Island zurückgelassen.
00:00:48: Der erste Eintrag stammt vom XXIII.
00:00:51: Mai, Die HMS Erebus und die HMS Terror liegen seit dem vergangenen September im Eis.
00:01:01: Sir John Franklin kommandiert die Expedition.
00:01:05: Die Männer haben den Winter zuvor bei Beachy Island verbracht, dann folgen zwei Wörter.
00:01:11: All Well Alles in Ordnung.
00:01:15: Fast ein Jahr später wird das selbe Blatt noch einmal benutzt.
00:01:18: Das Papier ist dasselbe – die Expedktion nicht.
00:01:22: Zwischen beiden Nachrichten liegen elf Monate und die große Frage, was zwischen All Well und diesem zweiten Eintrag passiert ist.
00:01:31: Willkommen bei Radio Obskura!
00:01:56: Schön dass ihr eingeschaltet habt beim
00:01:57: Podcast über Creatures
00:01:58: Crime & Mystery.
00:02:00: Wir erzählen von Geschichte, Gegenwart- und Grenzbereichen.
00:02:03: Marial mal unerklärlich.
00:02:05: Vom Meeresgrund bis zur Umlaufbahn vom Labor bis zur Legende.
00:02:09: wir fragen was passiert
00:02:10: ist und
00:02:10: was davon bleibt.
00:02:12: Wir sind Tim und Svea.
00:02:13: Und heute geht's mit uns in The Arctis zur Franklin Expedition!
00:02:20: Mist.
00:02:40: Was bist du denn wo?
00:02:45: Nein, nein!
00:02:46: Ich dachte gerade, du erzählst mir jetzt, du warst mal als Kind auf einer Kreuzfahrt zum Beispiel und hast nachts irgendwo im Mittelmeer auf dem Atlantik oder Pazifik, woher man... Kann lügen.
00:02:55: Nein, nicht lügen!
00:02:56: Du hättest jetzt erzählen
00:02:57: können von diesem Gefühl.
00:02:58: wenn du nachts offen mehr wirst guckst vom Deck.
00:03:01: Und du guckest so in dieses schwarze, das ist einfach nichts.
00:03:03: und egal was passiert auf diesem Schiff, du kannst nicht weg.
00:03:06: Das ja nur schwarz.
00:03:07: Der Himmel ist schwarz okay die Sterne sind wahrscheinlich ultra geil aber Unten ist alles schwarz.
00:03:12: Du weißt nicht, was da für Viehzeug rumlungert?
00:03:14: Auf dem Schiff weiß du es auch nicht, wenn da irgendwas passiert.
00:03:18: Das wäre ja echt mies und ich glaube, wenn das dann auch noch wie in der heutigen Geschichte in der Arktus passiert im Eis, ist das nochmal ein bisschen unangenehmer.
00:03:25: Ja, das glaube ich!
00:03:26: Aber du hast nie auf einem Fähre gefahren, bin ich auch schon aber auch nur tagsüber mal kurz über den See oder an der Ostsee mit einer Fähren fahren.
00:03:36: Aber so über Nacht auf dem Schiffs war ich auch noch nie.
00:03:38: Aber warst du schon mal irgendwo im Eis?
00:03:40: Also nicht im deutschen Winter, sondern mal irgendwie so Richtung Polarkreis unterwegs?
00:03:45: Nein.
00:03:47: Ich war in Nord-Norwegen aber da war kein Eis, weil ich doch noch zu weit auf dem Festland war quasi.
00:03:53: Weiter an der Küste ist es auf jeden Fall arktischer.
00:03:56: Das was quasi keine Vorstellung wie sich anfügelt, verlorenem Eis zu sein... Nee
00:04:01: das ist tatsächlich gar nicht!
00:04:02: Du?!
00:04:03: Nie.
00:04:05: Das einzige, woran ich mich erinnere ist.
00:04:06: Dass der Winter früher mal anders war in den neunziger Jahren und dass mein Vater mich mal darauf hingewiesen, weil ich keine Mütze trug und meine Ohren rot waren,
00:04:15: das die abfrieren.
00:04:16: Also was Väter so sagen damit man eine Mützer aufsetzt?
00:04:19: Ich habe wirklich jahrelang geglaubt, dass Ohren abfrien wenn man keine Mützen trägt im Winter und hab immer an meinen Ohr gepincht um zu sehen, dass es noch lebt.
00:04:26: Und das gefühlt noch mit fünfzehn.
00:04:28: Keine Ahnung, das ist sehr lange hatte ich Angst davor.
00:04:31: Da war's ja auch so, daß viel Schnee lag.
00:04:34: Also gesagt hat das mir in Tschechien damals, also im Erzgebirge.
00:04:39: Dann waren wir zu Weihnachten quasi in einem Hotel und ja darf ich erfahren dass man
00:04:43: Erfrierungen bekommen kann
00:04:45: im Eis.
00:04:46: Kleiner Funfakt
00:04:48: die Band Polarkreis Achtzehn kennst du die?
00:04:50: Natürlich
00:04:51: allein alleine.
00:04:52: Ich weiß bis heute nicht ob es stimmt aber die Geschichte ist ja dass einer, ich weiß nicht ob jetzt der, sagen wir mal Onkel
00:04:59: oder Urgroßvater
00:05:01: von Felix Räuber war dem Sänger der am Polarkreis war und ihm sind acht Zehn abgefroren, deswegen Polarkkreis Achtzehn.
00:05:09: Aber das ist wahrscheinlich nur eine witzige Story die sie sich ausgedacht haben und vielleicht gibt es auch einen achtzenten Polarkreichs der was viel tiefgrünigeres ist.
00:05:17: aber das werden wir wohl nie erfahren weil ich glaube die Bands gibt's
00:05:20: gar nicht mehr.
00:05:21: Ja fahren wir fort mit der Geschichte
00:05:22: der
00:05:23: Franklin Expedition.
00:05:24: hast du davon schon mal gehört?
00:05:25: Hast du irgendeine Ahnung worum es gehen könnte außer dass was bisher schon genannt wurde?
00:05:29: Ähm, nee gar nicht.
00:05:30: Also ich gehe genauso wie die Zuhörer in unwissend hier
00:05:33: rein.".
00:05:36: Als Sir John Franklin im Mai eighteenhundertviertzig noch einmal in die Arktis aufbricht ist der neunundfünfzig Jahre alt.
00:05:45: Die Admiralität hatte wegen seines Alters durchaus Bedenken.
00:05:49: als man Franklin darauf hinwies er sei schließlich schon sechszig
00:05:52: soll er geantwortet
00:05:53: haben.
00:05:54: No no my lord I am only fifty nine.
00:05:57: Nein, nein mein Lord.
00:05:58: Ich bin erst
00:05:59: neunundfünfzig.".
00:06:01: Eine Erfahrung mangelte es ihm jedenfalls nicht!
00:06:05: Er ist seit seinem vierzehnten Lebensjahr in der Royal Navy hat eighteenhunderteins bei Kopenhagen gekämpft seinen Cousin Matthew Flanders auf dessen Expedition nach Australien begleitet und später an der Schlacht von Trafalgar teilgenommen.
00:06:19: Vor allem aber kennt er die Arctis – bereits achtzehnhundertachzehn nimmt er in einer Expedition Richtung Nordpol-Teil.
00:06:26: Ein Jahr später führt er selbst eine Überland-Expedition zur kanadischen Nordküste.
