#002: Jorōgumo - Das Lächeln der Spinne

Shownotes

⚠️ Story-Update 2026

Talk ist der alte. Es kann sein, dass nicht mehr jeder Aspekt des Talks 100% passend ist 😉

🎧 Worum geht’s in dieser Folge?

1732 schläft ein Mann namens Magoroku auf seiner Veranda ein. Kurz darauf begegnet er einer jungen Frau, die ihn heiraten möchte und behauptet, er habe zwei Tage zuvor beinahe ihre Mutter getötet. Als Magoroku wieder erwacht, sitzt er noch immer auf seiner Veranda. Über ihm hängen Spinnweben – und darin sitzt eine kleine Jorōgumo.

In dieser Folge gehen wir zurück zu den frühen Quellen der japanischen Spinnenfrau. Wir schauen auf eine Erzählung aus dem Tonoigusa von 1677, auf Magorokus Geschichte im Taihei Hyakumonogatari von 1732 und auf Toriyama Sekiens berühmte Darstellung von 1776. Dabei zeigt sich: Viele Eigenschaften, die heute scheinbar fest zur Jorōgumo gehören, lassen sich in den älteren Texten gar nicht so eindeutig finden.

Außerdem geht es um Yōkai, die Überlieferungen rund um die Jōren-Fälle und Kashikobuchi, um die Entwicklung der Jorōgumo zur verführerischen Spinnenfrau und um ihren Weg in Videospiele, Anime und moderne Popkultur.

⏱ Kapitel

(00:00) Opening: Die Frau auf der Veranda

(01:45) Intro & Begrüßung

(04:45) Der Spinnengeist – Jorōgumo in der japanischen Folklore

(09:37) Was sind Yōkai? – Geister, Monster und ziemlich viele Ausnahmen

(13:00) Am Wasser – Wo die Jorōgumo lebt

(16:19) Vom Spinnenwesen zur Verführerin

(18:32) Vom Holzschnitt zum Bossfight – Die Jorōgumo in der Popkultur

(22:12) Talk

(29:54) Snacks.fm

(32:15) Was im Netz hängen bleibt

📚 Quellen & Literatur

  • Foster, Michael Dylan (2015): The Book of Yōkai: Mysterious Creatures of Japanese Folklore. Oakland: University of California Press.

  • Komatsu, Kazuhiko (2017): An Introduction to Yōkai Culture: Monsters, Ghosts, and Outsiders in Japanese History. Tokyo: Japan Publishing Industry Foundation for Culture.

  • Nōtomi, Shigeo (1934): „Jōren no taki ni karamaru densetsu“. In: Tabi to Densetsu, Bd. 7, Nr. 4, S. 68–72.

  • Reider, Noriko T. (2016): Seven Demon Stories from Medieval Japan. Logan: Utah State University Press.

  • Taihei Hyakumonogatari (1732): „Magoroku Jorōgumo ni taburakasare-shi koto“.

  • Tonoigusa (1677): Erzählung über die Spinne im Dachraum.

  • Toriyama Sekien (1776): Gazu Hyakki Yagyō.

  • International Research Center for Japanese Studies / Nichibunken (Hg.): Kaii/Yōkai Denshō Database. Einträge zu Jorōgumo, Jōren no Taki und Kashikobuchi.

  • Shizuoka Prefecture (Hg.) (1989): Shizuoka-ken shi. Überlieferungen zu den Jōren-Fällen.

  • University of Georgia Cooperative Extension (Hg.): Informationen zu Trichonephila clavata / Joro spiders.

  • Koei Tecmo / Team Ninja (2017): Nioh.

  • Level-5 (2014): Yo-kai Watch 2.

  • OLM (2018): Yo-kai Watch Shadowside. Folge zur Jorōgumo.

  • Jorōgumo (2024): Horrorspiel, veröffentlicht auf Steam.

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🎙️ Hosts: Svea & Tim

Transkript anzeigen

00:00:02: Es ist Sommer in Mimasaka.

00:00:05: Ein Mann namens Magoroku sitzt auf der Veranda seines Hauses und döst ein.

00:00:11: Irgendwann steht eine ältere Frau vor ihm, sie erklärt ihm ihre Tochter habe sich in Magoroko verliebt und wollte ihn kennenlernen.

00:00:21: Eine interessante Einladung jedenfalls denn wenig später befindet er sich in einem fremden Haus und sitzt einer jungen Frau gegenüber.

00:00:29: Sie ist vielleicht sechzehn oder siebzehn Jahre alt Und möchte ihn heiraten.

00:00:35: Aber Magoroku lehnt ab, er hat bereits eine Frau doch die junge Dame lässt sich davon

00:00:41: kaum beeindrucken.

00:00:43: Dann sagt sie etwas das überhaupt keinen Sinn ergibt.

00:00:47: Vor zwei Tagen habe Magoroku ihre Mutter beinahe getötet.

00:00:51: Trotzdem sei diese heute zu ihm gekommen und nun lädt er ab.

00:01:03: Das Haus verschwindet.

00:01:05: Als er wieder zu sich kommt, sitzt er auf seiner eigenen Veranda.

00:01:09: Seine Frau versichert ihm, dass er die ganze Zeit dort geschlafen habe.

00:01:14: Erst dann sieht Margaroku unter dem Dachvorsprung die Spinnenweben – sehr viele Spinnenwäben!

00:01:20: Und darin eine kleine Girokumo.

00:01:24: Da erinnert er sich.

00:01:26: Zwei Tage zuvor hatte er genau dort eine Spinne mit einer Tabakpfeife vertrieben.

