#004: Die Maya - Kalender. Könige. Kollaps
Shownotes
⚠️ Story-Update 2026
Talk ist der alte. Es kann sein, dass nicht mehr jeder Aspekt des Talks 100% passend ist 😉
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
Im Jahr 909 wird in Toniná im heutigen Mexiko ein Datum in Stein geschrieben. Es ist die letzte bekannte Lange-Zählung-Datierung auf einem Monument der klassischen Maya-Tradition. Auch in anderen großen Zentren sind zu diesem Zeitpunkt königliche Inschriften und monumentale Bauprogramme bereits seltener geworden. Aber ein Datum ist noch lange kein Weltuntergang.
In dieser Folge schauen wir auf die Welt der klassischen Maya: auf ihre Schrift und politischen Herrschaften, auf Tikal und Palenque, Wasserversorgung und monumentale Architektur, Kalender, Venusbeobachtungen und Rituale. Danach gehen wir der Frage nach, was im 8. und 9. Jahrhundert tatsächlich geschieht – zwischen schweren Trockenphasen, Kriegen, politischen Umbrüchen und sehr unterschiedlichen Entwicklungen von Region zu Region.
Außerdem geht es um Chichén Itzá, Mayapán und die Maya-Staaten, die noch Jahrhunderte nach dem sogenannten klassischen Kollaps existieren, um die Entzifferung der Maya-Schrift, moderne LiDAR-Forschung – und um die erstaunliche Karriere eines Weltuntergangs, den die Maya für den 21. Dezember 2012 nie vorhergesagt haben.
⏱ Kapitel
(00:00) Opening: Die letzte Inschrift
(01:28) Intro & Begrüßung
(05:09) Eine Welt in Glyphen – Wer waren die Maya?
(08:53) Städte aus Stein und Himmel – Architektur und Macht
(13:42) Zeit in mehreren Takten – Kalender, Venus und Ritual
(19:13) Zeichen des Verfalls – Was passierte im 9. Jahrhundert?
(24:59) Was blieb und was verschwand?
(28:55) Die Ruinen erzählen weiter – Archäologie & Entzifferung
(33:48) Missverständnisse, Mythen, Medien
(39:16) Talk
(46:57) Snacks.fm
(48:02) Nach 909
📚 Quellen & Literatur
Aimers, James J. / Rice, Prudence M. (2006): „Astronomy, Ritual, and the Interpretation of Maya ‘E-Group’ Architectural Assemblages“. In: Ancient Mesoamerica, Bd. 17, Nr. 1, S. 79–96.
Aldana, Gerardo (2005): „Agency and the ‘Star War’ Glyph: A Historical Reassessment of Classic Maya Astrology and Warfare“. In: Ancient Mesoamerica, Bd. 16, Nr. 2, S. 305–320.
Arnold, Dean E. et al. (2008): „The First Direct Evidence for the Production of Maya Blue: Rediscovery of a Technology“. In: Antiquity, Bd. 82, Nr. 315, S. 151–164.
Bernal Romero, Guillermo (2012): „La cuenta larga y la máquina del tiempo“. In: Arqueología Mexicana, Nr. 118, S. 30–37.
British Museum (Hg.): Yaxchilán Lintel 24. London.
Canuto, Marcello A. et al. (2018): „Ancient Lowland Maya Complexity as Revealed by Airborne Laser Scanning of Northern Guatemala“. In: Science, Bd. 361, Nr. 6409, eaau0137.
Coe, Michael D. (2015): The Maya. 9. Auflage. London: Thames & Hudson.
Demarest, Arthur A. (2004): Ancient Maya: The Rise and Fall of a Rainforest Civilization. Cambridge: Cambridge University Press.
Evans, Nicholas P. et al. (2018): „Quantification of Drought during the Collapse of the Classic Maya Civilization“. In: Science, Bd. 361, Nr. 6401, S. 498–501.
Grube, Nikolai (Hg.) (2010): Maya – Gottkönige im Regenwald. München: Prestel.
Haug, Gerald H. et al. (2003): „Climate and the Collapse of Maya Civilization“. In: Science, Bd. 299, Nr. 5613, S. 1731–1735.
Hodell, David A. / Curtis, Jason H. / Brenner, Mark (1995): „Possible Role of Climate in the Collapse of Classic Maya Civilization“. In: Nature, Bd. 375, S. 391–394.
Inomata, Takeshi (2003): „War, Destruction, and Abandonment: The Fall of the Classic Maya Center of Aguateca, Guatemala“. In: Inomata, Takeshi / Webb, Ronald W. (Hg.): The Archaeology of Settlement Abandonment in Middle America. Salt Lake City: University of Utah Press, S. 43–60.
McNeil, Cameron L. / Burney, David A. / Burney, Lida Pigott (2010): „Evidence Disputing Deforestation as the Cause for the Collapse of the Ancient Maya Polity of Copan, Honduras“. In: Proceedings of the National Academy of Sciences, Bd. 107, Nr. 3, S. 1017–1022.
Peabody Museum of Archaeology and Ethnology, Harvard University (Hg.): Corpus of Maya Hieroglyphic Inscriptions.
Proskouriakoff, Tatiana (1960): „Historical Implications of a Pattern of Dates at Piedras Negras, Guatemala“. In: American Antiquity, Bd. 25, Nr. 4, S. 454–475.
Schele, Linda / Freidel, David (1990): A Forest of Kings: The Untold Story of the Ancient Maya. New York: William Morrow.
Sitler, Robert K. (2012): „The 2012 Phenomenon: New Uses for an Ancient Maya Calendar“. In: Gelfer, Joseph (Hg.): 2012: Decoding the Countercultural Apocalypse. London: Equinox/Acumen, S. 8–22.
Smithsonian National Museum of the American Indian (Hg.): Living Maya Time / Materialien zu Maya-Kalendern und heutigen Maya-Gemeinschaften.
Tankersley, Kenneth Barnett et al. (2020): „Zeolite Water Purification at Tikal, an Ancient Maya City in Guatemala“. In: Scientific Reports, Bd. 10, 18021.
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:01: Im Süden Mexikus nahe der heutigen Stadt Ocosingo liegt Tonina.
00:00:06: Die Stadt erhebt sich über ein Tal im Hochland von Chiapas.
00:00:11: Tempel und Treppen ziehen sich den Hanging auf zu einer Anlage, die über Jahrhunderte gewachsen ist.
00:00:18: Zwischen all den Steinen, die dort gefunden wurden befindet sich ein vergleichsweise unscheinbares Monument – eine runde Scheibe aus Stein.
00:00:27: Darauf stehen Hieroglyphen und einen Datum.
00:00:31: Umgerechnet in unserem Kalender befinden wir uns hier im Jahr neunhundertneuen.
00:00:36: Die Inschrift markierte das Ende eines Zeitabschnitts, ein Datum innerhalb eines Kalenders der weit über das eigene Leben hinausreichte.
00:00:46: Nicht lange zuvor hatten auch andere große Städte aufgehört solche Monomente zu errichten.
00:00:52: Im Kopan end die Reihe der königlichen Inschriften – Tikal verstummt!
00:00:58: An vielen Orten werden Gebäude nicht mehr entstand gehalten.
00:01:01: Plätze verlieren ihre frühe Funktion, ganze Stadtzentren werden nach und nach verlassen.
00:01:08: Trotzdem steht auf keinem Stein
00:01:10: geschrieben
00:01:10: – hier endet unsere Welt!
00:01:12: Es gibt keine letzte Botschaft und kein festes Datum an dem plötzlich alle Städte leer stehen.
00:01:20: Doch was ist mit ihrer Kultur passiert?
00:01:23: Willkommen bei Radio Obscura.
00:01:48: Schön, dass ihr eingeschaltet habt zum Podcast über Creatures, Crime und Mystery.
00:01:52: Wir erzählen von Geschichte, Gegenwart- und Grenzbereichen mal real, mal unerklärlich!
00:01:57: Vom Meeresgrund bis zu Umlaufbahn vom Labor bis zur Legende.
00:02:01: wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?
00:02:03: Wir sind Svea und Tim.
00:02:06: Heute geht's mit uns in die Forgotten Rams Zu den Maya.
