#055: The Stone Tape - Können Mauern sich erinnern?

Shownotes

🎧 Worum geht’s in dieser Folge?

1953 sieht der junge Harry Martindale im Keller des Treasurer’s House in York angeblich römische Soldaten durch die Wände marschieren. Knapp zwanzig Jahre später stellt ein BBC-Horrorfilm eine ebenso unheimliche Frage: Können Mauern vergangene Ereignisse speichern wie ein Tonband?

Wir folgen der sogenannten Stone Tape Theory von ihren historischen Vorläufern über vermeintliche Stimmen Verstorbener bis zu wissenschaftlichen Experimenten in angeblichen Spukhäusern.

⏱ Kapitel

00:00:00 Opening: Stimmen aus dem Mauerwerk

00:02:04 Intro & Begrüßung

00:04:12 Von einer Wand zur anderen

00:11:09 Der Speicher im Treppenhaus

00:21:25 Das Archiv der Welt

00:33:49 Die Stimmen zwischen den Frequenzen

00:49:49 Ohne Schreibkopf keine Aufnahme

00:57:38 Die Straße unter den Soldaten

01:06:34 Spuk auf Bestellung

01:16:46 Die letzte Tonspur

01:27:29 Talk

01:30:15 Obscura Rewind: Zimmer 1408

01:32:37 Was im Stein bleibt

📚 Quellen & Literatur

  • Babbage, Charles (1838): "The Ninth Bridgewater Treatise". 2. Auflage. London: John Murray. Besonders Kapitel IX: "On the Permanent Impression of Our Words and Actions on the Globe We Inhabit".

  • Bender, Hans (1970): "Zur Analyse außergewöhnlicher Stimmphänomene auf Tonband". In: Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie, Bd. 12, S. 226–238.

  • Bishop, J. R. (1981): "Piezoelectric Effects in Quartz-Rich Rocks". In: Tectonophysics, Bd. 77, Nr. 3–4, S. 297–321.

  • Brinklow, David (1977): Archäologischer Bericht zu Arbeiten am Treasurer’s House. In: Interim, York Archaeological Trust, S. 27.

  • Dagnall, Neil; Drinkwater, Kenneth G.; O’Keeffe, Ciarán et al. (2020): "Things That Go Bump in the Literature: An Environmental Appraisal of 'Haunted Houses'". In: Frontiers in Psychology, Bd. 11, Artikel 1328.

  • Denton, William; Denton, Elizabeth M. Foote (1863): "The Soul of Things; or, Psychometric Researches and Discoveries". Boston: Walker, Wise and Company.

  • D’Raven, Kirst Mason (2024): "Lost Legion?". In: Mysterious Times, 11. Februar 2024.

  • French, Christopher C.; Haque, Usman; Bunton-Stasyshyn, Rosie; Davis, Rob (2009): "The 'Haunt' Project: An Attempt to Build a 'Haunted' Room by Manipulating Complex Electromagnetic Fields and Infrasound". In: Cortex, Bd. 45, Nr. 5, S. 619–629.

  • Goh, Annie (2015): "Sonic Anomalies: An Interview with Eberhard Bauer and Michael Schetsche". In: CTM Magazine.

  • Hill, Sharon A. (2017): "Haunted Rocks: The Stone Tape Theory".

  • Jürgenson, Friedrich (1967): "Sprechfunk mit Verstorbenen". Freiburg im Breisgau: Hermann Bauer Verlag.

  • Kneale, Nigel (1952): "You Must Listen". BBC-Radiohörspiel. Neuinszenierung 2023 durch Bafflegab Productions für BBC Radio 4.

  • Kneale, Nigel (1972): "The Stone Tape". Fernsehfilm. Regie: Peter Sasdy. BBC, Erstausstrahlung 25. Dezember 1972.

  • Lethbridge, Thomas Charles (1961): "Ghost and Ghoul". London: Routledge & Kegan Paul.

  • National Trust (o. J.): "The Ghost Stories of Treasurer’s House". Berichte über Harry Martindale und weitere angebliche Erscheinungen.

  • National Trust (o. J.): "Roman Legionary Fortress (Eboracum), Part of, Treasurer's House, York". Heritage Record MNA145466.

  • O’Connell, Lillian (1977): "Ghosts of Roman Soldiers Haunt Ancient City of York". United Press International, 19. Januar 1977.

  • Price, Henry Habberley (1939): "Haunting and the 'Psychic Ether' Hypothesis: With Some Preliminary Reflections on the Present Condition and Possible Future of Psychical Research". Society for Psychical Research.

  • Raudive, Konstantin (1968): "Unhörbares wird hörbar. Auf den Spuren einer Geisterwelt". Remagen: Otto Reichl Verlag.

  • Sidgwick, Eleanor Mildred (1885): "Notes on the Evidence, Collected by the Society, for Phantasms of the Dead". In: Proceedings of the Society for Psychical Research, Bd. 3, S. 69–150.

  • Tandy, Vic; Lawrence, Tony R. (1998): "The Ghost in the Machine". In: Journal of the Society for Psychical Research, Bd. 62, Nr. 851.

  • Wenham, Peter (1958): "Excavation of Roman Road in Treasurer’s House, York, 1954". In: Yorkshire Archaeological Journal, Bd. 39, S. 266–275.

  • Williams, Jess M.; Blagrove, Mark (2022): "Paranormal Experiences, Sensory-Processing Sensitivity, and the Priming of Pareidolia". In: PLOS ONE, Bd. 17, Nr. 9, e0274595.

  • Wiseman, Richard; Watt, Caroline; Greening, Emma; Stevens, Paul; O’Keeffe, Ciarán (2002): "An Investigation into the Alleged Haunting of Hampton Court Palace: Psychological Variables and Magnetic Fields". In: Journal of Parapsychology, Bd. 66, Nr. 4, S. 387–408.

  • Wiseman, Richard; Watt, Caroline; Stevens, Paul; Greening, Emma; O’Keeffe, Ciarán (2003): "An Investigation into Alleged 'Hauntings'". In: British Journal of Psychology, Bd. 94, Nr. 2, S. 195–211.

  • York Archaeological Trust (2001): "Gray’s Court, Chapter House Street, York: Report on an Archaeological Watching Brief". Field Report Nr. 55.

  • British Film Institute (2022): "From The Stone Tape to Quatermass: Unearthing Nigel Kneale Locations Today".

  • Science Fiction Theatre (1955): "The Frozen Sound". Staffel 1, Episode 15. Erstausstrahlung 30. Juli 1955.

  • Society for Psychical Research / Psi Encyclopedia (o. J.): "Haunted York". Mit Interviewbericht zu Harry Martindale.

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🎙️ Hosts: Svea & Tim

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00:00:05: Februar, nineteenhundertdreifundfünfzig York England.

00:00:11: Im Keller des Treasurus House unweit der gewaltigen Kathedrale York Minster steht ein achtzehnjähriger Heizungsinstellateur auf einer Leiter.

00:00:21: Sein Name ist Harry Martindale.

00:00:23: er befindet sich erst am zweiten Tag seiner Arbeit in dem alten Gebäude und soll eine Öffnung in die gewölbte Kellerdecke schlagen damit dort neue Heizungssrohre verlegt werden können.

00:00:34: Während Harry an der Decke arbeitet, hört er plötzlich einen seltsamen Ton.

00:00:39: Er klingt wie eine Trompete allerdings ohne erkennbare Melodie.

00:00:43: Zunächst denkt Harry, irgendwo muss ein Radio laufen... Dann ertönt das Geräusch erneut – lauter!

00:00:50: Beim dritten Mal scheint es direkt aus der Wand zu kommen.

00:00:54: Harry schaut hinunter….

00:00:55: Aus dem massiven Mauerwerk schiebt sich etwas hervor.

00:00:58: Das aussieht wie ein metallener Helm.

00:01:01: Darunter erscheint der Kopf eines Mannes dann dessen Oberkörper.

00:01:05: Der Fremde trägt eine altertypnische Uniform, einen kurzen Rock und einen Schild.

00:01:10: Für Harry sieht er aus wie ein römischer Soldat – das wäre auch dann merkwürdig wenn der Mann normal durch die Tür gekommen wäre!

00:01:18: Doch er tritt mitten aus der Wand.

00:01:21: Harry erschreckt derart dass er von der Leiter fällt und sich in eine Ecke des Kellers zurückzieht.

00:01:26: Von dort beobachtet er, wie der Soldat den Raum durchquert und in der gegenüberliegenden Wand verschwindet.

00:01:32: Ihm folgt ein weiterer Soldat auf einem Pferd – dann kommen mehr Männer die jeweils zweit durch den Keller marschieren.

00:01:39: Keiner von ihnen scheint Harry zu bemerken!

00:01:41: Und noch etwas stimmt nicht….

00:01:43: Die Männer sind nur von den Knien auchwärtszusehen.

00:01:45: ihre Unterschenkel verschwinden im Kellerboden als würden sie auf einer Straße marschiren, die ein gutes Stück unter Harrys Füßen liegt... Schließlich verschwindet auch der letzte Soldat in einer gegenüberliegenden Wand.

00:01:58: Harry bleibt allein im Keller zurück.

00:02:01: Willkommen bei Radio Obskure!

00:02:26: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime und Mystery.

00:02:31: Wir erzählen von Geschichte, Gegenwart- und Grenzbereichen mal real, mal unerklärlich.

00:02:36: Um Meeresgrund bis zur Umlaufbahn vom Labor bis zu Legende.

00:02:40: wir fragen was passiert ist und was davon bleibt.

00:02:43: Wir sind Tim und Svea.

00:02:46: Und heute sind wir in Jörg!

00:02:49: Aufmerksame Hörende werden jetzt aufmerksam... ...aufzeigen und sagen, Moment was erzählt der seltsame Mann im Radio da?

00:02:59: Jorg kommt uns bekannt vor ja wir haben gerade vier Folgen über Helen Foster aus Jörgg rausgehauen einfach mal ohne eine Ankündigung oder alles.

00:03:09: einfach noch einmal Vier Grimoires quasi als kleines Halloween Häppchen für euch da draußen, weil wir ein bisschen Bock hatten.

00:03:19: Und dann kam Jörg drin vor und das auch schon in der Harald-Blautsahn-Folge mit drin vorkam beim Thema Wikinger.

00:03:26: Das gute Alliorvik!

00:03:28: Wir hoffen es hat euch gefallen.

00:03:31: und jetzt sind wir eigentlich ein paar Tage nach Halloween machen aber nochmal eine kleine Geisterkruselfolge nämlich über die Stone Tape Theory.

00:03:40: was das genau ist.

00:03:41: erfahrt ihr gleich?

00:03:43: Bilder findet ihr wieder dort, wo man sie immer findet.

00:03:47: Ähnlich wie Sleepy Hollow kennt ihr das Folgenthema vielleicht aus einem Film und auch ... Wie bei Sleepy Hollo steht es aber auch einer ... Ja gibt es auch einen realen Hintergrund.

00:03:58: also seid gespannt und ich bin gespannt ob ihr selbst diese Theorie gut findet oder nicht?

00:04:05: Und was da so wissenschaftlich uns dahinter steckt werden wir gleich hören!

00:04:13: Harry wartet, bis der letzte Soldat verschwunden ist.

00:04:17: Dann verlässt er den Keller, lässt seine Werkzeuge und die Leiter zurück und läuft die Treppe hinauf.

00:04:23: Er ist noch immer völlig aufgelöst als ihm der Verwalter des Hauses begegnet.

00:04:27: Der sieht den jungen Handwerker an und sagt etwas womit Harry wohl kaum gerechnet hat By the look of you You've seen The Roman soldiers.

00:04:37: So wie du aussiehst hast Du die römischen Soldaten gesehen.

00:04:41: Scheinbar hat der Mann damit ziemlich genau das Richtige gesagt, denn für Harry ist es zunächst eine enorme Erleichterung.

00:04:48: Er hatte gerade ernsthaft daran gezweifelt ob seine Wahrnehmung ihm einen Streich gespielt hatte.

00:04:53: Nun steht da jemand, der allem anscheinend nach schon beißt was sich in diesem Keller abspielen soll.

00:04:58: Das beruhigt ihn jedoch nur teilweise... er verlässt das Treasure's House und kehrt zu seinem Arbeitgeber zurück Kirst Mason, die Raven berichtet in ihrem im Jahr und zwei Tausend Vierundzwanzig erschiedenen Artikel Lost Legion dass Harry nach seiner Flucht aus dem Treasurer's Haus zunächst zu seinem Arbeitgeber zurückkehrte und anschließend einen Arzt aufsuchte.

00:05:20: Dieser habe ihn wegen eines Schocks für zwei Wochen krankgeschrieben.

00:05:23: Wir wissen nicht ob Harry jemals wieder an dieser Heizungsanlage gearbeitet hat.

00:05:28: Das Treasurers Haus gehört zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als zwanzig Jahren dem National Trust, einer britischen Organisation die historische Gebäude und Landschaften erhält.

00:05:39: Das Haus selbst besitzt eine ziemlich lange Historie.

00:05:43: Ursprünglich stand hier die Residenz des Schatzmeisters von York Minster.

00:05:48: Über die Jahrhunderte wurde daran gebaut, umgebaut, erweitert und wieder abgerissen bis das Anwesen im neunzehnten Jahrhundert in mehrere einzelne Häuser aufgeteilt war.

00:05:58: In den letzten Jahren begann der wohlhabende industrielle Frank Green diese Teile aufzukaufen und daraus wieder ein repräsentatives Schadhaus zu machen.

00:06:08: Green war ein leidenschaftlicher Sammler historischer Möbel und legte bei der Einrichtung einen Perfektionismus an den Tag, der seine Angestellten vermutlich gelegentlich an den Rand der Verzweiflung brachte.

00:06:19: Er ließ sogar Markierungen auf dem Boden anbringen damit jedes Möbelstück exakt an seinem vorgesehenen Platz stand.

00:06:27: Handwerker sollten im Haus Hausschuhe tragen, um möglichst wenig Lärm zu verursachen.

00:06:33: In den letzten Jahren schenkte Green das gesamte Anwesen und Einrichtungen dem National Trust.

00:06:40: Allerdings nicht ohne genaue Vorstellungen davon wie sein Lebenswerk künftig zu behandeln sei.

00:06:46: Angeblich kündigt er sogar an nach seinem Tod als Geist zurückzukehren falls jemand seine Einrichtung verändern sollte.

00:06:54: Eine interessante Drohung, gerade von einem Mann der das Haus zuvor selbst ziemlich gründlich umgebaut hatte.

00:07:01: Jedenfalls war das Treasure des Hauses schon vor Harry Martindales Begegnungen ein Ort an dem Geschichte und Geister-Story offenbar gut miteinander auskam.

00:07:10: Harry selbst hatte mit alldem allerdings wenig zu tun – er war achtzehn Jahre alt, machte seine Ausbildung und sollte eine Heizungsanlage installieren.

00:07:19: Dass er ausgerechnet hier etwas Übernatürliches erleben würde, hatte er nach eigener Aussage weder erwartet noch erhofft.

00:07:27: Was ihm besonders in Erinnerung bleibt ist das Aussehen der Männer.

00:07:30: Denn seine angeblichen römischen Soldaten entsprechen überhaupt nicht dem Bild, dass er aus Kinofilm kennt – keine hochgewachsenen glänzend ausgerüsteten Legionäre die in makelloser Formation durch die Gegend marschieren.

00:07:44: Harry beschreibt kleine, ungeflegt wirkende Männer deren Kleidung schon bessere Tage gesehen hat.

00:07:50: Ihre Toniken seien in verschiedenen Grüntönen gehalten gewesen.

00:07:54: dazu hätten sie runde Schilde kurze Schwärter und Helme mit auffälligem Schmuck getragen.

00:08:00: einiger hatten erschöpft oder krankgewirkt.