00:06:32: Diese coppermine Expedition machte Franklin in Großbritannien bekannt, allerdings nicht auf eine Weise die er vermutlich erhofft hatte.
00:06:40: Die Versorgung bricht zusammen Männer sterben die überlebenden ernähren sich zeitweise von Flechten und Kochenleder aus ihrer Ausrüstung aus.
00:06:49: Daraus entsteht Franklins berühmter Beiname The Man Who Ate His Boots Der Mann, der seinen Stiefel aß.
00:06:58: Franklin kehrt trotzdem in die Arktis zurück.
00:07:00: Zwischen eighteenhundertzwanzig und achtzehnhundertsiebenzwanziger leitet er eine zweite Expedition entlang der nordamerikanischen Polarküste – diesmal wesentlich erfolgreicher!
00:07:12: Danach führt ihn seine Karriere erst einmal weit weg vom Eis.
00:07:16: Von achtzehntundhalbzig bis achteinhundertdreienvierzig ist der Gouverneur von Wandiemensland dem heutigen Tasmanian.
00:07:24: Als er nach Großbritannien zurückkehrt, verfügte also über reichlich Erfahrung nur liegt ein beträchtlicher Teil davon inzwischen auch schon einige Jahre zurück.
00:07:33: Nun also plant die Admiralität den nächsten großen Vorstoß in die kanadische Arktis.
00:07:39: Die Nordwestpassage war damals kein vollkommen unbekannter Strich auf einer Karte.
00:07:44: Britische Expeditionen hatten bereits große Teile der arktischen Küsten und Seewege erkundet.
00:07:50: Was allerdings fehlte, waren entscheidende Verbindungen zwischen diesen bekannten Abschnitten.
00:07:55: Gelang es sie zu finden hätte man eine durchgehende Route vom Atlantik zum Pazifik kartiert und damit zumindest auf dem Papier einen neuen Seeweg Richtung Asien.
00:08:06: Franklin erhält das Commando.
00:08:08: mit ihm fahren zwei Offiziere deren Namen uns noch häufiger begegnen werden.
00:08:13: Francis Crozier übernimmt die HMS Terror.
00:08:17: Wenn man für eine solche Reise jemanden neben sich haben möchte, der das Eis fast kennt wie seine Westentasche war er eine naheliegende Wahl.
00:08:25: Er war mehrfach mit William Edward Perry in der Arktis und hatte James Clark Ross auf dessen großer Antarctis Expedition begleitet.
00:08:33: Und Crozier kannte nicht nur Polareisen sondern auch das Schiff dass er jetzt kommandieren sollte – die Terror war bereits in der Antaractus dabei gewesen!
00:08:42: Das zweite Schiff, die HMS Erebus steht unter dem Kommando von James Fitzjames.
00:08:48: Er ist jünger als Crozier, ehrgeizig, gesellschaftlich offenbar ziemlich gewandt und hinterlasst uns etwas das bei dieser Expedition selten werden wird.
00:08:57: Eigene Worte Anfang Juli, aus Grönland mehrere Briefe nach Hause.
00:09:06: Franklin beschreibt er als full of life and energy voller Leben und Energie, mit gutem Urteilsvermögen und einem ausgezeichneten Gedächtnis.
00:09:16: Fast interessanter sind aber die nebensächlichen Dinge.
00:09:19: Fitz James erzählt von Offizierenden in den Netzen über der Bordwand hängen, Zigarren rauchen und lachen.
00:09:25: Von frisch gefangenen Kabeljau, von Eisbergen an denen die Schiffe vorbeiziehen – nichts darin klingt nach einer Besatzung, die glaubt unmittelbar in eine Katastrophe zu fahren!
00:09:35: Es sind Briefe von Menschen am Anfang einer Reise.
00:09:38: Wenige Tage später gehen sie zurück nach England.
00:09:41: Arabus und Terror selbst waren für das, was vor ihnen lag ungewöhnlich gut ausgestattet.
00:09:46: Beide waren ursprünglich als sogenannte Bomb-Wessels gebaut worden.
00:09:50: Solche Kriegsschiffe mussten schwere Mörser tragen und deren Rückstoß aushalten Bisherhalb ihre Rümpfe besonders massiv konstruiert waren.
00:09:58: Für einen völlig anderen Gegner erwies sich genau das als
00:10:01: praktisch.
00:10:02: Pack Ice interessiert sich zwar wenig für britische Militärtechnik Aber ein stabiler Rumpf ist schon mal ein Guter Anfang.
00:10:10: Außerdem waren beide Schiffe bereits mit James Clark Ross in der Antarktis gewesen, für Franklans Reise wurden sie noch einmal umgebaut und verstärkt.
00:10:19: Sie erhielten kleine Dampfmaschinen als Hilfsantrieb – keine eigens dafür entwickelten Schiffsmaschine sondern umgebaute Lokomotiv-Antriebe!
00:10:26: Die Schrauben ließen sich hochziehen und damit vor dem Eis schützen.
00:10:30: In den Wohnbereichen gab es ein Heizsystem, spezielle Öfen konnten Schnee und Eisschmelzen und so Trinkwasser liefern.
00:10:37: Dazu komproviant für drei Jahre.
00:10:40: Franklin ging davon aus, dass sich die Vorrede bei entsprechender Einteilung sogar länger nutzen ließen.
00:10:46: Die Admiralität schickte also zwei Schiffe los, die bereits Polar-Erfahrungen hatten.
00:10:52: Sie verstärkte die Rümpfe, baute moderne Technik ein, plante mehrere Überwinterungen ein und stellte Offiziere an die Spitze, die zum Teil seit Jahrzehnten Erfahrung mit solchen Reisen hatten – aber natürlich gab es Grenzen!
00:11:04: Keine Maschine an Bord konnte ein Schiff aus schwerem Pack-Eis ziehen.
00:11:08: Vorräte blieben endlich und Erfahrung mit der Arktis bedeutete nicht, dass man wusste was hinter jedem noch nicht kattierten Küstenabschnitt lag.
00:11:17: Aber am neunzehnten Mai, achtzehnhundertvierzig ist das noch Zukunftsmusik.
00:11:22: An diesem Tag verlassen Erebus und Terror England.
00:11:25: An Bord sind zunächst einhundertdreißig Männer.
00:11:32: Ihre Route fühlt zunächst Gen Norden Über die Orkney-Inseln geht es nach Grönland, Anfang Juli liegen die beiden Schiffe in der Disco-Bucht an der Westküste.
00:11:43: Hier werden noch einmal Vorräte umgeladen, Briefe wie die Besagten von Fitz James gehen zurück nach England und fünf Männer verlassen die Expeditionen.
00:11:51: Manche sind krank, andere aus verschiedenen Gründen für die weitere Reise nicht mehr vorgesehen.
00:11:56: Mit dem Versorgungsschiff kehren sie nach Großbritannien zurück.
00:12:00: Damit bleiben einhundertundzwanzig Männer auf Erebus & Terra Ende Juli, die beiden Schiffe werden zum letzten Mal von anderen Europäern gesehen.
00:12:12: In der Bath & Bay begegnen sie den Wallfängern Prince of Wales und Enterprise.
00:12:18: Franklin wartet zu diesem Zeitpunkt am Rand des Eises auf bessere Bedingungen um weiter in Richtung Lenkester Sound zu fahren.
00:12:25: Damit verschwindet die Expedition aus der europäischen Beobachtung.
