#048: Priester Johannes - Die Suche nach dem verlorenen Königreich
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
Im 12. Jahrhundert taucht in Europa die Nachricht von einem mächtigen christlichen Herrscher im Osten auf: Priester Johannes. Wenig später kursiert ein angeblicher Brief des Königs, der von einem gewaltigen Reich voller Reichtümer und Wunder erzählt. Selbst Papst Alexander III. versucht, mit diesem geheimnisvollen Herrscher Kontakt aufzunehmen.
Doch je genauer Europäer Asien kennenlernen, desto schwieriger wird die Suche. Priester Johannes wird mit mongolischen und zentralasiatischen Herrschern in Verbindung gebracht, sein Reich wandert auf den Karten und landet schließlich in Äthiopien. Dort existiert tatsächlich ein altes christliches Kaiserreich. Nur kennt man dort den sagenhaften europäischen Priesterkönig nicht so, wie Europa ihn sich vorgestellt hat.
Radio Obscura folgt einer Suche, die mehr als drei Jahrhunderte dauert: von einem gefälschten mittelalterlichen Brief über Marco Polo und portugiesische Expeditionen bis zu den Landkarten der Frühen Neuzeit. Wo lag das Reich des Priester Johannes und warum glaubte Europa so lange, es wirklich finden zu können?
⏱ Kapitel
(00:00:00) Opening: Der mächtigste König der Welt
(00:01:31) Intro & Begrüßung
(00:04:11) Priester Johannes und sein Wunderreich
(00:15:32) Europa nimmt Kontakt auf
(00:21:23) Was, wenn es dieses Reich nie gab?
(00:29:52) Wo lag eigentlich "Indien"?
(00:35:40) Auf der Suche nach Johannes
(00:45:36) Ein Königreich auf Wanderschaft
(00:54:55) Das christliche Reich in Afrika
(01:03:49) Portugal sucht den Priesterkönig
(01:08:54) Wir haben ihn gefunden. Oder?
(01:14:08) Das erstaunlich lange Leben eines falschen Königs
(01:18:53) Talk
(01:24:17) Obscura Rewind
(01:26:46) Das Königreich, das immer woanders lag
📚 Quellen & Literatur
Álvares, Francisco (1540): Verdadeira informação das terras do Preste João das Indias. Lissabon.
Beckingham, Charles F.; Hamilton, Bernard (Hg.) (1996): Prester John, the Mongols and the Ten Lost Tribes. Aldershot: Variorum.
Eldevik, John (2024): Reading Prester John: Cultural Fantasy and its Manuscript Contexts. Leeds: Arc Humanities Press.
Giovanni da Pian del Carpine (13. Jh.): Historia Mongalorum.
Krebs, Verena (2019): „Re-examining Foresti’s Supplementum Chronicarum and the ‘Ethiopian’ Embassy to Europe of 1306“. Bulletin of the School of Oriental and African Studies 82/3, S. 493–515.
Marco Polo (13. Jh.): Il Milione / The Travels of Marco Polo. Verschiedene Editionen.
Otto von Freising (12. Jh.): Chronica sive Historia de duabus civitatibus.
Papst Alexander III. (1177): Schreiben an Johannes, König der Inder.
The Letter of Prester John / Epistola Presbiteri Johannis (12. Jh.): verschiedene lateinische Fassungen und Überlieferungen.
Simmons, Adam; Garnier, Sébastien (2023): „The Letters of the Ethiopian Ambassador Mateus and his Embassy to Lisbon: When Prester John Actually Ruled Ethiopia, 1509–1520“. Aethiopica 26, S. 92–139.
Wilhelm von Rubruck (13. Jh.): Itinerarium / The Journey of William of Rubruck.
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:02: Irgendwo im Osten lebt der mächtigste christliche Herrscher der Welt.
00:00:08: Das ist zumindest eine ausgesprochen beruhigende Vorstellung, wenn man in Europa des zwölften Jahrhunderts lebt und der besagte Herrschern idealerweise auf der eigenen Seite steht!
00:00:18: Sein Reich soll gewaltig sein, seine Armeen größer als alles was europäische Könige aufbieten können – und in seinen Schatzkammern liegt offenbar genug Gold herum das man gar nicht erst anfangen braucht es zu zählen.
00:00:29: Sein Name ist Johannes.
00:00:32: Er ist König und Priester zugleich, soll von den heiligen drei Königen abstammen und über Länder herrschen die wir heute wohl unter dem Begriff Absurdistan fassen würden.
00:00:40: Neben ungeheuren Reichstümern existieren dort fantastische Völker seltsame Tiere-und Naturbunde für die man selbst in Australien irgendwann Platzmangel konstatieren müsste.
00:00:50: Vor allem aber ist Johannes Christ – er ist Glaubensbruder irgendwo jenseits der bekannten Welt mächtig genug um nunfalls mit einem gewaltigen Herr nach Westen zu ziehen!
00:00:59: Wäre eine tolle Geschichte, oder?
00:01:01: Aber dabei bleibt es nicht.
00:01:03: Ein Bischof berichtet von diesem Johannes ein Brief kursiert in seinem Namen durch Europa und irgendwann verfasst sogar einen Papst ein Schreiben an den geheimnisvollen Priester König und schickt einen Mann los der ihn finden soll.
00:01:15: Dann wird das sagen wir kompliziert Denn wenn ein Königreich erfunden ist sollte es eigentlich keinen diplomatischen Schriftverkehr brauchen.
00:01:23: Also wer war Priester Johannes Und wo zur Hölle lag sein König Reich.
00:01:29: Willkommen bei Radio Obscura.
00:01:55: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime und Mystery!
00:01:59: Wir erzählen von Geschichte gegen Wart- und Grenzbereichen mal real, mal unerklärlich.
00:02:04: Vom Mehresgrund bis zur Umlaufbahn vom Labor bis zur Legende.
00:02:07: wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?
00:02:10: Wie sind Svea und Tim?
00:02:12: Und heute geht es nach... Nach...?
00:02:17: Nach...?
00:02:19: Na... wohin denn eigentlich?
00:02:21: hm Das müssen wir wohl noch klären in dieser Folge.
00:02:24: Warst du schon mal an einem sagenhaften Land?
00:02:27: Aus Steinen gebaut, bunt ...
00:02:31: Wenn du nicht ungezählt bist auf eine positive Art und Weise traumatisiert wurden hier gelandet!
00:02:35: Nein also ich möchte tatsächlich eine andere Frage stellen, denn es geht heute um etwas sagenhaftes... Also ihr habt's im Intro schon gehört, ihr habt es im Folgen Titel schon gelesen.
00:02:44: Es geht um Preston John oder Priester Johannes und sein Land Und die suche nach ihm.
00:02:48: aber Da du es wäre, die Story von Prista John ja noch gar nicht kennst.
00:02:53: Aber ja bestimmt aus Literaturfilm... Aus Film nicht!
00:02:57: Aus Literatur, aus TikTok vielleicht.
00:03:00: Bestimmt andere sagenhafte Orte Atlantis, El Dorado, Camelot, Schlaraffenland Legoland.
00:03:08: Also welchen sagenhaften oder auch verlorenen Ort würdest du tatsächlich gerne einmal finden?
00:03:14: Atlantis ist hier unter Wasser.
00:03:16: Ich hasse Schwimmen Mal so ein bisschen, aber so unter Wasser.
00:03:20: Wenn ich dann auch unter Wasser atmen könnte und nicht mit einer Luftplasche, dann Safe Atlantis.
00:03:26: Das finde ich irgendwie ziemlich cool... Ich habe gerade Drecks.
00:03:28: Ich weiß, dass das nicht dazugzieht!
00:03:31: Aber das Land wo Alice im Wunderland ist würde ich gerne machen.
00:03:36: Ich hab letztens tatsächlich einen Real über den... Ich weiß ja, ob es die erste Version des Films war von weiss nicht... Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts oder so, so ein richtig alter Film mit so ganz alten Puppen und Masken.
00:03:53: Und irgendwie so... Das war nicht cool.
00:03:55: Also wenn das wirklich real wäre, da würde ich gehen mal hin.
00:03:58: Ist es dann nicht vielleicht, also ist es nicht spannender zu suchen statt wirklich zu finden bei solchen sagenhaften Orten?
00:04:04: Man entdeckt auf dem Weg ja viele tolle Freundschaften und wird vielleicht irgendwann reich.
00:04:13: Bevor wir das wundersame Reich des Johannes suchen, versuchen wir erst einmal herauszufinden wer dieser Johannes eigentlich ist.
00:04:19: Denn schon beim Herrscher selbst haben wir zwei Quellen die zwar dieselbe Figur beschreiben aber auch deutliche Unterschiede mit sich bringen.
00:04:27: Die früheste bekannte schriftliche Erwähnung finden wir bei Otto von Freising.
00:04:32: In seiner chronikasive Historia de Duabers Kivitatibus hält der Bischof im siebten Buch fest, was ihm elfhundertfünfundvierzig Hugo von Jabbala am pläpslichen Hof erzählt habe.
00:04:44: Weit im Osten jenseits von Persien und Armenien lebe ein Johannes, der zugleich König-und Priester sein.
00:04:50: Er und seine Untertanen seien Christen.
00:04:53: Otto nimmt ihn später ausdrücklich perspiter Johannes.
00:04:57: Natürlich steht dort noch deutlich mehr aber darauf kommen wir später zurück.
00:05:01: Was wir uns zunächst merken sollten, die Grundfigur existiert schriftlich bereits Mitte des zwölften Jahrhunderts.
00:05:07: Ein christlicher Priesterkönig im fernen Osten.
00:05:10: Inklusive spannender Familiengeschichte – denn Johannes, so lesen wir dort, stammt von den heiligen Drei Königen höchst selbst ab!
00:05:18: Genaueres erfahren wir über diese biblische Patchwork-Familien nicht... Er stammte also von jenen Magiern oder Sternendeutern aus dem Osten, die in Matthäus Evangelium als Weisen einem Stern bis nach Bethlehem folgen….
00:05:30: Das Evangelium selbst nimmt übrigens weder ihren Namen noch ihre Zahl und macht aus ihnen auch keine Könige.
00:05:36: Diese Dinge entstehen erst in der späteren christlichen Tradition.
00:05:40: Im zwölften Jahrhundert war das durchaus bereits etabliert, und somit für Johannes ausgesprochen praktisch.
00:05:46: Ungefähr zwanzig Jahre nach Ottos Bericht bekommt dieser Johannes dann etwas dass ihm bis dahin gefehlt hat Eine eigene Stimme zumindest angeblich.
00:05:56: Um die Mitte der Elfhundertsechzigerjahre beginnt in Europa ein Text zu zirkulieren, der heute meist schlicht als Brief des Priester Johannes bezeichnet wird.
00:06:04: Lateinig Epistola Prespiteri Johannis.
00:06:09: Er ist an den byzantinischen Kaiser Manuel I Komnenos gerichtet und gibt vor direkt vom Priester König selbst zustammen – und in seinem Brief gibt sich Johannes nicht unbedingt Bescheiden.
00:06:20: Egro-Presbiter Johannes.
00:06:22: Dominus Dominanzium, Breccello, Omnis, Qui, Sub-Cello, Sunt, Virtute, Divitiis et Potentia.
00:06:31: Sinngemäß ich, Priester Johannes Herr der Herrschenden übertreffe alle unter dem Himmel an Macht, Reichtum und Stärke!
00:06:38: Mit seinem Sinn für Theatralik steht Johannes einem gewissen Bruce Wayne somit in nichts nach.
00:06:43: Hallo Manuel, lange nichts gehört hätte allerdings auch nicht ganz dieselbe Wirkung entfaltet.
00:06:48: Der Johannes Brief macht jedenfalls sehr schnell deutlich in welcher Größenordnung wir denken sollen.
00:06:56: Sein Herrschaftsgebiet reicht bis in das äußerste Indien, dorthin, wo nach christlicher Tradition der Apostel Thomas begraben liegt und zieht sich über gewaltige Gebiete weiter nach Westen.
00:07:06: Indien ist im Mittelalter übrigens ein ausgesprochen denbarer Begriff – dazu später mehr.
00:07:12: Bei einem anderen Punkt ist Johannes allerdings erfreulich eindeutig!
00:07:21: Viele seiner Untertanen sind das offenbar nicht.
00:07:23: Der Brief beschreibt ein Reich voller unterschiedlicher Völker- und Religionen, über die der christliche Priesterkönig herrscht.
00:07:30: Christen sollen unter seinem Schutz stehen – und irgendwann möchte Johannes mit seinem Herr nach Jerusalem ziehen, dass Grabchristi besuchen und gegen die Feine des Kreuzes kämpfen!
00:07:39: Für Europa ist es eine ausgesprochen attraktive Vorstellung.
00:07:42: Als der Brief elfhundertsechzig auftaucht, fanden bereits zwei Kreuzzüge statt.
00:07:47: Der zweite endete elfhundertneunvierzig Der Dritte würde elfhundertneunundachtzig folgen und irgendwo hinter den muslimisch beherrschten Gebieten befindet sich eine christliche Großmacht, die gewissermaßen nur noch die richtige Abfahrt nach Jerusalem finden muss.
00:08:02: Und wenn wir Großmachts sagen dann untertreiben wir sogar noch deutlich!
00:08:07: Wenn Johannes in den Krieg zieht sollen vierzehn goldene Kreuze stattgewöhnlicher Banner mitgeführt werden – mit Edelstein besetzt.
00:08:14: Hinter jedem dieser Kreuzen marschieren laut Brief Zehntausend bewaffnete Reiter und hunderttausend Fußsoldaten.
00:08:22: Dazu kommen Menschen für Wagen, Vorritte und Gepäck.
00:08:25: Allein die vierzehn Kreuzabteilungen ergeben damit mehr als anderthalb Millionen Soldaten – das Begleitpersonal noch gar nicht mit eingerechnet!
00:08:33: Man kann versuchen sich die Logistik dahinter vorzustellen — Verpflegung, Pferde, Wasser, Straßenbreite ... Die Frage wo anderthhalb Millionen Menschen nachts schlafen?
00:08:41: Man kann es aber auch so machen wie ein Johannes Brief und diese Fragen vollständig ignorieren.
00:08:45: Excel-Tabellen gab es damals zum Glück Yasuis und nicht.
00:08:48: Also weg von Zahlen, wir wissen jetzt das Herr soll groß sein!
00:08:52: Groß genug dass beim Lesen ein Herrscher entsteht dessen militärische Möglichkeit alles übertreffen würde was man aus Europa kennt.
00:08:59: Was aber wenn wir nun sagen die Größe seines Herres ist im Grunde genommen noch der vernünftigste Teil seines Briefes?
00:09:06: Denn jetzt kommen die Tiere.
00:09:08: Der Johannesbrief zählt zunächst Arten auf von denen man selbst im zwölften Jahrhundert unter Umständen schon mal gehört haben könnte Elefanten, Dromedare, Kamele, Panther, wilde Esel, Löwen, Bären und verschieden andere Tiere.