00:08:04: auch das Pferd habe nicht wie eines jener brechtigen Reittierer ausgesehen auf denen römische Feldherren gewöhnlich im Kino auftreten.

00:08:12: Harry erinnert sich an ein schweres Arbeitspferd mit auffällig beharten Fesseln.

00:08:17: Bemerkenswert findet er außerdem, dass die Gestalten für ihn vollkommen körperlich wirkten.

00:08:22: Er konnte nicht durch sie hin durchsehen.

00:08:25: Die erschienen ihm so wirklich wie andere Menschen und deswegen hat er ja auch Angst von ihnen entdeckt zu werden.

00:08:31: Aus der Richtung der marschierenden Soldaten will er ein undeutliches Murmeln gehört haben aber kein verständliches Gespräch.

00:08:38: Seine Schilderung enthält damit einige ungewöhnliche Einzelheiten.

00:08:42: Wie zuverlässig diese sind und welche Bedeutung sie haben könnten, schauen wir uns später an.

00:08:47: Lange Zeit wird Harry über das Erlebte nicht sprechen – er wird später Präzist und ein Erlebnis mit römischen Soldaten die durch Wände marschieren dürfte für eine solche Laufbahn vielleicht nicht die beste Empfehlung gewesen sein?

00:09:00: Nach eigenen Angaben fürchtet er ausgelacht oder für verrückt gehalten zu werden.

00:09:05: Erst ungefähr zwanzig Jahre später beginnt er öffentlich übers Geschehene zu sprechen.

00:09:11: Mitte der neunzelt-siebziger Jahre werden ausführliche Interviews mit ihm aufgezeichnet.

00:09:16: So veröffentlicht am neunzehnten Januar, die Nachrichtenagentur United Press International einen Artikel von Lilian O'Connell über die angeblichen römischen Geister von York.

00:09:28: O'Connel berichtet von einem Besuch im Keller des Treasurers House bei dem Harry Margindale einer Gruppe amerikanischer Journalisten seine Begegnung schildert.

00:09:37: Er beschreibt seiner Angst, dass ungewöhnliche Aussehen der Soldaten und die Erleichterung darüber das keiner von ihnen ihn beachtet habe.

00:09:51: Und die unmittelbare Erleicherung war, dass keiner von Ihnen in meine Richtung blickte.

00:09:56: Für ihn scheint die Frage ob er die Soldaten tatsächlich gesehen hat längst entschieden?

00:10:07: Der National Trust zitiert Harry Martindell mit einer Aussage, die seine Haltung zu dem Erlebnis gut zusammenfasst.

00:10:14: Von Geistern verstehe er nichts.

00:10:16: vor jenem Tag habe er noch nie einen gesehen und auch danach sei ihm keiner mehr begegnet.

00:10:21: An seiner Erinnerung zweifelt er allerdings nicht But I do know what i saw down there that day Aber ich weiß was ich an jedem Tag dort unten gesehen habe.

00:10:32: Eine Erklärung ist das natürlich nicht Und eine Erinnerung, selbst wenn sie über Jahrzehnte hinweg mit großer Überzeugung vorgetragen wird ist noch kein unabhängiger Beweis für das was damals geschehen sein soll.

00:10:43: Harry-Martin Dale bleibt dann auch bei seiner Geschichte bis zu seinem Tod im Jahr ... ... und die Vorstellung dass ein vergangenes Ereignis an einem bestimmten Ort immer wieder sichtbar werden könnte beschäftigt längst auch Menschen die mit Geistergeschichten eigentlich überhaupt nichts anfangen wollen Zum Beispiel Wissenschaftler, die nach einem völlig neuen Speichermedium suchen.

00:11:10: Am fünfundzwanzigsten Dezember twohneunzehnt zeigt die BBC einen Fernsehfilm der eine ziemlich ungewöhnliche Erklärung für Geistererscheinungen liefert.

00:11:20: Er trägt den Titel The Stone Tape stammt aus der Feder des britischen Drehbuchautos Nigel Neal und wird von Peter Sesty inszeniert.

00:11:29: Neal ist zu diesem Zeitpunkt längst kein Unbekannter mehr!

00:11:32: Mit seinen Quartummaßgeschichten hat er bereits in den neunzehntfünfziger Jahren gezeigt, dass sich Science-Fiction und Horror hervorragend miteinander verbinden lassen.

00:11:42: Wissenschaftler die mit modernster Technik auf etwas stoßen das ihr Verständnis der Welt vollkommen überfordert gehören gewissermaßen zu seinem Spezialgebiet.

00:11:52: Auch in The Stone Tape beginnt alles mit einem Forschungsprojekt.

00:11:56: Das britische Elektronikunternehmen Ryan Electric Products hat ein altes vektorianisches Herrenhaus namens Tescalans erworben und zu einem Forschungslabor umbauen lassen.

00:12:07: Ein altes Anwesen, Wissenschaftler und jede Menge technischer Ausrüstung.

00:12:12: Wer unsere Folge über die Skinwalker-Ventsch gehört hat dürfte gewisse Parallelen erkennen.

00:12:16: allerdings ist die Ausgangslage hier eine andere.

00:12:19: Niemand ist nach Tescalands gekommen um Geistern hinterher zu jagen.

00:12:23: Hier soll ein Team unter der Leitung von Peter Brock an einer neuen Generationen von Speichermedien arbeiten.

00:12:30: Die Konkurrenz schläft schließlich nicht.

00:12:33: Insbesondere japanische Elektronikkonzerne setzten die britische Industrie unter Druck und Brock ist überzeugt, dass seine Abteilung einen technologischen Durchbruch erzielen muss um weiterhin mithalten zu können.

00:12:45: Herkömmliche Magnetbänder hält er für eine ausgereizte Technologie.

00:12:48: Sie sind empfindlich, benötigen Platz und verlieren unter ungünstigen Bedingungen gespeicherte Informationen.

00:12:55: Brock möchte etwas vollkommen Neues entwickeln – einen Datenträger mit dem sich Informationen auf wesentlich kleineren Raum speichern lassen.

00:13:03: Dafür bekommt seine Abteilung ein großzügiges Gelände moderne Labor-Räume und eine ziemlich beeindruckende technische Ausstattung zur Verfügung gestellt.

00:13:12: Computer-, Messgeräte-, Kameras-und Ostsylografen werden nach Testkalenz geschafft!

00:13:18: Eigentlich beste Voraussetzungen für ein Forschungsprojekt, von dem sich die Unternehmensführung offenbar so einiges verspricht.

00:13:25: Nur hat das neue Labor einen Problem – dass in der ursprünglichen Kostenplanung vermutlich nicht vorgesehen war?

00:13:32: Ein Raum ist noch immer nicht fertig renoviert!

00:13:36: Als Brock den zuständigen Verwalter Roy Collinsen darauf anspricht, erfährt er, dass die Bauarbeiter sich weigern dort weiterzuarbeiten.

00:13:43: Der Raum sei unangenehm, irgendetwas stimme nicht damit….

00:13:48: Collinson hat versucht, die Männer zur Fortsetzung ihrer Arbeit zu bewegen – bislang ohne Erfolg.

00:13:54: Und Brock, der seine neuen Räumlichkeiten eigentlich sofort vollständig nutzen möchte, reagiert auf diese Nachricht erwartungsgemäß wenig begeistert.

00:14:03: Er sieht sich den Raum gemeinsam mit Collinson und der Computerprogrammiererin Jill Greeley an!

00:14:09: Während der Rest des Gebäudes mit moderner Technik ausgestattet worden ist befindet sich dieser Teil noch weitgehend im ursprünglichen Zustand.

00:14:16: Die Wände sind mit altem Holz verkleidet, das stellenweise verfault ist.

00:14:20: Als Brock einige der Morschenbretter herausreist kommen dahinter schmale abgedrehtene Steinstufen zum Vorschein.

00:14:27: Sie führen ein Stück an der Wand hinauf und enden dann einfach.

00:14:31: Collins erklärt dass dieser Teil des Gebäudes wesentlich älter sei als das viktorianische Herrenhaus.

00:14:37: die Fundamente könnten sogar aus angel sächsischer Zeit stammen.

00:14:41: Brock interessiert daran zunächst vor allem, welche Schwierigkeiten ihm möglicherweise mit dem Denkmalschutz bevorstehen.

00:14:47: Wenn jemand die historische Bedeutung der Mauern erkennt, könnte er die weitere Renovierung verhindern.

00:14:53: Zwischen dem Unrat entdecken sie außerdem Konservendosen aus der Zeit als amerikanische Soldaten das Gebäude während des Zweiten Weltkriegsnosten und einen vergübten Brief den offenbar einmal ein Kind geschrieben hat.

00:15:06: Er beginnt wie ein gewöhnlicher Weihnachtswunsch, enthält aber eine eigentümliche Bitte.

00:15:11: What I want for Christmas is please go away!

00:15:15: Was ich mir zu Weihnachten wünsche ist bitte verschwinde.

00:15:20: An wen dieser Wunsch gerichtet war, ist zunächst unklar.

00:15:23: Brock und Collinsen verlassen den Raum um die Bauarbeiten wieder in Gang zu bringen.

00:15:28: Jill bleibt einen Moment zurück.

00:15:30: sie hört Schritte obwohl niemand zu sehen ist.

00:15:33: Dann erscheint auf den freigelegten Steinstufen für einen Augenblick eine Frau in dunkler Kleidung.

00:15:39: Die Gestalt scheint das Gleichgewicht zu verlieren und gleichzeitig ertönt ein entsetzlicher Schrei.

00:15:44: Jill flüchtet aus dem Raum, bricht kurz darauf zusammen.

00:15:48: Als sie Brock erzählt, Sie habe einen Geist gesehen – glaubt er ihr zunächst nicht!

00:15:53: Doch es bleibt dicht bei Gills Erlebnis.

00:15:55: auch andere Menschen haben in diesem Raum offenbar merkwürdige Geräusche gehört.

00:16:00: In einem nahegelegenen Pub erfahren Brock und Jill, dass bereits Kinder in dem verlassenen Gebäude gespielt und dabei ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen haben sollen.

00:16:08: Auch während der amerikanischen Besatzungszeit scheint es entsprechende Stories gegeben zu haben.

00:16:14: Eine weitere Spur führt sie zu einem örtlichen Geistlichen.

00:16:18: Der erinnert sich wage daran das es im Zusammenhang mit Taskalans einmal einen Exorzismus gegeben haben könnte.

00:16:25: Zunächst findet er allerdings keine passenden Unterlagen.

00:16:28: Die entscheidenden Dokumente tauchen schließlich bei Collins'en auf, der sie aus älteren Akten zum Anwesen mitgebracht hat.

00:16:35: Darunter befinden sich ein Zeitungsausschnitt von achtzehnhundertneunzig sowie Unterlagen über einen beantragten Exorzismus aus dem August Achtzehnhundertzweiundneunzlich.

00:16:44: Der Zeitungsausschnitt berichtet vom Tod der Hausangestellte Luisa Hanks die bei ihrer Arbeit einer Treppe hinuntergestürzt sein soll.

00:16:52: Zwei Jahre später wurde offenbar versucht, ihren vermeintlichen Geist durch einen Exozismus zu vertreiben.

00:16:59: Ohne erkennbaren Erfolg, den.

00:17:00: die Unterlagen enthalten weitere Berichte über die Erscheinung.

00:17:04: Damit haben die Wissenschaftler zumindest innerhalb der Filmhandlung einen konkreten historischen Vorfall, der zu den beobachteten Erscheinungen passt – Die dunkle Frauenfigur, die Schritte und der Schrei könnten mit dem Tod der Hausangestellten zusammenhängen!

00:17:19: Inzwischen hat auch Brock selbst die Geräusche gehört, er beschließt das ganze systematisch untersuchen zu lassen.

00:17:25: Das Forschungsteam soll sich mit seinen Instrumenten in dem alten Raum einrichten – wo früher ein Geistlicher mit Gebeten versucht hat, die Erscheinungen zu vertreiben kommen nun Mikrofone Tonbandgeräte und Computer zum Einsatz.

00:17:38: Wenn in diesem Raum regelmäßig Schritte und Schreie zuhören sind müsste es sich doch aufzeichnen lassen.

00:17:44: Tatsächlich tritt die Erscheinungen während der Untersuchung erneut auf.

00:17:48: Mehrere Wissenschaftler hören einen Schrei, allerdings können sie sich nicht einigen woher er gekommen ist.

00:17:54: Einer vermutet die Treppe als Ursprung ein anderer die Tür.

00:17:58: einige beschreiben das Geräusche jetzt ausgesprochen laut andere haben es kaum wahrgenommen.

00:18:03: Jill sieht sogar wieder die Frau während ihr Kollege stuert überhaupt nichts bemerkt.

00:18:08: Dann spulen Sie das Tonband zurück.

00:18:11: Die Testgeräuche sind zu hören.

00:18:13: auch die Stimmen der Wissenschaftler wurden aufgezeichnet nur der Schrei fehlt.

00:18:19: Das bringt die Forscher in eine merkwürdige Situation.

00:18:22: Mehreren Menschen haben gleichzeitig etwas wahrgenommen, dass ihre Instrumente offenbar nicht erfassen können und selbst untereinander stimmen ihre Beobachtungen nicht überein.

00:18:32: Brock lässt weitere Messungen durchführen und sämtliche verfügbaren Informationen zusammentragen.

00:18:37: Jill versucht aus dem Daten mit einem Computerprogramm Zusammenhänge zu ermitteln.

00:18:42: Bei der Auswertung entwickelt Brock schließlich eine Hypothese, die für das gesamte Forschungsprojekt eine vollkommen neue Richtung eröffnet.

00:18:54: Vielleicht so seine Überlegungen befindet sich in dem Raum überhaupt keine eigenständige Erscheinung?

00:19:00: Die Wände könnten stattdessen etwas bewahrt haben, dass sich bei Anwesenheit eines Menschen erneut bemerkbar macht!

00:19:07: Brock vermutet, dass das Gestein die Eindrücke eines vergangenen Ereignisses aufgenommen hat möglicherweise ausgelöst durch die extremen Emotionen eines Menschen in Todesangst.

00:19:18: Diese Informationen bleiben im Material erhalten und werden unter bestimmten Bedingungen wiedergegeben – allerdings nicht als gewöhnlicher Schall den jedes Mikrofon erfassen könnte!

00:19:28: Stattdessen sollen die Menschen selbst als Empfänger dienen.

00:19:31: Ihr Gehirn nimmt gespeicherten Informationen auf und erzeugt daraus Geräusche oder Bilder.

00:19:36: Das würde zumindest innerhalb von Brocks Modell erklären, weshalb manche Menschen den Schrei hören, andere zusätzlich die Frau sehen und wieder andere überhaupt nichts wahrnehmen.

00:19:46: Die gesamte Erklärung beruht bislang auf einer Hypothese für die das Team noch keinen physikalischen Mechanismus nachweisen kann.

00:19:53: Brock ist davon trotzdem begeistert – denn wenn er Recht hat befinden sich die Wissenschaftlicher möglicherweise bereits mitten in dem Speichermedium, nachdem sie seit Monaten suchen!

00:20:03: Und das auch noch in einem Gebäude, dessen Besitzer die Wender eigentlich bloß renovieren lassen wollte.

00:20:08: Proxied längst – Die kommerziellen Möglichkeiten.

00:20:12: Ein Material, dass Informationen dauerhaft bewahrt und unmittelbar an das menschliche Gehören überträgt könnte die Elektronikindustrie revolutionieren.

00:20:20: Seine Mitarbeiter beginnen darüber nachzudenken wie man dieser Eigenschaft gezielt nutzen könnte.

00:20:26: Damit ist aus einer vermeintlichen Geistererscheinung im Film ein Forschungsprojekt geworden.

00:20:32: Brock vermutet, dass die Mauern des Gebäudes ein vergangenes Ereignis aufgezeichnet haben und es unter bestimmten Bedingungen wiedergeben können – ähnlich wie einen Tonband.