00:12:29: Die Männer fahren weiter, vermessen Küsten verbringen einen Winter bei Beachy Island und hinterlassen Spuren Nur erreicht davon nichts mehr Großbritannien.
00:12:39: Von diesem Moment an lässt sich ihre Reise nicht mehr aus Briefen rekonstruieren, die ein paar Wochen später bei Angehörigen auf dem Tisch liegen.
00:12:46: Alles was wir über die nächsten Jahre wissen stammt aus Dingen, die erst später gefunden wurden.
00:12:51: Trotzdem lässt sich die Route für eine ganze Weile ziemlich genau rekonstruitieren.
00:12:57: Franklin fährt durch den Lancaster Sound nach Westen Den ersten Winter, eighteenhundertfünfundviertig auf achtzehnhundertsechsundvierzig verbringen die Männer bei Beachy Island.
00:13:07: Dort errichten sie ein Winterlager und dort sterben die ersten drei Mitglieder der Expeditionen – John Torrington, John Hartnell und William Brain.
00:13:17: Ihre Gräber bleiben zurück, ordentlich angelegt und mit beschrifteten Grabtafeln versehen.
00:13:23: Für die Männer, die im Frühjahr weiterfahren sind es zunächst drei Tote.
00:13:26: nach einem Jahr in der Arktis Für die Suchmannschaften, die Beachy Island
00:13:31: a.H.A.R.,
00:13:33: werden diese Gräber zu den ersten eindeutigen Beweisen dafür, dass Franklin überhaupt hier gewesen ist.
00:13:39: Und mehr als hundert Jahre später werden ausgerechnet diese drei Männer noch einmal eine wichtige Rolle bei der Frage spielt, woran die Expedition gescheitert sein könnte?
00:13:48: Im Sommer a.h.a.r.
00:13:50: wird das Wasser wieder befahrbar.
00:13:52: Arabus und Terror verlassen Beachy island und dringen weiter nach Süden vor Durch Piel Sound und die heutige Franklin Strait bis in die Victoria Strait, nordwestlich von King William Island.
00:14:04: Dort endet die Fahrt.
00:14:07: Im September, eighteenhundertundvierzig frieren beide Schiffe ein.
00:14:11: Das allein war für eine Arktis-Explosion noch keine Katastrophe – genau dafür waren Arabus und Terror ausgerüstet worden!
00:14:19: Man hatte Lebensmittel für Jahre, Heizsysteme, verstärkte Rümpfe und Männer an Bord.
00:14:24: Die wussten das ein Winter im Pack-Eis kein ungewöhnlicher Betriebsunfall war sondern zum Reiseplan gehören konnte.
00:14:30: Das eigentliche Problem beginnt im folgenden Sommer.
00:14:34: Das Eis geht nicht
00:14:36: auf!
00:14:37: Arabus & Terror bleiben dort wo sie seit Monaten liegen.
00:14:41: Damit verbringen die Männer einen zweiten Winter praktisch an derselben Stelle Ab.
00:14:45: hier wird unsere Überlieferung dünn.
00:14:48: Wir besitzen keinen Lockbuch, das uns durch diese Monate führt.
00:14:51: Es gibt keine erhaltenen Tagebücher die erzählen wie der Alltag an Bord aussah, wie sich der Gesundheitszustand veränderte oder wie oft die Offiziere darüber diskutieren ob sie noch einen weiteren Sommer auf freies Wasser hoffen konnten!
00:15:03: Es gibt nur dieses eine Blatt Papier – den ersten Eintrag kennen wir bereits.
00:15:18: Sir John Franklin führt weiterhin die Expedition.
00:15:21: All well!
00:15:23: Zu diesem Zeitpunkt ist Franklin noch am Leben, bereits vierzehn Tage später ist er tot.
00:15:30: Sir John Franklin stirbt dann elften Juni, achtzehntundertsieben und vierzig.
00:15:35: Woran wissen wir nicht?
00:15:37: Und selbst diese Information erreicht uns erst durch den zweiten Eintrag auf demselben Platt geschrieben im folgenden Frühjahr.
00:15:44: Am Rand des ursprünglichen Textes halten Francis Crozier und James Fitzjames fest, was sich inzwischen verändert hat.
00:15:51: Franklin ist seit fast einem Jahr tot – neben ihn sind acht weitere Offiziere und fünfzehn Männer der übrigen Besatzung gestorben.
00:15:59: Insgesamt also vierundzwanzig Tote seit Beginn der Expeditionen.
00:16:03: Und Erebus & Terror liegen noch immer im Eis!
00:16:12: Die Schiffe waren drei Tage zuvor, am zweisandesten April verlassen worden.
00:16:18: Einhundert und fünf Männer lebten zu diesem Zeitpunkt noch.
00:16:21: Crozier & Fitzgames schreiben außerdem auf was als nächstes geschehen soll.
00:16:30: Am folgenden Tag wollen die Männer nach Süden aufbrechen in Richtung Backs Fish River dem heutigen Back River auf dem kanadischen Festland.
00:16:39: von der Stelle an der die Schiffe eingefroren waren bedeutete das keinen kurzen Marsch zu einer Siedlung, vor ihnen lag zunächst King William Island danach die Küste des nordamerikanischen Festlands und schließlich eine gewaltige Strecke durch eine Region in der es für sie keine Straßen, keine britischen Versorgungsposten und keine verlässlich erreichbare Hilfe gab.
00:17:00: Ob wirklich alle einhundert fünf Männer gemeinsam loszogen?
00:17:03: Wissen wir allerdings nicht!
00:17:06: Ebenso wenig wissen wir wie lange Crosha's Plan überhaupt bestand hatte.
00:17:10: Und während die Expedition nach Süden aufbricht, beginnt in Großbritannien die Suche.
00:17:15: Franklin war ursprünglich für mehrere Jahre ausgerüstet worden und deshalb löste sein Ausbleiben nicht sofort Panik aus.
00:17:38: Eine der treibenden Kräfte dahinter ist Jane Franklin.
00:17:42: Sie akzeptiert nicht, dass ja Mann und die übrigen Männer einfach aufgegeben werden – sie schreibt Briefe, setzt Politiker und die Admeralität unter Druck, sammelt Geld und unterstützt eigene Suchreisen!
00:17:53: Die Suche nach Franklin wird dadurch über Jahre nicht nur zu einer militärischen oder geografischen
00:17:58: Unternehmung
00:17:58: sondern zu einer öffentlichen Angelegenheit.
00:18:02: Das Problem ist nur, die Suchmannschaften suchen lange dort wo britische Karten sie suchen lassen.
00:18:08: Menschen, die in dieser Region tatsächlich lebten, wussten länger mehr.
00:18:12: Achtzehnhundertfünfzig reist der schottische Arzt und Polarforscher John Ray durch die kanadische Arktis.
00:18:19: Ray unterscheidet sich an einem entscheidenden Punkt von vielen anderen europäischen Forschern seiner Zeit.
00:18:24: Er nimmt Inuitwissen ernst und hat es selbst gelernt, sich in dieser Landschaft mit Methoden zu bewegen, die nicht aus einem britischen Expeditionshandbuch stammen.
00:18:33: Von Inuit erhält er Berichte über weiße Männer, die einige Jahre zuvor an der Westküste von King William Island nach Süden gezogen seien.
00:18:41: Eine Gruppe von ungefähr vierzig Männern sei dort gesehen worden – sie hätten ein Boot und Schlitten mitgeführt und bereits geschwächt gewirkt.