00:09:21: Aber natürlich geht die Liste danach spektakulär weiter.
00:09:25: Greife, bunzköpfige, Faune, Vampire, Satüren, Zykloben, Giganten, Menschen mit Hörnern, Menschen nur einem Auge, wo auch immer genau sie sich vom Zykloppen unterscheiden – und der Phönix!
00:09:39: Und nein das sind nicht explizit Farbelwesen….
00:09:42: Das ist eine nüchternel Inventur.
00:09:45: Erzählt eben auf, was vorhanden ist.
00:09:48: Das wirkt auf euch vielleicht als zitieren wir gerade Newscabenders fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind für einen Leser im zwölften Jahrhundert weil die Trendlider allerdings weniger sauber als sie für uns ist.
00:09:59: Der Ferne Osten war in europäischen Texten schon lange ein Ort an dem antike Geographie Reiseberichte Bibelauslegungen und sogenannte Wundervölker nebeneinander existierten.
00:10:09: Plinius, der Ältere hat in seiner Naturales Historia Jahrhunderte zuvor außergewöhnliche Menschen und Tiere an den Rand der Bekannten Welt versammelt.
00:10:18: Spätere Autoren über Namen verschoben und erweiterten solche Vorstellungen.
00:10:22: Der Johannes Brief muss seine Wesen und Monster also nicht neu erfinden.
00:10:26: Er gibt ihnen vor allem eine Adresse die nicht allzu weit entfernt vom Paradies zu liegen scheint.
00:10:30: Durch eine Provinz seines Reiches fließt laut Brief der Idonus der direkt aus dem Paradies kommen soll.
00:10:37: In und an diesem Fluss finden sich Smaragde, Saphire, Topase, Berile, Onyx und weitere Edelsteine.
00:10:44: Wer dort einen Spaziergang am Ufer macht kann mit ein bisschen Sammelleinschaft relativ schnell seiner Altersvorsorge erledigen.
00:10:50: Ein paar Tagesreisen weiter liegt ein Meer ohne Wasser.
00:10:54: Stattdessen besteht es aus Sand der sich allerdings wie Wasser bewegt – und Wellen schlägt!
00:10:59: Über Quernen kann man dieses Sand mehr nicht.
00:11:01: Trotzdem sollen an seinem Ufer Fischer angespült werden die außerordentlich gut schmecken.
00:11:06: In der Nähe fließt außerdem ein Fluss aus Steinen, ebenfalls kein Wasser.
00:11:10: Die Steine rollen mehrere Tage in der Woche ununterbrochen dahin und kommen nur zeitweise zur Ruhe so dass Menschen den Fluss dann überqueren können Und während zwischen das Gefühl bekommt, dass normale Flüssigkeiten in diesem Reich strukturell benachteiligt werden.
00:11:23: es gibt auch noch eine Quelle Ihr Geschmack verändert sich von Stunde zu Stunde, sie liegt nur wenige Tagesreisen vom Paradies entfernt und wer dreimal aus ihr trinkt soll anschließend weder Krankheit noch Erschöpfung kennen und für den Rest seines Lebens körperlich ungefähr dreizig Jahre alt bleiben.
00:11:38: Dreimal trinken – das reicht für mittelalterliches Anti-Aging!
00:11:42: Und all diese Wunder stehen nicht irgendwo in einem modernen Sammelwerk über die Legende.
00:11:46: Sie stammen direkt aus dem Brief selbst bzw.
00:11:49: aus seinen verschiedenen mittelalterlichen Textfassungen.
00:11:52: Denn natürlich gibt es ein kleines Problem Der Brief wird kopiert, übersetzt und auch erweitert.
00:11:57: Bettina Wagner hat die lateinische und deutsche Überlieferung in ihrer Edition die Epistola Prespiteri Johannes Lateinich und Deutsch detailliert aufgearbeitet.
00:12:06: Die Handschriften zeigen keinen Johannes-Brief der einmal geschrieben und anschließend tausendfach identisch abgeschrieben wird.
00:12:12: Wir haben verschiedene Rezensionen und Zusätze, die das Reich immer weiter ausbauen.
00:12:17: Das erklärt natürlich auch warum einzelne Details je nach Fassung voneinander abweichen können.
00:12:21: Wenn wir hier vom Johannesbrief sprechen, sollten wir ihn deshalb nicht wie ein Dokument mit einer einzigen verbindlichen Entfassung behandeln.
00:12:27: Der Kern bleibt erkennbar – die Ausstattung kann wachsen!
00:12:31: Und Ausstättung, das haben wir bereits gesehen, besitzt dieses Reich reichlich.
00:12:35: Dabei war es noch gar nicht.
00:12:37: Johannes beschreibt einen Palast mit spektakulärer Materialist.
00:12:41: Edelsteine, Gold, Kristall, Elfenbein und Ebenholz tauchen überall auf.
00:12:45: Säulen bestehen aus kostbaren Materialien Tische- und Gefäße ebenfalls.
00:12:50: Auf dem Dach sollen goldene Kugeln mit leuchtenden Karfunkelsteinen angebracht sein, die Nachtslicht spenden.
00:12:56: Selbst das Bett des Herrschers besteht laut Brief aus Saphir.
00:13:00: Merkwürdigerweise macht all dieser Reichtum ihn im Brief aber nicht zu einem dekadenten Herrscher.
00:13:06: Sein Land soll gleichzeitig moralisch beinah vollkommen sein – Armut gibt es selbstverständlich nicht!
00:13:12: Fremde werden aufgenommen, Diebstahl und Rau seien unbekannt.
00:13:16: Habgier habe keinen Platz, obwohl buchstäblich Flüsse Edelsteiner aus dem Paradies heranschaffen.
00:13:21: Zugegeben, Habgir lässt sich tatsächlich leichter überwinden wenn Saphire permanent nachgeliefert wird.
00:13:26: Wohlstand gehört somit schlicht und ergreifend zur richtigen Ordnung dieses Reiches.
00:13:31: Johannes besitzt unermessliche Schätze und gilt trotzdem als Frommherrscher weil Macht, Glaube, Überfluss und moralische Vollkommenheit hier zusammengehören sollen.
00:13:41: Das merkt man auch an der Selbstinszenierung des Priesterkönigs.
00:13:44: Wenn Johannes in friedlichen Zeiten ausreitet, wird vor ihm ein schlichtes Holzkreuz getragen.
00:13:50: Es soll ihn daran erinnern dass Christus an einem hölzenden Kreuz gestorben ist.
00:13:54: Direkt danach folgt ein goldenes Gefäß voller Erde.
00:13:57: das wiederum erinnert ihn daran woher der Mensch kommt und wohin sein Körper eines Tages zurückkehrt.
00:14:03: also Vergänglichkeit demut.
00:14:05: Du bist Staub und du wirst wieder zu Staub.
00:14:07: Und anschließend wird ein silbernes Gefäß voller Gold- und Edelsteine hinterhergetragen, damit auch wirklich niemand vergisst, dass der demütige Mann gerade Herr der Herrschenden
00:14:16: ist.".
00:14:16: Man möchte die Demo schließlich nicht übertreiben!
00:14:19: Es ist diese Mischung, die den Johannes des Briefes so interessant erscheint ist – eine Priester UND König, gristliche Demot und weltliche Macht.
00:14:28: Er isst fromm unermesslich reich, erinnert sich an seine Sterbigkeit und lässt gleichzeitig Millionen Soldaten hinter goldenen Kreuzen marschieren….
00:14:35: Dazu kommt ein Reich, das beinahe alles aufnehmen kann was sich europäische Autoren unter dem fernen Osten vorstellen.
00:14:41: Christliche Hoffnung, antike Wundervölker, Paradiesnähe, Edelsteine, unbekannte Tiere und eine politische Ordnung in der anscheinend selbst die Lügen erfolgreich abgeschafft wurden.
00:14:53: Nur sollten wir ab jetzt sauber unterscheiden wer uns was erzählt!
00:14:58: Otto von Freising berichtet elfenhundfünfundviertig in seiner Chronika von einem König und Priester Johannes jenseits von Persien und Armenien, von dem er durch Hugo von Yerbala gehört habe.
00:15:08: Der gewaltige Wunderkatalog kommt rund zwanzig Jahre später aus der Epistole Presbyterie Johannis und ihren wachsenden mittelartlichen Fassungen – das sind zwei unterschiedliche Quellen!
00:15:19: Ein Brief voller Greife, Jungbrunnen und Saphir bitten lässt sich für uns heute relativ bequem als fantastische Literatur behandeln….
00:15:26: Im Zwölfjahrhundert reicht das allerdings nicht, um einen Papst davon abzuhalten den Absender zu erreichen.
00:15:35: Wir erweitern die Quellenliste nun um eine Dritte.
00:15:38: Es ist das Jahr elfhundert siebenundsiebzig.
00:15:41: Jetzt schreibt ein Papst genauer gesagt Alexander der Dritte.
00:15:45: Am sieben und zwanzigsten September wird in Venedik am Rialto ein Schreiben ausgestellt dessen Empfänger ein Mann namens Johannes ist.
00:15:53: Der Brief ist in verschiedenen mittelalterlichen Überlieferungen erhalten.
00:15:57: Eine Fassung findet sich etwa in der Chronik des englischen Geschichtsschreibers Roger von Hoveden und schon die Anrede ist bemerkenswert eindeutig.
00:16:11: Also ungefähr... Das ist zunächst einmal ein Johannes, ein christlicher Johannes Ein mächtiger König irgendwoin Indien, was Alexander in dieser Anrede nicht schreibt ist Priester Johannes.
00:16:32: Ja das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit – ist aber gar keine!
00:16:36: In manchen mittelalterlichen Abschriften taucht zusätzlich eine priesterliche Bezeichnung auf.
00:16:41: andere Fassungen haben sie nicht.
00:16:43: Was also zweifelsfrei die offizielle Antwort des Papstes auf den Wunderbrief aus dem letzten Kapitel war lässt sich schwer sagen.
00:16:51: Die übliche Erzählung lautet meist schön und geradlinig Priester Johannes schreibt nach Europa, der Papst glaubt den Brief und antwortet ihm.
00:17:00: Die Quellen sind leider ein bisschen komplizierter.
00:17:03: Alexander's Schreiben zeigt tatsächlich, dass der Papster einen christlichen Herrscher namens Johannes im Osten für real genug hält um Kontakt mit ihm aufzunehmen.
00:17:12: Ob dieser Johannes aber exakt mit der Figur aus der Epistola-Presbyterie Johannis identisch ist?
00:17:17: Und ob Alexander überhaupt auf diesen Brief reagiert können wir nicht sicher nachweisen!
00:17:21: Aber schauen wir doch einmal in Alexanders Schreiben hinein.
00:17:24: Der Papst erklärt Johannes, er habe von dessen christlichen Glauben seinen guten Werken und seiner Frümmigkeit erfahren.
00:17:30: Und er nennt sogar woher zumindest ein Teil dieser Informationen stammt – von einem Mann namens Philippe.
00:17:36: Alexander bezeichnet ihn als Medikus et Familiaris Noster, unser Arzt-und Vertrauter.
00:17:43: Philipp ist also nicht irgendein Reisen, da der am Pelzlichen Hof auftaucht und zufällig eine gute Geschichte aus Asien mitgebracht hat.
00:17:49: Er gehört zum Umfeld des Papstes Und laut Alexander war Philipp selbst in den östlichen Gebieten unterwegs, wo er mit Personen gesprochen habe die aus dem Reich dieses Johannes stammen sollen.
00:18:00: Wir haben also Philip und Philip hat andere Menschen getroffen.
00:18:03: Diese wiederum haben ihm von Johannes erzählt und Phillip erzählt es schließlich Alexander der daraufhin Johannes schreibt.
00:18:10: Interessant wird das dann bei dem was Philip angeblich erfahren hat?
00:18:14: Johannes wünsche sich so schreibt Alexander Eine genauere Unterweisung in der katholischen Lehre und wolle bestehende Unterschiede zur römischen Kirche klären.
00:18:23: Außerdem habe er zwei recht konkrete Wünsche, eine eigene Kirche in Rom und Rechte bzw einen Altar im Jerusalem.
00:18:31: Passt irgendwie nicht so ganz zum Johannes den wir gerade kennengelernt haben!
00:18:34: Der Herr der Herrschenden dem Zwei-und-Siebzig Könige Tribut zahlen und der alle Menschen unter dem Himmel an Macht und Reichstum übertrifft fragt den Papst nun offenbar nach einer Kirche.
00:18:44: Alexander scheint davon nicht sonderlich beeindruckt zu sein, im Gegenteil.
00:18:48: Der Ton seines Briefes ist freundlich aber durchaus päpstlich.
00:18:51: Johannes wird als Sohn in Christus angesprochen.
00:18:54: Alexander lobbt seinen Glauben.
00:18:56: Martin allerdings gleichzeitig sich auf Reichtum und Macht nicht allzu viel einzubilden.
00:19:02: Geh mächtiger ein Herrscher sei das du demütige Solaire auftreten!
00:19:05: Ausgerechnet Priester Johannes zur Bescheidenheit zu ermahnen nachdem wir seinen eigenen angeblichen Brief gelesen haben ist immerhin konsequent.
00:19:12: Doch Alexander lässt es nicht bei freundlicher Korrespondenz.
00:19:15: Er möchte Philipp zurück schicken, der Weg sei lang und schwierig weshalb der Papst offenbar keinen hochrangigen kirchlichen Gesandten auf diese Reise schicken will.
00:19:23: Phillip kennt die Gegend immerhin bereits.
00:19:25: er weiß um die Information über Johannes und soll nun als Boote fungieren.
00:19:29: Philip soll es sein, der dem König die Lehre und Positionen der römischen Kirche erklärt – von diesem Treffen erhofft sich Alexander eine Antwort.
00:19:38: Vertrauenswürdige Gesandte zurück schicken und ihnen einen mit seinem Siegel versehenen Brief mitgeben, in dem seine Wünsche genauer erläutert werden.
00:19:46: Ein interessantes Detail übrigens – denn der Papst verlangt damit genau das was wir bis heute eben nicht haben!
00:19:52: Eine Antwort von der anderen Seite.
00:19:54: Wir wissen von keinem Brief den Philipp erfolgreich bei Johannes abliefert.
00:19:58: Es gibt keine Rückkehr mit gesanden und kein päpseliges Empfangsprotokoll, indem plötzlich Vertreter eines christlichen Wunderreichs zwischen Greifen- und Edelsteinflüssen Hallow sagen.
00:20:08: Von einer erfolgreichen Mission ist also nichts überliefert.
00:20:12: Gelegentlich liest man deshalb Philipp Sey auf der Suche nach Prisser Johannes verschollen, so einfach ist das leider nicht – wir wissen schlicht nicht was aus der Mission geworden ist!
00:20:21: Was also beweist Alexander Brief nun eigentlich?