00:20:41: nur das hier kein technisches Gerät zum Abspielen benötigt wird.

00:20:45: Diese Vorstellung wird heute als Stone Tape Theory bezeichnet.

00:20:50: Sie versucht, bestimmte Geistererscheinungen damit zu erklären, dass Orte oder Materialien Eindrücke vergangener Ereignisse speichern und später erneut wahrnehmbar machen können.

00:20:59: Der Geist wäre demnach kein eigenständiges Wesen sondern gewissermaßen die Wiedergabe einer alten Aufnahme.

00:21:07: Der Name ist eng mit Niels Fernsehfilm von neunzehn-siebzig verbunden.

00:21:12: Die Überlegungen dahinter sind allerdings wesentlich älter als das Magnetband.

00:21:16: Dafür müssen wir einige Jahrzehnte zurückgehen, zu einer Zeit in der es noch nicht einmal die Möglichkeit gab, menschliche Stimmen aufzuzeichnen.

00:21:26: Wir schreiben das Jahr... In London erscheint die zweite Auflage eines Buches mit dem etwas ungewöhnlichen Titel The Nymphed Bridgewater Treaties.

00:21:37: Sein Autor ist Charles Babbage Ein britischer Mathematiker Der heute vor allem als einer der geistigen Wegbereiter des Computers bekannt ist.

00:21:47: Baggage beschäftigt sich bereits seit Jahren mit mechanischen Rechenmaschinen, deren komplizierte Zahnräder mathematische Berechnungen durchführen sollen für die Menschen erheblich länger brauchen würden.

00:21:58: Seine Entwürfe sind ihrer Zeit weit voraus – auch wenn die wirklich großen Maschinen zu seinen Lebzeiten nicht fertiggestellt werden.

00:22:06: In seinem Buch interessiert ihn allerdings eine ganz andere Frage.

00:22:10: Was passiert eigentlich mit unseren Worten nachdem wir sie ausgesprochen haben?

00:22:15: Physikalisch betrachtet erzeugt unsere Stimme Schwingungen in der Luft.

00:22:19: Diese breiten sich aus, werden schwächer und sind irgendwann nicht mehr hörbar.

00:22:24: Für gewöhnlich würden wir sagen – Der Schallsaue verschwunden!

00:22:28: Becketsch ist sich dann nicht so sicher.

00:22:31: Er geht davon aus dass die ursprüngliche Bewegung über unzählige Luftteichen weitergegeben wird und damit auch dann noch Folgen hat wenn kein menschliches Ohr mehr etwas davon wahrnehmen kann.

00:22:42: In Kapitel neun seines Buches das den Titel On the permanent impression of our worlds and actions on the globe we inhabit trägt, also ungefähr über die bleibenden Spuren unserer Worte und Handlungen auf der Erde, die wir bewohnen, formuliert hier einen bemerkenswerten Gedanken.

00:22:58: No motion impressed by natural causes or human agency is ever obliterated.

00:23:03: Keine Bewegung, die durch natürliche Ursachen oder menschliches Handeln hervorgerufen wurde wird jemals vollständig ausgelöcht.

00:23:12: Babbage führt diese Überlegungen erstaunlich weit.

00:23:14: Wenn jede Bewegung weitere Bewegungen verursacht und sich deren Auswirkungen theoretisch immer weiterverfolgen lassen, dann könnte die gesamte Atmosphäre gewissermaßen ein Archiv sämtlicher Gespräche sein, die jemals geführt wurden.

00:23:29: Natürlich nicht in einer Form, die wir mit unseren Ohren wahrnehmen können!

00:23:33: Aber für einen Wesen mit unbegrenzten mathematischen Fähigkeiten – so Babbage's Überlegung – ließen sich vielleicht selbst die winzigsten Veränderungen bis zu ihrem Ursprung zurückverfolge.

00:23:44: Das ist auch deshalb interessant, weil Babbage diesen Gedanken nicht für eine Geistergeschichte entwickelt.

00:23:49: Er beschäftigt sich mit der moralischen Verantwortung menschlichen Handels und der Vorstellung, dass selbst längst vergangene Verbrechen unauslöschliche Spuren in der Welt hinterlassen könnten.

00:23:59: Er verbindet naturwissenschaftliche Überlegungen mit religiösen und philosophischen Fragen.

00:24:04: Von einer praktischen Möglichkeit alte Gespräche wieder hörbar zu machen, ist er weit entfernt.

00:24:09: Der Phonograph, mit dem Thomas Addison in den letzten Jahren im Jahrzehnten schallaufnehmen und wiedergeben wird, existiert noch nicht.

00:24:17: Bebet stellt sich auch kein Gerät vor, dass man einfach an einem Baum oder eine Hauswand hält um anschließend die Gespräche seiner früheren Bewohner abzuspielen.

00:24:25: Trotzdem steckt in seinem Gedanken etwas das uns erstaunlich bekannt vorkommt – Die Vergangenheit könnte noch vorhandensein obwohl niemand mehr direkten Zugang zu ihr hat.

00:24:35: Einige Jahrzehnte später wird diese Vorstellung deutlich konkreter.

00:24:39: Eighteenhundertdreiundsechzig veröffentlichen der amerikanische Geologe William Denton und seine Frau Elizabeth Melissa Food Denton ein Buch namens The Soul of Things, also die Seele der Dinge.

00:24:53: Darin beschäftigen sie sich mit der sogenannten Psychometrie einer Vorstellung, die bereits seit den Achtzehnhundertvierzigerjahren durch Joseph Rhodes Buchannon verbreitet wird.

00:25:03: Gemeint ist die angebliche Fähigkeit bestimmter Menschen Informationen über die Vergangenheit eines Gegenstands zu erhalten indem sie ihn berühren.

00:25:11: Ein altes Schmuckstück könnte demnach etwas über einen früheren Besitzer verraten, ein Stein über die Landschaft aus der er stammt.

00:25:17: und weil William Denton Geologe ist stehen bei seinen Untersuchungen besonders häufig Fossilien im Mittelpunkt.

00:25:24: Das Vorgehen ist bemerkenswert einfach eine Versuchsperson bekommt einen Gegenstand den Sie möglichst nicht kennt und soll anschließend beschreiben welche Bilder Empfindungen oder Szenen vor ihrem inneren Auge auftauchen.

00:25:37: Häufig wird die Probe dazu an, die Stören gehalten.

00:25:40: Eine der wichtigsten Versuchspersonen ist Elisabeth Denton selbst.

00:25:44: Ihr Mann schreibt die Beschreibungen auf und vergleicht sie mit dem was er über die untersuchten Gegenstände weiß.

00:25:50: In einem der dokumentierten Versuche hält Elisabeth einen Stein, der Spur in einer eiszeitlichen Verkletscherung trägt.

00:25:56: Sie beschreibt daraufhin das Gefühl unter einer gewaltigen Wassermasse zu sein und berichtet von etwas dass sie vorwärts schiebt und schließlich vollständig umschließt.

00:26:06: Sie vermutet, dass es sich um Eis handelt.

00:26:09: Für William Denton ist das eine Bestätigung seiner Vorstellungen.

00:26:13: Seine Frau so glaubt er habe etwas aus der Vergangenheit des Steins wahrgenommen, dass ich nicht allein durch ihre gewöhnlichen Sinne erklären lasse.

00:26:21: Die beiden gehen dabei weit über einzelne Eindrücke hinaus.

00:26:24: In ihrem Buch finden sich Beschreibungen längst verschwunderer Landschaften, urzeitlicher Tiere und geologischer Vorgänge.

00:26:31: Die Vergangenheit soll den sensitiven Personen teilweise wie eine Folge bewegter Bilder erscheinen.

00:26:36: Gelegentlich berichten sie sogar von Geräuschen, das klingt beinahe wie ein naturgeschichtlicher Dokumentarfilm nur ohne Kamera dafür mit einem Fussil als Abspielgerät.

00:26:48: Aus heutiger Sicht liefern diese Versuche allerdings keinen belastbaren Nachweis für eine solche Fähigkeit.

00:26:53: Die Beobachtungen sind subjektiv, die Untersuchungsbedingungen entsprechen nicht den Anforderungen kontrollierter Experimente und dass eine Beschreibung nachträglich zu einem Gegenstand passt, beweist noch nicht das diese Information tatsächlich aus ihm stammt.

00:27:16: Ihre Mitglieder wollen außergewöhnliche Wahrnehmungen, angebliche Telepartie-, Geistererscheinungen und andere bislang unerklärte Phänomene systematisch untersuchen.

00:27:25: Unter ihnen befinden sich Wissenschaftler, Philosophen und Glehrte die durchaus unterschiedliche Ansichten darüber vertreten ob hinter solchen Berichten tatsächlich etwas übernatürliches steckt.

00:27:37: Eine der wichtigsten Personen innerhalb der Gesellschaft ist Eleanor Miltred Sitchwick.

00:27:43: V.a.

00:27:43: veröffentlicht sie eine umfangreiche Untersuchung über angebliche Erscheinungen Verstorbene.

00:27:49: Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit dem Problem, dass bestimmte Gestalten offenbar immer wieder am selben Ort gesehen werden.

00:27:55: Wenn ein Geist einer eigenständige Person sein soll, warum verhält er sich dann manchmal so als bemerke er seine Umgebung überhaupt nicht?

00:28:03: Weshalb scheint er immer wieder denselben Weg zurückzulegen oder dieselbe Handlung auszuführen?

00:28:08: Sitchwick brüht verschiedene Erklärungsmöglichkeiten.

00:28:11: Eine davon ist für uns besonders interessant.

00:28:13: Vielleicht, überlegt sie befindet sich die Ursache ohne dass dort tatsächlich ein Geist umherwandern müsste.

00:28:44: Sitchwick weist allerdings selbst darauf hin, das diese Hypothese erhebliche Schwierigkeiten besitzt.

00:28:50: Unter anderem müsste man erklären, weshalb unterschiedliche Menschen ähnliche Erscheinungen wahrnehmen.

00:28:55: Sie hält ihre Überlegungen ausdrücklich für vorläufig und sieht in den verfügbaren Berichten keine ausreichende Grundlage, um eine der diskutierten Erklärungen zu bestätigen.

00:29:04: Die Vorstellung wird dennoch weiterentwickelt.

00:29:06: Neunzehntneinunddreißig hält der Philosoph Henry Heberly Price, Professor für Logik an der Universität Oxford einen Vortrag mit dem Titel Haunting and Psychic-Effer Hypothesis.

00:29:18: Price beschäftigt sich mit der Frage wie Bilder und Erinnerungen unabhängig von menschlichen Bewusstsein fortbestehen könnten?

00:29:25: Dafür entwickelt er die Hypothese eines sogenannten psychischen Ethas – gemeint ist ein bislang unbekanntes Medium zwischen gewöhnlicher Materie und geistigen Vorgängen in dem sie mentale Eindrücke erhalten könnten!

00:29:37: Menschen werden unter bestimmten Voraussetzungen in der Lage, diese Eindrücke wahrzunehmen.

00:29:42: Damit entsteht eine weitere Variante des Gedankens das ein Spuk nicht unbedingt einen anwesenden Verstorbenen hervoraussetzt.

00:29:50: Vielleicht sieht ein Mensch lediglich etwas dass irgendwann zuvor an diesem Ort geschehen ist?

00:29:56: Ob es einen solchen psychischen Äther tatsächlich gibt kann Preiss nicht belegen.

00:30:01: Seine Überlegungen bleiben ein philosophischer Erklärungsversuch.

00:30:04: Außerdem ist dieser hypothetische Eta nicht einfach mit Naturstein gleichzusetzen, die Vorstellung einer dauerhaften Speicherung im Mauerwerk ist also auch hier noch nicht vollständig ausgebildet.

00:30:16: Inzwischen hat sich allerdings auch die technische Welt erheblich verändert!

00:30:19: Man muss sich keinen allgegenwärtigen psychischen Eta vorstellen wenn man ohnehin jeden Tag erlebt dass eine technische Aufzeichnung Geräusche aus der Vergangenheit wieder lebendig machen kann.

00:30:31: Auch Nigel Neal beschäftigt sich schon früh mit dieser Verbindung.

00:30:35: Im September, two-fünfzig wird sein Hörspiel You Must Listen im BBC Radio ausgestrahlt.

00:30:41: Die Handlung spielt in einer Anwaltskanzlei, in der gerade eine neue Telefonleitung installiert wurde.

00:30:47: Doch statt gewöhnlicher Telefongespräche hören die Angestellten immer wieder die Stimme einer unbekannten Frau.

00:30:53: Die ursprüngliche Radioaufnahme ist nicht erhalten geblieben.

00:30:56: Nils Drehbuch existiert jedoch noch und wurde im Jahr zwanzig für BBC Radio Four erneut umgesetzt.

00:31:04: Und Neil ist nicht der Einzige, da solche Ideen aufgreift!

00:31:07: Am dreißigsten Juli neustadt fünfundfünfzig läuft in den Vereinigten Staaten eine Folge der Serie Science Fiction Theater mit dem Titel The Frozen Sound.

00:31:16: Darin gerät der Leiter eines staatlichen Forschungsprojekts unter Spionage verdacht bei vertrauliche Gespräche aus seinem Büro nach außen dringen.

00:31:24: Bei der Suche nach einer Abhörvorrichtung finden die Ermittler ein ungewöhnliches Gefäß aus kristallinem Material.

00:31:30: Wie sich innerhalb der Geschichte herausstellt, besitzt dieses Material die Fähigkeit Geräusche von seiner Umgebung aufzunehmen und später wiederzugeben.

00:31:39: In den letzten Jahren erscheint schließlich ein Buch das der spätere Stone Tape Theory besonders nahe kommt.

00:31:45: Sein Titel lautet Ghost and Ghoul, sein Autor ist der britische Archäologe Thomas Charles Levbridge.

00:31:52: Lavbridge hat sich über Jahrzehnte mit Archäologie beschäftigt, entwickelt später aber ein zunehmendes Interesse an Pendelversuchen unbekannten Energiefeldern und paranormalen Erscheinungen.

00:32:03: In seinen Veröffentlichungen versucht er unterschiedliche Formen von Geisterbegegnungen zu erklären ohne sie grundsätzlich als Besuche verstorbener zu betrachten.

00:32:11: Dabei greift Lavbridge auch auf Vergleiche mit moderner Übertragungstechnik zurück.

00:32:16: Ein Fernsehbild ist schließlich ebenfalls etwas, das wir sehen können – obwohl die abgebildeten Menschen nicht tatsächlich im Zimmer stehen.

00:32:24: Entscheidend ist, dass ein Empfänger vorhanden ist der aus dem übertragenen Signal ein wahrnehmbares Bild erzeugt.

00:32:31: Eine direkte Verbindung zu Neil ist bislang übrigens nicht nachgewiesen.

00:32:35: Wir wissen nicht ob Neil Leftbridgees Buch gelesen hat oder sich bei der Entwicklung seines Fernsehefilms daran orientierte.

00:32:41: Das beide ähnliche Ideen behandeln reicht als Beleg natürlich nicht aus.

00:32:45: So oder so entsteht über mehr als ein Jahrhundert hinweg eine ganze Reihe verwandter Vorstellungen.

00:32:51: Diese Ideen unterscheiden sich teilweise erheblich, dennoch teilen sie eine Überlegung die später auch das Forschungsteam im Nil-Fernsehfilm beschäftigen wird.

00:33:00: Vielleicht muss ein Geist gar nicht anwesend sein damit jemand seine Erscheinung wahrnimmt und während Schriftsteller und Parapsychologen solche Möglichkeiten diskutieren beginnt in den neunzehnfünfziger Jahren noch eine ganz andere Entwicklung Denn inzwischen stehen den Menschen Geräte zur Verfügung, mit denen sie ihre ungewöhnlichen Wahrnehmungen nicht mehr nur beschreiben, sondern angeblich auch aufzeichnen können.