00:02:10: So, Tim Ich vertraue jetzt einfach mal auf deinen Vorwissen.
00:02:13: Ähm, was glaubst du denn?
00:02:15: Welche Position hättest du bei den Maja eingenommen.
00:02:18: Bauer, Priester oder doch eher Menschenopfer?
00:02:22: also was glaubste wie?
00:02:23: wär's die Eingang?
00:02:24: Ah gute Frage!
00:02:25: Also wenn ich jetzt körperlich dieselbe Person gewesen wäre, also vom Können und von meinen WW-Chinden und Problemchen wie zum Beispiel... Ich bin ja Brillenträger dann hätte ich ja wahrscheinlich damals ohne Brille keine Glüfen lesen können.
00:02:40: Stimmt, ja.
00:02:40: Wäre vielleicht als Priester eher ungeeignet Weil ich hatte dann auch die Sternenkonstellation nicht gesehen.
00:02:46: Ich hätte einfach nur Moose oder schwarzen Himmel gesehen, das hat sich doch nix deuten können.
00:02:50: also für Priester wäre ich ungeeignet.
00:02:52: Menschenopfer wär ich ungeeignet vermutlich?
00:02:55: Also sag ich jetzt nicht um meinen Arsch zu retten sondern wenn es ein Geschenk an die Götter ist, dann hätten sie mich unnützend typen ja wahrscheinlich nicht geopfert, sondern irgendeinen muskulösen kräftigen Krieger der die Göttere richtig bliesen kann.
00:03:07: Das hätte ich nie gekonnen!
00:03:07: Ich wäre wahrscheinlich wirklich so einen richtig random langweiliger Kakaobauer gewesen.
00:03:12: Also, ich wäre ein richtig cooler Kakaobauer gewesen.
00:03:14: Alle hätten mich geliebt in der Kneipe.
00:03:16: Gab's Maya-Kneipen?
00:03:17: Ich
00:03:17: denke nicht!
00:03:19: Gabs Maya-Alkohol?
00:03:21: Maya-Spritze oder sowas... Das
00:03:22: ist wirklich eine gute Frage.
00:03:24: Dann hätten wir dann immer da zusammensitzen können und ich hätte so von meinen Erlebnissen auf dem Bauernhof erzählt.
00:03:29: Ich glaube, ich werde ein richtig guter Maya-Bauer gewesen
00:03:32: Ja doch würde ich unterschreiben, glaub' ich.
00:03:34: Was soll das
00:03:35: heißen?!
00:03:37: Nein also klar die Frage war ein bisschen Spitz formuliert vielleicht.
00:03:41: Aber ich glaube auch, wie du das schon gesagt hast, Menschenopfer ... Ich hab um mein Gott komplex zu unterstützen, wär ich gern ein Menschenopffer gewesen!
00:03:49: Stell dir mal vor die wählen dich aus und sagen so hier für die Götter.
00:03:52: So wär's schon bisschen cool auch.
00:03:54: Wenn man nicht daran geglaubt auch, da wird sich gedacht geil...ich bin es mit meinem jetzigen Wissen wenn jetzt ein paar Meiers klingeln würden, dann würden sie sagen sehr viel Job angeboten, Menschen Opfer.
00:04:07: Ich weiß nicht, wie.
00:04:08: die Opfern schneiden dich auf.
00:04:10: Oder verbrennen sie dich?
00:04:12: Das ist
00:04:13: irgendwie das
00:04:14: Perspektiv, wie ich jetzt nicht allzu interessant Jobtechnik aus heutiger Sicht.
00:04:18: Aber damals werd' ich wirklich dann an majesische, mayonesische Götter geglaubt hätte.
00:04:23: Wir heißen ... Was ist denn das?
00:04:25: Majaische Gütter?
00:04:26: Majasche?
00:04:27: Keine Ahnung, sollten wir wissen eigentlich!
00:04:29: Mayonnaise Göttern.
00:04:32: Dann hätt' ich's ja geil gefunden und da hätt ich gedacht Okay, krass.
00:04:36: Ich mach eine kurze Spülmaschine aus den Herd aus und dann geh ich auf ein Altar.
00:04:40: Damals als gläubiger Maya ... Das war schon ne große Ehre würde ich sagen.
00:04:46: Ja doch, ich würd auch sagen... Und was wirklich für mich ein Aspekt wäre?
00:04:50: Also da kommen wir jetzt gleich noch zu den Kalendern!
00:04:54: Ich weiß wirklich nicht ob ich da happy gewesen wäre zur dieser Zeit.
00:04:58: Also ich bin jetzt nicht gerade unbedingt die geplanteste Person Crazy, was die sich da angetan haben.
00:05:06: Aber dazu kommen wir jetzt gleich!
00:05:34: Wenn wir also in dieser Folge von der klassischen Maya sprechen, meinen wir einen bestimmten Abschnitt einer sehr viel längeren Geschichte.
00:05:43: Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich über einen großen Teil Mesoamrikas – von der Halbinsel Yucatan und im heutigen Süden Mexikos über Guatemala und Belize bis in Teile von Honduras und El Salvador.
00:05:57: Schon lange vor der klassischem Epoche entstanden dort größere Siedlungen.
00:06:02: Ab ungefähr zweihundertfünfzig nach Christus beginnt dann die Zeit, aus der viele der berühmten Städte und Monomente stammen.
00:06:10: Die wir heute mit ihrer Kultur verbinden – Tikal-, Palencoe-, Kalakmul- und Kopan.
00:06:17: Diese Städthe gehören nicht zu einem einheitlichen Majereich mit einer Hauptstadt und einem Herrscher an der Spitze.
00:06:23: Die politische Landschaft bestand aus zahlreichen eigenständigen Herrschaften und Königreichen.
00:06:29: Manche waren kleiner, andere kontrollierten größere Gebiete neben kleineren Ortschaften in ihrer Umgebung.
00:06:36: Sie handelten miteinander, schlossen Bündnisse, feierateten Mitglieder ihrer Herrscherfamilien und führten natürlich auch regelmäßig Kriege gegeneinander.
00:06:46: Da dürfte es relativ schnell einleuchten dass es mitunter irreführend sein kann wenn wir von der Maya-Zivilisation sprechen als hätte überall das selbe System gegolden.
00:06:57: Sprache, Architektur und politische Organisationen unterscheiden sich je nach Region und Zeit.
00:07:04: Gleichzeitig gab es aber auch genug Gemeinsamkeiten dass wir diese Gesellschaften heute durchaus sinnvoll zusammen betrachten
00:07:11: können.
00:07:12: Eine dieser Gemeinsamenheiten ist ihre Schrift.
00:07:16: Die Maya entwickelten das umfangreichste bekannte Schriftsystem des prekolumpischen Amerika.
00:07:22: Rund achthundert verschiedene Zeichen sind bekannt.
00:07:25: Manche stehen für ganze Worte andere Fürselben.
00:07:29: Geschrieben wurde auf Stein, Auf Wänden, auf Ceramik und in gefalteten Büchern aus Rindenpapier den sogenannten Kodises.
00:07:37: Interessant sind die Inhalte.
00:07:40: Lange glaubten Forschende, die Inschriften würden hauptsächlich Kalendardaten, Religion- und Astronomie behandeln.
00:07:48: Nach ihrer Entzifferung zeigte sich Die Maya schreiben auch Geschichte.
00:07:52: Sie nannten Herrscher und ihre Familien gelten Thronbesteigungen fest, Kriegel, Gefangennamen, Bündnisse und Todesfälle.
00:08:01: Manche Texte nennen sogar die Künstler, die sie geschaffen haben.
00:08:05: Die scheinbar anonymen Ruinen im Dschungel werden dadurch erstaunlich lebendig – angereichert mit Namen, Dynastien, Rivalitäten.
00:08:14: Religion war dabei eng
00:08:16: mit Herrschaft verbunden.
00:08:18: Könige präsentieren sich nicht nur als politische Anführer.
00:08:22: Rituale, Abstammung und der Kontakt zu übernatürlichen Mächten gehörten zu ihrer Legitimation.
00:08:29: Und auch Astronomie- und Kalender waren keine abgerobenen Beschäftigung einiger weniger gelehrter.