00:20:24: Elfhundertsehnundsiebzig hält man im unmittelbaren Umfeld des Papstes Nachrichten über einen christlichen Herrschermosten für ernst genug um einen Booten mit einem offiziellen Schreiben auf die Reise zu schicken.
00:20:34: Ein großer Schritt von der Epistola-Presbyterie Johannis.
00:20:38: Der Wunderbrief, die Greife, Jungbrunnen und Betten aus Saarfür – das kann alles erfunden sein!
00:20:43: Mit Alexander's Brief haben wir dagegen ein reales Stück mittelalterlicher Diplomatie.
00:20:48: Enttäuschend daran ist nur dass dieser Brief Johannes nicht automatisch real werden lässt.
00:20:54: Fass mir also kurz zusammen bei Otto von Freising sehen wir elfhundertfünfundvierzig die Nachricht Hougos von Jabala über einen christlichen Priesterkönig im Osten.
00:21:02: Dieser König spricht elfhundertsechzig in der Epistole Presbyterie Johannes von einem fantastischen Wunderreich.
00:21:08: Und elfhundertsiebenundsiebzig richtet Papst Alexander III ein echtes Schreiben an einen christlichen König Johannes in Indien und versucht über seinen Arzt Philipp Kontakt herzustellen.
00:21:18: Nun wissen ja allerdings immer noch nicht, wer denn nun eigentlich dieser Johannes ist?
00:21:24: Das ist dann einer Podcastfolge die diesen Namen im Titel trägt möglicherweise etwas enttäuschend!
00:21:29: Wir haben schon viele Informationen gesammelt und können uns daraus immer noch keinen eindeutigen Johannes basteln.
00:21:35: Nehmen wir noch einmal Anlauf und beginnen bei der ältesten Quelle, also nicht bei Greifen &
00:21:40: Co.,
00:21:40: sondern bei Otto von Freising und Kapitel III des siebten Buches seiner Chronika Siebe Historia de Duabus Quitertibus.
00:21:49: Otto schreibt dort auf was Hugo von Jabala ihm im Dezember elfhundertfünfundvierzig am päpstlichen Hof erzählt.
00:21:56: Johannes lebe jenseits von Persien und Armenien Er sei König und Priester.
00:22:01: Otto beziehungsweise Hugo, bezeichnend ihn und sein Volk als Nestorianer also als Christen einer östlichen Tradition.
00:22:08: Der Begriff ist etwas unsauber.
00:22:10: was europäischer Autoren häufig pauschal als Nestorianisch bezeichnen gehört in den größeren Zusammenhang der Kirche des Ostens die sich über Persien- und Zentralasien bis weit nach Asien ausgebreitet hatte.
00:22:21: Ein christlicher Herrscher weit im Osten war deshalb grundsätzlich keine Vorstellungen für die man erst Greifen erfinden musste.
00:22:28: Christen lebten dort tatsächlich.
00:22:30: Hugo erzählt allerdings noch mehr, Johannes habe gegen zwei Herrscher gekämpft die Otto als die Samillarden Brüder und Könige der Meda- und Perser bezeichnet.
00:22:39: Drei Tage dauert die Schlacht.
00:22:41: am Ende siegt Johannes.
00:22:43: danach zieht er angeblich weiter nach Westen um Jerusalem zu helfen scheitert aber am Tigris sein her kommt nicht über den Fluss wartet vergeblich darauf dass dieser im Winter zufriedt und zieht schließlich unverrichteter Dinge wieder ab.
00:22:56: Dazu kommt die Abstimmung von den heiligen drei Königen und das Smaragd Zepter.
00:23:00: Das ist Ottos Johannes, noch gänzlich ohne Sandmeer, Jungbrunn- und Millionenarmee hinter fürzehn goldenen Kreuzten – all das kommt erst später mit der Epistole Presbytherie Johannes hinzu!
00:23:13: Wie wir diesen Brief einordnen müssen scheint seit Jahrzehntausendzwanzig relativ klar zu sein.
00:23:17: John Aldewick bezeichnet ihn in seiner Zweitausendzwansich erschienenen Untersuchung Reading Pressster John Cultural Fantasy and its Manuscript Contexts ausdrücklich als Forged Letter.
00:23:28: Einen fingierten bzw gefälschten Brief, der ungefähr elfhundertfünfundsechzig auftaucht und sich anschließend in hunderten Handschriften durch Westeuropa verbreitet – den Verfasser kennen wir bis heute nicht!
00:23:39: Wir wissen auch von keinem Grund ihn in einem Palast irgendwo östlich von Persien zu suchen.
00:23:45: Die ausführlichste Beschreibung des Johannesreiches ist kein Bericht eines gesamten und auch keinen Dokument aus einem nachweisbaren Königreich.
00:23:52: Jemand in Europa oder zumindest im lateinisch-christischen Kulturraum schreibt unter dem Namen eines sagenhaften Herrschers und lässt diesen von einer Welt erzählen, die offenbar alles enthält was für ein ordentliches Wunderreich notwendig erscheint.
00:24:05: Was die Suche zunächst erheblich verkürzt!
00:24:07: Nur erklärt uns das den älteren Bericht Hougos von Jabala noch nicht – wie wir wissen existiert dieser rund zwanzig Jahre vor dem Johannesbrief.
00:24:14: Wir können also nicht einfach sagen, jemand schreibt elfhundertfünfundsechzig eine fantastische Geschichte.
00:24:19: Otto liest sie elfhundfünfundvierzig und erzählt die rückwirkend weiter.
00:24:24: Selbst mittelalterliche Chronisten stoßen bei Zeitreisen irgendwann an methodische Grenzen.
00:24:29: Irgendwas hatte Hugo also gehört – spannend daran ist dass wir einen Teil davon vielleicht sogar benennen können!
00:24:35: Vier Jahre vor seinem Besuch am Päpstischen Hof findet ungefähr viertausend Kilometer östlich von Jerusalem eine Schlacht statt Am neunten September, elfhundert und vierzig Treffen an der Kathuan Steppe nördlich von Samarkand zwei Armeen aufeinander.
00:24:50: Auf der einen Seite steht Ahmad Sanjar Sultan des Großseltschukischen Reichs und zu diesem Zeitpunkt einer der mächtigsten muslimischen Herrscher der Region.
00:24:59: Auf die anderen Seite stehen die Karakitai auch westliche Liao genannt unter Yelü Dashi.
00:25:06: Yelu Dashi stammt aus der Herrschervamilie der Liao-Dinastie in Nord China.
00:25:12: Nachdem dieser Anfang des zwölften Jahrhunderts untergeht, zieht er mit Anhängern nach Westen und baut in Zentralasien ein neues Reich auf.
00:25:19: Er trägt dort den Titel Gür Kahn – ungefähr Universeller oder allumfassender Kahn.
00:25:25: Bei Katwan schlägt seine Armee Sanjas Truppen vernichtend.
00:25:29: Sanja entkommt aber seine Frau-und zahlreiche hochrangige Männer graten in Gefangenschaft.
00:25:35: Die Niederlage erschüttert seine Stellung in Zentralsien erheblich.
00:25:39: Wir haben hier ein reales Ereignis und vier Jahre später steht Hugo von Jabala in Europa und berichtet von einem mächtigen Herrscher aus dem Osten, der die Könige der Mäder-und Persa besiegt habe.
00:25:49: Klingt als sollten wir uns das mal genauer anschauen!
00:25:53: Die Historikerin Michel Biran, die mit The Empire of the Karakitai in Eurasian History eine der grundlegenden modernen Untersuchungen dieses Reichs vorgelegt hat behandelt Kathuan entsprechend als wichtigen Hintergrund für die Entstehung der Johannes-Legende.
00:26:08: Auch die Encyclopädia Iranica sieht im Sieg der Karakitai über Sultan Sanjar, den historischen Kern, der in Hugo's Bericht weiterverarbeitet worden sein könnte.
00:26:17: Selbst Ottos merkwürdige Samyarden werden dadurch plötzlich interessant – denn Sanjar lässt sich bei einer Weitergabe über mehrere Sprachen Personen und einige Tausend Kilometer zumindest sehr viel leicht in Samyard verwandeln als in einen Safir.
00:26:31: Das heißt natürlich noch nicht das Yuli-Dashi Priester Johannes war!
00:26:35: Dafür müsste er zunächst eine relativ wichtigste Einstellungsvoraussetzung erfüllen.
00:26:39: Christ sei, war er aber nicht!
00:26:42: Die Karakitei prachten Traditionen der Liao aus Nordchina mit – darunter buddhistische Elemente und Yelü Dashi ist jedenfalls nicht als christlicher Priesterkönig überliefert.
00:26:52: In seinem Reich lebten allerdings verschiedene Religionen nebeneinander.
00:26:55: Darunter befanden sich auch Gemeinden der Kirche des Ostens.
00:26:59: Frei nach dem stille Postprinzip könnte man so zumindest nachvollziehen, wie eine Nachricht unterwegs Änderungen durchläuft.
00:27:05: Irgendwo weit im Osten gibt es tatsächlich Christen!
00:27:09: Aus derselben schwer überschaubaren Gegend kommt die Nachricht von einem nicht-muslimischen Herrscher der einen der mächtigsten muslimischen Sultane besiegt.
00:27:16: Diese Nachricht wandert Gen Weston.
00:27:18: und schließlich erzählt ein syrischer Bischof am pfiffslichen Hof von einem christlichen König und Priester, der Persa und Mäder vernichtend geschlagen habe.
00:27:25: Dazwischen fehlen dann ein paar Schritte – genau genommen Alle.
00:27:29: Denn wir wissen nicht, weren Hugo die Geschichte erzählt hat?
00:27:32: Wann er sie hörte und in welcher Form?
00:27:34: Wir können nicht an irgendeinen Zwischenhalt nachsehen ob Yelü Dashi dort noch Buddhist war und drei Handelsschädte später plötzlich Johannes hieß Aber Katwan liefert zumindest einen historischen Vorgang der überraschend gut zu einem Kern von Hugo's Geschichte passt.
00:27:48: Der Rest könnte unterwegs gewachsen sein.
00:27:50: Auch der Name Johannes hat zu verschiedenen Erklärungsversuchen geführt.
00:27:54: Eine ältere Theorie versucht beispielsweise, Yellow Dashi's Titel Gürkan über sprachliche Verformungen mit Johannes in Verbindung zu bringen.
00:28:02: Das findet man bis heute häufig als Erklärung – doch schon der Ostasien-Historiker Igor de Rachewilds hielt eine rein phonetische Ableitung von Gürkhan zu Johannes für unwahrscheinlich.
00:28:12: Andere Titel und christlichen Namestraditionen in Zentralasien wurden ebenfalls vorgeschlagen.
00:28:17: Ein überzeugender Beweis dafür wie aus einem Titel oder Namen schließlich Johannes wurde… fehlt!
00:28:22: Und auch Yelü Dashi selbst löst unser Rätsel nicht auf.
00:28:26: Dafür stimmen zu viele Dinge nicht, er ist kein Priester, kein Christ zieht nach Katwan – nicht zur Befreiung Jerusalems stammt nicht von den heiligen drei Königen ab und sein Zepter scheint mineralogisch ebenfalls weitgehend unauffällig gewesen zu sein!
00:28:38: Er isst kein historischer Priester Johannes, könnte aber sehr gut zu dem Material gehören aus dem Priester Johannes entstanden ist… was für unsere Suche letztlich sehr spannend ist... Der Johannes-Brief hat uns ein Reich geliefert, dass wir guten Gewissens ins Reich der Literatur verschieben können.
00:28:53: Hugo's Johannes ist schwieriger und einmal in Europa angekommen, verschwindet dieser Johannes nicht wieder!
00:28:58: Im Gegenteil – In den nächsten Jahrhunderten wird man ihn mit immer neuen realen Herrschern verbinden.
00:29:03: Sein Reich wandert über Karten reisende Fragen selbst nach ihm.
00:29:07: Gesandte Glauben verwandte unter Nachfolger gefunden zu haben.
00:29:10: Selbst nachdem Asien langsam besser bekannt wird und an den erwarteten Stellen kein Saphir-Palast auftaucht, erledigt sich das Problem erstaunlicherweise nicht.
00:29:19: Johannes zieht einfach um.
00:29:21: Dabei hilft ihm ein Wort, dass in unseren Quellen schon die ganze Zeit herumliegt – Indien!
00:29:27: Heute klingt es noch einer ziemlich brauchbaren Ortsangabe.
00:29:30: Man öffnet eine Karte, zeigt auf dem indischen Subkontinent und die Angelegenheit ist im Wesentlichen erledigend.
00:29:36: Im Mittelalter bekommt man für dieselbe Aufgabe erheblich mehr Karte.
00:29:39: Was europäische Autoren unter Indien verstanden, konnte sehr unterschiedliche Gebiete umfassen.
00:29:44: Das ist für Priester Johannes ausgesprochen nützlich.
00:29:47: und wo dieses Indien eigentlich lag, das klärt jetzt schwer.
00:29:52: Wenn Tim sagt dass Priester Johannis irgendwo in Indien leben soll haben wir sofort eine ziemlich konkrete Form auf der Landkarte vor Augen.
00:30:02: Indien is ein Staat!
00:30:03: Wir wissen wo seine Grenzen liegen und wenn dort jemand ein riesiges christliches Königreich versteckt hätte wäre das vermutlich irgendwann aufgefallen.
00:30:13: Im Mittelalter funktioniert dieser Begriff allerdings deutlich anders, wenn europäische Autoren von India oder den verschiedenen Indien sprechen, meinen sie nicht zwangsläufig das Gebiet des heutigen Staates Indien.
00:30:27: Der Name kann sehr viel größere und vor allem ziemlich unterschiedlich abgegrenzte Teile damals bekannten bzw vermuteten Welt umfassen.
00:30:38: Im mittelalterlichen Texten begegnet deshalb auch die Vorstellung von mehreren Indien, häufig den sogenannten drei Indien.
00:30:46: Je nach Autor und Epoche konnten damit verschiedene Gebiete Süd- und Ostasiens verbunden werden.
00:30:52: Teilweise reichte diese geografische Vorstellung sogar bis in Regionen, die wir heute Ostafrika zuordnen würden.
00:31:00: Indien war also weniger eine sauber gezogene Fläche auf einer modernen politischen Karte als eine Bezeichnung für einen riesigen und aus europäischer Sicht nur teilweise bekannten Osten.
00:31:13: Und dieser letzter Punkt ist wichtig, denn das Mittelalterlich Europa war keineswegs vollkommen ahnungslos was jenseits des Mittelmeer lag.
00:31:22: Es gab Handelskontakte Reiseberichte Diplomatische Nachrichten und ältere geografische Literatur.
00:31:30: Das Problem war eher, dass sehr unterschiedliche Arten von Wissen nebeneinander standen.
00:31:36: Eine Information konnte auf einem tatsächlichen Reisebericht beruhen – die nächste auf einem antiken Autor, eine weitere auf der Bibel oder einer Geschichte, die seit Jahrhunderten abgeschrieben wurde.