00:01:32: Wir

00:02:11: erzählen von Geschichte, Gegenwart und Grenzbereichen mal real, mal unerklärlich.

00:02:21: Wir sind Svea und Tim.

00:02:25: Heute geht es mit uns nach Japan zu einem Creature-Feature.

00:02:29: Unser heutiges Thema behandelt eine Sage, eine artemistische Figur die eine Gefahr in der umwickelnden Weiblichkeit darstellen soll.

00:02:37: Was hältst du denn von so einer Art von Darstellung?

00:02:39: Also Schönheit als Falle beziehungsweise Verführung als Gefahr?

00:02:43: Hast du da irgendeine Meinung zu?

00:02:45: Ja man hört das oft solche Stories gibt's glaube ich in jedem Kulturkreis sind manchmal sehr spannend, manchmal auch sehr tragisch.

00:02:53: Also es ist literarisch glaube ich auch relativ interessant sich damit zu befassen.

00:02:58: also es gibt nicht nur diese Sagen gestalten sondern auch Literarische Gestalten die so vorgehen dass das immer Frauen sein müssen.

00:03:05: diese sind natürlich fragwürdig.

00:03:08: aber Denke mal, der einer patria-scheinen Historie geschuldet.

00:03:13: Da komme ich später auch noch dazu, wenn wir über andere Frauenfiguren sprechen in anderen Kulturkreisen, dass selbst die guten Frauenfigur ein schlechtes an sich haben.

00:03:22: Das ist fragwürdig.

00:03:23: aber das es funktioniert sieht man heute noch ganz gut, wenn man gerade jetzt in Kriegsgebeutelten Zeiten oder während des Kalten Krieges auf Spionage-Stories zum Beispiel geht und das ist dann der klassische Honipot heißt das Frau oder auch als Mann, das geht ja in beide Richtungen verführen soll.

00:03:42: Jemanden von der Gegenseite um so an Informationen zu kommen.

00:03:45: Also soweit hergeholt ist die Verführerin, die etwas im Schild geführt und natürlich dann der Verführer, der was im Schilde führt.

00:03:51: aber heute geht es ja um eine Frau.

00:03:54: Soweit weg von der Realität scheint es manchmal gar nicht zu sein, aber es ist natürlich in der Masse und in der Ausprägung, die die Stories immer haben durchaus übertrieben.

00:04:05: Ja, ich würde sogar dazu sagen, dass das ganz gekonnt gewählt ist.

00:04:09: Also jetzt Hot Take!

00:04:10: Dass die quasi männliche Lust in dem heteronormativen Sinne als normal oder natürlich dargestellt wird und halt diese weibliche Lust eine Art Verführung.

00:04:20: Ich könnte da jetzt Geschichten von meinen Ex-Partnern schaffen erzählen.

00:04:24: Das erschweige ich den Leuten aber... Aber ich finde es ganz spannend und ich find' es total interessant, dass wir heute dieses Thema haben Und ich bin sehr gespannt auf was für Schlussfolgerungen wir vielleicht noch kommen werden.

00:04:34: Ja, dann verführe uns doch mal an

00:04:36: deiner Stimme.

00:04:37: Oh mein Gott!

00:04:40: Wow ja gerne ich kippe mir.

00:04:47: Eine Girogumu ist eine Spinne die sich in einer Frau verwandeln kann und Menschen täuscht.

00:04:53: Nach der Geschichte von Margaroku scheint das doch ziemlich einnötig zu sein Aber wenn es so wäre bräuchte er natürlich keine komplette Podcast Folge.

00:05:04: Schon der Name ist älter als viele der Geschichten, die heute mit der Chirōgumo verbunden werden.

00:05:10: Chirôgumo bezeichnet nämlich nicht nur ein übernatürliches Wesen sondern auch eine reale Spinnenart.

00:05:18: In japanischen Texten taucht er Begriff schon zu Beginn des achtzenden Jahrhunderts als Bezeichnung für eine Spinne auf.

00:05:25: Der exakte Ursprung lässt sich aber nicht ermitteln.

00:05:29: Die verschiedenen Schreibweisen und Bedeutungen des Wortes haben sich über längere Zeit entwickelt Und nicht jede davon erzählt automatisch über das Wesen, dass wir als Jurokumu kennen.

00:05:40: Deswegen blicken wir lieber in die Geschichten

00:05:42: selbst.".

00:05:44: Eine frühe schriftliche Erzählung stammt aus dem Jahr sixteenhundertsiebenundsebzig.

00:05:49: Sie steht im sogenannten Turnoigusa einer Sammlung merkwürdiger und unheimlicher Geschichten.

00:05:55: Darin begegnet ein junger Samurai nachts eine Frau.

00:05:58: Sie trägt einen Kind auf den Arm und behauptet der Samurai sei dessen Vater!

00:06:03: Dieser ist natürlich erstmal Perplex.

00:06:06: Er misstraut ihr und vermutet, dass mit der Frau etwas nicht stimmt.

00:06:10: Schließlich zieht er sein Schwert und schlägt nach ihr.

00:06:14: Die Gestalt flieht nach oben in den Dachraum des Hauses.

00:06:17: Am Tag darauf schaut er nach – unter dem Dach findet man eine große Spinne mit einer Verletzung.

00:06:24: Neben ihr liegen menschliche Überreste.

00:06:28: Das ist ein anderer Girogumu als die geheimnisvolle melancholische Frau, die man in modernen Darstandungen findet.

00:06:35: Diese Geschichte kommt ohne lange Gespräche und Romantik aus.