00:18:49: Später so die Berichte seien weiter südlich zahlreiche Tote gefunden wurden.
00:18:55: Ray erhält außerdem Gegenstände, die zur Expedition gehört hatten.
00:18:58: Silberbesteck, Knöpfe und andere persönliche Dinge!
00:19:02: Damit besitzt er Gegenstände von Männern, nach denen Großbritannien seit Jahren sucht.
00:19:07: Doch eine Information in seinem Bericht überschattet fast alles andere.
00:19:11: Die Inuit erzählen ihm an einigen der menschlichen Überresten seinen Spuren zu erkennen gewesen die darauf hindeuten dass die letzten überlebenden Cannibalismus betrieben hätten.
00:19:20: Für das victorianische
00:19:21: Großbritanien ist es kaum akzeptabel.
00:19:24: Der Vorwurf trifft nicht irgendwelche namlosen Seeleute.
00:19:28: Franklin war inzwischen längst dabei zum Nationalhelden und Märtyrer zu werden.
00:19:32: Die Vorstellung, dass Männer der Royal Navy am Ende andere Expeditionsmitglieder
00:19:37: gegessen
00:19:37: haben könnten
00:19:38: passt weder zu diesem
00:19:39: Bild noch zu den Vorstellungen britischer Zivilisationen mit denen deutsche Expedition überhaupt begründet wurden.
00:19:45: Charles Dickens gehört zu denen die Ray öffentlich angereifen.
00:19:50: Besonders die Glaubwürdigkeit der Inuit stellt er infrage und argumentiert dabei mit Vorstellungen über vermeintlich unzivilisierte Völker.
00:19:59: Ray kann den Kanibalismus damals nicht beweisen.
00:20:02: Erst mehr als ein Jahrhundert später wird sich zeigen, dass die Inuit in diesem Punkt sehr wahrscheinlich recht hatten.
00:20:09: In den folgenden Jahrzehnten sammeln Charles Francis Hall, Frederick Schwodka und andere Reisende weitere Aussagen von Inuit.
00:20:18: Sie hören von Gruppen weißer Männer, von zurückgelassener Ausrüstung, von Leichen und einem Schiff das noch nach der Aufgabe der Expedition gesehen worden sein soll.
00:20:27: Nicht jede Überlieferung lässt sich eindeutig zuordnen – manche wurden mehrfach übersetzt und erst Jahre später nach den eigentlichen Ereignissen aufgeschrieben!
00:20:35: Aber zusammengenommen ergeben diese Berichte ein Bild, das erheblich komplizierte ist als die simple Vorstellung von Einhundertfünf Männern, die am sechstensmaligsten April, achtzehnhundert-achtundvierzig
00:20:44: geschlossen nach
00:20:45: Süden marschieren und dort nach und nach
00:20:47: sterben.
00:20:49: Möglicherweise teilten sich die Männer in kleinere Gruppen auf.
00:20:53: Vielleicht kehrten einige zu den Schiffen zurück?
00:20:55: Die Fundorte von Erebus & Terror halten diese Möglichkeit zumindest offen!
00:20:59: Beide Frax liegen nicht dort, wo Croger und Fitz James sie im April, achteinhundertdachtenvierzzig verlassen hatten.
00:21:05: Zumindest eines der Schiffe muss sich anschließend noch deutlich bewegt haben.
00:21:09: Ob durch Eistrift oder weil Männer wieder an Bord gingen und versuchten, weiterzufahren lässt sich daraus allerdings nicht bestimmen.
00:21:17: Das Ende der Expedition ist somit nicht einfach ein exakt bestimmmerer Punkt.
00:21:21: Weder haben wir einen letzten bekannten Tag für alle Männer – noch einen genauen Ort, an dem wir sagen könnten hier war es vorbei!
00:21:29: Doch nach Großbritannien kehrt keiner der onehundertundzwanzig Männer zurück.
00:21:39: Die drei Gräber auf Beachy Island kennen wir bereits.
00:21:42: Als Suchmannschaften sie, eighteenhundertfünfzig, fanden waren John Torrington, John Hartnell und William Prane seit vier Jahren tot.
00:21:49: Ihre Grabtafeln nannten Namen-und Sterbedaten.
00:21:52: daneben lagen die Überreste des ersten Winterlagers Konservendosen, Kleidungsstücke und weitere Dinge, die die Expedition zurückgelassen hatte bevor sie im Sommer, achtzehnhundertsechsundvierzig weiter fuhr.
00:22:04: Mehr als einhundert dreißig Jahre später kehrten Forscher zu diesen Gräbern zurück.
00:22:09: Ein kanadisches Team um den Anthropologen Owen Beattie exhumierte in hier.
00:22:14: zuerst John Torrington, zwei Jahre später folgten John Hartnell und William Brane.
00:22:20: Der Permafrost hatte ihre Körper außergewöhnlich gut erhalten.
00:22:23: Haut- und Haare waren noch vorhanden, Gesichtszüge erkennbar.
00:22:28: Vor allem die Fotografien Torringtons wurden später zu einigen der bekanntesten Bilder der gesamte Franklin Forschung.
00:22:35: Bei Torrington und Brain fanden sich schwere Erkrankungen der Lunge.
00:22:40: Daneben stießen die Untersuchungen auf etwas, das für den nächsten Jahrzehnte beinahe zur Standarderklärung für den Untergang der Expedition werden sollte – Ur-Pleikonzentrationen in Gewebe und Haaren.
00:22:51: Blei steckte damals an ziemlich vielen Stellen, an denen wir es heute lieber nicht mehr hätten, sowohl natürlich auch die Franklin Expedition mehrere mögliche Quellen.
00:23:00: Tausende Konservendosen waren mit bleihaltigen Lot verschlossen.
00:23:04: Außerdem geriet später das Trinkwassersystem der Schüffel in Verdacht.
00:23:08: Aus den Untersuchungen entstand deshalb die Theorie, die Männer könnten sich während der Reise langsam vergiftet haben.
00:23:15: Ob das tatsächlich so war, klären wir gleich – zunächst halten wir fest schon während des ersten Winters starben junge Männer einer Expedition, die zu diesem Zeitpunkt noch über ihre Schüffe, ihre Vorritte und ihre vollständige Infrastruktur verfügte.
00:23:28: Die späteren Funde zeichnen schließlich ein anderes Bild.
00:23:32: Als Francis Leopold McClintox Expeditionen, eighteenhundertundfünfzig King William Island absuchte stieß sie an der Westküste auf ein Schiffsboot.
00:23:42: Es lag nicht am Wasser sondern auf einem schweren Schlitten.
00:23:45: Im Boot befanden sich die Skelette zweier Männer dazu Kleidung und Stiefel Waffen Tabak Bücher Besteck und weitere Ausrüstung.
00:23:53: Über manche dieser Gegenstände ist später viel diskutiert worden besonders über das Silberbesteck.
00:23:59: Das Bild von halb verhungerten Männern, die aus irgendeinem viktorianischen Stand des Bewusstseins noch ihre Silberlöffel durch die Arktis ziehen, bietet schließlich Verlockende Stories.
00:24:09: Aber wir wissen schlicht nicht warum jeder einzelne Gegenstand im Boot lag.
00:24:13: Ein Teil davon gehörte möglicherweise ohnehin zur Bootsausrüstung.
00:24:17: Anderes konnte für Reparaturen, Tausch oder einen späteren Gebrauch vorgesehen gewesen sein.