00:31:47: Vor allem über Zentralasien, Indien und die Küsten des indischen Ozeans hatten West-Europäer vor der Mitte des dreizehn Jahrhunderts kaum Wissen aus eigener Anschauung.
00:32:00: Dadurch konnte etwas entstehen, das aus heutiger Sicht erst einmal merkwürdig wirkt.
00:32:05: Eine geografische Beschreibung musste nicht vollständig erfunden sein nur weil Dinge darin auftauchen die wir heute eindeutig der Fantastik zuordnen würden.
00:32:15: Ein gutes Beispiel dafür sind die sogenannten Oneness of the East Die Wunder des Ostens.
00:32:21: Diese Tradition ist viel älter als Priester Johannes Schon.
00:32:25: Anticautoren beschreiben weit entfernte Länder als Heimat ungewöhnlicher Tiere, Pflanzen und Menschen.
00:32:32: Und mittelalterliche Texte über Namen unterweiteten solche Vorstellungen.
00:32:36: Eine erhaltende englische Fassung aus dem elften oder zwölften Jahrhundert ließ sich stellenweise fast wie ein Reiseführer durch einer Welt voller Monster.
00:32:46: Einzelne Wesen und Völker werden beschrieben ihre körperlichen Merkmale erklärt und ihr Lebensraum angegeben.
00:32:53: Viele dieser Motive gehen wiederum auf wesentlich ältere, antike Quellen zurück.
00:32:58: Wenn der Johannes-Brief also von Riesen zu Kloppen, Greifen und anderen merkwürdigen Bewohnern seines Reiches erzählt erfindet sein Autor nicht einfach aus dem Nichts eine Fantasy Welt.
00:33:09: Er greift auf einen bereits vorhandenen Wissens- und Erzählbestand über den fernen Osten zurück.
00:33:16: Für seine Leser konnten diese Dinge deshalb in einen geografischen Rahmen gehören, den sie aus anderen Texten bereits kannten.
00:33:23: Genau diese älteren Vorstellungen von Indien und dem Wunder des Ostens gehören nach heutiger Forschung zu den wichtigsten Bausteinen, aus denen das Reich des Priester Johannes zusammengesetzt wurde.
00:33:35: Dazu kommt ein Detail dass die Sache noch glaubwürdiger machen konnte.
00:33:39: Christen gab es in diesen weit entfernten Regionen tatsächlich.
00:33:44: Die Kirche des Ostens hatte sich schon lange vor der Entstehung der Johannes-Legende weit über Persien hinaus ausgebreitet.
00:33:51: Entlang der Handelswege Zentralasiens entstanden christliche Gemeinden und die Ausbreitung reichte schließlich bis nach China.
00:34:00: Wir haben dafür nicht nur spätere europäische Erzählungen, sondern syrische persische soktische und chinesische Texte sowie archäologische Zeugnisse.
00:34:11: In Orten Wiesermarkand und anderen Zentren zentral Asiens waren Christen der Kirche des Ostens über Jahrhunderte präsent.
00:34:19: Und damit wird verständlicher, warum eine Nachricht über einen christlichen Herrscher irgendwo weit im Osten nicht automatisch absurd klingen musste?
00:34:29: Der Priesterkönig und sein gigantisches Wunderreich sind damit natürlich noch lange nicht real.
00:34:35: Aber der Osten war eben auch nicht einfach eine vollkommene, unbekannte Fläche auf die jemand wahrlos ein kirisliches Königreich gemalt hatte.
00:34:44: Es gab reale Christen, reale Reiche und reale Handelswege Daneben aber große Wissenslücken in den jahrhundertealte geografische Vorstellung weiterlebten.
00:34:55: Das ist möglicherweise der entscheidende Unterschied zu unseren heutigen Erwartungen an eine Landkarte.
00:35:02: Wenn wir einen Ort nicht finden, können wir seine Koordinaten überprüfen, Satellitenbilder ansehen oder ziemlich schnell feststellen ob dort überhaupt Platz für ein ganzes Königreich wäre.
00:35:13: Im zwölften Jahrhundert konnte die Antwort auf wo liegt dieses Reich genau?
00:35:18: Einfach lauten irgendwo weiter östlich.
00:35:21: Und sobald Reisende einen Teil dieser Welt besser kennenlernten und Johannes dort nicht fanden, war damit noch längst nicht jede denkbare Region dieses gewaltigen Indien überprüft.
00:35:32: Das Reich musste also nicht sofort verschwinden – es konnte einfach weiterziehen!
00:35:37: Und genau das wird es auch
00:35:39: tun.".
00:35:42: Zweres ausgesprochen großzügiges Mittelattelches Indien braucht wir auch direkt.
00:35:46: Denn im dreizehnten Jahrhundert geschieht nun etwas, dass für Priester Johannes eigentlich gefährlich werden müsste….
00:35:51: Menschen aus Westeuropa reisen tatsächlich tief in jene Gebiete, in denen man sein Reich seit einer Weile vermutet.
00:35:57: Der Grund dafür ist allerdings weniger die wissenschaftliche Neugier als eine Armee.
00:36:02: Unter Gingiskan und seinen Nachfolgernden steht innerhalb weniger Jahrzehnte das Mongolische Reich.
00:36:08: Mongolische Truppen erobern große Teile Zentralasienz, ziehen durch die Russe und stehen twelvehundertundvierzig schließlich in Polen und Ungarn.
00:36:16: Spätestens jetzt ist der ferne Osten für europäische Herrscher kein angenehmes Dammelbecken mehr für Greife, Christen und Saphir Betten.
00:36:23: Von dort kommen Menschen mit Pferden und Waffen – und die Frage danach, wer diese Menschen eigentlich sind bekommt eine gewisse Dringlichkeit!
00:36:30: Papst Innozenz IV schickt deshalb twelvehundertfünfundviertzig mehrere Gesandschaften zu den Mongolen.
00:36:37: Einer seiner Gesandten ist der Franziskana Johannis de Plano Capini.
00:36:41: Kapini ist bereits ungefähr sechzig Jahre alt und bekommt für seinen Lebensabend eine Aufgabe, die unter modernen Arbeitsbedingungen vermutlich mindestens eine Gefährdungsbeurteilung erfordert hätte.
00:36:50: Einmal quer durch die eurasische Steppe zum Hof der Mongolen und idealerweise wieder zurück.
00:36:56: Er reist über Brümmen, Polen und Kiew weiter nach Osten und erreicht zwölfhundertsechsundvierzig das Mongolische Herrschaftszentrum.
00:37:04: Dort erlebt er die Erhebung Güyüks zum Groskahn- und Überbringtesschreiben des Papstes.
00:37:09: Güyüks Antwort ist diplomatisch zumindest überschaubar.
00:37:13: Sinngemäß erwartet er vor allem, dass der Papst und die christlichen Herrscher persönlich erscheinen und sich den Mongolen unterwerfen.
00:37:20: Kapini darf immerhin trotzdem wieder nach Hause – und dort schreibt er!
00:37:24: Sein Bericht, die Historia Mongalorum, ist für Europa eine der frühesten ausführlichen Darstellungen des Mongolienreiches aus eigener westlicher Anschauung.
00:37:33: Kapini beschreibt Landschaften, Bräuche, Herrschaftsstrukturen, militärische Organisation und ziemlich detailliert auch die Frage wie man gegen Mongolien Krieg führen könnte.
00:37:43: Was angesichts des ursprünglichen Reiseanlasses nachvollziehbar ist.
00:37:47: Schließlich kommt er auf Indien – genauer gesagt auf India-Major Großindien.
00:37:53: Gingis Khan erzählt Kapini aber eines seiner Herren zunächst gegen ein kleineres Indien geschickt.
00:37:59: Danach sei dieses her gegen die Christen von Großindienen gezogen….
00:38:02: Und dort regiert laut Cappini Rex, Terre, Ilius, Quivolgo, Presbiter Johannes Appellatur.
00:38:11: Der König dieses Landes der allgemeinen Priester Johannes genannt werde.
00:38:15: Da ist er wieder!
00:38:16: Nur besitzt dieser Johannes keine Millionenarmee – vermutlich keinen Jungbrunnen greifen und vorerst auch keiner auffälligen Schlafzimmermöbel.
00:38:24: Dafür besitze er eine etwas experimentellere Waffenabteilung.
00:38:28: Capini erzählt, der König habe kupferne Figuren von Männern herstellen und auf Pferde sitzen lassen.
00:38:33: In diesen Figuren brenne Feuer.
00:38:35: Hinter ihnen sitzen Männer mit Blasebelgen die irgendetwas in die Flammen geben und kräftig hineinblasen.
00:38:41: Rauch-und Feuer treiben den Mongolen beziehungsweise ihren Pferden entgegen.
00:38:45: Gleichzeitig schießen die Soldaten des Johannes Pfeile.
00:38:48: Die Mongolien ziehen sich zurück.
00:38:51: Was genau Capini hier beschreibt lässt sich nicht sehr zuverlässig rekonstruieren.
00:38:56: Er selbst sagt dass er nicht weiß, welche Substanz ins Feuer gegeben worden sei.
00:39:01: Die Stelle wurde später gern mit griechischem Feuer oder ähnlichen Brandmitteln erklärt aber Carpini liefert natürlich keine chemische Analyse.
00:39:08: Entscheidend ist hier sowieso etwas anderes.
00:39:10: Er war wirklich in Zentralasien und hatte den Mongolischen Hof erreicht Mit Menschen gesprochen und Informationen über deren Eroberungen gesammelt.
00:39:18: Trotz allem übernimmt auch er eine Geschichte über einen Priester Johannes ohne zu behaupten ihn getroffen oder sein Reich besucht zu haben.
00:39:25: Priester Johannes taucht bei Cappini innerhalb der Erzählung über frühere mongolische Feldzüge auf.
00:39:31: Die Reise in den Osten hat aus Johannes damit noch keinen überprüfbaren Herrscher gemacht, sie gibt ihm zunächst nur eine neue Geschichte!
00:39:38: Dann macht sich ein paar Jahre später der nächste Franziskana auf dem Weg.
00:39:42: Wilhelm von Ruhbrock reist zwölfhundertdreinfünfzig in das Mongolenreich.
00:39:47: Er steht im Umfeld des französischen Königs Ludwig IX, befindet sich nachdessen gescheitertem Kreuzzug im Nahen Osten und möchte unter anderem christliche Gefangene bzw.
00:39:56: Gemeinden erreichen.
00:39:58: Daraus wird eine Reise bis an den Hof des Großkarns Mönke.
00:40:02: Rupruck schreibt anschließend seinen eigenen Bericht heute meist schlicht als Itinerarium bezeichnet.
00:40:08: Dabei erweist sich Rupruk dankenswerterweise als nicht sonderlich leicht gläubig.
00:40:13: Das merkt man besonders, als er auf Priester Johannes zu sprechen kommt.
00:40:16: Rupruk erzählt von einem Volk namens Neiman.
00:40:19: Unter ihnen habe ein mächtiger, Nestorianischer Hürte beziehungsweise Herrscher gelebt der sich nach dem Tod eines anderen Kans zum König erhoben habe.
00:40:28: Die dortigen Christen hätten ihn König Johannes genannt.
00:40:31: Anschließend folgt nun Rupruksbewertung dieser Geschichte.
00:40:34: die Nesterianer hätten über ihn Dinge erzählt die zehnmal größer gewesen sein als die Wahrheit.
00:40:40: Das ist bei ihnen ohnehin so Out of nothing they will make a great story.
00:40:44: Aus dem Nichts machen sie eine große Geschichte.
00:40:47: Ein mittelalterlicher Franziskana reist also tatsächlich in die Gegend, in der Europäer das Reich des Johannes vermuten und sein Beitrag zur Debatte lautet ungefähr ... Ja, die Story kenne ich!
00:40:57: Ihr solltet den Leuten diese erzählen vielleicht nicht jedes Wort abkaufen.
00:41:01: Ubrook geht aber noch weiter.
00:41:02: Er schreibt, er selbst sei durch die Weidegebiete dieses angeblichen Königs Johannes gereist.
00:41:07: Dort habe kaum jemand etwas über ihn gewusst, abgesehen von einigen Nestorianern.
00:41:12: Das sind für unseren Saphir-Bettbesitzer keine besonders guten Umfragewerte.
00:41:16: Allerdings wird Rupruks Bericht danach nicht übersichtlicher, sein König Johannes habe einen Bruder namens Unk gehabt – ebenfalls einen mächtigen Herrscher!
00:41:25: Unk lebt bei Rupruk in einem Gebiet das mit den Kiraiten bzw.
00:41:29: Verwandtengruppen der mongolischen Steppe verbunden wird und hier gelangen wir tatsächlich an Personen die wir aus anderen historischen Quellen kennen.
00:41:37: Hinter Rupruks Unk lässt sich ziemlich gut Turgril, der Herrscher der Keraiten erkennen.
00:41:42: Turgrill trägt den chinesischen Titel Wang Kahn, der in westlichen Texten als ong-, um- oder eben unk auftauchen kann.
00:41:50: Er gehört zu den mächtigsten Herrschern der Steppe, unmittelbar vor dem Aufstieg Genghis Khanes und ist zunächst ein enger verbündeter Timüchi.
00:41:57: Die Beziehung funktioniert zumindest eine Weile.
00:42:00: Zwei von drei besiegt Timüchin die Keraitin – Turgrills flieht und wird kurz darauf getötet.
00:42:06: Aus religiöser Sicht ist die Sache insofern interessant, als dass unter den Keraiten die Kirche des Ostens stark vertreten war.
00:42:12: Allen Taufscheinen haben der Turgrill damit aber nicht ausgestellt – Die Quellen über seine eigene religiöse Zugehörigkeit sind weniger eindeutig als die christliche Prägung großer Teile seines Umfelds und Rupruck macht Turgril ohnehin nicht einfach zu Briefer Johannes.
00:42:26: Sein König Johannes und Ung sind in seiner Erzählung zwei verschiedene miteinander verwandte Herrscher.
00:42:32: Wer hinter Rupruk's Johannes historisch stehen könnte, ist ebenfalls diskutiert worden.
00:42:36: Häufig wird er mit Küchlük einem Herrscher der Neimanen verbunden.
00:42:40: Küchlyk übernimmt Anfang des dreizehnten Jahrhunderts die Macht im Reich der Karakitai – also ausgerechnet in jenem Reich bei dem wir vorhin schon mit Yelü Dashi gelandet sind.
00:42:49: Am Ende liefert uns Rupruck keine Lösung namens Priester Johannes es gleich Togriel.
00:42:54: Er berichtet selbst von mehreren Figuren und macht sich gleichzeitig darüber lustig wie sehr die Geschichte über Johannes aufgeblasen worden sei.
00:43:00: Ein paar Jahrzehnte später hat Marco Polo damit deutlich weniger Probleme.
00:43:05: In seinem Reisebericht wird aus Uncan ausdrücklich der Herrscher, den die Europäer Priester Johannes nennt.