00:08:36: Die Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten war weitreichend mit Landwirtschaft, Rituellen und natürlich der Zeitrechnung verbunden.
00:08:45: Die Maya entwickelten dafür mehrere Kalendersysteme und konnten astronomische Zyklen über lange Zeiträume verfolgen.
00:08:54: Pyramiden, Tempel, breite Treppen Plätze mit Stählen auf denen Herrscher in aufwendigem Schmuck dargestellt sind.
00:09:02: Das haben wir sicherlich als erstes im Kopf wenn wir an Maya-Ruin denken.
00:09:07: Nur bestand eine Stadt wie Tikal natürlich nicht ausschließlich aus Gebäuden die möglichst monumental in den Himmel ragen sollten Denn dort lebten auch Menschen die versorgt werden mussten Wohnraum brauchten und idealerweise Wege, die alles verbinden.
00:09:23: Auch das Thema Wasser war den südlichen Mariatiefländern während der Trockenzeit ein ziemlich konkretes Problem.
00:09:30: Intikal lösten die Bewohner als unter anderem mit großen Reservoirs.
00:09:34: Geflasterte Flächen- und leicht geneigte Plätze leiteten Regenwasser in Speicherbecken.
00:09:40: Der Archäologe Vernon Scaraboura Hat dieses System seit den neunzehntneunziger Jahren untersucht und gezeigt, wie eng die monumentale Innenstadt mit der Wasserversorgung verbunden war.
00:09:52: Später fand man in einem der Reservoirs sogar ein Filtersystem aus Quartz- und Zeolid.
00:09:58: In Palenco lief es ein wenig anders.
00:10:01: Dort kommt Wasser aus den Bergen – Die Maya bauten Kanäle und gemauerte Aqueducte, die Bäche unter Teilen der Stadt hindurchführten.
00:10:10: Eines dieser Systeme verläuft direkt am Plalast und am Tempel der Inschriften vorbei.
00:10:16: Praktische Infrastruktur- und monumentale Repräsentationen lagen dabei oft unmittelbar nebeneinander.
00:10:24: Das sieht man besonders gut in Tikal.
00:10:26: Im Zentrum liegt die große Plaza.
00:10:29: Auf der einen Seite erhebt sich die Nordakropolis auf einer anderen, die sogenannte Zentralakropolis.
00:10:36: Akropolis bezeichnet übrigens wörtlich einfach eine Oberstadt und ist kein exklusiver Name für das griechische Athen.
00:10:45: Dazu kommen die großen Tempel eins und zwei.
00:10:48: Vor der Nordakropolis standen zahlreiche Stelen- und Altäre, auf denen Herrscher dargestellt und Ereignisse ihrer Regierungszeit festgehalten wurden.
00:10:57: Politischer und religiöser Raum waren hier miteinander vermischt.
00:11:02: Die Herrschers von Tikal ließen ihr ihre Bilder aufstellen.
00:11:05: Inschriften erinnerten an Thronbesteigung und militärische Erfolge.
00:11:11: In der Nordakropolis wurden Mitglieder der Herrscherfamilien bestattet, und die großen Treppen der Tempel konnten als Bühne für rituale Dien, die von Menschen auf dem Platz gesehen wurden.
00:11:22: Dass diese Architektur gleichzeitig religiöse Vorstellungen auf Griff lässt sich teilweise direkt an den Gebäuden und Bildern erkennen.
00:11:30: Auf Tempelfassaden finden sich Darstellungen des sogenannten Witz eines übernatürlichen Bergwiesens.
00:11:37: In der Maya-Bildsprache konnten Berge als lebendige heilige Orte erscheinen, mit Höhlen als Zugang in andere Bereiche der Welt.
00:11:47: Pyramiden wurden deshalb in der Forschung häufig als künstliche Heilige Berge verstanden.
00:11:54: und dann wäre da noch die Astronomie.
00:11:57: Bestimmte Baugruppen wurden tatsächlich so angelegt, dass sich von ihnen aus Sonnenaufgänge an bestimmten Tagen beobachten ließen.
00:12:05: Besonders bekannt sind die sogenannten E-Gruppen.
00:12:08: Seit den neunztundzwanziger Jahren wurden diese Anlagen oft als eine Art steinahner Sonnenkalender beschrieben mit dem sich Sonnenwänden und Tag- und Nachtgleichen exakt bestimmen ließen.
00:12:21: Die Archäologen James Amers und Prudence Rice haben zu Jahrtausend sechs allerdings darauf hingewiesen, dass viele dieser vermeintlichen Ausrichtungen gar nicht besonders genau sind.
00:12:32: Andere Untersuchungen unter anderem von Anthony Aveny zeigen wiederum das zumindest einige frühe Anlagen tatsächlich mit Sonnenständen und jahreszeitlichen Zyklen zusammenhängen.
00:12:43: So gab es also astronomisch geplante Architektur aber nicht jeder Bau der irgendwie nach Osten zeigt war deshalb automatisch ein Observatorium.
00:12:54: Was in den großen Zentren sehr viel eindeutiger wirkt, ist die Verbindung von Architektur und Herrschaft.
00:13:00: Paläste, Plätze, Kreber, Tempel- und Monumente bildeten gemeinsam die Umgebung, in der die Stellung des Königs sichtbar wird.
00:13:09: In Schriften nannten seine Vorfahren während Stelen ihn bei Ritualen zeigten.
00:13:14: Gebäude erinnerten zudem an bestimmte Herrscher und Ereignisse.
00:13:19: Im Palenque ließ Kynishiana Pakal den Verlast ausbauen.
00:13:23: Nach seinem Tod wurde er im Tempel der Inschriften bestattet.
00:13:27: Sein Grab lag damit nicht irgendwo außerhalb der Stadt, sondern mitten in einem monumentalen Gebäude das zugleich Teil der politischen Geschichte seiner Dynastie war.
00:13:37: Die Stadt machte ziemlich deutlich wer hier das sagen hatte.
00:13:43: Dann wäre da noch die Sache mit den Kalendern!
00:13:45: Die Maya verwendeten mehrere Systeme gleichzeitig.
00:13:49: Ein bestimmter Tag konnte Teil eines Zweihundertsechzig-Tagezyklus sein Gleichzeitig innerhalb eines Sonnenjahres liegen und zusätzlich über die lange Zählung an einer ganz bestimmten Stelle der Geschichte verortet werden.
00:14:03: Zugegeben, das klingt kompliziert – aber schauen wir uns das mal an!
00:14:08: Einer dieser Zyklen umfasst zweihundertsechzig Tage.
00:14:12: Heute wird er meist Zolkin genannt.
00:14:14: Zwanzig verschiedene Tageszeichen werden dabei mit den Zahlen eins bis dreizehn kombiniert.
00:14:21: Nach zweihundertsechzig Tagen beginnt diese Kombination erneut.
00:14:25: Wofür genau diese Kalender ursprünglich entwickelt wurden, wissen wir nicht genau.
00:14:29: Sein Herkunft reicht bis weit in die Mesoamerikanische Geschichte zurück – vermutlich noch vor die klassische Maya-Zeit.
00:14:37: Bedeutung hatte der Zyklus wohl besonders für Rituale und Wahrsagungen.
00:14:42: Und er musste nicht einmal aufwendig rekonstruiert werden!
00:14:45: In Maya Gemeinschaften im Hochland Guatemala mit der entsprechender heiliger Kalender Dortschol-G genannt bis heute von sogenannten Daykeepers verwendet.
00:14:56: Daneben gab es den HAB, einen Zyklus von dreihundert fünfundsechzig Tagen.
00:15:00: Er bestand aus achtzehn Abstitten mit jeweils zwanzig Tagen und fünf zusätzlichen Tagen am Ende des Jahres – dem VAJAP!
00:15:08: Der VAJUP wird gerne als eine Art fünftägige Unglückszone dargestellt.
00:15:14: Kolonialzeitliche Quellen aus Yucatan beschreiben diese Tage tatsächlich als besondere Übergangszeit mit eigenen Ritualen.