00:24:22: Noch konkreter werden die Spuren an menschlichen Überresten, die später an verschiedenen Orten auf und südlich von King William Island untersucht wurden.
00:24:31: In den neunzelneinzigern Jahren konnten Forscher Schnittspuren an Knochen nachweisen.
00:24:35: Ihre Lage und Form waren mit dem zerlegen menschlicher Körper vereinbar.
00:24:40: Weitere Untersuchungen fanden später aufgebrochene und bearbeitete Knochan darunter Spuren, die darauf hindeuten dass man an das Knochnmark gelangen wollte.
00:24:49: Damit bekam der Bericht, den John Ray bereits in eighteenhundertfünfzig aus Inuit-Aussagen nach Großbritannien gebracht hatte mehr als ein Jahrhundert später eine archäologische Grundlage.
00:24:58: Unter dem letzten Überlebenden der Franklin Expedition kam es zu Cannibalismus.
00:25:04: Seit zwei tausend vierundzwanzig lässt sich einer der entsprechenden Funde sogar mit einem Namen verbinden.
00:25:10: Ein Unterkiefer aus den menschlichen Überresten von King William Island konnte durch DNA-Analyse James Fitzgames zugeordnet werden Dem Mann also, der die Erebus kommandiert und gemeinsam mit Crozier den letzten Eintrag auf der Victory Point Note unterschrieben hatte.
00:25:25: Auch an seinem Unterkiefe befinden sich Schnittspuren – wir wissen nicht wann Fitz Jens starb und wer diese Spuren hinterließ oder unter welchen genauen Umständen?
00:25:35: Aber sein Körper wurde nach seinem Tod auf eine Weise bearbeitet, die zu den übrigen Belegen für Kanibalismus passt!
00:25:42: Damit bekommt einer dieser bislang anonymen Knochenfunde erstmals einen Gesicht, das wir aus der Expedition bereits kennen.
00:25:50: Im September zuher fand Parks Canada südlich von King William Island das Frag der HMS Erebus.
00:25:57: Inuit hatten über Generationen von einem Schiff in diese Region berichtet und dieses Wissen spielte bei der Suche eine gewichtige Rolle.
00:26:05: Zwei Jahre später folgte die HMS Terror.
00:26:09: Sie lag im Army Truck der heutigen Terror Bay Ebenfalls deutlich entfernt von jener Position an der Crozier und Fitzjames beide Schiffe im April, eighteenhundertachtundvierzig verlassen hatten.
00:26:22: Unter Wasser blieb erstaunlich viel erhalten.
00:26:25: Parks Canada hat inzwischen tausende Artefakte dokumentiert und geborgen – Navigationsinstrumente, Geschirr, Kleidungsstücke, persönliche Gegenstände, medizinisches Material.
00:26:37: Bei neueren Untersuchungen kamen unter anderem ein Sechstand- und Rasierutensilien ans Licht Dinge aus eben diesem Alltag, über den wir schriftlich fast nichts mehr wissen.
00:26:47: Bis hierhin haben wir vor allem Befunde, Tote, Bearbeitungsspuren und zwei Frags.
00:26:54: Wie es dazu kam ist die nächste Frage.
00:26:58: Die kurze Antwort lautet vermutlich aus ziemlich vielen Gründen gleichzeitig.
00:27:03: Über den Untergang der Franklin Expedition wurde lange so gesprochen als müsste irgendwo der eine Fehler verborgen sein Eine falsche Route, vergiftete Konservums,
00:27:13: Gorbud
00:27:13: eine fatale Entscheidung des Kommandos.
00:27:15: Nur dazu passen die Befunde nicht.
00:27:19: Am Anfang steht zunächst etwas sehr banales – das Eis.
00:27:23: Arabus und Terror wurden im September, eighteenhundertsechsundvierzig nordwestlich von King William Island eingeschlossen.
00:27:30: Eine Überwitterung war dabei noch kein außergewöhnliches Problem.
00:27:33: Gefährlich wurde diese Situation als der folgende Sommer die Schiffe nicht befreite.
00:27:38: Aus einem Winter wurden zwei.
00:27:40: Die Gewässer westlich von King William Island können große Mengen schweren, teilweise mehrjährigen Packeises aufnehmen.
00:27:47: Wie viel davon sich wo sammelt verändert sich von Jahr zu Jahr.
00:27:51: Deshalb lässt sich auch die ältere Erklärung Franklin sei schlicht in einer außergewöhnlich kalte Phase der sogenannten kleinen Eiszeit geraten nicht besonders weit treiben.
00:28:01: Die Eisbedingungen während der Expedition waren schwierig – ja!
00:28:04: Wir brauchen daraus aber keinen Jahrhundertwinter zum machen….
00:28:08: Und damit geriet auch der eigentliche Plan der Expedition ins Stocken.
00:28:12: Die Schiffe waren nicht nur Transportmittel, sie waren Unterkunft, Vorratslager, Krankenstation, Werkstatt und Schutz vor der Umgebung.
00:28:20: Solange die Männer an Bord lebten befand sich ein beträchtlicher Teil dessen was sie zum Überlebten brauchten – an einem festem Ort.
00:28:28: Schwieriger wird es wenn genau dieser Ort irgendwann selbst zum Problem wird!
00:28:32: Womit wir beim Blei wären?
00:28:35: Die hohen Konzentrationen in den Körpern von Torrington, Hartnell und Brain führten nach den Untersuchungen der neunzehntachtziger Jahre zu einer ziemlich eingängigen Erklärung.
00:28:44: Die Expedition hatte tausende Konservendosen dabei viele davon mit bleihaltigem Lot verschlossen.
00:28:50: auch Teile des Trinkwassersystems kamen als mögliche Quelle infrage.
00:28:55: Über Monate hätten die Männer blei aufgenommen bis schwäche Verdauungsprobleme und neurologische Symptome ihre ohnehin schwierige Lage noch beschlimmerten.
00:29:04: Spätere Untersuchungen haben die Vorstellung einer erst auf der Franklin-Explosion entstandenen massiven Bleivergiftung allerdings deutlich relativiert.
00:29:13: Blei war im neunzehnten Jahrhundert in der Umwelt und in zahlreichen Alltagsprodukten weit verbreitet, ein Teil der Belastung könnte also wesentlich älter gewesen sein.
00:29:23: Auch die Konservendosen lassen sich somit nicht mehr so selbstverständlich zum Hauptschuldigen erklären wie das zeitweise getan wurde.
00:29:31: Bei Krankheiten sieht es ähnlich aus.
00:29:33: Schon die drei Toten des ersten Winters zeigen, dass gesundheitliche Probleme früh vorhanden waren.
00:29:39: Bei Torrington und Brain fanden die späteren Untersuchungen schwere Erkrankungen der Lunge.
00:29:44: Auch Tuberkulose ist bei Expeditionsteilnehmern nachgewiesen worden.
00:29:47: Dazu kommt es Gorbut, der bei längeren Seereisen längst kein unbekanntes Problem mehr war.
00:29:53: Die Royal Navy wusste, da sich die Krankheit mit Zitronensaft verhindern ließ und entsprechend gehörte dieser zu den Vorreden der Expedition.
00:30:01: Wir wissen aber nicht zuverlässig, wie gut der Saft nach langer Lagerung noch wirkte in welchem Zustand die Vorritte waren oder wie regelmäßig sie ausgegeben wurden.