00:06:39: Die Spinne nimmt hier menschliche Gestalt an, täuscht einen Mann und hat offenbar bereits Menschen getötet.

00:06:46: Über die kommenden Jahrzehnte wird sich das Bild verändern.

00:06:58: Die Geschichte von Margaroku habt ihr bereits gehört.

00:07:03: Auch hier kann eine Spinne eine menschliche Erscheinung erzeugen, aber diesmal geht es nicht um einen Angriff.

00:07:09: Margaruku wird in eine größere Situation hineingezogen – eine fremde Mutter, eine junge Frau, ein Haus, eine mögliche Hochzeit!

00:07:18: Erst nachdem er flieht und wieder auf seine eigenen Veranda zu sich kommt, erkennt er dass das alles offenbar mit einer Spinne unter seinem Dach zusammenhängt.

00:07:28: Und im Gegensatz zu Spinnen auf dem Dachboden des Samurai ist hier eine kleine Spinne, die Margaroku zwei Tage zuvor mit einer Tabakpfeife vertrieben hatte.

00:07:38: Das Taiyei Yakumonokatari ist illustriert.

00:07:42: Zur Geschichte von Margaruku gibt es ein Bild das ihn auf seiner Veranda zwischen Spinnenweben und kleinen Spinnen zeigt.

00:07:50: Eine andere für das heutige Bild der Jirokumo besonders prägende Darstellung folgt schließlich siebzehntessechsundsiebzig bei Toriyami Sekien.

00:07:59: Seine Darstellung zeigt eine Frau mit langen Haar, deren Körper sich mit Spinnenbeinen verbindet.

00:08:04: Kleine Spinnen befinden sich um sie herum.

00:08:07: Sekien erklärt allerdings nicht ausführlich was diese Jurogumu eigentlich tut!

00:08:13: Er liefert uns also keine Liste von Fähigkeiten, keine Lebensgeschichte oder Einblicke in ihre Metamorphose.

00:08:20: Heute findet man über die Jirogumo hingegen sehr konkrete Regeln.

00:08:24: Sie soll vor allem junge Männer verführen, ihnen das Leben aussaugen kleinere Spinnen kontrollieren oder grundsätzlich an Wasserfällen leben.

00:08:33: Manche modernen Darstellungen nennen sogar ein festes Alter ab dem eine gewöhnliche Spinne über natürliche Kräfte entwickeln und menschliche Gestalt annehmen soll.

00:08:44: In den gerade genannten frühen Quellen gibt es ein solches gemeinsames Regelwerk nicht.

00:08:50: Toneuigusa, die Geschichte von Margaroku und Sikyens Darstellung liefern jeweils unterschiedliche Elemente aber keine verbindliche Biografie der Gyro-Gomo.

00:09:00: Klar werden damit nicht alle späteren Gyro Gomo Geschichten unwichtig oder falsch – schließlich funktioniert Völklohre ohnehin nicht wie eine biologische Atembeschreibung!

00:09:11: Geschichten dürfen sich verändern.

00:09:14: Motive wandern von einem Wesen zum nächsten.

00:09:17: Regionale Erzählungen kommen hinzu Bilder werden übernommen oder Details verschwinden.

00:09:23: Davon bleibt auch die Girogomo nicht verschont, sie ändert ihre Größe, ihr Vorgehen und Ihre Erscheinung.

00:09:30: Konstant erhalten bleibt der Grundgedanke eine Spinne ist oft mehr als einfach nur eine Spinne.

00:09:38: Ihr kennt es sicher von zu Hause.

00:09:40: Spinnen passen leider hervorragend ins Schubladen.

00:09:43: Girogamo natürlich auch!

00:09:45: Nur meinen wir gerade nicht das Möbelstück, sondern eine andere Schublade in der sie gesteckt wird.

00:09:51: Denn wie nennen Sie ein Yokai?

00:09:54: Eine wirklich passende deutsche Übersetzung gibt es dazu nicht.

00:09:58: Je nach Wesen und Geschichte könnte man von Geissern sprechen, von Monstern, von Demonen, Gestaltwandlern oder über natürlichen Erscheinungen.

00:10:08: Das Problem ist offensichtlich – keine dieser Übersetzungen funktioniert für alle!

00:10:14: Ein Yokai muss zum Beispiel kein verstorbener Mensch sein.

00:10:17: Generell ist die Kategorie Mensch, kein Kriterium.

00:10:21: So sehen manche aus wie Tiere und andere eher wie Gegenstände.

00:10:26: Und manchmal bezeichnet der Begriff nicht einmal klar ein umrissenes Wesen sondern ein merkwürdiges Geschehen.

00:10:33: Yokai wird heute also als einen Sammelbegriff verwendet während ältere japanische Texte aber ganz unterschiedliche Worte für solche Erscheinungen kennen.

00:10:43: In der Heyern-Zeit, also ungefähr zwischen dem VIII.

00:10:46: und XII.

00:10:47: Jahrhundert begegnet zum Beispiel häufig der Begriff Mononoke für unheimliche oder schwer greifbare übernatürliche Einflüsse.

00:10:56: Daneben gibt es Oni meist als die Monen oder Oga übersetzt und eine ganze Reihe weiterer Bezeichnungen, die sich je nach Zeit und Region unterscheiden.

00:11:07: Die Vorstellung, dass wir all diese Dinge sauber als Jochai etikettieren können ist also eher modern.

00:11:14: Besonders wichtig für das heutige Bild wird die Edo-Zeit.

00:11:17: Die Geschichten sind auch damals schon alt doch nun werden sie in Büchern und Bildern gesammelt – und verbreitet!