00:33:21: Und ausgerechnet auf gewöhnliche Tonbändern sollen plötzlich Stimmen auftauchen für die niemand eine Erklärung hat!

00:33:28: Eine der bekanntesten Fälle beginnt neunundfünfzig in Schweden.

00:33:32: Ein Mann namens Friedrich Jürgensson möchte eigentlich nur Vogelstimm aufnehmen Als er sich später sein Tonband anhört macht er allerdings eine Entdeckung, die ihn noch viele Jahre beschäftigen wird.

00:33:43: Was genau er da aufgenommen zu haben glaubte und welche Folgen das hatte, erzählt euch jetzt Svea.

00:33:56: mit Schilf bewachsen ist.

00:34:14: Für Jürgenssonn ist das ein guter Ort, um seiner neuesten Beschäftigung nachzugehen – Vogelstimmen aufnehmen!

00:34:22: Jürgensonnen ist zu diesem Zeitpunkt fifty-seix Jahre alt und hat ein abwechslungsreiches Berufsleben hinter sich.

00:34:30: Er wurde drei in Odessa geboren, hat Gesang und Malerei studiert, einige Jahre als Opernsänger gearbeitet und sich schließlich auf die Kunst konzentriert.

00:34:41: Er malt Portrées, beschäftigt sich mit Archäologie und reist regelmäßig nach Italien, wo ihn besonders die Ausgrabungen von Pompey faszinieren.

00:34:51: Sogar Papst Pius XII hat er portraitiert.

00:34:56: An diesem Freitag-Nachmittag interessiert ihn allerdings vor allem ein Buchfink.

00:35:02: Gegen vier Uhr setzte in der Dachstube einer kleinen Waldhütte ein neues Tonband ein.

00:35:09: Das Mikrofon stellt er dicht an ein offenes Fenster.

00:35:12: Als sich draußen ein Buchfink niederlässt und zu singen beginnt, schaltet er das Aufnahmegerät

00:35:18: ein.

00:35:19: Ungefähr fünf Minuten später hört er sich das Ergebnis an – der Vogelgesang ist tatsächlich auf dem Band.

00:35:27: Allerdings wird er von einem lauten, vibrierenden Rauschen überlagert.

00:35:33: Jürgensson vermutet zunächst beim Transport sei eine Rühre seines Tonbands beschädigt worden.

00:35:39: Er versucht es erneut!

00:35:42: Wieder hört er dieses seltsame Rauschen.

00:35:45: Dann erklingt nach seiner Schilderung eine kurze Trompetmelodie, gefolgt von einer Männerstimme die norwegisch spricht.

00:35:55: Jürgenssonnen versteht die Sprache und glaubt der Mann spreche über nachtaktive Vögel.

00:36:01: Dazu hört er verschiedene Tierlaute – bin ich später?

00:36:04: verstummt die fremde Stimme das Rauschan verschwindet.

00:36:10: Im ersten Moment hält Jürgensson das für eine unbeabsichtigt eingefangene Radiosendung.

00:36:17: Er weiß, dass elektronische Geräte unter bestimmten Umständen Rundfunksignale aufnehmen können – obwohl sie gar nicht dafür gedacht sind!

00:36:25: Was ihn beschäftigt ist der Inhalt.

00:36:28: Ausgerechnet während seiner Vogelaufnahme soll eine norwegische Sendung über Vogelstimmen auf seinem Band gelandet sein.

00:36:37: Eine merkwürdige Übereinstimmung Allerdings eine, die sich auch ohne übernatürliche Erklärung ergeben könnte.

00:36:45: Jürgenssonn sieht das bald anders!

00:36:47: Er beginnt weitere Aufnahmen anzufertigen.

00:36:51: Zunächst mit dem Mikrofon später auch unter Verwendung eines Radios des Frequenzen zwischen den regulären Sendern eingestellt wird.

00:37:00: Das Ergebnis ist häufig ein Gemisch aus Rauschen, Musik-, Sprachfakmenten und kurzen Lauten, die erst nach wiederholtem Anhören wie verständliche Worte wirken.

00:37:12: Jürgenssonn berichtet das manche Stimm ihn persönlich anzusprechen scheinen andere wechseln mitten im Satz die Sprache.

00:37:21: er spricht mehrere Sprachen fließend darunter Deutsch Schwedisch Italienisch und Russisch und glaubt deshalb eine Vielzahl solcher Botschaften verstehen zu können.

00:37:32: Die Frage woher diese Stimmen stammen beschäftigt ihnen zunehmend.

00:37:37: Zeitweise vermutet er sogar außerirdische Intelligenzen.

00:37:41: In den späten neunzehntfünfziger Jahren, unmittelbar nach dem Start des ersten Sputnik-Satelliten ist die Vorstellung intelligenter Wesen auf dem Weltraum schließlich ausgesprochen populär.

00:37:54: Am dreißigsten April neunzentsechzig macht er dann eine Aufnahme, die seine Überzeugungen grundlegend verändert.

00:38:02: Wieder steht das Mikrofon vor einem offenen Fenster.

00:38:06: Wieder sinkt draußen ein Buchfink.

00:38:08: Beim Abhören glaubt Jürgensohn plötzlich, die Stimme seiner Mutter zu erkennen.

00:38:14: Elene Jürgeson ist fünf Jahre zuvor gestorben.

00:38:19: Nun scheint sie ihren Sohn beim Namen zu rufen.

00:38:23: In seinem später veröffentlichten Buch Sprechfunk mit Verstorbenen schildert er wie er anschließend seine Frau und seine Schwester holen möchte – beide sind allerdings gerade nicht Zuhause!

00:38:36: Als er zum Tonbandgerät zurückkehrt, sitzt sein Carter mit sie auf dem Tisch vor dem Fenster.

00:38:42: Jürgenssonn startet eine weitere Aufnahme.

00:38:45: auch darauf hört er später eine Frauenstimme die er für seine Mutter hält.

00:38:51: Die vermeintliche Botschaft besteht aus kurzen teilweise abgebrochenen Sätzen über Liebe Leben und seine Familie.

00:39:00: Jörgenson berichtet dass seine Frau und seine Schwester die Stimme später ebenfalls erkannt hätten.

00:39:06: Jürgensohn glaubt, die unsichtbaren Sprecher hätten die Atemgeräusche seines Karters benutzt um daraus menschliche Worte zu formen.

00:39:14: In seinem Verständnis müssen die verstorbenen also gar keine gewöhnlichen Schallwellen erzeugen.

00:39:20: Sie können vorhandene Geräusche verändern und sich dadurch auf einem Tonband bemerkbar machen.

00:39:27: Rauschen Vogelgesang Radio-Stimm oder eben Die Atemzüge einer Katze werden zur eine Art Rohmaterial.

00:39:35: Das ist eine ziemlich weitreichende Annahme, denn damit lässt sich beinahe jedes undeutliche Geräusch als potenzielle Botschaft verstehen.

00:39:45: Zugleich wird es schwieriger zwischen einer tatsächlich vorhandenen Stimme und einer Interpretation des Gehörten zu unterscheiden – für Jürgensohn selbst steht die Sache inzwischen fest!

00:39:57: Er glaubt einen Weg gefunden zu haben mit Verstorbenen in Kontakt zu

00:40:02: treten.".

00:40:04: Am vierzehnten Juni, in drei Jahren, lädt er Journalisten zu einer Pressekonferenz auf sein Grundstück in Möllnboe ein.

00:40:12: Er präsentiert seine Tonbänder, erklärt seine Methode und berichtet von den angeblichen Botschaften.

00:40:19: Auch Techniker des schwedischen Rundfunks interessieren sich für die Aufnahmen.

00:40:24: In den letzten Jahren veröffentlicht er sein erstes Buch über die Stimmen – zunächst auf Schwedisch unter dem Titel Osterner Freund Riemden, also Stimmen aus dem Weltraum.

00:40:36: Drei Jahre später erscheint die deutschsprachige Veröffentlichung Sprechfunk mit Verstorbenen.

00:40:42: Seine Ideen verbreiten sich in Europa und bald beginnen auch andere Menschen mit Tonbandgräten und Radius nach Stimmen zu suchen.

00:40:53: Einer von ihnen ist der letzische Schriftsteller und Parapsychologe Konstantin Raudive.

00:41:00: Raudiewe beschäftigt sich seit Mitte der neunzenundsechziger Jahre intensiv mit Jürgensons Arbeiten und entwickelt eigene Aufnahmemethoden.

00:41:09: Er experimentiert mit Mikrofonen, Radiogeräten und unterschiedlichen Formen der elektronischen Verstärkung – wie Jürgensohn behauptet er die Stimmen würden häufig erst beim Abspielen der Wender hörbar.

00:41:23: Raudiev sammelt eine enorme Zahl kurzer Sprachfragmente.

00:41:28: Manche sollen nur aus einem einzelnen Wort bestehen, andere aus wenigen Silben oder Knappen setzen.

00:41:35: Er glaubt darunter verstorbene Bekannte und Angehörige zu erkennen.

00:41:40: Einige Stimmen sollen sogar historischen Persönlichkeiten gehören.

00:41:57: als Breakthrough und macht die Tonbahnstimmen auch außerhalb des deutschsprachigen Raums bekannt.

00:42:04: Inzwischen interessieren sich nicht mehr nur einzelne Enthusiasten für das Phänomen.

00:42:09: Der Freiburger Psychologe Hans Bender, der das Institut für Grenzgebiete der Psychologie- und Psychohygiene leitet untersucht Jürgensons Aufnahmen.

00:42:19: Schon in den neunzenundsechzigjahren besucht er ihn in Schweden In der Zeit schrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie.

00:42:32: Dabei gibt es nicht bloß darum, ob irgendeine Stimme auf einem Tonband zu hören ist.

00:42:38: Die Forscher wollen herausfinden, ob sich die ungewöhnlichen Laute technisch identifizieren lassen Ob bekannte Störquellen in Frage kommen Und weshalb verschiedene Zuhörer mit unter unterschiedliche Worte verstehen.

00:42:53: Bender nimmt die Aufnahmen ernst.

00:42:56: Manche der registrierten Phänomene hält er für schwer erklärbar und diskutiert sogar mögliche parapsychologische Ursachen.

00:43:05: Die Behauptung, es handele sich nachweislich um Stimmenverstorbener übernimmt er jedoch nicht.

00:43:11: Wie wichtig dieser Unterschied ist, erklärt Jahrzehnte später Eberhard Bauer Der damals als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Untersuchungen beteiligt war.

00:43:21: In einem Interview mit Enny Goh für das CTM-Magasin von im Jahr vor den letzten Jahren erinnert er daran, dass Bender seine Versuche ausdrücklich als Erkundungsexperimente bezeichnet.

00:43:33: Die Hypothese aller Kommunikationmethoden lässt sich mit den verfügbaren empirischen Methoden nicht beweisen.

00:43:42: Trotzdem wird Benders Beteiligung in der späteren Literatur über Tonbandstimmen häufig als wissenschaftliche Bestätigung angeführt.

00:43:52: Aus dem Interesse eines Forschers an einem ungewöhnlichen Phänomen wird damit stellenweise ein Beleg für dessen paranormale Erklärung, auch Raudive versucht seine Ergebnisse unter kontrollierten Bedingungen fortzuführen.

00:44:07: Im März hier beteiligt er sich in London an Experimenten in einem abgeschirmten Labor der Firma Belling and Lee.

00:44:17: Dabei sollen erneut kurze Stimmfragmente aufgenommen worden sein.

00:44:22: Einige werden anschließend sogar Adolf Hitler und Winston Churchill zugeschrieben, doch zwischen einem auffälligen Geräusch auf einer Aufnahme unter Identifizierung eines längst verstorbenen Menschen liegt ein erheblicher Unterschied.

00:44:36: Die Stimmen lassen sich nicht zuverlässig und unabhängig bestimmten Sprechern zuordnen – auch die behaupteten paranormalen Ergebnisse konnten nicht reproduzierbar bestätigt

00:44:47: werden.

00:44:48: Kraudiewe stirbt hier in den Jürgensons.

00:44:51: Jürgen Sonn setzt sein Arbeiten noch bis in die neunzenundachtziger Jahre fort.

00:44:56: Als er in den jetzigen Jahren stirbt, hinterlässt er eine umfangreiche Sammlung von Tonbändern, Notizbüchern und technischen Geräten.

00:45:05: Der schwedische Künstler Carl Michael von Hauswolf stellt Teile dieses Nachlasses später für eine Ausstellung zusammen.

00:45:13: Das sogenannte Audioscopic Research Archive enthält eighthundertseventeunneinzig Tonbänder und siebenundachtzig Notizbücher.

00:45:22: Die Sammlungen gelangt als Dauerleihgabe an das Zentrum für Kunst- und Medien in Karlsruhe.

00:45:29: Jürgensons Aufnahmen existieren also tatsächlich, ebenso seine handschriftlichen Notizen und die Geräte mit denen er gearbeitet hat.

00:45:39: Was sie nicht liefern, ist eine überprüfbarer Nachweis dass die darauf gehörten Stimmen von Verstorbenen stammen.

00:45:46: Warum sich in solchen Geräuschen trotzdem scheinbar verständliche Sprache finden lässt, ist inzwischen auch Gegenstand psychologischer Untersuchungen.

00:45:56: Eine mögliche Erklärung heißt auditive Pareidoli.

00:46:00: Unser Gehirn ist darauf spezialisiert Muster zu erkennen und menschliche Sprachen selbst dann noch zu verstehen wenn ein großer Teil der akustischen Informationen fehlt.

00:46:11: Das ist im Alltag ziemlich nützlich, wir können uns beispielsweise auch in einer lauten Umgebung unterhalten oder undeutlich gesprochene Worte ergänzen.

00:46:21: Die selbe Fähigkeit kann allerdings dazu führen dass wir ihn mehrdeutigen Geräuschen Sprache wahrnehmen obwohl sich kein entsprechender Sprecher nachweisen lässt Wie stark die Erwartungen eines Zuhörers dabei eine Rolle spielen, untersuchten in den vergangenen Jahren die Psychologen Jess M. Williams und Mark Blackgrove von der Swansea University.

00:46:44: Einen Sechzig Versuchspersonen hörten verschiedene Tonaufnahmen – darunter normale Sprache, absichtlich verschlechterte Sprachaufnahmen, weißes Rauschen, unvermeintliche Geisterstimmen aus paranormalen Fernsehuntersuchungen.

00:46:59: Die eine Gruppe erfuhr, dass es bei der Untersuchung um angebliche Geisterstimmen gehe.

00:47:04: Der Anderen wurden gesagt sie solle Stimmen in verrauschten Aufnahmen erkennen.

00:47:09: Die Unterschiede fielen geringer aus als die Forscher zunächst erwartet hatten.

00:47:14: Es zeigte sich zwar ein begrenzter Einfluss der paranormalen Erwartungen aber kein allgemeiner Effekt bei dem die entsprechend vorbereiteten Gruppen grundsätzlich mehr Stimmen im allen mehrdeutigen Aufnahmen wahrnahm.

00:47:29: Besonders interessant war etwas anderes.

00:47:31: Die Teilnehmer sollten nicht nur angeben, ob sie eine Stimme hörten sondern auch was diese ihrer Meinung nach sagte.

00:47:39: Dabei zeigte sich dass die bei den vermeintlichen Geisterstimmen nur selten dieselben Worte verstanden.

00:47:46: Von neunhundert vierundachzig auswertbaren Antworten zu diesen Aufnahmen stimmten gerade einmal Neuen mit den ursprünglichen Interpretationen der paranormalen Fernsehermittler überein.

00:47:59: Das Experiment wurde nicht mit Jürgensons historischen Tonbändern durchgeführt, es beweist deshalb auch nicht nachträglich was auf seinen Aufnahmen zu hören ist.