00:15:23: Zolkin und Hab liefen dabei gleichzeitig, eine bestimmte Kombination aus beiden wiederholte sich erst nach achtzehntausend neunhundertachzig Tagen.
00:15:33: das entspricht zweiundfünfzig Habjahren.
00:15:36: diesen Zeitraum nennen wir heute Kalenderrunde.
00:15:39: Für Zeiträume, die über diese zweiundfünfzig Jahre hinausgehen gab es die lange Zählung.
00:15:45: Sie funktioniert für uns wohl deutlich vertrauter.
00:15:48: Statt einen wiederkehrenden Zyklus zu benennen zählt sie fortlaufend Tage von einem Ausgangspunkt aus.
00:15:55: Dieser Ausgangspunkt entspricht nach unserer heutigen Umrechnung dem elften August dreitausend einhundertvierzien vor Christus.
00:16:03: Das Datum gehört in den mythologischen Bereich Auf DLC im guatemalkinischen Kirikua, errichtet.
00:16:10: im Jahr sevenhundertfünfundsiebzig wird dieser weit zurückliegende Punkt zusammen mit einem Schöpfungsgeschehen genannt.
00:16:17: Für die Maya der klassischen Zeit konnte ein Monument damit Ereignisse der eigenen Herrschaft und einer Vergangenheit verbinden, die teilweise mehrere Jahrtausende zurücklag.
00:16:28: So wurde der Kalender auch genutzt um die eigene Geschichte zu ordnen.
00:16:33: Dasselbe gilt übrigens auch für den Himmel.
00:16:36: Eines unserer besten Zeugnisse dafür ist der Dresdner Maya-Kodex.
00:16:41: Das Buch entstand in seiner erhaltenen Form wahrscheinlich in der späten Mayazeit und befindet sich heute in der sächsischen Landesbibliothek, in Dresden.
00:16:51: Darin stehen unter anderem Tabellen zu Mondfinzernissen und zu Venus – speziell die Venus wurde sehr genau beobachtet!
00:17:00: Ihr sogenannte synodischer Zyklus, also die Zeit nach der sie von der Erde aus wieder ungefähr dieselbe Stellung zur Sonne erreicht beträgt rund fivehundert vierundachtzig Tage.
00:17:12: Die Venus-Tafeln im Dresdener Kodex rechnen exakt diesem Zeitraum und verfolgen mehrere aufeinander folgende Zyklen.
00:17:20: Darauf basierend entstand übrigens eine sehr berühmte These in mehreren Studien der neunzehnachziger und neunzentneinziger Jahre wurde das sogenannte Star-War-Zeichen mit Venus-Beobachtungen und im Zeitpunkt militärischer Angriffe in Verbindung gebracht.
00:17:37: Mit der Wissenschaftshistoriker Gerardo Aldana hat diese Verbindung noch einmal systematisch überprüft.
00:17:44: Der Ergebnis fiel allerdings nüchterner aus!
00:17:48: Weder die statistischen Übereinstimmung noch die ursprünglichen Deutung des Zeichens reichen seine Ansicht nach aus, um daraus eine allgemeine Regel für die Kriegsführungen der klassischen
00:17:58: Maya
00:17:59: abzuleiten.
00:18:00: Die Venus spielt in Maya-Astronomie und Kalenderechnung jedenfalls eine wichtige Rolle.
00:18:06: Dass Maya Herrscher deshalb bevorzugt dann Krieg führen wenn die Venus gerade günstig stand bleibt aber eine eher umstrittene Meinung.
00:18:14: Handfester belegte sind hingegen ihre Rituale.
00:18:18: In Jagdchilan, im heutigen mexikanischen Bundesstaat Chiapas ließ der Herrscher Itzamia Balaam in dem achten Jahrhundert mehrere Reliefs anfertigen.
00:18:28: Eines davon Linthel-Vierundzwanzig zeigt seine Frau Kabaesok bei einem Blutritual.
00:18:35: Sie zieht mit obsidianen Splittern besetztes Seil durch ihre Zunge.
00:18:40: Das Seil fällt auf Rinderpapier vor ihr, das bei solchen Ritualen mit dem Blut getränkt wurde.
00:18:46: Die Hyroglyphen auf dem Relief datieren die dargestellte Zeremonie auf das Jahr sevenhundertneun.
00:18:52: Andere Darstellungen zeigen entsprechende Rituaale auch bei Herrschern selbst.
00:18:57: Blutopfer waren damit Teil der politischen und religiösen Praxis.
00:19:02: Auch Menschenopfer sind archäologisch und bildlich belegt – teilweise direkt auf den Monumenten und Inschriften der Maya!
00:19:10: Irgendwann hören diese Inschriften auf.
00:19:14: Im Kopan im heutigen Honduras wird achthundertzwanzig das letzte datierte Monument im Stadtzentrum begonnen.
00:19:21: Altar El zeigt zwei einander gegen übersitzende Männer und eine Inschrift, die offenbar eine Amtsübertragung festhalten sollte.
00:19:31: Fertiggestellt wird das Monument nicht mehr.
00:19:33: Intikal läuft die Geschichte länger weiter.
00:19:37: Dort stammt die letzte bekannte datierte Steele aus dem Jahr eighthundertneunundsechzig.
00:19:43: Und in Tonina wird diese Folge begonnen haben, wird noch neunhundertnäun ein Datum in Stein geschrieben.
00:19:50: Diese drei Zahlen zeigen dass die Rede vom Untergang der Maya mitunterzu absolut klingt.
00:19:57: Es gibt keinen verhangenen Montagmorgen an dem die Menschen aufwachen und spontan ihre Zivilisation aufgeben.
00:20:04: Verschiedene Städte geraten zu verschiedenen Zeiten in Schwierigkeiten.
00:20:08: Während manche politischen Zentren verschwinden, bestehen andere deutlich länger und besonders außerhalb der südlichen Tiefländer entwickeln sich weiterhin mächtige Maya-Gesellschaften.
00:20:20: Was im achten und neunten Jahrhundert vor allem zerbricht ist die politische Ordnung vieler großer Städthe der klassischen Zeit.
00:20:28: Die Gründe dafür sind vielschichtig – eine der heute am besten belegten Veränderungen trifft das Klima.
00:20:35: In nineteen-neinzig veröffentlichten David Hodel, Jason Curtis und Mark Branagh eine Untersuchung von Sedimenten aus dem Schien-Shan-Kanabsee auf der Halbinsel Yukata an.
00:20:47: Die schemische Zusammensetzung dieser Ablagerungen zeigte ausgeprägte Trockenphasen während der Zeit in der viele klassische Maya-Zentren ihre politischen Bedeutung verloren.
00:20:58: Zwar in drei kamen Gerald Hawke und sein Team zu einem ähnlichen Ergebnis.
00:21:03: Sie untersuchten Sedimente aus dem Carriaco-Becken vor der Küste Venezuela.
00:21:08: Dort lässt sich über den Eintrag von Titanen rekonstruieren, wie stark sich Niederschläge in der Region veränderten.
00:21:15: Org identifizierte eine längere Trockenphase innerhalb der besonders schwere mehrjährige Dürren ungefähr um eighthundertzehn, achthundertsechzig und neunhundert zehn auftraten.
00:21:27: In den letzten Jahren versuchte ein Team um Nikolas Evans dann die Größenordnung für den Schiechan Kanabsee genauer zu bestimmen.
00:21:36: Nach ihren Berechnungen könnten die jährliche Niederschläge während der untersuchten Trockenphasen im nördlichen Yucatan durchschnittlich um etwa vierzig bis fünfzig Prozent zurückgegangen sein, in besonders extremen Phasen sogar stärker.
00:21:52: Das sind erhebliche Veränderung!
00:21:54: Als alleinige Erklärungen für den Kollaps taugen sie allerdings nicht.
00:21:58: Die Archäologen James Amers und David Hodde haben genau davor gewarnt.
00:22:04: Klima- und archäologische Entwicklungen passen nicht an jedem Ort zeitlich gleich gut zusammen, so gibt es Städte die bereits in Schwierigkeiten geraten bevor besonders starke Trockenphasen einsetzen.
00:22:17: Andere Regionen reagieren vollkommen anders – das Klima liefert also nur einen Teil der Geschichte!