00:11:25: Einer der bekanntesten Künstler auf diesem Gebiet ist der bereits erwähnte Toriyama Sekienn.

00:11:30: Auf seinen seventeenhundertsechsundsiebzig veröffentlichten Bilderbuch über übernatürliche Wesen folgen weitere Bände.

00:11:37: Darin finden sich Gestalten aus älteren Geschichten und regionalen Überlieferungen, aber auch Wesen deren Form durch solche Darstellungen überhaupt erst richtig festgeschrieben wird.

00:11:49: Sikyan erfindet die Okai also nicht – man könnte ihn mit den Märchen der Gebrüder Grimm vergleichen.

00:11:55: Mit der kleinen Einschränkung das er nicht nur niederschreibt sondern auch selbst erfindet und ergänzt!

00:12:02: Bei ihm gibt es Kitzune oder übernatürliche Füchse.

00:12:05: Tengu wiederum leben vor allem in Bergregionen und verändern ihr Aussehen und ihre Bedeutung über die Jahrhunderte erheblich.

00:12:13: Rokorokobi sehen tagsüber wie gewöhnliche Menschen aus, entwickeln nachts allerdings eine anatomische Besonderheit – Ihre Hälse können sich unnatürlich weit verlängern!

00:12:24: Und dann gibt es noch eine Gruppe sehr skurriler Yokai.

00:12:28: Alte Schirme, Sandalen oder Laternen können in solchen Geschichten plötzlich ein Eigenleben entwickeln.

00:12:36: Daran wird vielleicht deutlich, warum eine einheitliche Übersetzung schwierig erscheint.

00:12:41: Kehren wir zurück zu Girogumo!

00:12:43: Wir haben bereits zwei frühe Geschichten kennengelernt in denen sie ziemlich unterschiedlich auftritt.

00:12:49: Mit Sekien wächst ihre Geschichte weiter – wir haben also keinen Grund uns auf eine verbindliche Girogamu festzulegen, zumal das Gegenteil interessanter und ergiebiger erscheinet.

00:13:01: Auf der Suche nach Orten, die mit der Girogomo verbunden werden, landet man ziemlich schnell am Wasser.

00:13:07: Besonders an Wasservällen und tiefen Flussbecken.

00:13:10: Orte wie diese sind in verschiedenen japanischen Regionen Sammelbecken für Geschichten über Spinnen, die Menschen mit ihren Fäden ins Wasser ziehen wollen.

00:13:19: Einer dieser Orte liegt auf der Isu-Halbinsel in der heutigen Prefecture Shizuoka – Die Jorenfälle.

00:13:27: Der Wasserfall ist ungefähr von ca.

00:13:30: und liegt im bergigen Landesinneren der Halbinsel.

00:13:33: Heute führt ein ausgebauter Weg hinunter, Besucher kommen wegen des Wasserfalls, der Landschaft und der Wasabi-Felder in der Umgebung.

00:13:42: Und im Becken unterhalb des Wasserfalts soll eine Spinne leben!

00:13:45: Eine schriftlich dokumentierte Version veröffentlichte der Volkskündler Shigeo Notomi.

00:13:53: Darin ruht ein junger Mann am Wasserfall als eine Girogomo beginnt Fäden um ihn zu legen.

00:13:59: Er bemerkt es rechtzeitig, löst die Fäden von sich und wickelt sie stattdessen um den Stumpf eines Maulbeerbaumes.

00:14:06: Kurz darauf wird der Baumstumpf aus dem Boden gerissen und ins Wasser gezogen.

00:14:12: Im selben Aufsatz hält Notomi auch eine zweite Geschichte über die Jorenfälle fest.

00:14:18: Ein Holzfeller verliert seinen Werkzeug im Wasser und begegnet am Grund des Beckungs einer schönen Frau.

00:14:23: Sie bezeichnet sich als Herrin des Wasserfalls gibt ihm das Werkzeug zurück und verlangt, dass er niemandem von ihr erzählt.

00:14:31: Einige Jahre später bricht er Mann das Versprechen nachdem er getrunken hat – und stirbt unmittelbar danach.

00:14:38: In dieser Fassung von hier wird die Frau noch nicht ausdrücklich als Girogomo bezeichnet.

00:14:45: Spätere Aufzeichnungen verbinden die beiden Überlieferung deutlich miteinander.

00:14:50: In der Shizuoka Prefectural History von neunzentundneunachtzig wird die Gyro-Gumu ausdrücklich als Herrin der Jorenfälle bezeichnet.

00:14:59: Eine Neunzentnünzig veröffentliche Fassung führt schließlich beide Motive zusammen, Die Spinne mit den Fäden und die Frau, die das verlorene Werkzeug zurückgibt.

00:15:10: Das ist nicht ganz die Gyrogumu, die wir am Anfang dieser Folge beschrieben haben.

00:15:14: Statt Veranda oder Dachboden entwickelt sich hier Wasser zum gefährlichen Element Ein Motiv, das auch weiter nördlich auftaucht.

00:15:24: In Sendai gibt es ein tiefes Flussbecken, das Kashi Kobushi genannt wird.

00:15:29: Eine bereits neunzentneinundzwanzig aufgezeichnete Fassung erzählt von einem Mann der dort angelt.

00:15:35: Eine Spinne kommt aus dem Wasser und befestigt Fäden an seinen Beinen.

00:15:39: Der Mann löst sie und legt sich stattdessen um einen großen Weidenbaum.

00:15:43: Kurz darauf wird er Baum ins Wasser gerissen.

00:15:46: Aus der Tiefe hört er eine Stimme Klug klug, auf japanisch kashikoi kashikoi.