00:30:11: Das Gorbut bleibt als mögliche zusätzliche Belastungen plausibel – besonders im späteren Verlauf.
00:30:17: An den untersuchten Skeletten lässt er sich allerdings nicht überzeugend nachweisen.
00:30:22: Generell haben wir hier aber sowieso ein Problem.
00:30:25: Wir untersuchen einzelne Körper- oder Knochen und versuchen daraus den Zustand von onehundertundzwanzig Männern über mehrere Jahre zu rekonstruieren.
00:30:33: Das geht natürlich nur begrenzt!
00:30:36: Dann wäre da noch das Thema Ernährung.
00:30:39: Franklin hatte enorme Vorräte mitgenommen, aber selbst Vorräste für drei Jahre sind nur dann Vorrähte für drei Jahren wenn man nach drei Jahren nicht immer noch fest sitzt.
00:30:49: Im Frühjahr eighteenhundertviertzig befand sich die Expedition bereits seit fast drei Jahren in der Arktis.
00:30:54: Vierundzwanzig Männer waren tot, die Schiffe seit anderthalb Jahren unbeweglich.
00:30:59: Crozier und Fitz James standen damit vor einer Entscheidung, die sich vom Sofa aus vergleichsweise bequem kritisieren lässt.
00:31:06: Bleiben bedeutete auf einen weiteren Sommer zu hoffen, den das Eis vielleicht wieder nicht aufbrach – dann hätte ein dritter Winter an derselben Stelle gedroht!
00:31:15: Gehen bedeuterte wiederum, dass mit Abstand beste Schutzsysteme aufzugeben, dass die Expeditionen besaß.
00:31:20: Sie entschieden sich dernoch fürs Gehen.
00:31:23: Jedoch war die Expedition für genau diese Art des Überlebens nur begrenzt vorbereitet.
00:31:29: Klar, viele der Männer hatten Arktis-Erfahrung – einige sogar sehr viel!
00:31:33: Aber eine Royal Navy Expedition bewegte sich anders durch diese Landschaft als die Inuit, die dort seit Generationen lebten.
00:31:40: Die Briten hatten große Schiffe, schwere Ausrüstungen und Vorräter aus Europa.
00:31:45: Inuit nutzten kleinere, an die Region angepasste Transportmittel und verfügten über ein Wissen über Jagd-, Eis-, Wetter- und saisonale Wege das sich nicht dadurch ersetzen lässt dass ein Offizier schon mehrfach nördlich des Polarkreises gewesen ist.
00:31:59: Deshalb greift auch die Behauptung zu kurz Franklin habe einfach
00:32:02: den falschen
00:32:03: Weg gewählt oder die Briten hätten nur den Inuit folgen müssen.
00:32:06: Es gab schlichtweg keine fertige alternative Schiffsroute und hundertundzwanzig Männer mit zwei großen Segelschiffen ließen sich nicht nachträglich in eine Inuit-Reisegruppe verwandeln.
00:32:16: Wie lange der Marsch als organisierte Expedition funktionierte, können wir heute nichts sagen.
00:32:22: Die Funde und Inuitberichte sprechen dafür, dass sich die Gruppen trennten – und zumindest einige Männer möglicherweise wieder zu den Schiffen zurückkehrten.
00:32:29: Spätestens in dieser Phase wird Hunger zu einem der beherrschenden Probleme.
00:32:34: Die Schnitt- und Bearbeitungsspuren an menschlichen Überresten haben wir bereits genannt.
00:32:38: Sie zeigen, wie weit die Versorgung schließlich zusammengebrochen war.
00:32:41: Daraus ableiten können wir aber nicht wann dieser Punkt genau erreicht worden ist – wie viele Männer daran beteiligt waren oder ob mehrere Gruppen unabhängig voneinander dieselbe Grenze überschreiten mussten.
00:32:52: Es sind übrigens auch andere Erklärungen immer wieder diskutiert worden.
00:32:56: Verdorbene Konserven und Botolismus
00:32:58: gehören
00:32:58: dazu ebenso Molderei oder ein vollständiger Zusammenbruch der militärischen Ordnung.
00:33:03: Für keine dieser Erklärungen gibt es bislang belastbare Belege.
00:33:07: Für eine einzige Ursache brauchen wir die Katastrophe jedenfalls nicht.
00:33:11: Jede neue Schwierigkeit verringerte die Möglichkeit, mit der nächsten noch fertig zu werden.
00:33:16: Irgendwann waren Erebus und Terror keine Expeditionen zur Nordwestpassage mehr.
00:33:21: Die Männer wollten keinen neuen Seeweg mehr entdecken – sie versuchten nach Hause zu kommen!
00:33:30: Bei der Franklin-Expedition begann die Erzählung über das Geschehen schon bevor überhaupt feststand was geschehen war.
00:33:36: Während Suchschiffe noch durch die Arktis fuhren, entstand in Großbritannien bereits ein Bild von Franklin und seinen Männern.
00:33:42: Franklin wurde zum verschwundenen Entdecker später zum Märtyrer des Empire.
00:33:48: Denkmäler wurden errichtet Bücher erschienen und Jane Franklin setzte nicht nur die Suche nach ihrem Mann fort sondern hatte erheblichen Anteil daran wie an ihn erinnert wurde.
00:33:57: Dabei ist eine der frühesten populären Bearbeitungen erstaunlich früh dran Um eighteenhundertfünfzig, also Jahre bevor Mac Clintock die Victory Point Note fand und bevor überhaupt bekannt war dass Franklin bereits achtzehnhundertsiebenundvierzig gestorben war, kursierte die Ballade Lady Franklins Lament auch als Lord Franklin bekannt.
00:34:17: Das Lied erzählt nicht die Expedition – das konnte es schließlich gar nicht!
00:34:21: Es erzielt das Verschwinden.
00:34:23: Ein Seemann träumt von Franklin und von Jane Franklins Suche nach ihrem Mann In den letzten Arktis-Expeditionen steht am Ende des Romans, aber der Franklin, der dort ankommt ist längst Nadolnys Franklin.
00:34:52: Nicht einfach nur der Mann aus den Akten der Royal Navy!
00:34:56: Und dann kommt zwei tausend sieben Denn Simmons.
00:34:59: Sein Roman trägt gleich den Namen eines der beiden Schiffe, The Terror.
00:35:04: Simmons übernimmt Franklin, Crozier, Fitz James, Aribas und Terror die Route des Eis-und zahlreiche bekannte Ereignisse.
00:35:13: Nur reichen ihm offenbar Skorbut, Hunger, Packeis und einhundertundundundals verschollenen Männer noch nicht als realer Horror.
00:35:20: Also kommt noch etwas dazu Der Thunberg.
00:35:23: Ein riesiges, übernatürliches Wesen verfolgt die Expeditionen durch die Arktis.
00:35:28: Der Thunberg ist dabei keine Figuren, die Simmons aus einer Inuit-Überlieferung übernommen hat – er hat das Wesen für den Roman erfunden!
00:35:36: Für dessen Hintergrund greift der auf Elemente verschiedener Inuit Tradition zurück unter anderem auf Vorstellungen um settner und spirituelle Wesen.
00:35:52: Karen Hins, John Franklin und Tobias Menzies James Fitzjames.
00:35:57: Die Serie verändert einiges gegenüber dem Roman, bleibt aber bei derselben eigentümlichen Mischung – sehr konkrete historische Personen, Schiffe und Ereignisse auf der einen Seite, ein überintürliches Wesen auf der anderen!