00:22:24: Ein anderen Teil sieht man besonders deutlich in der Pitex-Butan-Region im heutigen Guatemala.
00:22:31: Dort untersuchte ein großes Forschungsprojekt unter Leitung von Arthur Demarest seit den späten neunzehnundachziger Jahren mehrere Maya Zentren.
00:22:41: Das Ergebnis ist ungewöhnlich eindeutig In dieser Region nimmt die militärische Gewalt im spänten achten Jahrhundert massiv zu.
00:22:49: Städte werden befestigt Mauern und Palisaden entstehen teilweise in großer Eile.
00:22:55: Politische Zentren werden aufgegeben oder zerstört.
00:22:59: Aguateca ist dafür eines der besten Beispiele, die Stadt liegt auf einem steilen Höhenzug und war ohnehin gut zu verteidigen.
00:23:07: Trotzdem errichteten ihre Bewohner zusätzliche Mauern von insgesamt mehreren Kilometern Länge.
00:23:14: Der Archäologe Takeshi Inomata konnte bei seinen Ausgrabungen zeigen, dass das Zentrum wahrscheinlich um achthundertzehn angegriffen wurde.
00:23:24: In einigen Gebäuden blieben Werkzeuge, Kiramik persönliche Gegenstände und andere Dinge liegen die Menschen bei einem geordneten Auszug normalerweise mitgenommen hätten.
00:23:35: Teile dieses Zentrums brannten.
00:23:37: kurz danach wurde Aguateca weitgehend verlassen.
00:23:42: Demarest und Inomata betonen selbst, dass der intensive Krieg die Entwicklungen im Patex-Batun erklären kann.
00:23:49: Eine universelle Ursache für alle klassischen Majerstädte ist er dadurch natürlich nicht.
00:23:55: Das zeigt zum Beispiel Copan – dort bricht die Herrscherdynastie im frühen neunten Jahrhundert zusammen.
00:24:01: Gleichzeitig lebt ein Teil der Bevölkerung noch lange im Tal weiter.
00:24:06: Frühere Forschung erklärten diese Entwicklung häufig mit Überbevölkerung, Abholzung und Bodenerusion.
00:24:14: Auch dafür gibt es Hinweise.
00:24:15: allerdings wurden manche älteren Modelle inzwischen korrigiert.
00:24:20: Untersuchungen von Cameron McNeill und ihren Kollegen zeigten beispielsweise dass die Entwaldung im Kopan-Tal offenbar weniger vollständig war als zuvor angenommen worden war.
00:24:32: Was sich dagegen über viele südliche Zentren hinweg beobachten lässt, ist ein Verlust der alten politischen Strukturen.
00:24:40: Erschauer lassen irgendwann keine datierten Monumente mehr aufstellen und große Baugprogramme werden eingestellt.
00:24:47: Paläste verändern ihre Nutzung oder werden verlassen.
00:24:50: Bevölkerungen gehen zurück mitunter erheblich.
00:24:54: Irgendwann hören die Steine auf neue Daten zu tragen.
00:24:59: Schauen wir auf Shishen Itza, das sich zu einem der bedeutendsten politischen Zentren seiner Zeit entwickelt hat.
00:25:05: Die Stadt erlebt ihre große Blüte ungefähr zwischen neunhundertfünfzig und eintausend zweihundert.
00:25:12: Also genau in den Jahrhunderten, in denen viele der klassischen Zentran im Süden längst an Bedeutung verloren haben.
00:25:20: Damit finden wir auch eine große Schwäche der Untergangsrhetorik.
00:25:24: Chichén Itza ist keine kleine Siedlung, in die sich einige Überlebende zurückgezogen haben.
00:25:30: Es ist eine große Stadt mit Tempeln, Ballspielplätzen, Wohnvierteln und weitreichenden Handelskontakten.
00:25:38: Auch nachdem ihre politische Bedeutung zurückgeht bleibt der Ort wichtig.
00:25:42: Uyurspanische Chroniken zeigen das die Maya-der-Region Chichéén Itzá und ich Itzár weiterhin kannten.
00:25:50: Archäologisch lässt sich die zeremoniale Nutzung des Ortes sogar bis in die fünftonhundertfünfziger Jahre nachweisen.
00:25:57: Danach steigte Mayapan zu einem wichtigen Zentrum des nördlichen Yukatan.
00:26:02: Ungefähr vom dreizehn Jahrhundert bis vierzehnhundertvierzig kontrollierte die befestigte Stadt ein größeres politisches Netzwerk, welch es später in mehrere unabhängige Erschaffsgebiete zerfällt.
00:26:15: Im Hochland von Guatemala gibt es ebenfalls weiterhin Maya-Staaten.
00:26:20: Besonders mächtig wird dort das Königreich der Kiche, seine Hauptstadt Kumakai in älteren Quellen meist Uttatlán genannt, blickt auf einem Plateau geschützt durch tiefe Schluchten.
00:26:32: Im fünften Jahrhundert kontrollieren die Kiche große Teile des Guatemala-Kischen, Hochlands und verlangen Tribut von unterworfenen Orten.
00:26:42: Wir befinden uns damit also mehrere Jahrhunderte nach dem sogenannten klassischen Kollaps.
00:26:47: Man kann also nicht sagen, dass die Spanier im frühen sechtern Jahrhundert eine Landschaft voller Ruinen und Reste einer einstigen großen Kultur vorfinden.
00:26:57: Die Eroberung ist deshalb auch nicht innerhalb weniger Jahre erledigt.
00:27:02: Allein in Yucatan zieht es sich über Jahrzehnte Im Petänen, im heutigen Guatemala behauptet sich das Königreich der Itza sogar bis in den Sechzehnhundertundneinzig.
00:27:13: Erst dann nehmen spanische Truppen ihre Hauptstadt Neu-Peten ein.
00:27:18: Zwischen der letzten bekannt langen Zählung in Schrift von Turnina aus dem Jahr neunhundertnein und der Eroberung Neupetens liegen also fast acht hundert Jahre Magiergeschichte.
00:27:27: Für einen postulierten Untergang ist das eine nicht zu verachtende Lücke Und natürlich hat sich in dieser Zeit auch viel verändert.
00:27:36: Die politische Landschaft der klassischen Epoche mit ihren Dynastien und den großen steinernden Herrschermonumenten verliert in vielen Regionen ihre frühe Bedeutung.
00:27:46: Bestimmte Formen der Kunst- und Architektur verschwinden oder verändern sich, die berühmten langen Inschriften auf Steelen werden seltener neue Zentren entstehen und Handelswege verschieben sich.
00:27:59: Politische Systeme funktionieren anders.
00:28:02: Die erhaltenen Maya-Codices stammen sogar aus späterer Zeit.
00:28:07: Auch nach der spanischen Eroberung werden Maya Texte geschrieben, nun zunehmend mit lateinischem Buchstaben.
00:28:14: Zu den bekanntesten gehört das Populvú, in das die Schöpfung und Heldenerzählung der Quiché überliefert.
00:28:21: Seine heute bekannte Fassung wurde im kolonialzeitlichen Guatemala niedergeschrieben und basiert auf älteren mündlichen und schriftlichen Traditionen.
00:28:30: Auch die Vorstellungen, die Menschen hätten ihre alten Städte einfach verlassen, wäre eine stark vereinfachte Darstellung.
00:28:37: Manche Regionen verloren tatsächlich einen großen Teil ihrer Bevölkerung.
00:28:41: an anderen Orten bestanden Siedlungen weiter.
00:28:44: Dann folgen Kriege neue Handelsnetze und schließlich die spanische Eroberung mit Gewalt, Zwangsarbeit Missionierung und eingeschleppten Krankheiten.
00:28:56: Als viele europäische und nordamerikanische Reisende im neunzehn Jahrhundert beginnen, ausführlich über Majerstädte zu berichten war die Aufmerksamkeit, die sie außerhalb mittel Amerikas erhielten durchaus neu.
00:29:08: Besonders einflussreich werden dabei der US-amerikanischen Diplomat und Autor John Lloyd Stephens und der britische Zeichner Bradrick Catherwood.