00:48:09: Es zeigt aber wie schwierig die Interpretation undeutlicher Sprachfragmente sein kann und wie wenig eine einzelne überzeugend klingende Deutung darüber aussagt was tatsächlich aufgenommen wurde.

00:48:24: Wer einmal erfahren hat, welche Worte angeblich auf einem Band zu hören sein sollen wird sie beim nächsten Abspielen möglicherweise selbst erkennen.

00:48:33: Das Geräusch hat sich dadurch nicht verändert – die Erwartung des Zuhörers schon!

00:48:38: Das erklärt vielleicht ein Teil der Faszination, die von den Tonbandstimmen bis heute ausgeht.

00:48:45: Denn anders als eine flüchtige Geister-Erscheinung lassen sich diese Aufnahmen immer wieder abspielen.

00:48:52: Man kann sie anderen Menschen vorspielen, bestimmte Stellen markieren, langsamer laufen lassen oder verstärken.

00:48:59: Und man kann ihnen sagen auf welche Worte Sie achten

00:49:03: sollen.".

00:49:04: Friedrich Jürgenson glaubte auf seinen Tonbändern die Stimmen seiner verstorbenen Mutter gefunden zu haben.

00:49:11: Seine Aufzeichnungen zeigen wie sehr diese Überzeugung sein weiteres Leben bestimmte.

00:49:16: Für ihn war die Entdeckung von neunzehntzig eine Gewissheit die keine andere Erklärung mehr brauchte.

00:49:23: Wir können heute nachvollziehen, was er darüber geschrieben hat welche Geräte er verwendete und welche Experimente später durchgeführt

00:49:30: wurden.".

00:49:31: Die Herkunft der vermeintlichen Stimmen bleibt dagegen unbewiesen.

00:49:36: Jürgensson hatte immerhin etwas das den Forschern in Nils Fernsehfilm zunächst fehlt – eine tatsächlich vorhandene Aufzeichnung, die jetzt zurückspulen und anderen vorspielen konnte

00:49:51: Ganz gleich, ob Friedrich Jürgenzin darauf die Stimme seiner verstorbenen Mutter oder eine zufällig eingefangene Radusendung hörte.

00:49:58: Die Geräusche waren tatsächlich gespeichert auf einem schmalen Kunststoffstreifen der mit winzigen magnetisierbaren Partikeln beschichtet war und damit diese Partikel einer Aufnahme bewahren konnten musste vorher etwas ganz Bestimmtes geschehen.

00:50:14: Zunächst verwandelte ein Mikrofon die Schallwellen in einen elektrisches Signal.

00:50:19: Diese gelangten zum Aufnahmekopf einem kleinen Elektromagneten, an dem das Tonwand mit gleichmäßiger Geschwindigkeit vorbei lief.

00:50:27: Das wechselnde Magnetfeld hinterließ ein entsprechendes Muster in der Beschichtung.

00:50:32: Beim Abspielen konnte ein Wiedergabekopf dieser Veränderungen wieder dein elektrisches Signal umwandeln, dass schließlich über einen Lautsprecher hörbar wurde – die Stimme war also nicht auf geheimnisvolle Weise in das Band gewandert!

00:50:44: Man hatte sie mit Hilfe einer ganzen Reihe technischer Vorgänge dort untergebracht und konnte sie anschließend wieder abrufen.

00:50:51: Bei der Stone Tape Theory soll etwas Ähnliches geschehen, allerdings ohne Mikrofon- und Aufnahmekopf.

00:50:57: Die Mauern eines Gebäudes sollen Eindrücke aus ihrer Vergangenheit bewahren die unter bestimmten Umständen erneut wahrnehmbar werden.

00:51:05: Besonders heftige Erlebnisse etwa ein gewaltsamer Tod sollten dabei eine Art bleibende Aufzeichnung hinterlassen.

00:51:11: Das klingt zunächst nach einer ziemlich großzügigen Erweiterung dessen, was wir von gewöhnlichen Speichermedien kennen.

00:51:18: Andererseits können Gesteine tatsächlich Informationen aus ihrer Vergangenheit bewahren und manche dieser Informationen sind Millionen Jahre alt!

00:51:27: Ein eindrucksvolles Beispiel findet sich auf dem Meeresgrund.

00:51:30: Dort entsteht an den mittelozeanischen Rücken ständig neuer Basalt wenn aufsteigendes Magma abkühlt und erstarrt.

00:51:37: Das Gestein enthält unter anderem das magnetische Mineral Magnetit.

00:51:42: Während der Abkühlung können sich dessen magnetischen Bestandteile am Erdmagnetfeld ausrichten.

00:51:48: Unterhalb bestimmter Temperaturen bleibt ein Teil dieser Ausrichtung erhalten, selbst wenn sich das Magnetfeld später verändert.

00:51:56: Genau das ist im Verlauf der Erdgeschichte immer wieder geschehen!

00:51:59: Die magnetischen Pole haben ihre Orientierung mehrfach umgekehrt und als Wissenschaftler den Meeresboden untersuchten, fanden sie auf beiden Seiten der mittelozeanischen Rücken ein auffälliges Muster unterschiedlich magnetisierter Gesteinsstreifen.

00:52:13: Die älteren Abschnitte waren im Laufe der Zeit nach außen transportiert worden während in der Mitte neuerbar Salz entstand.

00:52:20: Jeder Abschnitt bewahrte dabei einen Hinweis auf die magnetischen Verhältnisse seiner Entstehungszeit.

00:52:25: Diese Beobachtungen wurden zu einem wichtigen Beleg für die Ausbreitung des Meeresbodens und die Theorie der Plattentektonik.

00:52:32: Ein Stein kann also durchaus etwas über seine Vergangenheit verraten, allerdings lässt sich aus der Magnetisierung eines Basalts nicht rekonstruieren welche Geräusche über ihm zu hören waren.

00:52:42: Das Erdmagnetfeld hat eine messbarer Veränderung im Gestein hinterlassen deren Entstehung wir physikalisch erklären können.

00:52:49: Für die angeblichen Aufzeichnungen eines Gesprächs oder eines menschlichen Streis müssten wir erst einmal herausfinden, welcher Vorgang eine entsprechende Veränderung verursachen soll.

00:52:59: In der paranormalen Literatur wird dafür besonders häufig Quarz angeführt – das Mineral kommt unter anderem in Granit, Sandstein und Quarzit vor und besitzt einer Eigenschaft, die als Piezo-Electricität bezeichnet

00:53:13: wird.".

00:53:14: Wird ein geeigneter Quarz-Kristallmechanisch belastet, kann dabei eine elektrische Spannung entstehen.

00:53:21: Umgekehrt verändert er unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes geringfügig seine Form.

00:53:26: Diesen Effekt nutzen wir beispielsweise in Quarztuern, deren Kristalle mithilfe einer elektronischen Schaltung in regelmäßige Schwingungen versetzt werden.

00:53:34: Eine solche Uhr kann ausgesprochen zuverlässig bestimmen.

00:53:37: wie viel Zeit vergangen ist – was in dieser Zeit passiert ist weiß sie allerdings nicht!

00:53:42: Auch bei natürlichen Gesteinen lassen sich Pietzu elektrische Effekte messen.

00:53:46: Der Geophysiker J. R. Bishop veröffentlichte in der Fachzeitschrift Tectonophysics eine Untersuchung, bei der unter anderem Granite, Quarzite und Kneise kontrollierte mechanischem Druck ausgesetzt wurden.

00:54:00: Dabei entstanden tatsächlich elektrische Reaktionen.

00:54:03: Ihre Stärke hing allerdings davon ab wie die einzelnen Kristalle innerhalb des Gesteins angeordnet waren.

00:54:09: Anders als in einem technischen Bauteil liegen die Minerale dort nicht unbedingt ordentlich ausgerechnet nebeneinander.

00:54:15: Ihre elektrischen Wirkungen können sich deshalb teilweise gegenseitig aufheben!

00:54:20: Für unsere Geistergeschichte ergibt sich daraus eine interessante Möglichkeit, zumindest auf den ersten Blick.

00:54:26: Schall besteht schließlich aus Druckschwankungen – wenn Quartz auf mechanischem Druck elektrisch reagieren kann, wäre es denkbar dass auch Geräusche entsprechende Veränderung auslösen.

00:54:36: Nur entsteht aus einer elektrischen Spannung noch keine dauerhafte Aufzeichnung.

00:54:40: Ein Piazzoelektrisches Mikrofon macht sich genau diesen Effekt zu Nutze, benötigt anschließend aber ein separates Speichermedium.

00:54:47: Bischopp konnte nachweisen dass Gesteine unter mechanischer Belastungen elektrische Reaktionen zeigen – das sie diese Belastung als abrufbare Tonaufnahme bewahren gehörte nicht zu seinen Ergebnissen.

00:54:57: Bei der Stone Tape Theory kommt außerdem eine Annahme hinzu die sich physikalisch noch schwieriger begründen lässt Ausgerechnet besonders intensive menschliche Erlebnisse sollen sich dauerhaft in einem Gebäude festsetzen.

00:55:11: Das erinnert an unser eigenes Gedächtnis, indem außergewöhnliche Ereignisse häufig stärkere Spuren hinterlassen als seinen gewöhnlichen Dienstag vormittag.

00:55:19: Für einen Stein müsste man allerdings erst erklären woran er erkennt dass der Mensch vor ihm gerade Todesangst empfindet.

00:55:26: ein Schrei erzeugt Schallwellen die auf das Mauerwerk treffen können.

00:55:30: Das tun die Stimmen anderer Menschen ebenfalls.

00:55:32: Wenn sich ein Geräusch tatsächlich in einer Wand speichern ließe, wäre deshalb interessant warum ausgerechnet ein bestimmter Schrei erhalten bleibt.

00:55:40: Im alten Herrenhaus von The Stone Tape hätten schließlich über Generation hinweg unzählige Menschen gesprochen.

00:55:46: Während des Zweiten Weltkriegs waren dort sogar amerikanische Soldaten untergebracht.

00:55:50: Trotzdem scheint die vermeintliche Aufnahme vor allem den Tod der hausangestellten Luisa Hanks zu bewahren.

00:55:57: Welcher physikalische Vorgang dieser Auswahl treffen könnte, bleibt offen.

00:56:01: Und Peter Brock geht im Film noch einen Schritt weiter.

00:56:04: Seine Wissenschaftler hören einen Schrei den ihre Mikrofone nicht aufzeichnen können.

00:56:08: Deshalb vermutet er dass das Gestein die gespeicherten Informationen unmittelbar ans Gehirn überträgt.

00:56:14: Das könnte innerhalb seiner Geschichte erklären weshalb manche Menschen nur Geräusche wahrnehmen während andere sogar eine Erscheinung sehen.

00:56:21: außerhalb der Filmmandlung fehlt natürlich ein nachgewieser Mechanismus für eine solche Übertragung.

00:56:25: Bislang konnte niemand unter kontrollierten Bedingungen zeigen, dass Menschen vergangenen Ereignisse aus gewöhnlichem Gestein empfangen und als konkrete Stimmen oder Bilder wahrnehmen können.

00:56:35: Die Bezeichnung Stone Tape Theory ist deshalb wissenschaftlich etwas irreführend.

00:56:39: Wir haben es mit einer spekulativen Erklärung für bestimmte Geistererscheinungen zu tun, deren entscheidende Voraussetzungen experimentell nicht bestätigt wurden.

00:56:48: Das bedeutet allerdings nicht das Menschen die von solchen Erlebnissen berichten ihre Geschichten zwangsläufig erfinden.

00:56:54: Wir wissen nur nicht, ob ihre Wahrnehmungen tatsächlich das widerspiegeln was sie erlebt zu haben glauben.

00:57:00: Eine Aufzeichnung im Mauerwerk lässt sich daraus aber nicht ableiten.

00:57:03: Manchmal bewahren alte Gebäude allerdings Informationen für die wir weder unbekannte Energien noch besonders empfindliche Menschen benötigen.

00:57:11: Bei einem Umbau werden frühere Durchgänge sichtbar unter einem Fußboden tauchen Gegenstände auf und gelegentlich lässt sich sogar nachvollziehen wie sich das Bodenniveau einer Stadt über Jahrhunderte verändert hat.

00:57:22: Solche Spuren können erstaunlich viel über die Vergangenheit eines Ortes verraten.

00:57:27: Und gerade bei Harry Martindale's angeblichen römischen Soldaten gibt es eine solche Spur, man muss dafür allerdings ein Stück unter den Kellerboden des Treasure House schauen!

00:57:39: Denn dort befindet sich tatsächlich einer alte römische Straße.

00:57:43: und damit sind wir bei einem Detail angekommen dass Harry Martendales Geistergeschichte über Jahrzehnte hinweg besonders glaubwürdig erscheinen ließ Denn die Soldaten, die ja in der Jahr neunzehnt dreieinfünfzig durch den Keller marschieren sah, bewegten sich seiner Beschreibung zufolge auf einem Bodenniveau das deutlich unterhalb seiner eigenen Füße lag.

00:58:01: Im Jahr einundsebzig nach Christus errichten römische Soldaten am Zusammenfluss der Flüsse Us und Phos einen Legionslager.

00:58:10: Daraus entwickelt sich Eburakum – das spätere York.

00:58:14: Zunächst ist hier die legio-neuen Hispana stationiert.

00:58:17: Im zweiten Jahrhundert übernimmt die Legio-Sex Wiktrix das Lager.

00:58:21: Die befestigte Anlage umfasst ungefähr zwanzig Hektar und besitzt neben den militärischen Gebäuden ein ausgedehntes Straßennetz.

00:58:29: Eine dieser Straßen ist die Via Decumana, die vom Hauptquartier der Legion in Richtung des Nordöstlichen Lagertors führt.

00:58:36: Ihr Verlauf entspricht ungefähr der heutigen Chapter House Street unmittelbar neben dem Treasurers' Haus.

00:58:42: Über die folgenden Jahrhunderte verändert sich York erheblich.

00:58:46: Gebäude werden abgerissen und Straßen erneuert, Häuser auf älteren Fundamenten errichtet.

00:58:51: Dabei steigt an vielen Stellen das Bodenniveau während die römischen Überreste unter jüngeren Bauschichten verschwinden.

00:58:58: Wer heute durch York läuft bewegt sich stellenweise mehrere Meter über den Straßen auf denen die Römer eins unterwegs gewesen waren.

00:59:04: Die Stadt hat gewissermaßen immer wieder neue Stockwerke auf ihre eigene Vergangenheit gebaut ohne sich dabei besonders für eine vernünftige Kellerplanung zu interessieren.

00:59:13: Im Treasurer's House sind Teile dieser älteren Bausubstanz erhalten geblieben.

00:59:18: Der National Trust dokumentiert unter anderem einen römischen Säulensockel, der zu einer Kolonnade entlang der Via de Cumana gehörte sowie einen Abschnitt der ursprünglichen Straßenoberfläche.

00:59:30: Es lässt sich also archäologisch nachweisen dass an dieser Stelle tatsächlich römische Soldaten vorbeimarschiert sein könnten und damit bekommt Harrys Geschichte ein Problem das zunächst eher wie ein Argument für ihre Glaubwürdigkeit aussieht.

00:59:43: In vielen Darstellungen wird erzählt, die römische Straße sei erst nach Martin Dales Begegnung entdeckt worden.

00:59:49: Harry habe in der Zeit dreieinfünfzig Soldaten gesehen, die auf einer damals noch unbekannten Straße marschierten und spätere Ausgrabungen hätten seine Beschreibung bestätigt.

00:59:57: Auch der National Trust verweist an seiner Darstellung der Geistergeschichte auf archäologische Entdeckungen aus dem Jahr neunundsechzig, die Harrys Bericht zusätzlicher Aufmerksamkeit verschafft hätte.