00:43:11: Polo erzählt von der Zeit vor dem Aufstieg Gingis Khans – Die Tatarin hätten zunächst unter der Herrschaft Uncans gestanden und ihm Tribut gezahlt.
00:43:20: Als ihre Zahl und Macht wachsen versucht Uncan sie zu kontrollieren!
00:43:24: Sie entziehen sich seiner Herrschaft, Gingiskahn steigt auf und irgendwann stehen beide gegeneinander.
00:43:29: Bei Polo kommt sogar noch eine Heiratsgeschichte hinzu.
00:43:32: Gingis Khan will einer Tochter Priester Johannes' heiraten, Johannes lehnt ab und es kommt zum Krieg den Johannes letztendlich verliert.
00:43:41: So gelangt ein europäischer Leser Ende des dreizehnten Jahrhunderts plötzlich zu einer ausgesprochen handlichen Erklärung.
00:43:46: Natürlich findet man das riesige Reich von Priester-Johannes nicht mehr.
00:43:50: Gingskan hat es besiegt!
00:43:52: Nur belässt es Marco Polo nicht dabei – weiter östlich beschreibt er die Provinz Tenduk die meist im Bereich des heutigen nördlichen China beziehungsweise der inneren Mongolei lokalisiert wird.
00:44:02: Dort herrscher ein christlicher König namens Georg, eine Nachfahre des Johannes.
00:44:07: Seine Familie regiere weiterhin über einen Teil des alten Reiches nun allerdings unter der Oberherrschaft des Großkarns.
00:44:14: Marco erklärt sogar Nintendo habe früher der Hauptsitz des Priester Johannes gelegen.
00:44:19: Auf einmal hat unser Johannes also einen Wohnort inklusive Erben.
00:44:22: Doch auch Marco Polo findet keinen Fluss aus Edelstein und berichtet auch nicht, Georg müsse morgens aus einem Safia-Wett gemeißelt werden.
00:44:30: Aber ersetzt Priester Johannes in eine reale politische Landschaft verbindet ihn mit der Vorgeschichte der Mongolen und hängt noch eine existierende christliche Dynastie an ihm.
00:44:38: Einerseits praktisch – nur die historischen Fakten teuer ist natürlich fragwürdig!
00:44:43: Denn Marco schreibt seinen Bericht Jahrzehnte nach den Ereignissen um Togriel und Genghis Khan nieder….
00:44:49: Er gibt selbst bei der ersten Einführung in Unkaans an, manche hielten diesen Namen für das Delbevi des europäische Priester Johannes.
00:44:57: Schon in seiner Formulierung steckt also eine vorhandene Identifikation die er übernimmt.
00:45:01: Spannend ist was hier passiert als Europäische Reisende nach und nach mehr über Asien erfahren – sie finden schlichtweg keine Hauptstadt des Priesterkönigs!
00:45:10: Dattessen finden sie Neimanen, Kiraiten, christliche Gemeinden, mongolische Herrscher und eine politische Geschichte die wesentlich komplizierter ist als die alte Vorstellung eines riesigen christlichen Reiches irgendwo hinter Persien.
00:45:23: Und trotzdem wird Johannes immer noch nicht verschwinden?
00:45:27: Ja der Platz in Asien wird langsam knapp aber wenn Johannes bis hierhin eines bewiesen hat dann doch dass er in puncto Umzügen äußerst flexibel zu sein scheint.
00:45:37: Asien werden also langsam eng Ungünstig für ein sagenhaftes Königreich von enormen Ausmaß.
00:45:44: Es zieht also einfach um, im vierzehnten Jahrhundert beginnt es sich nach Afrika zu verschieben – das ist natürlich deutlich verkürzt, niemand wacht an einem Dienstagbogen auf, schnitt das Reich aus einer Karte aus und klebt es südlich von Ägypten wieder ein.
00:45:56: Die asiatischen Vorstellungen bleiben durchaus noch lange bestehen aber gleichzeitig taucht in europäischen Texten und Karten zunehmend eine andere Gedanke auf.
00:46:05: Vielleicht befindet sich der große christliche Herrscher gar nicht irgendwo hinter Persien bei den Mongolen oder im nördlichen China, sondern eben in Afrika.
00:46:14: Einer der frühen Texte, bei denen diese Verschiebung sichtbar wird, stammt von Jordanus Catalani.
00:46:20: Jordanus ist Dominikaner und reist im frühem XIV.
00:46:23: Jahrhundert selbst nach Asien.
00:46:25: Wahrscheinlich zwischen thirteenhundertundzwanzig und treizehnhundertachtunddreißig verfasst er seine Mirabilia Descripta – die Beschreibung der Wunder.
00:46:34: Der Titel hält durchaus, was er verspricht.
00:46:37: Jordanus unterscheidet mehrere Indien darunter eine India Tertia – ein drittes Indien das geografisch bereits in Richtung Afrika weißt.
00:46:46: Dann beschreibt der Äthiopien Ein gewaltiges heißes Land voller Edelsteine giftiger Tiere und natürlich auch Greife die goldene Berge bewachen.
00:46:55: Johannes scheint sein Zoo also mitgenommen zu haben.
00:46:58: Aber ernsthaft, interessanter als die Greife ist der Herrscher dieses Landes.
00:47:03: Jordanus schreibt, erhalte ihn für mächtiger als jeden anderen Menschen der Welt.
00:47:08: Zweiundfünfzigreiche Könige sollen ihm unterstehen – die Bewohner seien Christen wenn auch aus römischer Sicht Heretika!
00:47:17: Beta wird genau dieser mächtige christliche Herrschers-Ethiopiens mit Priester Johannes verbunden.
00:47:21: Jordanus gehört damit zu den frühesten europäischen Autoren, bei denen die alte asiatische Johannes-Vorstellung klar in einen afrikanischen Zusammenhang rutscht.
00:47:30: Es dauert nicht lange und genau das landet ganz konkret auf einer Karte.
00:47:35: Angelino Dulce hat ein auf Mallorca arbeitender Kartograph fertigt eine große Portolan-Karte an.
00:47:43: Solche Seekarten sind eigentlich besonders stark bei Küsten, Häfen und Seewegen.
00:47:48: Dulzat nutzt den freien Platz im Landesinneren allerdings auch für Herrscher, Fahnen, Städte und erklärende Texte.
00:47:55: In Nordostafrika finden wir einen muslimischen König der – so die Beschriftung – Ständigkrieg gegen die Christen von Nubien-und Äthiopien führe.
00:48:05: Und diese Christen stünden unter?
00:48:07: Presto Ioan Cristiano Negro.
00:48:10: Priester Johannes dem Schwarzen Christen.
00:48:14: Damit ist der Mann ziemlich weit weg von Yelü Dashi, Thurgrill und den Neimanen.
00:48:19: Und bemerkenswert ist, Dulcet verbindet Johannes ganz konkret mit Nubien-und Äthiopien.
00:48:25: Er legt damit eine europäische Legendenfigur über reale christliche Reiche und Gemeinschaften Nordostafrikas.
00:48:31: Natürlich ist die Sache auch thirteenhundertdreißig noch lange nicht sauber sortiert – das sieht man gut im Anonym Libro del Cono Cimiento de Todos Los Reynos, dem Buch der Kenntnis aller Königreiche.
00:48:43: Das gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts entsteht.
00:48:46: Der Text ist eine geografische Reisebeschreibung, deren Verfasser angeblich durch unzählige Länder gezogen ist.
00:48:52: Ob diese Reise tatsächlich stattgefunden hat?
00:48:54: Ist eine andere Frage.
00:48:56: Als Quelle dafür wie man sich die Welt in Kastilien vorstellte, ist das Buch jedoch ausgesprochen interessant!
00:49:02: Dort begegnet uns in Nordostafrika zunächst ein mächtiger christlicher Herrscher mit einem Namen beziehungsweise Titel, der sich als Diener des Kreuzes verstehen lässt.
00:49:11: Dahinter steckt sehr wahrscheinlich Wissen über den etiopischen Kaiser Emda Seyon I., der von thirteenhundert vierzehn bis dreizehnhundertvierzig regiert.
00:49:20: Sein Thronname Gebra Meskel bedeutet Dienern des Kreuzzes.
00:49:25: Über die arabische Form konnte daraus in europäischen Texten einen Name werden, der entsprechend fremd aussieht.
00:49:31: Wir haben also Nachrichten über einen wirklichen etiopischen Herrscher, der im Libro del Cuno Chimiento noch nicht einfach Priester Johannes ist.
00:49:39: Der taucht aber immerhin direkt daneben auf als Patriarch von Nubien und Etopien beschrieben – da über zahlreiche christliche Länder- und Städte herrschen!
00:49:47: Wir haben auch die alte europäische Geschichte vom Priester Johannis und auf der anderen kommen Informationen über ein tatsächlich existierendes Christliches Reich am Horn von Afrika und einem mächtigen etiopian Kaiser hinzu….
00:50:01: An genau dieser Stelle taucht über Priester Johannes gern eine Geschichte auf, die diesen Übergang ausgesprochen bequem erklären würde.
00:50:09: Im Jahr Dreizehnhundert sechs – so wurde lange erzählt – sei eine etiopische Gesandschaft nach Europa gekommen.
00:50:14: Rund dreißig Männer hatten unter anderem Avignon und Rom besucht und seien auf dem Rückweg in Genua aufgehalten worden.
00:50:21: Dort habe der Geistliche und Kartograph Giovanni da Carignano mit ihnen gesprochen.
00:50:30: Fall abgeschlossen.
00:50:32: Leider hat die Historikerin Verena Krebs, in den letzten Jahren, diese Geschichte noch einmal ziemlich gründlich auseinandergenommen.
00:50:39: Die angebliche Gesandschaft begrüßt uns nicht im zeitgenössischen etiopischen diplomatischen Quellen und auch nicht in europäischen Archiven einer Form, die eine solche Mission nachweisen würde.
00:50:49: Der Bericht auf dem die Geschichte wesentlich beruht stammt aus dem späteren Supplementum chronicarum von Jacopo Filippo Foresti.
00:50:58: Foresti wiederum behauptet, Informationen aus einer älteren Beschreibung übernommen zu haben die mit Kareniano in Verbindung gebracht wurde.
00:51:05: Karenianos Karte existiert heute nicht mehr.
00:51:08: sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
00:51:11: Krebs hat deshalb untersucht woher Foresti seine Angaben überhaupt beziehen konnte.
00:51:15: ihr Ergebnis fällt für die berühmte Gesellschaft ziemlich schlecht aus.
00:51:19: ein erheblicher Teil lässt sich auf lateinisch christliche Texte und bereits vorhandene Johannes Vorstellungen zurückführen.
00:51:25: Einen belastbaren Nachweis für eine offizielle etiopische Gesandtschaft von Dreizehundert sechs gibt es nicht.
00:51:31: Krebs formuliert es entsprechend deutlich, diese Gesellschaft sollte in der Forschung nicht länger als historisches Ereignis behandelt werden.
00:51:38: Es wird natürlich trotzdem Besuch aus Äthiopien geben nur eben etwas später.
00:51:43: Föhnzehnhundert zwei erreicht die erste heute sicher dokumentierte etiobische gesandschaft Latein Europa.
00:51:49: Aus diesem Kontakt entsteht unter anderem ein bemerkenswertes Dokument, das Iterne Venetis ad India.
00:51:57: Eine Beschreibung des Weges von Venedig in das Reich, dass europäische Autorinnen weiterhin mit Priester Johannes verbinden.
00:52:03: Dazu gehört sogar ein kleines am Harich italienisches Wörtherverzeichnis – das ist ein ziemlich großer Unterschied zu den Nachrichtenketten, mit denen wir im zwölften Jahrhundert angefangen haben!
00:52:13: Jetzt können Menschen in Europa tatsächlich mit Äthiopiern sprechen und einzelne Wörter ihrer Sprache aufschreiben….
00:52:18: Doch Johannes, der bleibt hartnäckig.
00:52:21: Das neue Wissen macht seine etiopische Existenz in europäischen Augen zunächst nur konkreter.
00:52:26: In den folgenden Jahrzehnten kommen etiobische Pilger geistliche und Gesandte nach Europa.
00:52:31: Besonders während des Konzils von Florenz in den Vierzehnundvierziger Jahren sind etiope Kläriker in Italien präsent.
00:52:39: Venedig bietet durch seine Verbindungen in den östlichen Mittelmeerraum ohnehin einen geeigneten Ort an dem Nachrichten aus Nordostafrika zusammenlaufen Und dort arbeitet ungefähr zur selben Zeit ein Mönch an einer Weltkarte.
00:52:50: Fra Mauro.
00:52:52: Seine um die Mitte des fünften Jahrhunderts entstandene Mapamondo gehört zu den beeindruckendsten Karten des Spätmittelalters und für uns ist besonders Ethiopien interessant.
00:53:02: Fra Mauro sagt selbst, dass er bei seiner Darstellung Informationen von Menschen nutzen konnte, die aus der Region stammten.
00:53:08: Auf seiner Karte finden sich entsprechend zahlreiche etiopische Ortsnamen und geografische Einzelheiten.
00:53:14: Wir sehen hier also keinen Kartografen mehr, der über Afrikaner ein paar antike Namen aus Plinius abschreibt.
00:53:19: Er besitzt erstaunlich konkrete Informationen.
00:53:22: und wer sitzt da mittendrin?
00:53:24: Natürlich Priester Johannes!
00:53:26: Eine der Beschriftungen erklärt dieser König von Apesinien hat viele Königreiche unter seiner Herrschaft.
00:53:35: Seine Macht sei wegen der nahezu unendlichen Zahl der Untertanen gewaltig.
00:53:40: Wenn er mit seinem Herz hier, können herangeblich eine Million Männer mit sich führen.
00:53:44: Ah!
00:53:45: Da ist ja wieder der Johannes-Briefmoment….
00:53:47: Man verbringt also Jahrhunderte damit, bessere geografische Informationen zu beschaffen, spricht endlich mit Menschen die tatsächlich aus Äthiopien kommen, trägt reale Orte in eine erstaunlich detaillierte Karte ein und dann bekommt der äthiobische Kaiser vor sich zahlbar noch eine Millionen Soldaten.
00:54:02: Man möchte bei der Modernisierung offenbar nicht gleich alles bewährte abschaffen.
00:54:06: Der Herrscher, auf den Framaurus Cati hier verweist ist Zara Jakob.
00:54:11: Kaiser von Etopien seit vierzehnhundertvierunddreißig.
00:54:14: Zara Jacob ist ausgesprochen real!
00:54:17: Er gehört zu den bedeutendsten Herrschern der salomonischen Dynastie, führt Kriege, reformiert Kirche und Staat und hinterlässt eigene religiöse Schriften.
00:54:25: Wir müssen ihn für eine historische Biografie nicht aus einem gefälschten Brief rekonstruieren – nur heißt er eben Nicht-Briechster Johannes.
00:54:32: Das wird ihm von außen übergestülpt.