00:29:18: zwischen eighteenunddreißig und achtzentosvierzig Reisen sie durch Mittelamerika und Yucatan und besuchen unter anderem Copan, Palenque und Uxmal.
00:29:29: Stephens beschreibt die Anlagen Ketherwood-Dokumentiertgebäude und Skulpturen mit erstaunlich genauen Zeichnungen.
00:29:36: Ihre Bücher werden.
00:29:37: ein Erfolg!
00:29:38: Auf einmal konnten Leser in Europa und Nordamerika detaillierte Ansichten von Städten sehen, die dort zuvor kaum bekannt waren.
00:29:47: Bei den Inschriften ging es deutlich langsamer... Schon im neunzehnten Jahrhundert wurden einzelne Bestandteile verstanden.
00:29:54: Der deutsche Bibliothek, Ernst Förstemann arbeitet ab dem Achtundachtzigerjahr intensiv mit dem Dresdner Maja Codex.
00:30:02: Er entschlüsselt Teile der Zahlenschreibweise des Kalenders und der astronomischen Tabellen.
00:30:09: Schwieriger blieb die Frage was die Texte eigentlich sagten?
00:30:12: Ein Grund dafür ist eine Debatte darüber wie die Schrift überhaupt funktioniert.
00:30:17: Besonders einflussreich wird im zwanzigsten Jahrhundert der britische Maya-Forscher J. Eric Thompson.
00:30:23: Er versteht viele Glüfen, vor allem als Zeichen für Kalender, Kalegionen und abstrakte Vorstellungen – und hält die Suche nach einer umfangreichen lautlichen Schreibung weitgehend für den falschen Weg.
00:30:36: Dann veröffentlicht er sowjetische Sprachwissenschaftler Yuri Knorosov in two-fünfzig einen völlig anderen Ansatz.
00:30:43: Knorosov arbeitet mit einer Quelle, die bereits seit dem sechzehnten Jahrhundert bekannt ist.
00:30:49: Den Aufzeichnungen des spanischen Franziskanas Diego de Landa.
00:30:53: Landa hatte versucht sich Maya-Zeichen für die Buchstaben des spanischen Alphabets erklären zu lassen und das Ergebnis funktioniert als Alphabet erstaunlich schlecht.
00:31:03: Das ist für Knorosov der springende Punkt.
00:31:07: Die Mayaschreiber hatten Landa offenbar nicht einfach einzelnen Buchstagen genannt.
00:31:11: Viele der Zeichen standen für selben.
00:31:14: Knorosov behandelte die Schrift deswegen nicht als Sammlum geheimnisvoller Symbole, er verstand sie als Schriftsystem mit dem Zeichen sowohl ganze Wörter als auch Lautwerte wiedergeben können.
00:31:26: Sein Ansatz stößt zunächst auf erheblichen Widerstand besonders bei Thompson.
00:31:31: Passt gleichzeitig liefert Tatjana Proskuriyakov einen zweiten entscheidenden Zugang.
00:31:37: Die Archäologin schaut sich die Datumsfolgen auf den Stelen von Pietras Negras in Guatemala genauer an und veröffentlicht neunzigzig ihre Ergebnisse.
00:31:47: Demnach tauchen bestimmte Daten in Abständen auf, die erstaunlich gut zu einem menschlichen Leben passen.
00:31:54: Geburt, Thronbesteigung – tot!
00:31:57: Die Stelen erzählen demnach nicht nur von abstrakter Zeit sondern von konkreten Menschen, Erschern, Dynasten und Ereignissen.
00:32:06: Das verändert die Maya-Forschung grundlegend, denn nun lassen sich Knorosovs Lautwerte mit historischen Mustern verbinden.
00:32:14: Die Entzifferung ist damit allerdings nicht irgendwann abgeschlossen worden – sie läuft bis heute weiter!
00:32:19: Seituluhr documentiert beispielsweise das Corpus of Maya Hieroglyphic Inscriptions am Peabody Museum der Harvard University in Schriften systematisch mit Fotografien und Zeichnungen.
00:32:33: Neue Funde kommen hinzu Einzelne Zeichen werden anders verstanden und bekannte Texte neu gelesen.
00:32:41: Und nicht nur die Schrift trägt dazu bei, dass unser heutiges Bild der klassischen Maya weiter wächst.
00:32:49: Im Norden Gotemalas wird ein Gebiet von mehr als zwei tausend hundert Quadratkilometern mit Lieder vermessen.
00:32:57: Dabei werden aus Flugzeugen Laserimpulse zum Boden geschickt.
00:33:01: Ein Teil davon dringt auch durch die Vegetation, sodass sich anschließend berechnen lässt wie die Landschaft unter dem Blätterdach aussieht.
00:33:09: Die Ergebnisse werden zu Jahrzehnten von einem Team um Marcelo Canuto und Francesco Estrada Belli in der Zeitschrift Science veröffentlicht.
00:33:18: Die Forschenden identifizieren einunsechzigtausend vierundachtzig alte Strukturen.
00:33:24: Wohnbauten, Terrassen, Straßen, Befestigung und andere Eingriffe in die Landschaft werden auf einmal dort sichtbar, wo am Boden oft nur Wald zu erkennen ist.
00:33:34: Besonderes Ausmaß und Dichte der Besiedlung lassen sich damit auf einer völlig anderen Fläche untersuchen.
00:33:41: Gleichzeitig zeigen die Scans an welchen Stellen sich weitere Untersuchungen am Boden besonders lohnen könnten.
00:33:49: Der einundzwanzigste Dezember zwölf, wahrscheinlich kein Maya-Datum hat es in unserer Zeit zu großen Bekanntheit gebracht.
00:33:57: An diesem Tag sollte angeblich der Maya-Kalender enden und je nach Version gleich die ganze Welt!
00:34:04: Ob durch Natur oder kosmische Katastrophen ist da erstmal unerheblich?
00:34:09: Oder ob der Mensch auf eine neue Bewusstseinsebene geroben wird – angekündigt hatten die Maya davon nämlich exakt gar
00:34:16: nichts?!
00:34:17: Werden aber dann?
00:34:19: Eine der frühesten einflussreichen Schritte kommt ausgerechnet aus der Maya-Forschung selbst.
00:34:34: Das Datum stimmt damals noch nicht einmal mit dem später berühmten, einundzwanzigsten Dezember-Zwölf überein.
00:34:49: Kou rechnet zunächst mit dem vierundzwannzechsten Dezember-Zowerzehntelf?
00:34:53: Die Idee war aber nun da – Maya plus Kalenderende plus Weltuntergang!
00:34:59: Kou selbst blickt jahrzehnte später ziemlich nüchternd auf diese Passage zurück….
00:35:04: Im Vorwort des In den Sammelbandes Decoding the Counter-Cultural Apocalypse schreibt er, er habe seine Leser damals wohl ein bisschen erschreckend wollen.
00:35:14: Dass aus diesem Absatz einmal ein globales Weltuntergangs-Szenario entstehen würde, hatte er offensichtlich nicht ahnen können.
00:35:21: Er veröffentlichte amerikanische Schriftsteller Frank Waters Mexico Misty.
00:35:28: Darin verbindet er das vermeintliche Maya Enddatum unter anderem mit astrologischen Vorstellungen und Hopiprofesseihungen.
00:35:36: Das sind Traditionen aus vollkommen unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen, die Rotas zu einem gemeinsamen Zukunftsszenario zusammensetzt.
00:35:44: Im selben Jahrzehnt beginnen auch Autoren aus der westlichen Gegenkultur Maya-Zeitrechnungen mit Vorstellungen eines bevorstehenden Bewusstseinswandels zu verbinden.
00:35:54: Als Einflussreich gilt hier Jose Agueles.
00:36:01: Agueles beschreibt darin unter anderem einen sogenannten galaktischen Synchronisationsstrahl, Bewusstseinsveränderung und einem Übergang in ein neues Zeitalter.
00:36:12: Im selben Jahr organisiert er die sogenannte Harmonik-Convigence eine internationale isotirische Veranstaltung bei der Menschen an verschiedenen Orten meditieren und einen planetaren Wandel einleiten sollen.