01:00:06: Neunundneunund sechzig fanden unter York Minster tatsächlich umfangreichere Ausgraubungen statt.

01:00:12: Dabei wurden unter anderem Überreste des römischen Legionshauptgratius freigelegt.

01:00:18: Eine große Säule aus dessen Basilika steht heute wieder auf dem Minsterjahrt.

01:00:22: Die Ausgrabungen waren also durchaus bedeutend, nur haben sie mit der erstmaligen Entdeckung der Straße unter dem Treasure-Was-Haus wenig zu tun.

01:00:30: Die war nämlich wesentlich länger bekannt.

01:00:33: Im Juli hier veröffentlicht der York Archaeological Trust einen Bericht des Archäologens David Prinklow.

01:00:41: Dieser hatte Bauarbeiten in zwei Kellerräumen des Treasure House begleitet und beschreibt deren Lage im Verhältnis zu einem bereits untersuchten Abschnitt der Via de Cumana.

01:00:51: Dabei erwähnt er ganz beiläufig, dass die Straße schon in eighteenhundertundneinzig entdeckt und neunzehnfünfzig ausgegraben worden sei.

01:01:05: Brinklose Bericht beschäftigt sich mit gewöhnlichen archäologischen Beobachtungen bei Bauarbeiten und nicht mit übernatürlichen Erscheinungen.

01:01:12: Auch die Ausgrabung von hier ist durch einen Fachaufsatz des Archäologens Peter Wenham im Yorkshire Archaeological Journal dokumentiert.

01:01:22: Dass die römische Straße existiert, steht damit aus Herr Frage – nur weil ihr Verlauf eben keine Entdeckung, die erst Jahrzehnte nach dem Erlebnis eines jungen Heizungsinstallateurs gemacht wurde!

01:01:32: Das bedeutet natürlich nicht, dass Harry nur hat dreinfünfzig von der Straße wusste.

01:01:36: Wir kennen seine damaligen Kenntnisse über die Geschichte des Hauses natürlich nicht.

01:01:40: Ebenso wenig wissen wir, welche Informationen ihm möglicherweise während seiner Arbeit dort begegnet sind.

01:01:45: Aber die häufig erzählte Behauptung, seine Beobachtungen habe einen bis dahin unbekannten archäologischen Befund vorweggenommen lässt sich mit diesen Quellen nicht aufrechterhalten.

01:01:54: Interessant wird es noch einmal wenn wir Harrys eigene Worte betrachten.

01:01:58: Im Januar siebzig berichtet die Journalistin William O'Connell über einen Besuch im Keller des Treasurers Haus.

01:02:05: Harry schildert ihr dabei eine Einzelheit, die in vielen späteren Nacherzählungen verloren geht – Die Soldaten seien nämlich nicht während ihres gesamten Marshes nur von den Knien aufwärts sichtbar gewesen!

01:02:16: I couldn't see them from the feed-up until they were walking on the center of the cellar.

01:02:22: Ich konnte ihre Füße und Unterschenkel erst sehen als sie durch die Mitte des Kellers ging.

01:02:27: Dort habe sich ein freigelegter Abschnitt der alten römischen Straße befunden, auf dem die Soldaten schließlich vollständig sichtbar geworden seien.

01:02:34: Der Niveau-Unterschied wird in Berichten über das Erlebnis mit ungefähr achtzehnt Zoll angegeben – also rund sechsundvierzig Zentimetern.

01:02:42: Harrys Schilderung passt damit durchaus zu den baulichen Gegebenheiten des Kellers.

01:02:46: Die entscheidende Frage ist allerdings wann er diese Einzelheiten erstmals beschrieben hat?

01:02:51: Sein Erlebnis tatiert auf Februar nineteenhundertdrehenfünfzig.

01:02:55: Die ausführlichen Interviews, die wir heute nachlesen können entstanden dagegen überwiegend in den Neunzehnt-Siebzigerjahren.

01:03:01: Auch die Tonaufnahme des Vorschers Melvin Willen in der Harry-Sanne Begegnung Schildert stammt ungefähr aus dem Jahr neuseinhalb Sechsund Siebzig.

01:03:10: Eine entsprechend detaillierte Nachweislich dreienfünfzig angefärgte Aussage liegt uns nicht vor.

01:03:15: Zwischen dem behaupteten Ereignisse und seiner ausführliche Dokumentation liegen damit mehr als zwanzig Jahre.

01:03:21: In dieser Zeit kann Harry durchaus immer wieder von seinem Erlebnis erzählt haben.

01:03:26: Welche Details bereits unmittelbar danach Teil seiner Schilderung waren, wissen wir nicht!

01:03:31: Es wäre deshalb voreilig ihm eine bewusste Erfindung zu unterstellen.

01:03:35: Genauso vorallig wäre es allerdings seine späteren Aussagen als unabhängigen Beweis für eine Erscheinungen aus dem Jahr dreiundfünfzig zu behandeln.

01:03:42: Ein weiteres häufig angefülltes Argument betrifft das Aussehen der Soldaten.

01:03:47: Harry beschreibt kleine Ungeflegt wirkende Männer mit grünen Tuniken, runden Schilden und ungewöhnlich geschmückten Helmen.

01:03:55: Sie hätten überhaupt nicht den römischen Legionären entsprochen die er aus Kinofilm kannte.

01:03:59: Gerade das wird später als Hinweis darauf gewertet dass er etwas Historisch Authentisches gesehen haben müsste.

01:04:05: Nur lässt sich die römische Militärgeschichte schlecht auf Kostümabteilungen eines Hollywood Films reduzieren.

01:04:11: Ausrüstung und Bewaffnung haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert.

01:04:14: zudem unterscheiden sich die regulären Legionäre von verschiedenen Hilfstruppen.

01:04:18: Gründe oder ovale Schilder sind deshalb keineswegs grundsätzlich unhistorisch.

01:04:23: Harry berichtet even, Historiker hätten seine Soldaten auf das Jahr dreihundert neunzig nach Christus datiert.

01:04:30: Ein konkreter archäologischer Nachweis der seine beschriebenen grünen Tuniken und Helme einer bestimmten Einheit zuorten würde wird dafür allerdings nicht genannt.

01:04:39: Aus einer möglichen Übereinstimmung einzelner Ausrüstungsstücke lässt sich keine exakte Datierung ableiten und Harry ist nicht der einzige, der am Treasure of the House römische Erscheinungen gesehen haben will.

01:04:49: Der National Trust berichtet von einer Besucherin des früheren Eigentümers Frank Green die im Keller einen vermeintlichen römischen Wachposten begegnet sein soll.

01:04:58: Harry erwähnt dagegen einen amerikanischen Professor, der bereits in den dreißiger Jahren Soldaten gesehen habe.

01:05:04: Ob es sich um unterschiedliche Begegnungen behandelt oder die gleiche Geschichte im Laufe ihrer Überlieferung verändert wurde bleibt offen.

01:05:10: Für Februar, neustert siebenundfünfzig existiert zudem ein Bericht über die Haushälterin Joan Morrison.

01:05:17: Sie will zunächst Pferdehufe gehört und anschließend römische Soldaten und Pferdel durch den Kellerziehen gesehen haben.

01:05:23: Jahre später soll sich auch ein Mädchen namens Caroline an einen Trompetengeräuch erinnert haben.

01:05:28: Auch diese Schilderungen wurden allerdings erst mit erheblichen zeitlichen Abstand bekannt.

01:05:33: Zeitgenussige Aufzeichnungen mit denen sich die einzelnen Angaben unabhängig überprüfen lassen fehlen.

01:05:38: Es gibt also mehrere Berichte über ähnliche Ereignisse, aber keinen gesicherten Nachweis dafür, dass sich im Keller des Treasure House tatsächlich eine römische Prozession wiederholt hat.

01:05:49: Was die Archäologie bestätigen kann ist die Geschichte des Ortes – Die römischen Straße, ihre Lage unter dem heutigen Kellerboden und die früheren Ausgrabungen sind dokumentiert.

01:05:59: Harrys Wahrnehmung bleibt einer persönlichen Erinnerung, deren entscheidende Einzelheiten erst wesentlich später ausführlich festgehalten wurden Damit es allerdings noch nicht beantwortet, weshalb Menschen überhaupt solche Erfahrungen machen.

01:06:12: Schließlich berichten nicht alle von einer ganzen römischen Einheit.

01:06:15: Manchmal sind das Schritte eine undeutliche Gestalt oder das Gefühl in einem eigentlich leeren Raum nicht alleine zu sein.

01:06:23: Ob sich solche Wahrnehmern unter kontrollierten Bedingungen hervorrufen lassen haben Wissenschaftler tatsächlich untersucht und dafür brauchen sie nicht mal ein altes Spukaus.

01:06:36: Der Raum ist kreisrund vollständig weiß gestrichen und bis auf einige technische Installationen praktisch leer.

01:06:43: Die Beleuchtung ist gedämpft, die Temperatur eher kühl Es gibt weder alte Möbel noch knarrende Dielen Und soweit bekannt ist hier auch noch niemand unter besonders tragischen Umständen ums Leben gekommen.

01:06:55: Trotzdem soll dieser Raum demnächst zum Schauplatz einiger ziemlich ungewöhnlicher Erlebnisse werden.

01:07:00: Wir befinden uns im Herbst in Landen.

01:07:04: Der britische Psychologe Christopher French hat gemeinsam mit einem Forschungsteam einen Raum eingerichtet, in dem sie untersuchen wollen ob sich eine vermeintliche Geist der Erscheinungen künstlich hervorrufen lässt.

01:07:16: Dafür haben Sie technische Vorrichtungen installiert die elektromagnetische Felder und besonders tieffrequente Schallwellen erzeugen können.

01:07:23: Die Versuchsperson sollen sich jeweils fünfzig Minuten darin aufhalten und dokumentieren was sie wahrnehmen.

01:07:31: Schon länger wird darüber diskutiert, ob bestimmte physikalische Eigenschaften eines Ortes ungewöhnliche Wahrnehmungen hervorrufen können.

01:07:38: Ein Gebäude müsste dann überhaupt nichts gespeichert haben – es würde genügen wenn die dort herrschenden Bedingungen unsere Sinne auf eine Weise beeinflussen, die wir nicht unmittelbar erkennen!

01:07:48: Eine der bekanntesten Untersuchungen zu dieser Möglichkeit geht auf den britischen Ingenieur Vic Tandy zurück.

01:07:54: Er veröffentlicht, entweder mit dem Psychologen Tony Lawrence einen Aufsatz mit dem Titel The Ghost in the Machine.

01:08:02: In dem er von merkwürdigen Ereignissen an einem früheren Arbeitsplatz berichtet.

01:08:06: Mehrere Angestellte eines Labors hätten sich dort regelmäßig unwohl gefühlt.

01:08:11: Eines Abends arbeitet Tandy allein als ihn plötzlich das unangenehme Gefühl bekommt beobachtet zu werden.

01:08:18: Ihm läuft eine Gänsehaut über den Rücken und schließlich glaubt er aus dem Augenwinkel eine graue Gestalt zu erkennen.

01:08:24: Als er sich umdreht, ist sie verschwunden.

01:08:27: Am folgenden Tag beschäftigt ihn etwas wesentlich handfesteres.

01:08:31: Eine Fechtklinge die er zur Reparatur in einen Schraubstock eingespannt hat beginnt ohne erkennbaren Anlass zu vibrieren.

01:08:38: Tandy untersucht daraufhin die räumlichen Verhältnisse und vermutet dass ein Ventilator im Gebäude eine stehende Schallwelle erzeugt.

01:08:45: Dabei überlagern sich Schwingungen so das Sie an bestimmten Stellen besonders stark ausfallen.

01:08:50: Aus der Verteilung der Vibration errechnet er eine Frequenz von ungefähr achtzehn, neun Hertz knapp unterhalb des gewöhnlichen menschlichen Hörbereichs.

01:08:59: Solche besonders tiefen Schwingungen bezeichnet man als Infraschall.

01:09:03: Tandy vermutet dass sie für die unangenehmen Empfindungen im Labor verantwortlich gewesen sein könnten möglicherweise sogar für seine kurzzeitige visuelle Wahrnehmung.

01:09:12: Der vermeintliche Geist hätte dann einer ausgesprochen ungewöhnliche Ursache gehabt einen Ventilator.

01:09:18: Allerdings hatte Tandy die Frequenz nicht direkt akustisch gemessen, sondern aus den beobachteten Verhältnissen berechnet.

01:09:25: Dass sie Schalwelle tatsächlich seine Erscheinung verursachte, konnte er deshalb nicht nachweisen.

01:09:30: Seine Untersuchungen lieferte damit einen interessanten Erklärungsansatz der sich erst unter kontrollierten Bedingungen überprüfen ließ.

01:09:37: Genau solche Untersuchenden unternimmt um die Jahrtausendwende der britische Psychologe Richard Weisman.

01:09:43: Gemeinsam mit mehreren Kollegen erforscht er zunächst den Hemden-Curt Palace bei London.

01:09:48: Das ehemalige Königliche Schloss besitzt eine umfangreiche Sammlung von Geistergeschichten, darunter jene über Catherine Howard die fünfte Ehefrau Heinrich VIII.

01:09:58: Einer Überlieferungsfolge soll sie nach ihrer Verhaftung verzweifelt versucht haben den König zu erreichen.

01:10:03: Der betreffende Bereich des Schlosses heißt heute Haunted Gallery und gilt als besonders unheimlich.

01:10:09: Im Jahr zweitausend lassen die Wissenschaftler Besucher durch verschiedene Räume gehen und auf Grundrissen markieren wo sie ungewöhnliche Wahrnehmungen bemerken.

01:10:18: Von sixhundert achtundsebzig Teilnehmern können schließlich vierhundert zweiundsechzig Frage-Bögen vollständig ausgewertet werden.

01:10:26: Die Forscher erfassen außerdem, ob die Menschen an Geister glauben und welche Geschichten Sie bereits über das Schloss kennen.

01:10:33: Einige erhalten vor ihrem Rundgang gezielt Informationen über angeblich zunehmende oder abnehmende Spugaktivität.

01:10:40: Tatsächlich berichten Menschen wie Angeister glauben häufiger von ungewönlichen Erlebnissen.

01:10:45: Auch die vorhergegebenen Informationen beeinflussen ihre Angaben, wobei die Wirkung von den persönlichen Überzeugungen abhängt.

01:10:51: Besonders interessant ist allerdings dass sich die Berichte an bestimmten Stellen des Schlusses häufen, an denen bereits früher Besucher etwas Ungewöhnliches wahrgenommen haben wollen.

01:11:00: Das lässt sich nicht allein durch entsprechende Vorkentnisse erklären.

01:11:04: Die Wissenschaftler messen deshalb auch die örtlichen Magnetfelder und finden Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen deren Schwankungen und bestimmten Bereichen mit häufigen Spukberichten.

01:11:13: Ob die Magnetfelder tatsächlich eine Ursache der Wahrnehmungen sind, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

01:11:19: Ein ähnliches Bild ergibt sich bei einer weiteren Untersuchung in den unhörlichen Gewölben des South Bridge in Edinburgh.

01:11:25: Dort verbringen zwei Hundert Achtzehn Versuchspersonen jeweils ungefähr zehn Minuten allein an einem der Räume ohne zu wissen welche Gewölbe aufgrund früherer Berichte als besonders unheimlich gelten.

01:11:37: Fünfundneunzig Teilnehmer, also knapp vierundvierzig Prozent melden anschließend mindestens eine ungewöhnliche Erfahrung.

01:11:44: Auffällig ist er neut das bestimmte Räume häufiger genannt werden als andere – wobei unter anderem die Lichtverhältnisse und die Raumhöhe eine Rolle spielen könnten.

01:11:53: Weisman und seine Kollegen können damit zeigen dass Spukberichte nicht völlig zufällig über ein Gebäude verteilt sein müssen.