00:15:53: Der Name Kashi-Kubushi wird aus dieser Überlieferung genau von diesem Ausruf hergeleitet.

00:16:00: Eine newtonsend sechsundfünfzig dokumentierte Fassung erzählt den selben Kern noch etwas ausführlicher und bezeichnet die große Spinne ausdrücklich als Herren dieses Gewässers.

00:16:11: Auffällig ist allerdings in diesen frühen Aufzeichnungen heißt sie schlicht Spinne.

00:16:20: Blicken wir auf ihr Aussehen.

00:16:22: Eine schöne Frau hinter deren Rücken spinnen Beine hervorkommen, manchmal endet ihr Körper sogar direkt in einem riesigen Spinnenleib.

00:16:31: Sie ist verführerisch gefährlich und meistens auf der Suche nach Männern.

00:16:35: Das dürfte wohl ungefähr dem modernen Bild entsprechen.

00:16:39: Nach den Geschichten die wir bisher kennengelernt haben Ist das nicht völlig aus der Luft gegriffen.

00:16:45: Im Tonnoi Guza, von sixundhundertsehmundsiebzig erscheint tatsächlich eine Frau hinter der sich eine gefährliche Spinne verbirgt.

00:16:53: Bei Margueroco wird daraus einige Jahrzehnte später eine junge Frau die ihn heiraten möchte und Toriyama Sekien zeichnet die Churrocomo schließlich als weibliche Gestalt mit deutlichen Spinnenmerkmalen.

00:17:06: Die Verbindung zwischen Frau und Spinne ist somit durchaus älter.

00:17:10: Nur lässt sich aus dieser Geschichte nicht einfach eine fertige Femme Fatale herauslesen.

00:17:16: Die Frau im Tornui Guza versucht ein Samurai zu täuschen, aber sie verführt ihn nicht.

00:17:21: Margarokus vermeintlicher Verehrerin wird der Heiratsmunch verwehrt.

00:17:26: Das heute so vertraute Bild von der wunderschönen Spinnenfrau die Männer mit ihrer Sexualität anlockt und anschließend frisst entsteht also eher durch späteres Verschieben- und Zusammenführen von Motiven.

00:17:39: In unterschiedlichen Volkserzählungen tauchen Frauen auf, die sich als Spinnen entpuppen.

00:17:44: In manchen Geschichten spielen Musik und Verführung eine Rolle – in anderen versucht die Spinne schlicht ein Menschen zu überwältigen.

00:17:52: Solche Erzählungen können einander ähneln ohne automatisch Geschichten über die Jouro-Gomo zu sein!

00:17:58: Das mag Spitzwindigkling, aber wenn wir jede japanische Geschichte über eine Frau und eine Spinne nachträglich der Girogomo zu schreiben bekommt sie plötzlich eine Biografie die sie in den Quellen nie hatte.

00:18:11: Dann spielt sie selbstverständlich Biba, lockt Männer in Hütten, ernährt sich von ihnen und folgt einem festen Jagdmuster.

00:18:19: Was ich aus den früheren Geschichten sehr viel sicherer herauslesen lässt ist die Täuschung selbst.

00:18:24: Was man zuerst sieht, stimmt bei ihr selten mit dem überein was tatsächlich vor einem steht.

00:18:32: Zwischen Toriyama Sekiens Zeichnungen von siebzenhundertsechsohn-siebzig und einem modernen Videospiel liegen rund zweieinhalb Jahrhunderte.

00:18:41: Für Yokai ist das natürlich kein besonders großes Problem.

00:18:45: Viele von ihnen haben diesen Weg ziemlich erfolgreich zurückgelegt.

00:18:49: Der Folkloreforscher Michael Dylan Foster beschreibt wie Yokai im zwanzigsten und einzwanzigstem Jahrhundert aus älteren Erzählungen und Bildtradition in Manga, Anime, Filme- und Videospiele wandern.

00:19:03: Dabei werden sie nicht einfach nur kopiert.

00:19:05: Jede neue Darstellung entscheidet wieder wie ein Wesen aussehen soll, welche Eigenschaften wichtig sind oder welche Teile der älteringen Überlieferungen überhaupt noch gebraucht

00:19:15: werden.

00:19:17: Drogemo kann dafür fast als Paradebeispiel gelten.

00:19:21: Besonders in den früheren Geschichten, die wir kennengelernt haben bleibt ihr Aussehen relativ offen.

00:19:27: Eine Spinne erscheint als Frau eine andere wiederum erzeugt eine Illusion bei Sekien.

00:19:32: schließlich überlagern sich Frau und Spinne in einem einzigen Bild.

00:19:37: ein Videospiel kann sich diese Unschärfe nicht unbedingt leisten.

00:19:41: spätestens wenn das Wesen vor einem steht und man dagegen kämpfen soll braucht es einen Gestalt.

00:19:47: Das Action-Rollenspiel Nioh macht daraus, ein Bossgegner namens Jorogumo.

00:19:54: Hier ist von der kleinen Spinne unter Maguro Kustach nicht mehr allzu viel übrig.

00:19:59: Vor dem Spieler steht ein großes Spinnenwesen mit weiblichem Oberkörper und langen Beinen.

00:20:05: Die alte Verbindung aus Frau und Spinne ist also durchaus noch vorhanden.

00:20:10: Aus der Täuschung ist allerdings nun ein offener Kampf geworden!

00:20:14: Etwas anders geht die Reihe Yo-Kai Watch mit ihr um.

00:20:18: Dort erscheint eine Figur, deren japanische Name direkt Juro Gumo lautet.