00:36:25: Der Religionswissenschaftler Robert K. Siddler Bezeichnet diese Mischungen aus New Age, Weltuntergang und Maya-Kalender später ausdrücklich als das Jahr zwölf in Omen.
00:36:36: Bücher, Internetseiten, Dokumentationen und Veranstaltungen die sich auf dieselbe Jahreszahl beziehen aber teilweise völlig unterschiedliche Dinge erwarten.
00:36:45: Von Erleuchtung bis Katastrophe ist hier alles dabei.
00:36:48: In dem Jahr zwei Jahrzehnte kostet die Vorstellung schließlich etwa zweihundert Millionen US Dollar.
00:36:54: Roland Emmerich eröffentlicht den Kinofilm-Zweitausendzwölf.
00:36:59: Ganze Kontinente verschieben sich, Städte versinken, Erdbeben reißen die Erde auf und riesige Flutwellen erledigen den Rest.
00:37:07: Sony bewahrt den Film ausdrücklich mit einer von der alten Maya vorhergesagten globalen Katastrophe.
00:37:14: Spätestens jetzt wusste vermutlich jeder auf der Welt wann genau diese laut den Maya enden soll!
00:37:20: Nur was steht denn tatsächlich in den Maya-Einschriften?
00:37:24: Da gibt es eine besonders berühmte Stelle.
00:37:26: Monument VI aus Tortuguera, im heutigen mexikanischen Bundesstaat Tabasco erwähnt tatsächlich das Ende des dreizehnten Baktun.
00:37:36: Das Satum entspricht nach der heute üblichen Umrechnung dem einundzwanzigsten Dezember.
00:37:42: Ein Bakton umfasst einenhundertvierundvierzichttausend Tage.
00:37:46: Dreizänder von ergeben ein Zyklus von etwas mehr als fünftausendeinhundert und zwanzig Jahren.
00:37:53: Das Monument erwähnt also wirklich unser Jahr zwölf, nur eben keinen Weltuntergang.
00:37:59: Der betreffene Teil der Inschrift ist allerdings beschädigt und seine genaue Lesung wurde mehrfach diskutiert.
00:38:06: Genannt wird dabei eine Gottheit die von Forschenden gewöhnliche Bologn Jogte genannt wird.
00:38:11: Offenbar im Zusammenhang mit einem Ereignis oder Ritual am Ende dieses Zeitabschnitts.
00:38:16: Von Erdbeben, Flutwellen dem Ende der Menschheit oder einem galaktischen Bewusstsein Sprung steht jedoch nichts.
00:38:23: Und dann gibt es noch Palenque.
00:38:25: Im Tempel der Inschriften befindet sich ein Text, in dem er mit einem Datum rechnet das für die damaligen Schreiber mehr als viertausend Jahre in der Zukunft lag.
00:38:34: Er bezieht sich auf einen Jahrestag der Thronbesteigung des Herrscher Kinishiana Pakhal.
00:38:40: Das berechnete Datum liegt im Jahr ... ihr versteht das Problem.
00:38:46: Ein Kalender, der bis ins Jahr ... Der einundzwanzigste Dezember markierte das Ende eines großen Abschnitts der langen Zählung.
00:38:59: Und ja, dass ist bemerkenswert!
00:39:01: Vielleicht wäre dieser Tag für die klassischen Maya tatsächlich ein besonderer Anlass gewesen?
00:39:06: Nur warum und was an diesem Tag passieren sollte – das wissen wir nicht.
00:39:11: Die Welt ist aber offensichtlich nicht
00:39:13: untaggegangen.".
00:39:16: Eigentlich ist es ja schade, dass doch einiges verloren gegangen ist.
00:39:20: Ungenaue Tage….
00:39:21: Was ist das für ein geiles
00:39:22: Konzept?!
00:39:23: Der Vertage gibt an den nichts gemacht wird, weil zählt halt nicht dieser Tage.
00:39:27: Weil das passt halt nicht in einen super nördigen Kalender von denen.
00:39:31: Was ist es wenn nicht nördig?
00:39:33: Dass die ... Wenn die Venus berechenbar ist, ist das ein geiler Planet sozusagen.
00:39:37: Da kann man ja auch viel mitmachen.
00:39:38: Nein!
00:39:39: Die Venus kann man berechnen und deswegen ist das unser Lieblingsplanet.
00:39:42: Ist der
00:39:43: voll nördinglich... Und ja, auch super interessant dass es immer noch Nachkommen gibt heute.
00:39:47: Ich dachte immer, es gibt Nachfahren in einem unbekannten Land vor nicht allzu langer Zeit, wo eine Sibide sehr bekannt war.
00:39:56: Scheinbar gibt es dann noch mehr als die Maya.
00:39:58: Aber hast du auch gesagt?
00:39:59: Es gibt nicht Die-Maya, sondern das ist ja quasi ein sehr komplexes kulturelles Phänomenist.
00:40:06: Wie man wahrscheinlich auch nichts sagen kann, es gab die Römer und da gab's halt auch Brizantiner mit da drin, wo die überall ihre Gewinsten hatten.
00:40:15: Vielleicht gab's ja Maya Bundesländer...
00:40:17: Ich glaube nicht.
00:40:18: Also so ein bisschen nicht verstanden, aber ich persönlich würde mich auch voll gerne jetzt im Nachhinein mal – also vielleicht einen Aufruf an unsere Zuhörerinnen – man damit auseinandersetzen wie diese Kultur heute heutzutage gelebt wird wenn man mal in Betracht sieht dass die ihr ein anderes Kalendersystem pflegen.
00:40:35: Also das ist so interessant irgendwie.
00:40:38: Aber Tim, ich habe eine Frage an dich und zwar hab' ich mich gefragt Wenn du dir jetzt vorstellen würdest dass du zu einer Maya-Zeremonie eingeladen werden würdest.
00:40:48: Du lebst da in diesem Konstrukt und weißt aber nicht genau, was es für ein Fest ist?
00:40:51: Es könnte auch ein Opferritual sein!
00:40:54: Jetzt mal so rein von deinen ethischen Grundsätzen.
00:40:57: Würdest du aus Gruppenzwangen hingehen oder würdest du eher sagen ich halte mich daraus?
00:41:03: Weil das muss man ja wirklich im Betracht ziehen, dass bei jeder Opfergabe also wie wir eben gelernt haben Nicht jedes Mal jemand stirbt Aber trotz dessen immer Blut im Spiel sein wird.
00:41:13: Ich würde mich schon interessieren.
00:41:16: Auf die Frage, wie öffentlich sind die sonst?
00:41:19: Könnte ich auch von einem Hügel aus das Heim nicht beobachten oder eingeladen sein?
00:41:23: und die ethische Frage nach dem Blut ... Ja, es kommt drauf an.
00:41:27: Ich weiß nicht, ob die vielleicht mittlerweile selber auf Mittel- und Praktiken zurückgreifen, die dann auch ... Also, ich gehe mal davon aus, du meinst jetzt, ob ich mir anschauen könnte, wie da eine Ziege geopfert wird oder ein ...
00:41:41: Ja!
00:41:42: Ich hab so außer Ausrespekt, würd' ich's glaub', Gucken bis zu einer gewissen Grenze, die ich gerade nicht so genau benennen kann.
00:41:50: Einfach auch weil wenn man sieht Filme, Dokus wo solche Dinge passieren aber es ist immer noch was anderes das ein echt zu sehen.
00:41:58: Ich weiß nicht wann mal eine Menge Blut alleine gerochen hat also die ganze der Geruch der dann auch entsteht und alles drum und dran dass... Weiß auch gar nicht ob ich das durchstehen würde oder ob ich einfach selber umkippe.
00:42:11: Grundsätzlich wäre ich nicht abgenackt, das zu sehen.
00:42:13: Aber vielleicht geht es ja auch einfach, indem die eine Piñata-Opfer anstatt von einem echten Tier ... Das wär ein bisschen netter!
00:42:22: Ich weiß nicht wieso?
00:42:23: Also ich mein... Die Zuhörerinnen können sich dich ja noch noch nicht bildlich vorstellen aber ich würde dich tatsächlich ... also ich seh mich gerade, sehe dich grade bildlich vor mir wie du an so einer Zeremonie in der Menge stehst und mit nem leicht schockierten aber auch chemischen Lächeln zuschaust Wie ein Ziegel korpfert wird.