01:12:00: Warum bestimmten Räumen häufige ungewündete Empfindungen hervorrufen bleibt aber offen!

01:12:05: Ein alter Gewölbekeller unterscheidet sich von seinem Nachbarraum schließlich nicht ausschließlich durch ein Magnetfeld.

01:12:10: Er kann dunkler, feuchter oder anders geschnitten sein und wer bereits beim Betreten ein ungutes Gefühl hat achtet möglicherweise stärker auf jedes Geräusch.

01:12:19: Christopher French möchte sich deshalb nicht länger auf die vorhandenen Eigenschaften historischer Gebäude verlassen.

01:12:25: Gemeinsam mit dem Architekten Usman

01:12:27: H.K.,

01:12:28: und weiteren Forschern, entwickelt er den kreisrunden Versuchsraum in dem sich zumindest zwei der vermuteten Einflussfaktoren gezielt verändern lassen – Infraschall- und schwache zeitlichveränderliche elektromagnetische Felder.

01:12:41: Neunundsiebzig Freiwillige werden zufällig auf vier Gruppen verteilt.

01:12:45: Eine ist im Infraschlag ausgesetzt, eine den elektromagneticen Feldern, eine beiden einflüssen und die vierte keinem von beidem!

01:12:53: Die Teilnehmer wissen, dass während ihres Aufenthalts ungewöhnliche Empfindungen auftreten könnten.

01:12:57: Welche technischen Bedingungen in ihrer jeweiligen Gruppe herrschen, erfahren sie allerdings nicht!

01:13:02: Jeder bekommt einen Grundriss und soll während der fünfzig Minuten im Raum vermerken wann-und wo etwas Merkwürdiges geschieht.

01:13:09: Anschließend füllen die Teilnehmer weitere Fragebögen aus... Und tatsächlich berichten erstaunlich viele Menschen von ungewönlichen Erfahrungen.

01:13:18: Dreiundsechzig der neunundsiebzig Freiwilligen geben an, sich irgendwann schwindelig oder auf andere Weise eigenartig gefühlt zu haben.

01:13:25: Andere beschreiben ein Kribbeln auf der Haut den Eindruck, sich außerhalb ihres Körpers zu befinden oder plötzlich auftauchende Erscheinungen an frühere Träume.

01:13:34: Achzehn Teilnehmer haben sogar das Gefühl dass noch jemand bei ihnen im Raum ist!

01:13:39: Das Experiment scheint also zunächst ausgesprochen erfolgreich verlaufen zu sein.

01:13:43: In einem vollkommen gewöhnlichen, eigens dafür eingerichteten Raum machen zahlreiche Menschen Erfahrungen wie sie auch aus angeblich heimgesuchten Gebäuden berichtet werden.

01:13:52: Nur hat die Sache einen Haken!

01:13:55: Ob die Teilnehmer tatsächlich infraschall oder elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren macht statistisch keinen entscheidenden Unterschied.

01:14:03: Auch in der Kontrollgruppe, in der keiner der beiden Einflüsse gezielt eingesetzt wurde dreht ein ungewöhnliche Wahrnehmung auf.

01:14:10: Die räumliche Verteilung passt ebenfalls nicht zu den Stellen, an denen die elektromagnetischen Felder besonders stark sind.

01:14:16: Ausgerechnet die Technik mit der French den Raum zum Spugen bringen wollte zeigt damit nicht die erwartete Wirkung.

01:14:22: Die Wissenschaftler vermuten dass sie Erwartungen in der Teilnehmer eine wichtige Rolle gespielt haben könnten.

01:14:27: Schließlich wussten alle das Sie sich in einem Experiment über ungewöhnliche Wahrnehmungen befanden.

01:14:32: Dazu kamen die kühle Temperatur das gedämpfte Licht und fünfzig Minuten indem sie kaum etwas anderes zu tun hatten als auf ihren Körper und ihre Umgebung zu achten.

01:14:40: Unter solchen Bedingungen wird womöglich sogar ein gewöhnliches Muskelzucken zu einem Ereignis, das man vorsichtseilbar auf seinem Grundriss markiert.

01:14:48: Allerdings wurde diese Vermutung nicht durch eine eigene Kontrollgruppe ohne entsprechende Erwartungen überprüft.

01:14:53: Das Experiment zeigt also dass Menschen unter den geschaffenen Bedingenden zahlreiche ungewöhnliche Empfindungen berichten.

01:15:00: Weshalb sie das tun bleibt eine offene Frage.

01:15:02: Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Cortex.

01:15:07: Dass sich solche Wahrnehmungen nicht auf eine einzige Ursache zurückführen lassen, bestätigt auch eine größere Bestandsaufnahme aus dem Jahr in den letzten Jahren.

01:15:15: Neal Dagnall, Kenneth Drinkwater, Karen O'Keefe und weitere Wissenschaftler untersuchen dafür sechsundsechzig Arbeiten über mögliche Umbild-Einflüsse auf Spugerlebnisse.

01:15:26: Die Ergebnisse fallen uneinheitlich aus.

01:15:29: Manche Untersuchungen finden Zusammenhänge mit bestimmten Raumeigenschaften.

01:15:32: andere können sie nicht bestätigen.

01:15:34: Häufig unterscheiden sich die Methoden außerdem so stark, dass direkte Vergleiche kaum möglich sind.

01:15:39: Für Harry Martindale ist das eine richtige Einschränkung.

01:15:43: Die meisten dieser Untersuchungen beschäftigen sich mit Empfindungen wie Schwindel ungewöhnlichen Geräuschen oder dem Gefühl nicht allein zu sein.

01:15:50: Harry dagegen will eine ganze Gruppe römischer Soldaten beobachtet haben, die vor seinen Augen durch den Keller marschierte.

01:15:57: Seine Schilderung lässt sich mit den Ergebnissen wieder erklären noch widerlegen.

01:16:01: Wir besitzen schließlich keine Messungen der damaligen Umgebungsbedingungen und keine Möglichkeit, seine Wahrnehmung unter vergleichbaren Umständen erneut zu untersuchen.

01:16:09: In Nigel Niels Film stehen die Wissenschaftler vor einem verwandten Problem.

01:16:13: Mehrere Menschen nehmen in einen bestimmten Raum etwas wahr, während die technischen Geräte keine entsprechende Aufnahme liefern.

01:16:19: Christopher French würde sich vermutlich zunächst dafür interessieren welche Eigenschaften des Raumes und welche Erwartungen seiner Versuchsperson dabei eine Rolle spielen?

01:16:28: Peter Brock dagegen hat eine ganz andere Vorstellung davon, wie man mit dem Spuk in Tescalens umgehen sollte.

01:16:33: Schließlich interessiert ihn weniger, weshalb seine Mitarbeiter etwas hören als die Möglichkeit aus den Mauern einen neuartigen Datenspeicher zu machen und inzwischen sind die Vorbereitungen für seinen nächsten Versuch abgeschlossen.

01:16:47: Brock hat der Firmenleitung bereits einen Durchbruch in Aussicht gestellt und nach den vergangenen Wochen wird langsam erwartet dass er auch einen vorweisen kann.

01:16:55: also lässt ja seiner Mitarbeiter zu einer weiteren Versuchsnacht antreten.

01:16:59: Mit Schallprojektoren, Laserlicht und verschiedenen Frequenzen bearbeiten sie das freigelegte Mauerwerk während der Computer die Messwerte auswertet.

01:17:08: Die Belastung wird zunehmend unangenehm, grelles Licht flackert durch den Raum, die Schall-Projektoren erzeugen orenbetäubende Geräusche und schließlich beginnt einer der Techniker zu weinen.

01:17:18: Eddie Holmes verlangt dass Brock das Experiment abricht doch der Forschungsleiter ist inzwischen derart aus sein Ziel fixiert, dass Eddie Einwände seiner Mitarbeiter kaum noch wahrnimmt.

01:17:27: Zwischendurch gibt der Computer eine ungewöhnliche Zeichenfolge aus, Jill glaubt darin einzelne englische Wörter zu erkennen.

01:17:34: Pray, Soul und Prayer Beten, Seele und Gebet.

01:17:39: Einige ihrer Kollegen befürchten bereits dass die Erscheinung nun auch den Computer beeinflusst.

01:17:44: Rock widerspricht nach seiner eigenen Hypothese würden die Informationen schließlich direkt auf das menschliche Gehirn wirken weshalb es keinen Sinn er gäbe ausgerechnet in den Messwerten nach Botschaften zu suchen.

01:17:55: Als erneut, die inzwischen vertrauten Schritte zu hören sind, verliert Brock endgültig die Geduld und schaltet den Schallprojektor auf volle Leistung.

01:18:03: Ein gewaltiges Dröden erfüllt den Raum – die übrigen Wissenschaftler ziehen sich zurück während Brock den Projektor weiter auf das Mauerwerk richtet.

01:18:11: Schließlich verändert sich das Geräusch zu einem tiefen unkontrollierten Grollen, dass plötzlich abricht.

01:18:16: Danach ist es still!

01:18:18: Als sie Mitarbeiter zurückkehren bemerkt Jill, dass sie Luisa nicht mehr wahrnehmen kann.

01:18:23: Brock wiederholt seine Versuche und bleibt schließlich sogar über Nacht allein im Raum, doch die vertraute Erscheinung zeigt sich nicht mehr.

01:18:30: Eddie Holmes hat eine ziemlich unangenehme Vermutung.

01:18:33: Dies wiped the tape – er hat das Band gelöcht!

01:18:37: Falls Eddie recht hat wäre das für Brock eine ausgesprochen ungünstige Entwicklung.

01:18:42: Er hätte das einzige bekannte Exemplar eines völlig neuartigen Speichermediums zerstört bevor er überhaupt verstanden hat wie es funktioniert.

01:18:49: Die Firmleitung dürfte sich über dieses Ergebnis nur begrenzt freuen und tatsächlich gerät sein Forschungsprojekt zunehmend unter Druck.

01:18:56: Eine konkurrierende Abteilung übernimmt bereits Teile des Anwesens, während Brock versucht aus seinen geschalterten Experimenten noch irgendetwas Brauchbares zu machen.

01:19:05: Jill beschäftigt inzwischen allerdings eine andere Frage.

01:19:08: Kurz nach der Versuchs-Nacht erscheint erneut jener Geistliche, der bereits historische Unterlagen über Tascarlands beschafft hatte.

01:19:15: Er hat einen weiteren Bericht über einen Exorzismus gefunden, der allerdings wesentlich älter ist als die bisherigen Dokumente.

01:19:21: Er stammt aus dem Jahr siebzehnhundertsechzig also rund hundertdreißig Jahre vor Luísas Tod.

01:19:27: Das Victorianische Herrenhaus existierte damals noch gar nicht.

01:19:30: An seiner Stelle standen die Überreste eines älteringen Gebäudes in dem offenbar ebenfalls ungewöhnliche Erscheinungen gemeldet worden waren.

01:19:37: Der anschließende exorzismus soll erfolglos geblieben sein.

01:19:41: Jill vermutet, dass Luisa niemals die ursprüngliche Ursache des Spuks gewesen ist.

01:19:46: Vielleicht hatte sich an diesem Ort bereits lange vor ihrem Tod etwas ereignet das ebenfalls im Gestein erhalten geblieben war.

01:19:52: Nun könnte Brock mit seinem Versuch zwar die jüngste Aufzeichnung gelöcht haben Darunter würden aber doch wesentlich ältere Schichten liegen Und möglicherweise hatte er durch sein Experiment eine davon überhaupt erst freigelegt.

01:20:04: Bei einem weiteren Aufenthalt im alten Raum Macht Jill eine Erfahrung, die sie in ihrer Vermutung bestärkt.

01:20:11: Plötzlich hört sie ein tiefes fremdartiges Grollen.

01:20:14: Die Männer, die wenige Meter entfernt miteinander sprechen bewegen weiterhin ihre Lippen doch Jill kann kein Wort mehr hören.

01:20:21: Das Geräusch scheint alles andere zu verdrängen und löst bei ihr ein derart starkes Unbehagen aus das sie den Raum kaum noch erträgt.

01:20:28: Brock und Collinson nehmen von alledem nichts wahr.

01:20:32: Für sie steht dort lediglich eine vollkommen verstörte Kollegin, die auf etwas reagiert das außer ihr offenbar niemand bemerkt.

01:20:39: Jill versucht anschließend ihre Beobachtungen mit den bisherigen Computerberechnungen abzugleichen.

01:20:44: Dabei stößt sie auf einer Zahl, die selbst innerhalb dieser ungewöhnlichen Geschichte ziemlich gewaltig ausfällt.

01:20:50: Ihren Berechnungen zufolge könnten die ältesten Aufzeichnungen im Mauerwerk ungefähr sieben tausend Jahre zurückreichen.

01:20:57: Falls sie recht hat, stammen dieser Eindruck aus einer Zeit in der an diesem Ort noch niemand an ein Herrenhaus oder einen Elektronikkonzern gedacht hat.

01:21:05: Jill vermutet außerdem dass solche Aufzeichnungen im Laufe der Jahrtausende an Deutlichkeit verlieren könnten.

01:21:10: was ursprünglich vielleicht einmal eine erkennbare menschliche Erfahrung gewesen ist hätte sich so stark verändert das davon nur noch etwas vollkommen Fremdartiges übrig geblieben wäre und Brock möchte davon nichts wissen.

01:21:23: Als Jill ihm ihre Ergebnisse zeigen will Weigert er sich, die Unterlagen auch nur anzusehen.

01:21:28: Er macht ihr Vorwürfe, erklärt ihre Überlegungen für Fantasie und ordnet schließlich an dass sie zwei Monate Urlaub nehmen soll.

01:21:34: Die Arbeit am Computer könnte Stuart übernehmen.

01:21:37: Für den Forschungsleiter ist das Projekt inzwischen gescheitert Und er hat offenbar wenig Interesse daran Sich weiterhin mit seinen ehemaligen Ergebnissen beschäftigen zu müssen.

01:21:45: Jill arbeitet trotzdem weiter.

01:21:48: Als Collinsen Sie eines späten abends im verlassenen Labor findet sitzt sie vor langen Papierrollen voller Berechnung.

01:21:54: Sie erzählt ihm, dass möglicherweise schon Luisa von der ältesten Erscheinung gewusst habe.

01:21:59: Vielleicht war die junge Hausangestellte damals gar nicht vor einem gewöhnlichen Spuk geflohen sondern für etwas das bereits Jahrhunderte in diesem Gebäude existierte.

01:22:07: Colinsten versucht mit Jill zu sprechen doch sie ist vollkommen ihre Überlegungen vertieft.

01:22:12: Schließlich lässt er sich allein und macht sich auf die Suche nach Brock.

01:22:16: Wenig später verlässt auch Jill den Computerraum.

01:22:18: Ihre letzten Berechnungen liegen noch immer auf dem Papierstreifen während sie zurück zum alten Treppenhaus geht.

01:22:24: Dort haben inzwischen wieder Renovierungsarbeiten begonnen, Gerüste stehen an den Wänden auf dem Boden liegen Werkzeuge und zwei nackte Glühmühren beleuchten die freigelegten Steinstufen.

01:22:33: Ein beschädigter Eimer, den jemand dort zurückgelassen hat fällt um als Jill ihn im Vorbeigehen anstoist.

01:22:39: Er rollt poltern über den Boden bis er schließlich liegen bleibt.

01:22:43: Jill schaut sich um – zunächst geschieht nichts und sie will den Raum bereits wieder verlassen, als ihr auffällt das der Flur hinter ihr plötzlich vollkommen dunkel geworden ist!

01:22:52: In der Finzernis erscheinen zwei kleine rote Lichtpunkte.

01:22:55: Sie erinnern zunächst an die Kontrolleuchten irgendeines technischen Gerätes, doch dann beginnen sie sich zu bewegen.