00:54:33: Wir sehen also mittlerweile ziemlich gut, wie konkret der geografische Umzug inzwischen geworden ist.
00:54:39: Aber Ethiopien ist nicht die reale Version des Wunderreis – es ist ein eigenes Reich dessen Geschichte bereits viele Jahrhunderte alt.
00:54:47: bevor irgendein europäischer Kartograph beschließt seinen Herrscher Priester Johannes zu nennen.
00:54:52: Schauen wir uns das mal genauer an!
00:54:56: Als europäische Autoren im XIV.
00:54:58: und XV.
00:54:58: Jahrhundert beginnen, das Reich am Horn von Afrika mit ihrem sagenhaften Priesterkönig gleichzusetzen ist das Christentum dort bereits seit ungefähr tausend Jahren verwurzelt.
00:55:08: Wir müssen dafür auch nicht auf mittelalterliche europäischer Reiseberichte zurückgreifen.
00:55:13: Das Königreich Axum hinterlässt Münzen und Inschriften, mit denen sich der religiöse Wandel ziemlich unmittelbar nachvollziehen lässt.
00:55:20: Axun gehört in der Spätantike zu den bedeutenden Reichen am Roten Meer.
00:55:24: Über den Hafen Adulis ist es in Handelsnetzer eingebunden, die Richtung Mittelmeer Arabische Halbinsel und bis zum Indischen Ozean reichen.
00:55:32: Unter König Esana erscheint im vierten Jahrhundert schließlich das christliche Kreuz auf axumitischen Münzen wo zuvor unter anderem Mondsichel-und Sonscheibe zu sehen waren.
00:55:42: Auch seine Inschriften verändern ihre religiöse Sprache.
00:55:45: Die materiellen Quellen sind da.
00:55:47: Etwas erzählericher wird es bei der Frage wie das Christentum an seinen Hof gelangt.
00:55:52: Der Kirchenhistoriker Rufinus von Aquilea erzählt um das Jahr vierhundert von zwei jungen Männern aus Tyros, Frumentius und Edesius, deren Schiff auf einer Reise im Roten Meer überfallen wird.
00:56:04: Die beiden gelangen an den Aksamitischen Königshof.
00:56:08: Frumentius steigt dort auf unterstützt bereits vorhandene christliche Kaufleute und reist später nach Alexandria, um einen Büscher für das Land zu erbitten.
00:56:18: Athanasius hält offenbar nicht viel davon, dafür erst noch jemanden suchen zu müssen.
00:56:23: Er weitt Frumentius einfach selbst!
00:56:26: Damit wird Frumentios zum ersten Bischof Axums.
00:56:29: In der etiopischen Tradition ist er als Abba Salama – der Vater des Friedens bekannt.
00:56:35: Für unsere Geschichte entsteht hier eine Verbindung die sehr lange Bestand haben wird.
00:56:39: Die etiope Kirche steht kirchenrechtlich über Jahrhunderte in enger Beziehung zum Patriachat von Alexandria.
00:56:45: Ihr Oberster Bischof, der Abun wird traditionell aus Ägypten entsandt.
00:56:51: Was Europäern Jahrhunderte später als fremde christliche Kirche irgendwo hinter muslimisch beherrschten Gebieten begegnet besitzt also eine ziemlich lange eigene Geschichte und die entwickelt sich natürlich weiter auch nachdem die politische Bedeutung Axums zurückgeht.
00:57:06: Aus dem mittelalterlichen Ethiopien kennen wir beispielsweise die Sakwe Dynastie.
00:57:10: Mit ihr verbindet sich einer der Orte, an denen man vermutlich auch ohne Priester Johannes genug Material für eine vollständige Folge hätte.
00:57:17: Lali Bela.
00:57:18: Dort stehen elf Kirchen direkt aus dem Fels.
00:57:20: gearbeitet wurden nicht aus einzelnen Steinbrücken zusammengesetzt sondern tatsächlich von oben und von außen aus dem Gestein herausgehauen.
00:57:28: ganze Gebäude entstehen gewissermaßen dadurch dass man alles entfernt was keine Kirche sein soll.
00:57:33: Der Überlieferung nach hängt der Ausbau Lalibelas mit König Lalibela zusammen, der vermutlich im späten zwölften und frühen dreizehnten Jahrhundert regiert.
00:57:42: Die Stadt wird als eine Art neues Jerusalem verstanden.
00:57:45: Namen wie der Jordan, Golgathar oder das Grab Adams werden auf die etiopische Landschaft übertragen – und Europa sucht zu dieser Zeit irgendwo in Asien ein sagenhaftes gristliches Königreich.
00:57:55: Währenddessen schlägt ein tatsächlich existierendes afrikanisches Königreich ein zweites Jerusalem in den Fels!
00:58:06: Jekuno am Lack übernimmt die Macht und begründet jene Herrscherlinie, die wir heute als die Salomonische Dynastie bezeichnen.
00:58:14: Die salomonischen Herrschers leiten ihre Abstammung von König Salomo und der Königin von Saba her.
00:58:20: Die biblischen Bücher der Könige erzählen vom Besuch der Königen von Saber bei Salomo in Jerusalem – sie kommt mit Gewürzen Gold und Edelsteinen stellt Fragen, bestaunt Salomos Weisheit und reist anschließend wieder ab.
00:58:33: Von einem gemeinsamen Kind steht dort
00:58:35: nichts.".
00:58:36: Das übernimmt schließlich die äthiopische Tradition.
00:58:39: Im Kebra Nagast dem Ruhm der Könige das in seiner heutigen bekannten Gestalt im vierzehnten Jahrhundert zusammengestellt wird bekommt die Königin einen Namen – Makeda.
00:58:49: aus ihrer Verbindung mit Salomo geht ein Sohn hervor, Menelik.
00:58:54: Dieser reißt später selbst nach Jerusalem.
00:58:56: Bei seiner Rückkehr nach Äthiopien kommt dann ein Gegenstand mit, von dem wir alle sicher schon mal gehört haben.
00:59:01: Die Bundeslade!
00:59:03: Nachdem Kepra Nagast gelangt sie auf diese Weise nach Ätopien.
00:59:07: Die äthiobische Tradition verbindet sie bis heute mit der Kirche Maria von Zion in Aksum.
00:59:13: Für die salomonischen Herrscher besitzt diese Geschichte enorme politische Bedeutung.
00:59:17: Ihre Dynastie ist in diesem Modell keine zufällige Nachfolgerin älterer etiopischer Könige.
00:59:22: Sie steht in direkter Abstimmung von Salomo und damit innerhalb einer biblischen Heilsgeschichte.
00:59:28: Priester Johannes bringt dagegen aus etiobischer Sicht wenig Mehrwert.
00:59:32: Seine Abstandung von den heiligen drei Königen wirkt neben Salomo fast wie die Discount-Variante, auch die Vorstellung vom vollkommen isolierten christlichen Reich funktioniert nur aus großer Entfernung.
00:59:42: Etiopische Christen pilgern nach Jerusalem!
00:59:45: Dort existieren etiopische monastische Gemeinschaften.
00:59:48: Über Ägypten besteht kirchliche Verbindungen nach Norden, Pendler, Mönche und Pilger bewegen sich durch dieselben Räume – durch die auch andere Waren-, Nachrichten- und politischen Interessen laufen.
00:59:58: Im fünften Jahrhundert entstehen daraus zunehmend direkte Kontakte mit europäischen Herrschern.
01:00:03: Interessant wird es wenn wir darauf blicken was Etropien eigentlich selbst möchte?
01:00:08: Die etiopianen Kaiser fragen unter anderem nach Handwerkern religiösen Gegenständen und Reliquien.
01:00:13: Kaiser David I. interessiert sich beispielsweise für Reliquien des Fahrenkreuzes, unter Yechak und später Zarayakrop werden Kontakte in den Mittelmeerraum weiter ausgebaut.
01:00:24: Europäische Erwartungen sind allerdings deutlich größer – dort steckt seit Jahrhunderten die Vorstellung im Kopf, irgendwo hinter den islamischen Reichen müsse ein mächtiger christlicher Verbündeter warten!
01:00:35: Ein König mit riesiger Armee, der im richtigen Moment gewissermaßen von hinten dazukommt und die strategische Situation in Jerusalem deutlich angenehmer gestaltet.
01:00:44: Jetzt entdeckt man auch noch einen realen christlichen Kaiser südlich von Ägypten – da liegt die Versuchung nahe!
01:00:50: Nur das Reich verfolgt seine eigene Politik.
01:00:53: Es führt Kriege mit benachbarten muslimischen Sultanaten, unterhält Beziehungen nach Ägypten und Jerusalem und beschäftigt sich gleichzeitig mit innenpolitischen und theologischen Fragen die mit europäischen Kreuzzugsplänen herzlich wenig zu tun haben.
01:01:06: Gerade Zara Jakob der von vierzehnhundertdreißig bis vierzehntundsechzig regiert ist da ein passendes Beispiel.
01:01:13: Zara Jacob greift massiv in die Organisation der Kirche ein Fördert Klöster und Kirchen versucht Leerstreitigkeiten zu lösen, und hinterlässt selbst religiöse Schriften in Gees.
01:01:23: Unter seiner Herrschaft wird unter anderem ein langer Konflikt um die Sabbatpraxis der sogenannten Ebos d'Ateana beigelegt.
01:01:31: Genau diese Gruppe wird für uns nun interessant – denn führzehnhundertvierzig gelangen etiopische Mönche nach Florenz.
01:01:37: Dort tagt zu dieser Zeit das Konzil, dass eigentlich verschiedene christliche Kirchen wieder enger an Rom binden soll!
01:01:44: Die etiopischen Teilnehmer kommen aus dem Kloster Debra Mariam in Jerusalem, beziehungsweise aus dem Umfeld der dortigen etiopianen Gemeinschaft und gehören der Tradition des Evostatevos an.
01:01:56: Jetzt sitzen also Menschen aus Äthiopien tatsächlich europäischen Kirchenleuten gegenüber.
01:02:01: Das müsste doch für Priester Johannes eigentlich der Moment der Wahrheit sein.
01:02:05: Man kann jetzt einfach mal nachfragen Und das passiert auch.
01:02:08: Der italienische Humanist Biondo Flavio der über diese Begegnung berichtet, benutzt für den etiopischen Herrscher den Namen Priester Johannes.
01:02:16: Die Etiopia widersprechen – die Bezeichnung sei sinngemäß Unsinn!
01:02:21: Ihr König heißt ja nicht so.
01:02:23: Sie führen die tatsächlichen Titel Zarayakops auf und erklären das Priester Johannis nicht dazugehört.
01:02:30: Wir stehen hier also vor einer Situation, die nach Jahrhundertalange Suche unfreiwillig komisch wirkt.
01:02:35: Europa so… Nö.
01:02:42: Und tatsächlich schreibt Papst Eugen der vierte noch im Oktober des selben Jahres über den etiopischen Kaiser als jenen Herrscher, der als Briefstar Johannes bekannt sei.
01:02:50: Er verwechselt dabei sogar teilweise die Rollen der ägyptischen und etiobischen Teilnehmern.
01:02:54: Die Information ist also eigentlich angekommen – sie setzt sich nur irgendwie nicht durch!
01:02:59: Man kann den Etiopern schlecht vorwerfen, Sie hätten sich nicht klar genug vorgestellt.
01:03:03: Jedoch liegt überall dem inzwischen eine europäische Schaplone, die offenbar erstaunlich schwer wieder abzuziehen.
01:03:09: Die alte Johannes-Legende erreicht eine völlig neue Qualität.
01:03:12: Jahrhunderte lang konnte man ihr Reich immer weiter hinter den Horizont schieben, in Etopien trifft Europa nun tatsächlich auf einen mächtigen christlichen Staat mit dessen Vertretern man sprechen kann.
01:03:23: Trotz der Widersprüche hält man am alten Namen des Priesters fest.
01:03:26: Für einen europäischen Staat wird das bald ausgesprochen praktisch.
01:03:30: Portugal sucht zu dieser Zeit einen Weg um Afrika herum in den indischen Ozean.
01:03:35: Gewürzhandel, muslimische Handelsnetze und die Suche nach christlichen Verbündeten gehören dabei längst zu derselben strategischen Rechnung.
01:03:42: Da ist es doch praktisch wenn ausgerechnet in Afrika.
01:03:45: Priester Johannes rumsitzt – jetzt muss ihn nur noch jemand finden!
01:03:50: Portugal bringt dafür recht nützliche Voraussetzungen mit.
01:03:53: Als Joao
01:03:55: II.,
01:03:56: den Thron besteigt arbeitet sich das Königreich bereits seit Jahrzehnten an der afrikanischen Küste entlang.
01:04:02: Madeira und die Azoren sind erreicht, an der westafrikanischen Küste entstehen Handelsstützpunkte.
01:04:07: Und mit jeder Reise wächst das Wissen darüber was südlich der bekannten Karten eigentlich noch kommt.
01:04:12: Dahinter steckt kein einzelner großer Plan – Goldhandel, neue Handelswege, politischer Einfluss und zunehmend die Aussicht….
01:04:18: Die Gewürze Asiens direkt zu erreichen spielt ebenso eine Rolle wie die Konkurrenz mit muslimischen Mächten.
01:04:24: Mittendrin?
01:04:25: Klar sitzt weiterhin Johannes!
01:04:28: Für Portugal wäre ein mächtiger christlicher Herrscher irgendwo jenseits der islamisch geprägten Reiche schließlich mehr als eine hübsche Bestätigung mittelalterlicher Belegenden.
01:04:36: Er wäre möglicherweise ein Verbündeter, ein Staat mit dem sich Handelswege, Informationen und vielleicht auch militärische Interessen verbinden ließen.
01:04:44: Joao II.
01:04:45: geht die Sache jedenfalls erstaunlich pragmatisch an.
01:04:48: Fürstzehnhundertsiehmundachzig schickt der Bartolomeo Dias auf dem Seeweg nach Süden.
01:04:53: Dias soll herausfinden ob Afrika überhaupt umrundet werden kann!
01:04:57: Ein Jahr später wird klar, kann es.
01:05:00: Fast gleichtätig starten zwei andere Männer in die entgegengesetzte Richtung.
01:05:04: Perroda Covilha und Alphondo de Paiva verlassen Portugal ebenfalls fürzehnhundertseinhalbzig.
01:05:11: Ihr Weg führt nicht entlang der afrikanischen Küste sondern durch den Mittelmeerraum und weiter über Land.
01:05:16: Weide sprechen arabisch und können sich damit in Region bewegen, in denen zwei Portugiesen mit königlichem Forschungsauftrag ansonsten vermutlich etwas zu sehr auffallen würden.
01:05:25: Und ihre Mission verbindet Handel und Legende auf ausgesprochen praktische Weise.
01:05:29: Die sollen herausfinden, wie die Gewürze aus Indien nach Westen gelangen – und Priester Johannes suchen!
01:05:35: Dreihundert Jahre nach Otto von Freising und Johannes steht weiterhin auf den Tudulisten Europas.