00:20:23: In der englischen Fassung heißt sie Erechnia.

00:20:26: Schon in Yo-kai Watch II wird sie dann zum spielbaren Yokai.

00:20:30: Die spätere Anime-Serie Yokai Watch Shadowside greift die Figur ebenfalls auf.

00:20:36: Im Titel trägt sogar eine Folge, die Jurokumu im Titel und macht aus ihr eine deutlich größere Bedrohung.

00:20:43: Die Menschen mit ihren Netzen einfängt und ihnen Lebensenergie entzieht.

00:20:48: Mit der Geschichte um Margaroku hat das natürlich nicht mehr besonders viel zu tun – muss es aber auch nicht!

00:20:56: Folklore bleibt nicht deshalb lebendig weil alles bleibt wie es sechsohnundsebzig irgendwo gedruckt

00:21:01: wurde.

00:21:02: Gerade bei Yo-Kai gehört die Veränderung seit Jahrhunderten dazu.

00:21:06: Schon die alten Sammlungen haben Geschichten zusammengetragen, neu geordnet und mit Bildern versehen.

00:21:12: Moderne Medien machen im Grunde nicht viel anders – nur inzwischen eben mit Controllern, Animationen und gelegentlich Lebensbalken!

00:21:20: Das Jahr zwanzig erscheint auf Steam ein Horror-Spiel das einfach Girogomo heißt.

00:21:26: Darin sucht der Spieler nach seinem verschwundenen Bruder und gerät in eine Geschichte rund um die Titelgebende Gestalt.

00:21:34: Hier ist schon gar nicht mehr wichtig oder interessant, ob solche Versionen noch richtig sind.

00:21:39: Spannender könnte die Frage sein, welche Elemente eigentlich überleben?

00:21:43: Die Spinne bleibt wie auch die menschliche Gestalt – Netze und Täuschung funktionieren für moderne Geschichten ebenfalls erstaunlich gut!

00:21:52: Die übermenschliche Größe, Gift, spektakuläre Kämpfe oder ein klar definiertes Aussehen kommen später erst dazu….

00:22:00: Irgendwann wirkt die moderne Variante vertrauter als alle ihre Vorbilder.

00:22:04: Das ist doch auch

00:22:05: verführerisch, oder?

00:22:13: So Tim, so ein Thema mit einer hübschen fremden Frau im Wald hört sich doch schon fast romantisch an.

00:22:20: Meinst du, die Erzählungen sind vergleichbar mit Dating-Stories... ...die Männer gern ausgeschmückt und mit einem Bier in der Hand ihren Freunden in einer Kneipe erzählen?

00:22:28: Oder steckt wirklich mehr

00:22:29: dahinter?".

00:22:30: Wenn man so drüber nachdenkt könnte das schon was Ähnliches gewesen sein dass man Wenn man eine Femme verteilt datet, sondern die hungrige aber auch von die die verlangende und starke Frau.

00:22:42: Das heißt der Mann hat in diesem Date ja nicht die Kontrolle.

00:22:46: Und gerade dann in früheren Zeiten wenn du nicht der kontrollierende bist in diesen Date.

00:22:50: es läuft also nicht so wie Du es als Mann willst, sondern Die Frau gibt die Richtung vor.

00:22:55: das kann ja nur ein Geist gewesen sein Es kann ja keine echte Frau gewesen sein.

00:22:59: Also ich kann mir schon vorstellen dass es echt so entsteht.

00:23:01: Ich habe auch so ein paar Notizen gemacht während deiner Ausführungen und es ist ja auffällig, dass es immer arme A-Klosenmänner sind die von ihr verführt werden.

00:23:11: Die gerade auf dem Weg nach Hause sind oder auf den Weg zum Rasthaus.

00:23:15: Und das ist auch keine Strafe und keine Prüfung Irogumu oder Jorogumu weil die Männer sind ja so A-klos und so nett.

00:23:22: Das ist nicht feinzählig.

00:23:24: Warum sollte ich feinzählig sein?

00:23:25: Es sind ja A-klos in Männer gewesen.

00:23:28: eine sehr spannende Geschichte.

00:23:30: Deswegen passt das vielleicht wirklich ganz gut zusammen zu sagen, ja da geht was nicht mit rechtem Ding zu wenn die Frau plötzlich das Michte gewesen in diesem Date oder in diesem Treffen ist.

00:23:41: Das kann ja nicht real sein!

00:23:43: Ich finde es bietet so viel Möglichkeit wütend zu sein.

00:23:47: Also das ist jetzt so eine unfassbare Verdrehung der tatsächlichen Welt.

00:23:51: aber wenn man das aus sehr Perspektive sieht wie du gerade dargestellt hast, find ich's schon wieder witzig Auf jeden Fall.

00:23:58: Aber ja, genau!

00:23:59: Also die Frauen, die verführen sind bösartig und Männer, die verführen, sind romantisch.

00:24:05: Das ist glaube ich ... Die Message stieh ich daraus, ehrlich gesagt?

00:24:09: Ja, das stimmt.

00:24:12: Es ist auch immer so interessant dass dann einfach aus so alltäglichen Dingen dann immer etwas gemacht wird.

00:24:17: Ein Monster ein Wesen eine Gottheit Gewitter oder Donner und Blitz, das ist ja auch nicht einfach nur Wetter gewesen.

00:24:23: Das war ja auch jemand oder etwas.

00:24:25: Und dann ist natürlich dann auch der Fehltritt im Liebesleben kann ja dann auch nur Verzauberung gewesen sein.