00:36:09: Vieles in dieser Serie sieht so überzeugend historisch aus dass man geneigt ist zu vergessen welche Teile davon tatsächlich überliefert sind.
00:36:16: Die Bleivergiftung erhält zum Beispiel erheblich mehr Gewicht als wir ihr nach heutigem Forschungsstand sicher geben können.
00:36:22: Konflikte innerhalb der Besatzung werden dramatisiert und der Thunberg läuft herum.
00:36:27: Auch musikalisch ist Franklin nie wirklich verschwunden.
00:36:30: In den letzten Jahren veröffentlicht der kanadische Folksinger Stan Rogers, Northwest Passage.
00:36:36: Der Song verbindet Franklins Suche nach der Passage mit einer Reise durch das moderne Kanada und stellt sie damit in eine größere Geschichte von Entfernung, Landschaft und dem Versuch einen Weg quer durch den Kontinent zu finden!
00:36:48: Das Lied wurde in Kanada so bekannt, dass es bei einer CBC-Umfrage nach einer alternativen Nationalhymne sogar zum Favoriten der Hörer wurde.
00:36:56: Und auch am anderen Ende des Genrespektrums findet sich die Expedition!
00:37:00: Die Deutsche Band Antrich veröffentlicht im Jahr und Jahr zwei die Passage.
00:37:06: Ein komplettes Atmospheric Black Metal Album über Franklins letzte Reise.
00:37:11: Schon die Songtitel führen ziemlich zuverlässig durch die Stationen der Expedition.
00:37:14: – festgefroren Pack-Eisfalle.
00:37:41: Wenn ihr sagt, die Männer haben sich gegenseitig gekocht.
00:37:44: Das muss ja dann relativ schnell nach dem Tod passiert sein aber die sind doch auch... Durch Krankheiten gestorben.
00:37:49: war das nicht mit einem voll hohen Risiko verbunden.
00:37:53: Also ich denke mal einerseits wussten die nicht, dass es Bleivergiftung war und dann weiß ich, es gab bestimmt einen Bordarzt wenn er dann noch gelebt hat, hat der entweder gesagt man kann auch Skobutfleisch essen oder die beiden sind einfach wirklich mehr erfroren.
00:38:09: Dann hast du ja einfach, da muss sein wie wenn du dein Grillfleisch ... in den Gefriert, wo ihr lebt.
00:38:15: Ich kochte mir
00:38:15: mit dem Nissen!
00:38:18: Du holst das raus zum Grillen?
00:38:19: Also vielleicht war es ja gerade durch den Schnee... dass sie gar nicht so schnell oder durch das Eis, dass die gar nicht sehr schnell gekocht werden mussten aber andererseits wenn die nichts anderes hatten.
00:38:28: Aber also dass die mit Haaren und Augen gefunden wurden finde ich, das finde ich richtig
00:38:32: abgefahren.
00:38:35: Dass so viel Persönlichkeit dann noch an einem Toten steckt macht viel mit mir irgendwie.
00:38:40: Ich habe auch
00:38:40: grüßlich vor du holst sie da raus sehr quasi wie Mumien nur aus dem Eis, doch super erhalten.
00:38:46: Vielleicht sogar besser erhalten als Mumien.
00:38:48: Dann muss sie ins Labor... weiß ich ob die dann aufgetaut worden so teilweise?
00:38:52: Weil das klang ja so fast, als hätten wir die Augen da geöffnet.
00:38:56: und dann starte ich da
00:38:57: ein perfektes Augenpaar von einem zwanzigjährigen Toten.
00:39:01: Das muss richtig seltsam sein.
00:39:04: Weißt du wer die gefunden hat?
00:39:06: Und das habe ich nicht rausgefunden.
00:39:07: Aber ich denke mal, weil es als eines der spektakulärsten Forschungen in der Arktis Erforschung
00:39:13: gilt.
00:39:14: Geh' ich mal von einer Expedition aus die entweder gezielt gesucht hat danach und glücklich war, dass sie was finden oder eine ähnliche Mission, eine Forschungsmission in der ARKTIS, die zuverdichtst darauf gestoßen ist.
00:39:24: Also müsste man nochmal nach recherchieren ob gezieltgesucht
00:39:28: wurde und gefunden
00:39:29: wurde oder ob das ein Zufallsfund war.
00:39:31: aber ich glaube in beiden Fällen war's
00:39:33: ein sehr
00:39:34: sensationelles
00:39:34: Gefühl sowas
00:39:35: da zu entdecken.
00:39:38: Also ich gehe jetzt mal davon aus, dass sie natürlich mit dem besten Willen in diese Expedition reingestartet sind.
00:39:43: Meinst du den wahr bewusst?
00:39:46: Wie viele Krankheiten allein durch Konserven beispielsweise, da hätte ich nicht damit gerechnet... Gut ist auch einige Jahre her, das zu einer Todesursache führen kann!
00:39:56: Aber das ist ja eine so lange Liste an Krankheiten, das es schon fast unwahrscheinlich scheint, dass die überhaupt medizinisch andersweise gut versorgt waren.
00:40:04: Vielleicht ist der Arzt auch früh gestorben, ich gehe mal davon aus als er ein Arzt ist.
00:40:08: Keine Ärztin war.
00:40:09: aber das also quasi haben sie sich ja bereit erklärt zu sterben.
00:40:14: auf einer heldenhafte Art und Weise aber sind losgefahren mit wahrscheinlich dem Bewusstsein Sie werden sterben.
00:40:20: Findest du es nicht krass?
00:40:22: Ja
00:40:22: also dass wahrscheinlich genau dieser Entdeckertrieb den man so gefeiert hat dann damals auch.
00:40:28: Das man genau weiß was passieren kann.
00:40:30: Man müsste vielleicht auch mal schauen statistisch wie oft kommt sowas vor, auf einer normalen Expedition.
00:40:37: Sag mal jetzt in die Tropen also in wärmere Regionen wo man dann nicht wie wir gerade gesagt haben die Lungenentzündung im kalten Klima.
00:40:45: Also ich denke mal dass das alle bis auf die ganz jungen wieder.
00:40:48: zwanzig Jahre zum Beispiel der Torrington waren schon mal alle irgendwo auf einer Expedition und vielleicht hat es ja eigentlich immer ganz gut geklappt.
00:40:56: Es ist niemand gestorben, man hat Erfahrung gesammelt, denkt sich dann wir können auch das Eis bezwingen.
00:41:02: Es ging ja dann um diese Nordpassage, die man da passieren wollte.
00:41:06: Die man feuchten wollte.
00:41:08: Da weiß man wahrscheinlich das Risiko und wie wir gehört haben, wenn er auf einer anderen Route unterwegs gewesen wäre ein bisschen weiter in eine andere Richtung, dann hätten sie es wahrscheinlich geschafft.
00:41:18: Das ist einfach nur vielleicht ein paar Kilometer zu weit im Eis gefahren.
00:41:26: Wenn du feststeckst, ich glaube wenn du durchgefahren wärst hast die Möglichkeit, irgendwo noch mal an Land zu gehen und was auszutauschen.
00:41:33: An Medizin und so.
00:41:34: was aber wenn man dann wirklich feststeckt und du hast halt nichts plus?
00:41:38: zweitens weiß ich nicht ob die das mit dem Blei damals wussten also die hätten das wahrscheinlich nicht so schlecht verlötet.