01:05:40: Kuvilya und Paiva gelangt zunächst nach Cairo.
01:05:43: Dort trennen sich ihre Wege.
01:05:44: Paiva soll Richtung Etopien reisen und den christlichen Herrscher finden.
01:05:48: Kovilya zieht über das rote Meer nach Aden und von dort weiter über den indischen Ozean.
01:05:53: Er erreicht tatsächlich Indien unter anderem die Malabar-Küste und sammelt dort Informationen über Hefen, Handelsrouten und den Gewürzhandel.
01:06:02: Anschließend reißt er weiter an die ostafrikanische Küste und gelangt bis Sofala im heutigen Mozambik.
01:06:08: Für Portugal ist das ausgesprochen wertvolles Wissen.
01:06:11: Covilga sieht mit eigenen Augen jene Handelswelt, die die Portugiesen bisher vom Atlantik aus zu erreichen versuchen.
01:06:17: Dann kehrt er nach Cairo zurück wo ihn allerdings kein Alphonse de Paiva erwartet.
01:06:21: Cuvillia erfährt, dass sein Begleiter gestorben sei.
01:06:24: Wann und unter welchen Umständen genau lässt sich nicht sicher rekonstruieren?
01:06:28: Vor allem aber hat Paiva seinen Auftrag offenbar nicht erfüllt – Prisa Johannes ist also weiterhin offen!
01:06:33: Und Cuvilla bekommt Nachschlag.
01:06:36: Joao II hält über jüdische Mittelzwender Kontakt zu seiner Mission.
01:06:40: CuvILLIA übermittelt die gesammelten Infos über Indien- und Ostafrika nach Portugal und erhält anschließend einen neuen Auftrag Er soll übernehmen was Paiva nicht mehr erledigen kann Also Auf nach Äthiopien.
01:06:52: Damit dresst ausgerechnet der Mann, der gerade das wirkliche Indien besucht hat als nächstes in Jenesland, dass europäische Karten inzwischen mit dem sakenhaften Indien des Priesters Johannes verbinden.
01:07:02: Um fourteenhundertdreieundneunzig erreicht Kubilia schließlich das etiopische Reich und erfindet tatsächlich einen christlichen König.
01:07:10: Am Hof des Kaisers Eskenda wird der portugiesische Reisende freundlich aufgenommen.
01:07:15: Einen ausführlichen Bericht wird Joao II.
01:07:17: dennoch nie bekommen Denn Kovilya wird Ethiopien nicht wieder verlassen.
01:07:22: Er erhält Land, gründet eine Familie und verbringt den Rest seines Lebens in Äthiopien.
01:07:26: Warum er ursprünglich dort blieb, wissen wir jedoch nicht.
01:07:29: Der Mann der Priester Johannes finden sollte hat damit in gewisser Hinsicht Erfolg gehabt!
01:07:34: Er findet immerhin das Land – wird nur niemanden persönlich davon erzählen.
01:07:38: Ganz verloren sind seine Erkenntnisse allerdings nicht.
01:07:41: Informationen die Kovya zuvor über Indien, den indischen Ozean- und Ostafrika gesammelt hatte gelangen nach Portugal.
01:07:47: Wie stark sie später tatsächlich in die Planung der portugiesischen Seereisen einfließen, ist schwieriger zu sagen als manche Darstellung suggerieren.
01:07:53: Zum geheimen Mann im Hintergrund ohne den Vasco da Gama niemals Indien gefunden hätte, müssen wir ihn also nicht machen – das schaffen die Portugiesen auch so!
01:08:01: Bartolomeo Dias hat fourteenhundertachzig gezeigt, dass sich die Südspitze Afrikas umfahren lässt.
01:08:06: Föhnhundertachtundneunzig erreicht Vasco Da Gama über diesen Weg tatsächlich die indische Küste.
01:08:11: Portugal hat also jenen Seeweg gefunden nachdem es so lange gesucht hat….
01:08:15: Nur mit Priester Johannes ist die Sache absurderweise immer noch nicht erledigt.
01:08:19: Noch Fünfzehnhundertzwei fragen Portugiesen in Sofa-La nach Priester Johannis, auch in den folgenden Jahren kursieren an der osteafrikanischen Küste weiterhin Berichte darüber wo sein Reich liegen könnte.
01:08:29: Das muss man sich einmal vorstellen.
01:08:31: Portugal hat inzwischen Afrika umrundet.
01:08:33: portugiesische Schiffe fahren bis nach Indien.
01:08:35: Einer von ihnen lebt jahrelang am etiopischen Kaiserhof Und trotzdem werden weiterhin afrikanische Häfen abgeklappert mit der Frage, Entschuldigung wissen Sie zufällig wo Priester Johannes wohnt?
01:08:46: Zeit also dass Johannes Selbstkontakt aufnimmt.
01:08:49: Durch einen Mann die aus Äthiopien selbst nach Europa geschickt wird.
01:08:52: Sein Name ist Matthäus.
01:08:56: Seine Mission beginnt um Fünftinhundertneun am Hof der Kaisermutter Eleni einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des Reichs.
01:09:03: Auf dem Thron sitzt zu dieser Zeit der noch junge, lebne Dengel.
01:09:07: Während Eleni politisch weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
01:09:10: und inzwischen hat auch Äthiopien gute Gründe sich für Portugal zu interessieren.
01:09:15: Portugiesische Schiffe sind seit Vasco da Gama dauerhaft im indischen Ozean unterwegs.
01:09:19: Damit operiert plötzlich eine christliche Seemacht in einer Region, in der Äthiotien selbst mit muslimischen Nachbarn und Mächten am Roten Meer zurechtkommen muss.
01:09:28: Matthäus wird also auf diplomatische Reise geschickt.
01:09:31: Über den indischen Ozean gelang er schließlich zu den Portugiesen und erreicht Anfang fifteenhundertvierzien Lissabon, wo ihn König Manuel I empfängt.
01:09:40: Wenn ihr die Geschichte bis hierhin seltsam fandet – wartet ab!
01:09:43: Denn Matthäus steht dort tatsächlich als Gesandter jenes christlichen Reiches das Portugal seit Jahrzehnten sucht.
01:09:49: Er bringt Schreiben aus Äthiopien mit und wird am portugiesischen Hof als Botschafter des langen gesuchten Priester Johannes wahrgenommen.
01:09:57: Nach dem, was wir über Äthiopien inzwischen wissen, könnte man erwarten dass wir hier wieder vor demselben Missverständnis stehen wie fourteenhundertundvierzig in Florentz.
01:10:05: Europäer sagen Priester Johannes, Äthhiopia sagen Nein.
01:10:09: Matthäus macht es uns leider nicht so einfach!
01:10:11: In erhaltenen arabischen Schreiben benutzt er selbst die Form Brest-Guvane – also Briester Johannes und bezeichnet sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich als dessen Gesandten.
01:10:22: Portugiesische Berichte über seiner Befragung schreiben ihn außerdem die Aussage zu, sein Herrschergebiet über mehr als sechzig christliche Könige und daneben noch über muslimische Herrschers.
01:10:33: Da klopft doch der alte Johannes-Brief schon wieder ziemlich energisch an die Tür!
01:10:37: Nur wissen wir nicht sicher wie wir das einordnen sollen?
01:10:40: In den GE-Stexten der etiopischen Herrschern ist Priester Johannes weiterhin kein eigener Herrschertitel.
01:10:45: Die Möncher in Florenz hatten die Bezeichnung Jahrzehnte zuvor ausdrücklich zurückgewiesen.
01:10:50: Matthäus benutzt sie jetzt trotzdem.
01:10:52: Vielleicht übernimmt er einen europäischen bzw.
01:10:54: mediterranen Namen für seinen Kaiser, weil er genau weiß mit wem er in Portugal sprechen möchte?
01:11:00: Ein Botschafter der in Lissabon erklärt, er komme vom berühmten Priester Johannes muss vermutlich weniger Zeit im Vorzimmer verbringen als einer, der zunächst eine halbe Stunde etiopische Titulatur erläutert.
01:11:10: Wie bewusst diese Anpassung geschieht und wie viel von den überlieferten Aussagen durch portugiesische Befragungen und Überzeugungen geprägt ist lässt sich leider nicht vollständig klären.
01:11:19: aber zumindest die Richtung hat sich damit verändert.
01:11:22: Europa etikettiert nicht mehr von außen.
01:11:24: Ein Diplomat aus Äthiopien benutzt den Namen selbst im Kontakt mit Europa.
01:11:29: Für Manuel I dürfte es ziemlich nah an gefunden gewesen sein, also wird Matthäus zurückgeschickt.
01:11:36: Mit samt einer portugiesischen Gesellschaft geführt von Dom Rodrigo de Lima.
01:11:40: Mit dabei ist auch der Priester Francesco Alvarez, der über die Reise später einen ausführlichen Bericht schreiben wird.
01:11:49: Das ist nach all den Jahren Suche tatsächlich ein ziemlich bemerkenswerter Moment.
01:11:55: Eine offizielle europäische Gesellschaft betritt nun ganz bewusst das Reich, dass sie für das Land des Priesters Johannes hält.
01:12:01: und wer erwartet Sie dort bereit?
01:12:03: Perro da Covilha!
01:12:05: Mehr als dreißig Jahre nachdem Joao der Zweite ihn losgeschickt hatte um Priester Johannes zu finden trifft Covilya auf Landsleute.
01:12:12: Inzwischen ist er ein alter Mann, hat einen großen Teil seines Lebens in Äthiopien verbracht und bekommt nun Besuch von einer portugiesischen Delegation die genau dort angekommen ist wo seine eigene Missionen einst endete.
01:12:23: Ein Francesco Alvarec bleibt mehrere Jahre im Lande und beschreibt Kirchen Landschaften den Hof religiöse Praktiken und politische Verhältnisse wesentlich ausführlicher als es irgendeine der früheren Johannesquellen konnte.
01:12:36: Der Herrscher dem nie Portugiesen begegneten ist Lebne Denkel seit Fünfzehnhundertacht Kaiser von Äthiopien, also weder Priester noch Johannes.
01:12:45: Mittlerweile haben wir aber zur Genüge festgestellt, dass das in Europa irgendwie auch keinen so richtig juckt.
01:12:50: Alverich-Bericht erscheint später unter dem Titel wahrhaftiger Bericht über die Länder des Priesters Johannes von Indien.
01:12:56: Absurd oder?
01:12:58: Die Portugiesen müssen sich nicht mehr auf einen Büscher verlassen der von einem König hinter Persien gehört hat.
01:13:03: Sie haben kein fingierten Brief vor sich und keine Karte mit einem Herrscher den der Kartograph irgendwo in Afrika platziert.
01:13:09: Sie waren vor Ort.
01:13:11: Al-Warish hat den Hof gesehen, Kirchen besucht mit Menschen gesprochen und das Land jahrelang bereist – und des Ergebnis heißt trotzdem «Land des Priester Johannes».
01:13:20: Lebne Dengel stammt nicht von den heiligen drei Königen ab.
01:13:23: Seine Dynastie beruft sich auf Salomo und die Königin von Saba.
01:13:27: Er herrscht nicht über ein Reich bis zum Rand der bekannten Welt!
01:13:30: Keine seventy Könige zahlen ihm Tribut.
01:13:32: Es gibt keine Greifel, keinen Jungbrunnen, keinen Fluss aus Röntenstein und offensichtlich auch kein Saphirbett das Franzisko Alvarecht für erwähnswert gehalten hätte.
01:13:41: Dafür gibt es Äthiopien – den realen christlichen Staat mit einer Jahrhunderte alten Kirche, einer eigenen Dynastie und einer Geschichte die vollkommen unabhängig davon entstanden ist was sich europäische Autoren seit dem zwölfen Jahrhundert unter Priester Johannes vorgestellt haben.
01:13:56: Und damit ist die Suche eigentlich beendet!
01:13:58: Europa ist inzwischen genau dort angekommen, wohin sie die Johannes Erzählung mühsam verlegt haben.
01:14:03: Das sollte die Angelegenheit eigentlich klären?
01:14:06: Tut es natürlich nicht!
01:14:09: Es klang ja schon mehrfach durch – im Punto Meldee Adresse beweist Prisa-Johannes höchste Flexibilität.
01:14:14: Diesmal wird das ein transatlantischer Umzug.
01:14:17: Fünfzehnhundertundzwanzig erreichen spanische Schiffe die Atlantikküste des heutigen South Carolina.
01:14:24: Die Expedition steht mit Lukas Vázquez de Ayon in Verbindung und dient unter anderem dem ausgesprochenen, wenig ehrhaften Zweck Menschen zufassklaven.
01:14:33: Mehrere Dutzend Indigene werden gefangen genommen und nach Hispaniola gebracht.
01:14:37: Einer von ihnen wird später getauft, lernt Spanisch und bekommt den Namen Francisco del Chicura.
01:14:43: Francesco gelangt schließlich nach Spanien, erzählt dort u.a.
01:14:47: den Chronisten Peter Martio de Angheira von seiner Heimat.
01:14:51: Martio verarbeitet diese Berichte in seiner De Orbe Novo den Dekaden über die neue Welt.
01:14:56: Was er dort niederschreibt, klingt stellenweise verdächtig passend zu unserer Story.
01:15:01: Da ist beispielsweise ein angeblich riesenhafter König namens Data.
01:15:06: Andere Gruppen der Region werden mit einer besonderen Rolle von Priester geschrieben.
01:15:10: Hinzu kommen natürlich Berichte über außergewöhnlichen Reichtum, fruchtbares Land und Verhältnisse, die durch mehrere Ebenen von Übersetzungen und kolonialen Interessen bei uns ankommen.
01:15:20: In der europäischen Rezeption wird selbst Chikura schließlich mit Brieche Johannes in Verbindung gebracht.
01:15:26: Der Mann hat damit geografisch wirklich alles versucht, Asien, Afrika und kurz vor Feierabend noch Nordamerika.
01:15:33: Man sollte diesen amerikanischen Ausflug allerdings nicht größer machen als er war.
01:15:37: Er startet keine neue Jahrzehnte lange Explizion die systematisch die Carolinas nach Safjabetten absucht.
01:15:43: Wir sehen eher nochmal den selben Vorgang der Johannes ohnehin so lange am Leben gehalten hat.
01:15:48: Ein neues, kaum bekanntes Gebiet wird erschlossen.
01:15:50: Aus diesem Gebiet kommen Informationen die irgendwie vertraut klingen und eine bereits vorhandene Geschichte packt sofort die Umzugskartons.
01:15:57: Aber die Welt wird für dieses Verfahren inzwischen immer kleiner!
01:16:01: Dafür hält sich Johannes aber überaus hartnäckig.
01:16:14: In späteren Ausgaben findet sich darin eine eigene Karte mit dem Titel Presbyterie Johannes Sive Abisonorum Imperii Descriptio.
01:16:22: Wir sind gemäß Darstellung des Priester Johannis oder des Reiches der Abessiner.