00:24:31: Man ist halt glaube ich im mythologischen oder am Glaubensbereich doch irgendwie relativ kreativ um seine eigene Fehlleitung abzugeben beispielsweise.

00:24:41: Was haben wir mir eh gerade auch gefragt beim Zuhören?

00:24:43: Warum ist es eigentlich in Japan so krass mit Geistern und Monstern?

00:24:48: also wir haben hier in Deutschland natürlich einige Figuren, einige Sagen gestalten.

00:24:52: Einige mystische Wesen auch verführende mystische wesen aber in Japan hast du ja wirklich viele.

00:24:57: Wir hatten jetzt schon gesagt es gibt dann eine ganze Gruppe die Jokai und dann gibt da dann in einer gesellschaftlich historischen Verarbeitung dann die Kaiju später im japanischen Film mit Godzilla & Co.

00:25:06: das Tamagotchi ist quasi auch Verführung der Jugend.

00:25:10: Und die Tamagotchi haben eine Backstory.

00:25:12: Ich habe das gestern zufällig gelesen, weiß gar nicht warum ich auf Tamagotchis kamen gestern?

00:25:18: Aber sie haben eine ganze Backstory dessen Wesen außerirdische vom Planeten Tama und du musst dafür sorgen dass Sie aufwachsen und leben.

00:25:26: In der späteren Generation von Tamagotschis kommen so auch Paarinnen mit anderen Tamagocchis ... ein Kind kriegen, dann können die Eltern zurück zum Planeten Tamar fahren.

00:25:36: Das heißt du lernst mit einem Spielzeug aber einem Monsterspielzeug vielleicht auch so Verantwortung als Kind für eine Lebewesen?

00:25:42: Also nicht speziell jetzt für einen Kind, aber für ein Haustier sozusagen.

00:25:45: Pokémon sind ja auch Monster Digimon sind Monster also... Irgendwas hat Japan mit Monstern.

00:25:51: Ich weiß nicht, was es ist aber das ist total spannend dass es von bösen oder rachsüchtigen Geistern bis hin zu niedlichen kleinen Baby-Monstern geht.

00:25:59: Wie

00:26:00: man geplant abschieben soll.

00:26:03: Die müssen ja zum Planeten zurückkehren.

00:26:05: ich glaube... Diese Rückkehr zum Planeten wurde eingeführt, weil der Tod des Tamagotschi nicht mehr als tot bezeichnet werden sollte.

00:26:12: Es hat sich weiterentwickelt oder es hat ein Kind bekommen und das stirbt, dann kann's zurück zum Heimatplaneten.

00:26:16: Man hat also nichts kaputt gemacht am Armwesen.

00:26:19: Also ist dann deutlich freundlicher, glaube ich, als Mord- und Totschlag bei anderen Monstern.

00:26:24: Was ich auch interessant fand, würde sagen, dass in der Edozeit populär geworden müsste ja die Zeit sein, wenn ich das richtig im Kopf habe ... Nach der Landeseinigung oder nach dem Versuch der Einigung von Uda Nobunaga, dass dann quasi Volksmythen entstehen.

00:26:40: Dass man verschiedenste Wesen die irgendwie alle Regionen in Japan oder damals dann, ich glaube das sind dann Fürstentümer gewesen und Provinzen, dass alle so eine gewisse eigene Mythologie haben, die aber dann gemirkt wird zu einer.

00:26:53: Das haben wir ja in Europa auch.

00:26:55: Wenn wir dann denken, wenn wir unsere Wochentage anschauen im englischen deutschen Donnerstag Da ja eigentlich Tor ist, seine ist.

00:27:04: Tor ist Nordisch und Dona ist die kontinental germanische Version.

00:27:10: Rudin ist Wodan von dem der Wednesday kommt.

00:27:14: Das sind dann auch verschiedene Namen für das selbe Ding.

00:27:17: Das Tor macht den Donnern.

00:27:18: Das hatte ich vorhin gemeint, man schiebt es auf irgendwem.

00:27:21: Und da leiten sich dann Wochen Tage ab, die wir alle weltweit kennen.

00:27:25: Wahrscheinlich war's irgendwann mal in der frühen Uhrzeit ... Nordischen und germanischen Städte was völlig verschieden ist, aber es hat sich irgendwie immer weiter angenähert.

00:27:34: Und jetzt kennt glaube ich niemand mehr Dona und Wotan, sondern jeder kennt eben Odin und Thor.

00:27:39: So war's vielleicht dann auch bei den Jokai.

00:27:41: Vielleicht gab's da ganz andere Jorogumus, die aber durch diese Volkseinigung zu einem Volksmythos zusammen gemirrt wurden.

00:27:48: Also das ist glaube ich eine spannende Zeit gewesen mit dem Volksglauben in jemandem Drist der sie als andere Version kennt, die vielleicht auch deutlich netter ist als die, die er kennt.

00:27:57: Irgendwas setzt sich dann durch.

00:27:58: Das ist, glaube ich, sehr spannend.

00:28:00: Ja, für den Fall!

00:28:02: Also das mit den Wochentagen zum Beispiel wusste ich selber gar nicht.

00:28:04: aber ich muss auch sagen dass es eine Art von Kulturgeschichte die jetzt nicht so aktiv in meinem Alltag verfolge.

00:28:12: Was mit den wochentagens mussten?

00:28:14: im Lateinunterricht in der Schule sollten wir... So ne Projektwoche hatten wir gehabt und ich habe die Germanen gewählt.

00:28:20: dann hab mich damit mit Runen, mit den Gottheiten, mit allem auseinander gesetzt.

00:28:23: was ging natürlich darum Lateinunterricht, wie gesagt.