00:41:43: diese diese diese Konserven Wenn die Wussten liegen da alle drauf.
00:41:47: also ich glaube dass war einfach das das war Unwissenheit Und die anderen Krankheiten deren durchs Feststecken entstanden sind.
00:41:54: Übermut vielleicht einfach.
00:41:57: Man dachte wir kriegen es hin Und dann steckt man da fest und merkt, vielleicht auch doch nicht.
00:42:04: Gut, steck über hundertdreißig Männer auf ein Schiff?
00:42:07: Sie werden dann über Mut sterben!
00:42:08: Wenn ich jetzt
00:42:09: das Sagen,
00:42:10: den ich gerne beibehalten würde...
00:42:13: Ja, das
00:42:14: kommt glaube ich hin.
00:42:16: Kann man so stehen
00:42:17: was?
00:42:19: Die Männer verbrachten den Großteil des Tages in stickigen unbewegten Räumen mit schlechter Belüftung.
00:42:24: Das heißt eine einfache Infektion kann da auch sehr schnell tödlich werden.
00:42:27: Und wie gut es wäre, du warst jetzt kennst das wahrscheinlich nicht aus deiner Schulzeit.
00:42:31: Aber ich kenne natürlich auch diese stickigen unbewegten Räume mit schlechter Belüftung... ...aus all den Sporthallen in denen ich als Jugendlicher und als Kind Sportunterricht hatte in der Umkleidekabine.
00:42:42: Wenn ich
00:42:42: da jetzt auch über diese zwei Jahre eingesperrt gewesen wäre mit den anderen Jungs nach Sport und Kleidem, wir werden wahrscheinlich auch gestorben.
00:42:49: Ja, das glaub' ich auch!
00:42:50: Wir
00:42:50: hätten uns gegenseitig gegessen aber waren natürlich alle super sportlich.
00:42:54: Da wären nicht viel dran gewesen.
00:42:56: Heute nicht mehr?
00:42:57: Damals waren wir doch eher so zutratige Jungs.
00:42:59: Falls jemand Tims Beschreibung attraktiv findet, meldet euch gerne bei der Nummer in der Beschreibungen.
00:43:06: Vielen Dank!
00:43:09: Aber ich mache aber keinen Sport mehr aus Angst vor Skorpute und Tumäkulose und chronischem Durchfall.
00:43:16: Einigen
00:43:16: ganz darauf nicht das große Drama tötete sie sondern die langsame Zersetzung des Körpers
00:43:20: und der Moral.
00:43:22: Das ist
00:43:22: das Ding auch nach Schulzeit, ne?
00:43:23: Nach Studium mehr... Snacks FM.
00:43:30: Fünf kuriosen Fakten zur Franklin-Expedition
00:43:33: zum Angeben auf Partys
00:43:34: vor euren Eltern,
00:43:36: denn wie oft
00:43:37: kommt es vor, wann zu seinen Eltern geht und mit Faktern über Arktis Expedition angreift?
00:43:41: Ziemlich oft meiner Meinung nach.
00:43:42: Und dann kriegt man Metaschengeld.
00:43:44: Den krieg merke ich mir dann am Ende des Semesters.
00:43:48: Schmier durchgefallen aber...
00:43:52: Erstens, im Jahr zwanzig konnten vier Tote der Expeditionen identifiziert werden.
00:43:59: Der Tote war tatsächlich Harry-Peglar.
00:44:24: Gleichzeitig konnten drei weitere Männer der Expedition identifiziert werden.
00:44:28: William Oren, David Young und John Bridgens.
00:44:32: Zweitens Arabus & Terror hatten Lokomotivmotoren.
00:44:36: Für die Expedition wurden beide Schiffe mit Dampfmaschinen nachgerüstet – und zwar nicht mit irgendwelchen speziell entwickelten Schiffsmaschien.
00:44:44: Die Royal Navy nahm Eisenbahn-Lokomotívmotoren entfernte die Räder und baute sie in die Schiffe ein.
00:44:50: Selbst die Propeller konnten hochgezogen werden, damit das Pack-Eis sie nicht beschädigt.
00:44:55: Drittens – All Well stand auf einem vorgedruckten Zettel.
00:44:59: Die berühmte Victory Point Note war ursprünglich ein vorgedrücktes Formular für Flaschenpost zur Untersuchung von Meeresströmungen, dass im Fundfall an die Admiralität zurückgeschickt werden sollte.
00:45:11: Die Bitte darum war gleich in sechs Sprachen aufgedruckt.
00:45:19: All well.
00:45:20: Ein Jahr später mussten Crozier und Fitzjames denselben Zettel am Rand ergänzen, weil Franklin- und Dreiundzwanzig weitere Männer tot und die beiden Schiffe verlassen waren.
00:45:30: Viertens – drei Tote lagen fast einhundertvierzig Jahre im Permafrost.
00:45:36: Auf Beachy Island waren bereits im ersten Winter John Torrington, Jon Hartnell und William Brain gestorben und begraben worden.
00:45:44: Als Owen Beattie und sein Team die Gräber ab den neunzehnt achtzigerjahren wissenschaftlich untersuchten, hatte der Permafrost die Körper außergewöhnlich gut erhalten.
00:45:52: Torrington wurde neunzent vierundachzig exhumiert Hartnell und Brain folgten bei einer späteren Expedition.
00:45:59: Die Untersuchungen machten vor allem die Bleihypotese berühmt Und lieferten Material für die bis heute laufenden Diskussionen über Krankheiten- und Mangelernährung.
00:46:07: Fünftens – die Knochen weisen unheimliche Spuren auf.
00:46:11: An Knochen von Expeditionsteilnehmern wurden nicht nur Schnittspuren gefunden.
00:46:15: Einige wurden gezielt aufgebrochen, vermutlich um an das Knochemark zu gelangen.
00:46:20: Andere zeigten sogenannte Pottpolish, glatze Stellen die entstehen können und Knoche beim Kochen wiederholt am Rand eines Topfes reiben.
00:46:30: Franklin brach eighteenhundertvierzig auf, um eine weiße Fläche auf der Karte zu schließen.
00:46:36: Heute ist sie geschlossen!
00:46:37: Wir kennen die Route wie Frax, die Gräber und inzwischen sogar wieder einige Namen.
00:46:42: Und was fehlt ist kein Ort mehr – keine unbekannte Passage in der Arktis!
00:46:47: Es sind die Monate zwischen All Well und dem Ende.
00:46:51: Bei den Männern bleiben Funde, Berichte und ein paar Zeilen auf einem Blatt Papier.
00:46:55: Dazwischen liegt die Geschichte, die sie selbst nicht mehr erzählen
00:46:58: konnten.".
00:47:00: Das war Radio Obscura.
00:47:11: Wir hören uns bis dahin.
00:47:13: Bleibt
00:47:13: wachsam,
00:47:14: bleibt bei euch
00:47:15: und bleibt im Dunkeln
00:47:16: und Radio aus.
00:47:23: Man marschierte
00:47:24: in die Hoffnung aber starb
00:47:27: auf dem Weg dorthin.
00:47:29: Und dann gab es natürlich doch das letzte große
00:47:32: Tabu Radler
00:47:37: So ein alter Männerwitz.
00:47:40: Da hat er halt innere Söder kam wieder raus
00:47:43: Fleisch und Bier.
00:47:46: Er ist seit seinem vierzehnten Lebensjahr in der Neu-Ravey-Tim, klar.
Neuer Kommentar