01:23:01: Mit zunehmender Geschwindigkeit kommen sie näher, verändern dabei ihre Form und sehen vor einen Augenblick aus wie zwei Augen, die unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen blicken.

01:23:10: Bevor Jill erkennen kann was sie da eigentlich beobachtet verschwinden die Punkte wieder.

01:23:15: Dadessen tauchen nun an anderen Stellen unfürmige Gestalten auf.

01:23:18: Sie bewegen sich über den Boden, verändern ständig ihre Umrisse und scheinen sich mit jedem Augenblick zu vermehren.

01:23:24: Gleichzeitig ertönt das tiefe Grollen, dass Jill bereits bei ihrer vorherigen Begegnung gehört hat.

01:23:30: Sie weicht zurück, versucht den Erscheinungen auszuweichen und ruft schließlich verzweifelt nach Peter Brock.

01:23:35: Der einzige freie Weg führt zu den alten Steinstufen.

01:23:39: Jill drückt sich zunächst gegen die Wand doch als sie nach oben blickt, bemerkt sie, daß sich der abgebrochene Treppenlauf plötzlich vorzusitzen scheint.

01:23:46: Dort, wo eigentlich nur Mauerwerk sein dürfte, erkennt sie einen hellen erleuchteten Durchgang.

01:23:51: Die Stufen sehen unbeschädigt aus und führen scheinbar zu einem weiteren Stockwerk.

01:23:55: Jill beginnt hinaufzusteigen, während sich die unförmigen Erscheinungen unter ihr weiterbewegen.

01:24:00: Als sie letzte Stufe erreicht, verändert sich ihre Umgebung erneut.

01:24:04: Das Herrenhaus ist verschwunden!

01:24:07: Über Jill erstreckt sich ein offener Nachthimmel.

01:24:09: statt der vertrauten Wende stehen gewaltige aufgerichtete Steinen an einer mondbeschiedenen Landschaft.

01:24:15: Zwischen ihnen bewegen sich jene fremdartigen Gestalten, denen sie geradezu im Kommen versucht hat.

01:24:20: Jill befindet sich plötzlich an einem Ort der mit dem Treppenhaus von Tescalans kaum noch etwas gemeinsam hat.

01:24:25: In ihrer Panik bemerkt sie allerdings nicht dass der vermeintliche Ausgang nur in ihrer Wahrnehmung existiert.

01:24:30: Wo sie einen festen Fußboden erwartet befindet es sich in Wirklichkeit Der leere Raum oberhalb der abgebrochenen Steinstufen.

01:24:37: Sie macht einen weiteren Schritt und stürzt in die Tiefe.

01:24:42: Als Brock und Collinson durch ihre Hilferufe alarmiert werden und den Raum erreichen, liegt Jill am Fuß der Treppe.

01:24:48: Ihre Augen sind noch geöffnet – doch sie ist bereits tot!

01:24:53: Einige Tage später wird ihr Tod offiziell als Unfall eingestuft.

01:24:56: Brock erklärt bei der Besprechung, Jill sei zuletzt psychisch schwer angeschlagen gewesen, neben dem Sturz müsse außerdem ein körperlicher Schock zu ihrem Tod beigetragen haben….

01:25:05: Eddie Holmes reagiert darauf mit wenig Verständnis und fragt seinen Vorgesetzten, weshalb er bei den Untersuchungen derart ausführlich über Jills Zustand gesprochen habe.

01:25:13: Brock rechtfertigt sich damit, dass die Verantwortlichen schließlich hätten wissen müssen unter welchen Umständen der Unfall stattgefunden haben.

01:25:21: Kurz darauf entdecken Eddie und Stuart im Labor den Wachmann, der gerade sämtliche Computerausdrucke von Jills letzten Untersuchung vernichtet.

01:25:29: Brock hat es angeordnet Die Berechnungen seien ohnehin unverständlich gewesen, behauptet er und für das inzwischen eingestellte Projekt ohne Bedeutung.

01:25:37: Collinston erfährt schließlich woran Jill zuletzt gearbeitet hatte.

01:25:40: Brock bezeichnet ihre Ergebnisse als vollkommen absurd – sie habe tatsächlich geglaubt dass sich im Mauerwerk Aufzeichnungen aus einer Zeit vor ungefähr sieben tausend Jahren befinden könnten.

01:25:50: Für ihn ist es der endgültige Beweis, dass seine Mitarbeiterinnen nicht mehr vernünftig gedacht haben.

01:25:55: Collinson hört diese Erklärung an und schlägt Brock mit voller Wucht gegen den Hals.

01:26:00: Nachdem sich der Forschungsleiter wieder aufgerichtet hat, verlässt er das Labor.

01:26:03: Im Eingangsbereich begegnet er dem Wachmann, der ihm berichtet, dass inzwischen auch die Denkmalschützer zurückgekehrt seien.

01:26:10: Wie hätten den alten Raum untersucht und sämtliche weiteren Bauarbeiten untersagt?

01:26:14: Einer der Inspektoren habe beim Hinaustgen lediglich gefragt ob man von dem Raum gewusst haben.

01:26:19: Was er damit gemeint habe, könne der Wachman allerdings nicht sagen.

01:26:23: Progg betrachtet den Flur nimmt seinen Schlüsselbund hinter der seine Forschungsabteilung in den vergangenen Wochen so viel Zeit verbracht hat.

01:26:32: Im Inneren stehen noch immer die Gerüste der Bauarbeiter, Werkzeuge liegen auf dem Boden und die freigelegten Stufen führen unverändert zu jener Wand, hinter der Jill in ihrem letzten Augenblick einen Ausgang gesehen haben musste.

01:26:44: Kaum hat Brock den Raum betreten – er tönt plötzlich ein Schrei!

01:26:47: Eine Frauenstimme bittet um Hilfe, er blickt sich um und versucht herauszufinden woher das Geräusch kommt und hört dann seinen eigenen Namen.

01:26:55: Help me Peter Hilf mir,

01:26:57: Peter.".

01:26:58: Brock erkennt die Stimme sofort.

01:27:00: Es ist Jill, die in ihren letzten Augenblicken nach ihm gerufen hat während er wenige Räume entfernt mit Collins'n Sprach.

01:27:07: Nun hört er den selben verzweifelten Hilferuf erneut und sobald er verstummt beginnt die Stüme wieder von vorn.

01:27:13: Peter Brock hat endlich eine neue Aufnahme an den Mauern von Tess Galenz gefunden, er kennt die Frau deren Stimme erhört weiß wann sie gestorben ist und weshalb sie seinen Namen ruft.

01:27:22: Doch während Jill immer wieder um Hilfe bittet bleibt ihm nichts anderes übrig als zuzuhören.

01:27:31: Ja, wir sind jetzt also ein bisschen hin und her geswitched zwischen der Realität und der Filmwelt von Neil.

01:27:38: Aber was hältst du von der Theorie?

01:27:41: Dass Mauern oder Gebäude etwas speichern können?

01:27:45: Ich hab ja in der Folge schon darauf hingewiesen, dass es ein bisschen quatsch ist, dass Mauern dann einfach spontan entscheiden, dass sie nur diesen Einschrei aufnehmen oder diesen Eintort.

01:27:58: Aber stell dir mal vor, du bist jetzt in so einem alten Gebäude im Alten Haus und siehst dann eben auch diese Erscheinung die da gespeichert worden ist.

01:28:07: Fängt es aus grundsätzlich cool?

01:28:10: Ich glaube grundsätzlich auf jeden Fall schon und ich kann mir auch... also ich glaube da eigentlich nicht dran aber ich finde es ergibt schon ein bisschen Sinn dass so keine Ahnung sehr starke Erlebnisse oder sehr aufgeladene Geschehnisse so einfach auch nicht spurlos an einem Ort vorbeigehen können.

01:28:27: Also ich finde, es gibt einfach verschiedene Orte die gewissermaßen aufgeladen sind.

01:28:33: Von daher kann ich mir das schon vorstellen und irgendwie fand ich's auch eine coole Vorstellung.

01:28:36: wenn man obwohl bei aktuellen Mietverhältnissen dann nämlich doch nochmal nach einer neuen Wohnung umsehen sollte, kann ich mich vorstellen dass das auf jeden Fall ein Punkt wäre über den Ich jetzt nachdenke und über den ich mir Sorgen machen würde.

01:28:52: Auch wenn ich weiß, dass natürlich eigentlich Quatsch ist.

01:28:53: aber ob die Mauern vielleicht sich irgendwas gemerkt haben, wovon ich später erfahren werde.

01:28:59: Bist du schon mal in so einem Raum gewesen, wo das Gefühl hattest?

01:29:01: Hier könnte es jetzt ein bisschen ne Mandas verschwörerisch... Aber kann ja sein!

01:29:08: Nee also ich würde gerne mal in einen Haunted House gehen und das mal erleben, ob ich dann auch was merke.

01:29:16: aber Es ist ja auch in der Folge drin vorgekommen, dass bei diesen Experimenten die gemacht wurden.

01:29:21: Die Leute immer wussten, worauf sie achten sollen und damit im Raum wirklich gar nichts ist.

01:29:24: Also dieser weiße Raum von diesem Experiment von French.

01:29:28: Da wussten die Leute ja auch, sie sollen aufschreiben wenn es ihnen irgendwie unwohl ist und dann wird das schnell alles überinterpretiert.

01:29:34: Ich würde euch immer mit Erwartungen an den Raum gehen.

01:29:36: hier muss etwas passieren Und dann andersherum übererklären.

01:29:39: Das sind alles, was selten was passiert ... Also nicht als Beweis sehen, dass es einen Geist gibt, sondern einfach sagen so okay jetzt hat mein Muskel gezuckt weil er will das nicht mehr trainieren oder sowas.

01:29:51: Ich würde immer das skeptische Argument suchen, sehr bewusst.

01:29:55: Ich könnte nicht voreingenommen reingehen glaube ich.

01:29:57: Ich frage mich auch, ist auch sehr nervig wenn das wirklich so wäre, stell dir mal vor meine Wohnung, mein Palast wird vermietet und du sitzt hier nachts im im Ostflügel hier am Saal, wo wir gerade sitzen.

01:30:08: Und dann sitzen also so zwei Geister-Podcaste und labern halt irgendwie irgendein Scheiß für irgendeine

01:30:14: Folge.".

01:30:16: Ein Ehepaar hört auf einem alten Diktiergerät plötzlich die Stimme seiner verstorbenen Tochter.

01:30:23: Während die Mutter noch versucht das Ganze zu begreifen hat ihr Mann endgültig genug von dieser unnötig gruseligen Familie und zieht kurzerhand in ein Hotel.

01:30:35: Ein bisschen Ruhe, ein ordentliches Bett.

01:30:37: Aber vor allem keine weiteren Gespräche mit verstorbenen Angehörigen.

01:30:42: Mehr will er doch gar nicht!

01:30:45: Leider hat er einen nun seltsames Hotel erwischt.

01:30:50: Statt eines Pagen erwartet ihn die Arschlochfeuerwehr und zu diesem Begriff stehen wir.

01:30:57: Denn die Kollegen tragen ihn in ein brennendes Zimmer.

01:31:04: Immerhin beweist der Mann, dass er seltsame Talente hat.

01:31:08: Weil er es kann, saugt er mit einer Whiskey-Flasche sämtliche Flammen auf und repariert kurzerhand die komplette Einrichtung.

01:31:16: Die Versicherung wäre begeistert!

01:31:20: Zu einem Überfluss bringt er Whisky auch seine Tochter zurück – kurzer Hinweis eine betrunkene WhatsApp und alte Bekanntschaften

01:31:29: nicht

01:31:29: zurück.

01:31:31: Wir haben das für euch geprüft, aber die Tochter bleibt eh nur für eine kurze Umarmung und haut direkt wieder ab.

01:31:39: Was wir bisher verschwiegen haben – als vertraulichen Quellen wissen wir dass das Hotel in Hogwarts im Raum der Wünsche lag.

01:31:47: Deswegen müssen wir an dieser Stelle nicht weiter erklären warum der Mann jetzt einfach ohne Übergang in einer Postfiliale steht.

01:31:58: Dann steht erst mal Urlaub in Kalifornien an, im selben Hotel das er gerade mit Whisky bearbeitet hat.

01:32:05: Das coole daran ist dass er sich im Urlaub verwirklichen kann als Katastrophenschützer Ghostbuster und so weiter aber irgendwann wird ihm im Hotelzimmer dann doch langweilig!

01:32:18: Das reicht schließlich um den Urlaub abzubrechen.

01:32:21: der Hotelmitarbeiter ist darüber sogar ganz froh vielleicht ein bisschen zu froh.

01:32:26: Er schickt den Mann sogar noch eine Postkarte und teilt ihn mit, er wollte ihn eh nie in seinem Hotel haben.

01:32:33: Welche Geschichte haben wir gerade zurückgespult?

01:32:39: Mit Jill's letztem Hilferuf Ended the Stone Tape.

01:32:42: Ein ziemlich wirkungsvoller Schluss für einen Horrorfilm denn Peter Brock bekommt damit genau das wo nachher die ganze Zeit gesucht hat Den Beweis dass sich ein Ereignis im Mauerwerk aufzeichnen und später wiedergeben lässt.

01:32:56: Allerdings konnte Nigel Neal die Regeln seiner Geschichte selbst bestimmen.

01:33:00: Tescar Lans, Peter Brock und Jill Greeley sind erfunden – ihre Experimente haben nie stattgefunden!

01:33:06: Der BBC Film von neunzehntzweiundsebzig ist ein Science-Fiction Horrordrama und keine Dokumentation über einen tatsächlich entdecktes Naturphänomen.

01:33:16: Außerhalb dieser Filmbild sieht diese Sache entsprechend anders aus….

01:33:19: Die sogenannte Stone Tape Theory ist keine wissenschaftlich bestätigte Theorie, sondern eine spekulative pseudo-wissenschaftliche Erklärung für bestimmte Geistererscheinungen.

01:33:28: Es gibt weder einen nachgewiesenen Mechanismus durch den gewöhnliches Gestein menschlicher Erlebnisse aufzeichnen könnte noch reproduzierbare Experimente die eine solche Speicherung und Wiedergabe belegen.

01:33:39: Daran ändern auch die tatsächlichen physikalischen Eigenschaften von Quartz oder magnetisierbaren Mineralen nichts.

01:33:46: Und Harry Martindale's römische Soldaten?

01:33:48: Dass unter dem Dredgerer's House eine römische Straße verläuft, ist archäologisch belegt.

01:33:53: Das sie bereits in den Achtzehundertundneinzig entdeckt wurde allerdings auch.

01:33:57: Harrys Erlebnis bleibt einer außergewöhnliche Zeugenschilderung, deren entscheidende Einzelheiten erst viele Jahre später ausführlich dokumentiert wurden.

01:34:04: Wir müssen ihm deshalb keine bewusste Erfindungen unterstellen.

01:34:07: doch seine Erfindung liefert auch keinen Beweis dafür dass sich ein Römischer Trupp im Mauerwerk verewigt hat.

01:34:13: An alten Gebäuden kann man tatsächlich eine Menge über die Vergangenheit erfahren.

01:34:17: Man findet zugemauerte Türen, frühere Fußböden, Inschriften und manchmal sogar Straßen auf denen vor zweitausend Jahren Menschen unterwegs waren.

01:34:26: Um herauszufinden was dort geschehen ist braucht man Archäologie historische Quellen und gelegentlich eine ordentliche Portion Geduld.

01:34:33: Für sprechende Wände braucht man dagegen vor allem einen guten Drehbuchautor.

01:34:39: Das war Radio Obscura.

01:34:42: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann bleibt auf Frequenz, folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.

01:34:48: Wir hören uns bis dahin.

01:34:49: Bleibt festgemauert in der Erde wie die Form aus Leben gebrannt.

01:34:53: Bleib bei euch!

01:34:55: Bleibt im Dunkeln

01:34:56: Und Radio Aus.

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