00:28:26: Wir haben dann natürlich die Texte gelesen, wo es auch darum geht, wo die Germanen beschrieben wurden und so was.

00:28:32: Ich sollte dann eben die Germane einmal vorstellen und bin generell spannend.

00:28:37: Vielleicht kommen wir in einer späteren Folge auch noch mal auf das germanische oder auch auf nordische Mythologie in irgendeiner Form zu sprechen.

00:28:44: Das wäre ganz spannend.

00:28:45: Ich bin jetzt auch kein Experte aber ich weiß glaube mehr über germanen- und nordische Gottheiten als über japanische Monster.

00:28:53: Also Pokémon, ich könnte jetzt hundertfünfzig Stück aufzählen.

00:28:55: Das war meine Generation damals die erste Pokémon-Generationen.

00:28:58: das sind japanische Monster, die ich gut kenne.

00:29:00: aber Jokai sind super spannend weil ich finde diese Wesen auch in ihrer Ausgestaltung also auch rein ...das Design wird irgendwie doch cooler als der Wolpertinger der einfach nur ein Hase ist mit einem Geweih oben drauf und glaubt er hat Flügel oder sowas ne?

00:29:15: Also da sind sie deutlich kreativer und das find' ich sehr faszinierend das find ich super spannend.

00:29:19: Und noch die ganze Story ist halt sehr spannend

00:29:21: Auf jeden Fall!

00:29:22: Ich fand dort dieses Den Regenschirm.

00:29:24: Den muss ich mir auf jeden Fall noch mal angucken, das fand ich so spannend irgendwie.

00:29:28: Vielleicht können wir auch in der Folge den behandeln?

00:29:30: Das fand ich... Also klingt total niedlich aber es wird wahrscheinlich wieder irgendwas Mystisches Gefährliches mit dem wir auf sich haben.

00:29:38: Zum Ende jeder Folge gibt die Rubrik Snacks FM fünf kuriosen Fakten zum unserem heutigen Thema bzw.

00:29:45: fünf Fakte, die ihr mal auf einem Date oder vielleicht auch auf einer Party droppen könnt Falls euch nichts besseres als Smalltalk einfällt.

00:29:55: Erstens, die Jurogumo gibt es tatsächlich nur deutlich weniger menschenförmig.

00:30:01: Juro-Gumu ist auch ein japanischer Name für eine echte Spinne Tricone Fila Clavata.

00:30:07: Im Englischen hat sich für die Arten zwischen ebenfalls der Name Jurospider eingebürgert Ausdrücklich nach der Gestalt aus der japanischen Volklore.

00:30:15: Sie stammt aus Ostasien unter anderem aus Japan Korea und China.

00:30:19: Seit Jahrzehnte ist sie allerdings auch in den USA nachgewiesen und breitet sich dort weiter

00:30:30: aus.

00:30:44: Wenn beide zusammen im selben Netz sitzen, könnte man deshalb ziemlich problemlos glauben.

00:30:49: Man habe zwei verschiedene Spinnenarten vor

00:30:51: sich.".

00:30:52: Drittens – ihre Netze sind gelb und teilweise absurd groß!

00:30:56: Erwachsene Weibchen produzieren besonders kräftige Seide mit einem gelblichen bis goldenen Farbton.

00:31:02: Die eigentliche Netze können mehr als drei Meter überspannen.

00:31:05: Die goldfarbene Seite ist auch der Grund, warum diese Spinnengruppe im Englischen als Golden Orb Web Revers bezeichnet wird.

00:31:13: Viertens Junge Gioro-Spinnen können fliegen, irgendwie.

00:31:17: Nach dem Schlüpfen produzieren die winzigen Spinnen lange Seidenfäden und lassen sich damit von Luftströmen davon tragen.

00:31:24: Dieses Verhalten heißt Ballooning.

00:31:26: Unter günstigen Bedingungen können junge Spinnen auf diese Weise erhebliche Entfernung zurücklegen.

00:31:32: Für erwachsene Giorospinnen gibt es keine bekannten Fälle von Balloonning.

00:31:36: Die fliegende Version ist also eher ein Babygirogomo mit selbst gebautem Fallschirm.

00:31:42: Lijurugumo ist nicht Japans einzige Monsterspinne.

00:31:46: In frühen japanischen Chroniken bezeichnete Tsuchigumo zunächst Gruppen von Menschen, die sich der kaiserlichen Zentralmacht nicht unterwarfen.

00:31:54: Erst später wurde daraus in Erzählungen ein übernatürliches Spinnenwesen.

00:31:59: In einer mittelalterlichen Bilderrolle kämpfte der berühmte Krieger Minamoto no Yorimitsu schließlich gegen eine riesige Spinne.

00:32:06: Die Tsuchigumo und die Jorogumu werden heute deshalb gern in dieselbe Monsterspin-Schublade gesteckt, haben aber ziemlich unterschiedliche Ursprünge.

00:32:29: Ein Netz entsteht nicht durch einen einzigen Fahrten.

00:32:40: Es wächst durch Verbindung, die sich kreuzen und irgendwann so selbstverständlich zusammengehören dass niemand mehr weiß welcher zuerst da war.

00:32:49: Bei der Girogomo ist es nicht viel anders.

00:32:52: Weitergesponnen wird trotzdem.

00:32:55: Das war Radio Obskura.

00:32:58: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann meidet Brücken Gasthäuser bleibt auf Frequenz folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.

00:33:06: Wir hören uns bis dahin.

00:33:08: Bleibt wachsam, bleibt

00:33:09: bei euch

00:33:11: und

00:33:11: Radio aus!

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