00:42:44: Kann ich mir gut vorstellen?
00:42:46: Aber ich habe noch eine andere Frage, weil das mich doch auch in der Recherche sehr interessiert hat aber keine konkrete Antwort darauf gefunden hab.
00:42:52: wer glaubst du um zurückzukommen auf die Kalender wo du eben meintest dass wäre sehr nerdy Wer hat denn wohl gecheckt ob die Priester oder die Personen die den Kalender dann quasi an die Gesellschaft weitergegeben haben nicht nach ihren eigenen Interessen oder nach ihrer eigenen Lust auf Sachen.
00:43:10: Also das ist ja ein generelles Ding in Religion, dass man zwischen also auf diese Vermittler-Inanführungszeichen... Das ist jetzt sehr respektvoll gemeint.
00:43:19: Aber ausgleich dem Unwissen wird so ausgedrückt, dass es nicht nach eigener Lust ist.
00:43:24: Wer hat es gecheckt?
00:43:25: Weil die waren ja die Allwissenden!
00:43:27: Stell dir das mal vor der Thorsten von nebenan war irgendwie ... War nicht so nett zum Priester damals jetzt.
00:43:35: und dann haben sie sich gesagt Ja gut, es steht eh eine Opferung an.
00:43:39: Oder die haben gesagt, Susanne sieht so schön aus wie in den letzten Wochen.
00:43:43: Sie wird jetzt
00:43:44: befördert.".
00:43:46: Ich weiß nicht, wie viele Priester jetzt in so einer Stadt lebten?
00:43:48: Wenn wir wissen, dass sich die Städte ja auch durchaus groß waren oder die Siedlungen groß waren und dann der eine Priester spontan sowas ansetzt bestraft oder zum Eigen nutzt... ich glaube das fällt allen auf also dem anderen Priester der Gemeinschaft vielleicht auch dem Herrscher oder den einfachen gebildeten Leuten weil wenn ... alles so nördig sind oder genau wissen.
00:44:12: Es ist ja alles ausgerichtet nach Planeten, Sonnenstellungen und was weiß ich?
00:44:15: Und du die Venus siehst... Ich glaube dann kannst du schon mitdenken.
00:44:20: Auch wenn jetzt nicht genau wissen dass dieser eine Stern zwingend die Venus ist oder der Planet ist den alle meinen aber es fallen irgendwann Muster auf.
00:44:28: das wäre glaub ich zu kompliziert daraus zu kommen.
00:44:32: Also wenn es halt wirklich so ein berechenbares, mathematisch-astrologisches Ereignis ist.
00:44:37: Was beobachtbar ist für alle, ist glaube ich schwer das zu manipulieren?
00:44:41: Ja gut, da hast du recht.
00:44:42: Ich habe vielleicht eine Sekunde zu wenig drüber nachgedacht um mir die Frage selbst zu beantworten.
00:44:48: Kann dir trotzdem glauben der Priester geht dann einmal die Treppe hoch zum Herrschertempel oder spricht zu den Göttern kommt wieder und sagt ja übrigens hab grad mit der Venus gesprochen.
00:44:58: Die hat gesagt der Matthias Erzweitz Kakao-Ernte war ein bisschen doof.
00:45:03: Das kann ja trotzdem sein, irgendwie gibt es ja immer Mittel und Wege ... Ich geh mal mit dem Geschäftsführer sprechen, musst hier aber warten!
00:45:11: Und ich sag dir dann was da was da sagt.
00:45:14: Super unsympathisch, irgendwie?
00:45:17: Ja, für mich waren die Priester alle super nette Nerds halt.
00:45:20: The Big Maya Theory... Wir stellen jetzt so hin als wir haben dieses krasse Darth Waders oder sowas.
00:45:26: Weiß man ja nicht.
00:45:27: Aber er macht spielischen Gips halt überall.
00:45:33: Jetzt kommt unsere Rubrik Snacks FM.
00:45:35: Fünf kuriosen Fakten zu unserem Thema heute zu den Maya, die ihr wie wir immer sagen auf Partys bei einem Date oder bei euren Eltern zum Prahlen nutzen könnt oder einfach für euren Hinterkopf um uns von westlich dominierter Feldforschung abzusetzen und endlich auch mal mit anderen Kulturen, Kulturbereichen auseinanderzusetzen.
00:45:58: Erstens – Die Maya ließen sich Edelsteine in die Zähne einsetzen.
00:46:03: Zähne wurden angebohrt und kleine Einlagen aus Jade, Pyrit oder anderen Materialien darin befestigt.
00:46:10: Eine große Untersuchung von Maya-Gebissen zeigt außerdem solche Veränderungen finden sich nicht nur in eindeutig elitären Kontexten – Und die Befestigung war erstaunlich haltbar!
00:46:19: Bei untersuchten Maya-Gebissen sitzen viele der Einlagen selbst nach mehr als tausend Jahren noch an ihrem Platz.
00:46:29: Auf der Halbinsel Yukatan betrieben Maya im Kerei mit stachelosen Bienen, besonders mit der Art Melipona BGI.
00:46:37: Die Tiere lebten häufig in ausgehüllten Baumstemmen, deren Öffnungen mit herausnehmbaren Steinen oder Holzschreiben verschlossen wurden.
00:46:44: Drittens – Maya Blue ist erstaunlich schwer kaputtzukriegen!
00:46:48: Die Maya stellten ein kräftiges blaues Pigment her das heute schlicht Maya Blue genannt wird.
00:46:54: Es entstand aus dem Pflanzenfarbstoff Indigo und dem Tonmineral Paligurskid.
00:46:59: Die Verbindung ist ganz schön stabil.
00:47:01: Viele erhaltene Wandmalereien und Gegenstände zeigen das Blau nach Jahrhunderten immer noch recht deutlich.
00:47:06: Funde aus dem heiligen Kinote in Chichen Itza sprechen sogar dafür, dass Maya Plou dort während der Rituale selbst hergestellt wurde.
00:47:14: Viertens In einigen Maya-Stätten gab es richtige Schwitzbäder.
00:47:18: In mehreren Maya- Städten wurden festgebautes Schwitzbeder gefunden mit Feuerstellen, erhitzen Steinen, niedrigen Dampfräumen und Abläufen für das Wasser.
00:47:28: Piedras Negras besitzt gleich acht bekannte monumentale Schwitzbäder.
00:47:32: Drei davon lagen im Bereich des Marktplatzes.
00:47:35: Fünftens, Archäologen haben falsche Kakaobohn gefunden!
00:47:40: Kakao war in Mesoamerika wertvoll und konnte auch als Zahlungsmittel dienen.
00:47:45: An Fundorten in Mexiko und Guatemala sind allerdings kleine Objekte aus Ton aufgetaucht die echten Kakaubohn erstaunlich ähnlich sehen.
00:47:53: Ob damit tatsächlich jemand versucht hat, mit prehispanischem Falschgeld durchzukommen, wissen wir natürlich nicht.
00:47:58: Die Tonbone könnte auch als Ersatz bei Ritualen verwendet worden sein.
00:48:04: Am Anfang dieser Folge stand ein Datum.
00:48:06: Neunhundertneun.
00:48:08: Eingemeißelt in einen Stein in Turnina die letzte bekannte lange Zählung-Datierung auf einem Monument der klassischen Maya Tradition.
00:48:17: Danach bricht die Folge der bekannten datierten Steinmonimente dieser klassischen Tradition ab.
00:48:24: Der Stein sagt damit nicht, dass es mit den Maya vorbei war.
00:48:27: Das ist eine vereinfachte Interpretation – denn Geschichte lässt sich deutlich einfacher zählen wenn sie klare Eckdaten aufweist Aufstieg, Blüte, Kollaps und Ruinen.
00:48:38: nur funktioniert das bei den Maya nicht sonderlich gut.
00:48:45: Wenn
00:48:46: euch diese Folge gefallen hat, dann bleibt auf Frequenz.
00:48:49: Folgt uns und lasst gerne eine Bewertung
00:49:03: da!
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