01:16:28: Dieses kleine Sive, dieses Oder ist eigentlich ziemlich großartig.
01:16:32: Priester Johannes oder Abessinien also Äthiopien.
01:16:36: Ultelius bleibt damit übrigens nicht allein.
01:16:38: Noch im frühen siebzehnten Jahrhundert erscheint bei Jodokus Hondius eine Karte unter dem Titel Abyssinia, Sive Presta Ioannis Imperium wieder Abyssinien oder das Reich des Priesters Johannes.
01:16:50: Zu diesem Zeitpunkt müssen wir allerdings unterscheiden was da überhaupt auch weiter lebt.
01:16:54: Niemand mehr sucht auf Karten ernsthaft nach dem stündlich anders schmeckenden Jungbonen oder versucht herauszufinden wo anderthalb Millionen Soldaten hinter vierzehn goldenen Kreuzen übernachten.
01:17:03: Der fantastische Johannes Brief hat seine Anspruch auf Lokalisierung längst verloren.
01:17:08: Hier haben wir nur noch eine Altbezeichnung, die weiter kopiert wird – obwohl die Geschichte aus der sie stammt immer weniger mit dem Land zu tun hat das sie bezeichnen soll.
01:17:16: Irgendwann fällt auch dieser Rest weg.
01:17:18: Dazu trägt im siebzehnten Jahrhundert unter anderem der deutsche Gelehrte Hiopp Ludolf bei einer der wichtigsten frühen europäischen Äthiopienforscher.
01:17:27: Ludolf arbeitet mit etiopischen Gelehrten zusammen, beschäftigt sich mit GEs und veröffentlicht ausführliche Werke über Sprache, Geschichte und Kultur des Landes.
01:17:36: Je konkreter Etropien als Etropian beschrieben werden kann, desto weniger braucht es Johannes als Glatzhalter.
01:17:41: Man könnte zusammenfassend sagen Priester Johannes lebte immer dort wo das Wissen dünn genug war.
01:17:47: Sein Reich musste nie vollständig bestätigt werden.
01:17:50: Es reichte, wenn irgendwo ein Detail passte – ein christliches Volk in Zentralasien, ein mächtiger Herrscher der einen muslimischen Sultan besiegt, ein Kaiser in Äthiopien?
01:17:59: Ein unbekanntes Land hinter der nächsten Küste!
01:18:01: Was nicht passte lag einfach etwas weiter entfernt.
01:18:05: Eins besaß ja ein Wunderreich in Indien.
01:18:08: Er wurde zum Kahn und zum äthiobischen Kaiser später zur Beschriftung auf einer Afrika-Karte Und für einen kurzen Moment sogar Teil der neuen Welt.
01:18:15: Das Spannende an seiner Langlebigkeit ist, wie viel Wirklichkeit sich nach und nach um ihn gesammelt hat.
01:18:20: Die Schlacht von Kathuan hat stattgefunden – die Kirche des Ostens existierte ebenso die Keraiten und selbstverständlich Äthiopien.
01:18:28: Für alles was geschehen ist, brauchen wir den realen Johannes eigentlich gar nicht!
01:18:32: Und damit können wir auch die Frage beantworten mit der wir angefangen haben….
01:18:36: Wo zur Hölle lag sein Königreich?
01:18:38: Historisch Nachweisen können wir es nirgendwo.
01:18:41: Priester Johannes war vermutlich nie der Herrscher eines verlorenen Reiches.
01:18:44: über einen erstaunlich langen Zeitraum herrschte, er dafür aber den Teil der Welt, den Europa noch nicht kannte.
01:18:53: Wenn man im Jahr twohundert nach der mystischen Sphäre von vor acht hundert Jahren sucht... Aus welchem Grund würdest du am liebsten wollen, dass über dich das nach dir gesucht wird?
01:19:03: Also was ist deine Legacy?
01:19:05: Hast Du ein großes Reich erschaffen?
01:19:06: Hast du irgendwas geändert in der Welt etwas sagenhaftes getan?
01:19:11: Warum sollte eine ganze Religion auf der Suche nach Dir
01:19:15: sein?!
01:19:15: Und ich finde es schon cool, wenn sich irgendwas verändert hätte auch einen autarken Staat gegründet.
01:19:23: Das ist auch heute aber ein Deutschland... das wäre natürlich cool!
01:19:29: Nein, ich fühlte mich ja übrigens.
01:19:30: Ich glaube schon und ich würde gerne irgendetwas Skurriles gemacht haben.
01:19:35: Also irgendwie keine Ahnung.
01:19:38: Irgendeine Tradition gegrüntet haben oder so.
01:19:40: Weißt du dass man jeden dritten Donnerstag im Monat Barfuß läuft oder so.
01:19:46: Das finde ich geil und das ist... Ich habe mal Spaßhaft in der Schule eine Sekt gegründet, da ging es um die heilige Faula.
01:19:58: Es war schon lustig weil ich irgendwelchen Kindern davon erzählt hab und eigentlich hatte ich erst einmal geplant einfach eine blöde Sekt zu gründen, die ich gar nicht glaube und Leute dazu bringen daran zu glauben, weil viele Leute glauben an alles Mögliche wenn du eine gute Begründung lieferst.
01:20:12: Wir haben aber keine Sekte gegründet, wir haben eine Schnapse gegründe.
01:20:16: Mit dem Motto ... Die antikristlichen Schnapsel, weil der Sekt uns nicht schmeckt.
01:20:20: Das ist immer mehr keine Sekten.
01:20:24: Ich hatte viel Freizeit als Kind.
01:20:27: Als Kind?
01:20:28: Ja, als Jugendliche.
01:20:30: Wir waren alt genug für Alkoholwitze.
01:20:34: Wann ist man nicht alt genug fürs Witzen?
01:20:36: Egal!
01:20:37: Kommen wir in andere Fantasiewelden... Und nicht nur in meiner Kindheit.
01:20:41: Okay, also du hast eine Sekte gegründet und versuchte Kinder zu bekehren.
01:20:46: Das hat offensichtlich nicht geklappt weil sonst würdest du jetzt auf einer Ranch wohnen und die würden einen Ufo für dich bauen damit du zur Sonne fliegen kannst und am Ende sind alle tot.
01:20:56: So wie es halt immer passiert für solche Stories aber abseits von deiner Sekte.
01:21:03: wenn du jetzt ein Fantasierreich erschaffen könntest so wie bei Harry Potter oder bei Herr der Ringe Nanja und Co.
01:21:11: Was wäre ein Element in deiner Fantasy-Welt?
01:21:14: Also es darf ein fantastisches Element sein, das muss ich nicht sagen was real existiert.
01:21:18: also wer ist am liebsten der Welt?
01:21:20: mit Zaubern oder wie bei Star Wars mit der Macht?
01:21:23: Mit sprechen den Tieren?
01:21:27: Ich glaube ich hätte auf jeden Fall.
01:21:29: Es wär viel mehr Wald Und dann wäre viele Bäume hätten so eine sehr große Macht.
01:21:35: Man könnte zum Beispiel sagen dass es riesige Bäume gibt.
01:21:38: könnte man so die Bäume fragen, ob?
01:21:41: dann machen sie den Ars drunter und da kann man sich auf den Arsch stellen oder den Tragen, die sich ein Stück weiter... Also weißt du?
01:21:48: Die können dich so heben.
01:21:48: Dann könntest du hier am Park am Ende, weil du sie so groß sind, sagen kannst du mich darüber tragen und dann nehmen die Bäumer dich mit.
01:21:55: Und wenn der Gefahr ist, können die dich auch hochheben und so.
01:21:57: Ich glaube das finde ich cool!
01:22:00: Deine Fantasy-Welt ist ein ÖPNV.
01:22:04: Ein Funktionierender ÖPNv.
01:22:07: Irgendwie, dass man so einen Dieb fragt.
01:22:09: Das find ich cool und auf jeden Fall auch sprechende Tiere.
01:22:13: Sprechende Vögel.
01:22:14: Jetzt bockerst du das Vogel aus der Luft pöbeln.
01:22:19: Dann pöbelt dich so den Vogel an.
01:22:21: Gleich supercool!
01:22:25: Ja und dann?
01:22:25: Also ich weiß jetzt nicht, ob deine Fan diese Welt potenziell für ein Franchise setzt.
01:22:32: Ja klar und sehr große Salamander sind so groß wie Hunde.
01:22:39: Das find' ich auch cool!
01:22:41: Aber das sind ja eigentlich so Echsen.
01:22:43: Kolemode Varane.
01:22:45: War
01:22:47: anders.
01:22:47: halt diese Feuersalamanas, die sind egal... Was wär denn deine Welt?
01:22:51: Zombies wären schon mega-cool aber die Welt wäre halt doof.
01:22:56: Er fährt so nett jetzt um, aber er ist halt auch doof.
01:22:58: Der Geister ist irgendwie auch doov und die Macht oder so.
01:23:03: Zauberreibe bei Harry Potter das würde halt hart schief gehen.
01:23:07: Stellt mal vor du musst es einfach nur mit dem Stock in der Hand Avala Kedavra sagen wie man stirbt.
01:23:13: Wie oft wird man so besoffen aus Spaß?
01:23:16: Und plötzlich fallen da so zehn Leute tot um und sagen, hoch!
01:23:19: Ich wollte nur...
01:23:20: Was ist auch eine Waffe.
01:23:21: Du läufst ja jetzt auch nicht täglich rumbesoffen und stichst irgendwelche Menschen.
01:23:25: Das nicht aber bei Harry Potter.
01:23:26: ich nutze einen Zauberstehbe dann für alles die rühren damit wahrscheinlich ein Tee.
01:23:30: Aber nein, das ist ja ein Zauberger der im ersten Harry Potter Teil mit seinem Finger nur den Löffel quasi verzaubert, der seinen Kaffee umrührt.
01:23:40: Aber ich hatte damit eine Alohomora, dann geht die Tür auf.
01:23:44: Lumus ist Licht an... Warum
01:23:46: kannst du die alle auswendig?
01:23:48: Ich bin Zauberer!
01:23:54: Also mir die Bäume endlich zaubern?
01:23:56: Könnte ich wahrscheinlich mit.
01:23:57: Jetzt habe ich den Verwandlungstauber vergessen.
01:24:03: Ja kommen wir mal zu unserem Obscura Rewind denn es gab schon in den vergangenen Jahrhunderten viele, viele Suche nach Bekannten und unbekannten Welten, und einer davon wird schwer euch jetzt rückwärts erzählen.
01:24:18: Ein finanzianischer Kaufmann sitzt in einem genuesischen Gefängnis und leidet unter einem ungewöhnlich spezifischen Gedächtnisverlust.
01:24:27: Zum Glück hat sein Mitgefangener alles aufgeschrieben was der Mann über seine Reisen erzählt hat.
01:24:33: Zum Pech aller Beteiligten beginnt er aber jetzt das Buch wieder auszuradieren.
01:24:39: Seite für Seite verschwinden fremde Städte, Paläste, Handelswege und Geschichten über den Hof Kublaikarns.
01:24:47: Und mit jedem wegradierten Satz erinnert sich auch unser Reisender an ein bisschen weniger.
01:24:53: Das kann nur eines bedeuten Er muss dringend zurück nach Asien.
01:24:58: Dort angekommen trifft er Kublaikan.
01:25:00: Er kennt ihn noch für einen kurzen Moment und vergisst ihn direkt
01:25:04: wieder.
01:25:05: Nach Jahren am Mongolischen Hof setzt sich die Demenz endgültig durch.
01:25:10: Bald weiß er weder, was er dort gemacht hat noch warum er diesen Mann mit dem beeindruckenden Titel überhaupt kennt.
01:25:18: Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Onkel reißt er weiter – durch Persien über Hanseltstraßen und durch Städte, deren Namen ihm einer nach dem anderen entfallen.
01:25:28: Praktischerweise verlieren auch die beiden Anderen zunehmend jede Ahnung von Asien.
01:25:34: Je näher sie venedig kommen, destut erfolgreicher wird die Therapie.
01:25:38: Nach ungefähr vierundzwanzig Jahren sind die drei schließlich wieder zu Hause und vollkommen geheilt von sämtlichen Wissen über den Osten.
01:25:46: Keine Erinnerungen an Kublaikan?
01:25:49: Keine Ahnung von den Ländern, die Sie durchquert haben?
01:25:52: Kein Vorstellung davon welche Wege dorthin führen?
01:25:55: Unser Kaufmann ist inzwischen auch wieder deutlich jünger was vermutlich selbst für die mittelalterliche Medizin ein ungewöhnlicher Behandlungserfolg.
01:26:13: Und weil niemand mehr irgendein vernünftigen Grund nennen kann, es nicht zu tun, beschließen Sie zu einer Reise aufzubrechen von der sie erst jahrzehnt später zurückkehren werden.
01:26:23: Vielleicht gibt es unterwegs ja etwas Interessantes zu entdecken?
01:26:27: Wessen berühmte Reise ist hier gerade rückwärts passiert?
01:26:30: Schreibt es uns gerne in die Kommentare oder auf Instagram.
01:26:37: Eigentlich ist das ziemlich merkwürdig, also nicht dass überhaupt über diesen unnötig langen Zeitraum nach Prisa Johannes gesucht wurde viel eher, dass man die Suche in gewisser Weise doch irgendwo als recht erfolgreich bezeichnen könnte Denn auf dem Weg tauchen ständig Dinge auf, die irgendwie passten Christen in Zentralasien mächtige Herrscher im Osten ein christliches Kaiserreich in Afrika neue Länder, neue Karten immer wieder Berichte.
01:27:00: Jedes Mal wurde die Welt ein Stück genauer und ausgerechnet Johannes selbst hatte nach und nach weniger Platz auf dieser wachsenden Welt, bis irgendwann keiner mehr übrig war.
01:27:10: Das lässt sich hervorragend romantisieren eine Landkarte auf der die weißen Flächen nach und verschwinden Küsten bekommen Form Orte erhalten Namen Reisende kommen zurück und erzählen was tatsächlich dort liegt Und der mächtigste König der Welt zieht immer weiter an den Rand Weil er vor allem dort existieren konnte wo noch niemand genau genug hingesehen hat.
01:27:30: Statt ein sakenhaftes Königreich zu finden, konnten wir ziemlich gut beobachten wie genau so ein Königreich eigentlich entsteht.
01:27:37: Durch Gerüchte, Nachrichten, falsche und echte Briefe, hohe Erwartungen und Unmengen an geografischer Flexibilität.
01:27:45: Zu Beginn stand die Frage Wer war Priester Johannes?
01:27:49: Priester Johannis war nie der Herr über die halbe Welt Aber über ihre unbekannten Stellen hat er verdammt lange regiert.
01:27:59: Das war Radio Obskura.
01:28:01: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann bleibt auf Frequenz, folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da!
01:28:07: Wir hören uns bis dahin,
01:28:08: bleibt sagenhaft,
01:28:09: bleibt bei euch,
01:28:10: bleibt im Dunkeln
01:28:12: und radio aus.
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