Grimoire #3: Nadelkind

Shownotes

🎧 Worum geht’s in dieser Folge?

Seit einigen Monaten leben Lukas und sein Vater in einem alten Haus, das sie von einer Verwandten geerbt haben. Der Siebenjährige hat sich gut eingelebt, bis eines Tages eine Geschichte aus der Schule alles verändert. Das Nadelkind soll nachts zu Kindern kommen, die noch nicht schlafen. Bald versucht Lukas verzweifelt, immer früher einzuschlafen. Das Licht, die Stellung der Zimmertür und sogar das Wasserglas auf dem Nachttisch werden zu festen Bestandteilen seiner abendlichen Rituale.

Sein Vater versucht, ihn zu beruhigen. Er spricht mit dem Lehrer, sucht ärztlichen Rat und verbringt immer mehr Zeit am Bett seines Sohnes. Doch die Nächte werden länger, der Schlaf knapper und die Grenze zwischen Fürsorge und eigener Erschöpfung zunehmend unscharf. Als er zwischen alten Unterlagen seiner verstorbenen Tante auf den Namen Nadelkind stößt, beschäftigt ihn die Geschichte schließlich selbst.

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🎙️ Host: Tim

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00:00:22: Beim Zähneputzen fragte Lukas, ob er heute früher ins Bett dürfe.

00:00:26: Sein Vater sah auf die Uhr über dem Badezimmerspiegel – noch nicht einmal halb acht!

00:00:33: Sonst musste er um diese Zeit erklären, weshalb auch ein Spiel das gerade erst interessant geworden war irgendwann enden musste.

00:00:40: Jetzt stand Lukas im Schlafanzug vor ihm und putzte so gründlich dass die Zahnpasta bis zum Kinn reichte.

00:00:47: Lukas war sieben und seitdem früher wohnten Sie in der Stadt.

00:00:51: Das Haus hatte sein Vater von einer Tante geerbt.

00:00:55: Die Schule lag zwei Straßen weiter, hinter dem Garten begann eine Wiese und das Dach war dicht.

00:01:01: Im Bad gab es braune Fliesen die er irgendwann austauschen wollte.

00:01:06: Oben stand ein Zimmer voller Kartons Lampenschirme und kleiner Möbel.

00:01:10: Er holte heraus was sie gebrauchen konnten und stellte dafür etwas anderes hinein.

00:01:15: So blieb das Zimmer voll ohne dass noch dieselben Sachen darin lagen.

00:01:20: Lukas spülte den Mund aus, bis neun müsse er schlafen, erklärte er.

00:01:25: Das habe ein Junge aus der vierten Klasse gesagt – vielleicht auch dessen Bruder?

00:01:29: Das Nadelkind komme nachts zu Kindern die noch wach sein!

00:01:33: Solange man die Augen geschlossen halte könne es einen nicht sehen.

00:01:37: Wie es aussah wusste Lukas nicht.

00:01:40: Die Zahnpasta klebte noch an seinem Kind.

00:01:43: Sein Vater machte eine Ecke des Handtuchs nass und hielt sie ihm hin Niemand werde in sein Zimmer kommen, bloß weil er nicht schlafen könne.

00:01:52: Sie gingen hinüber stellten Wasser auf den Nachtisch und suchten ein Buch aus.

00:01:57: Lukas hatte vom ersten Abend an hier geschlafen und war nachts allein zur Toilette gegangen.

00:02:03: An das Knacken der Rohre hat er sich schneller gewöhnt als seinen Vater.

00:02:07: Noch vor einer Woche hatte er sein Zimmer für fertig eingerichtet erklärt.

00:02:11: Die Kisten an der Wand die inzwischen auch oben keinen Platz mehr fanden stört ihn nicht.

00:02:17: Jetzt lag er steif auf dem Rücken und schloss schon auf der ersten Seite die Augen.

00:02:22: Wenn sein Vater mit den Umblättern zögerte, öffnete er sie einen Spalt.

00:02:26: Nach einer halben Stunde fragte er nach der Uhrzeit.

00:02:29: Der Vater hielt das Buch höher so dass Lukas den Wecker nicht sehen konnte – und lass weiter!

00:02:35: In den nächsten Tagen ging Lukas immer früher ins Bett.

00:02:38: Erst gab er sich zehn Minuten mehr dann eine halbe Stunde.

00:02:42: Einmal war er schon um sieben fertig und saß um neun noch zwischen Kissen und Decke.

00:02:47: Er drehte das Kisten auf die kühle Seite, bis auch die warm geworden war.

00:02:52: Das Glas musste rechts von der Lampe stehen – die Tür durfte weder offen noch ganz geschlossen sein.

00:02:57: Nach jedem Toilettengang stellte er sie wieder ein und als sein Vater es einmal nach Augenmaß versucht hatte, war Lukas aufgestanden und hatte sie um kaum einen Zentimeter bewegt.

00:03:08: Beim Frühstück sagte er, er habe versucht schnell zu schlafen!

00:03:12: Sein Vater hielt das Buttermesser über dem Toast, erkannte diese Nächte wenn am nächsten Morgen etwas anstand und man unbedingt einschlafen musste.

00:03:19: Man rechnete aus wie viel Schlaf noch übrig war machte aus sechs Stunden fünf und aus fünf vier.

00:03:25: Irgendwann rechneten wir nur noch.

00:03:27: Er legte das Messer ab.

00:03:29: Lukas hatte sein Brot nicht angerührt.

00:03:32: Der Klassenlehrer kannte die Geschichte inzwischen.

00:03:35: Man habe mit den Kindern gesprochen.

00:03:37: einige ältere Schüler wollten das Nadelkind schon aus ihrer Zeit in der ersten Klasse kennen.

00:03:42: Von wem sie es damals gehört hatten, wusste keiner mehr.

00:03:46: Der Lehrer bat den Vater Lukas zu sagen dass er mit solchen Sorgen jederzeit zu ihm kommen könne.

00:03:52: Auf dem Heimweg dachte der Vater an die Geschichten aus seiner Schulzeit.

00:03:56: Er wusste noch wie sorgfältig er nachts beide Füße unter der Decke behalten hatte.

00:04:01: Zu Hause rückte er Lukas Bett von der Wand und holte einen Bauklotz darunter hervor.

00:04:05: Mehr war dort nicht.

00:04:08: Lukas nahm den Klotz und sah in die Lücke.

00:04:11: Als sein Vater abends mit dem Buch hereinkam, hatte er die Augen schon geschlossen.

00:04:15: Angeblich merkte das Nadelkind wenn man nur so tat als schliefe Mann.

00:04:20: Nach einem Geräusch durfte man nicht nachsehen – auch die Uhrzeit änderte sich!

00:04:24: Inzwischen sollte es um zwei kommen, manchmal erst um halb vier.

00:04:30: Der Vater las länger vor und blieb nach dem letzten Kapitel auf der Bettkante sitzen.

00:04:34: Anfangs ging er, wenn Lukas nicht mehr antwortete.

00:04:38: Später wartete er bis dessen Atem ruhiger wurde Knackte eine Diele, sah er zur Tür.

00:04:43: Lukas saß zu ihm.

00:04:45: Der Junge fragte nicht mehr jeden Abend ob er bleiben würde.

00:04:49: Er schob sein Kissen zur Seite damit genug Platz war.

00:04:52: Die Hausaufgaben dauerten länger.

00:04:54: Morgens musste Lukas mehrfach gerufen werden und eines Nachmittags schlief er auf dem Sofa ein Während zwei Freunde draußen warteten.

00:05:02: Sein Vater ließ sie herein.

00:05:04: Erst flüsterten Sie vor dem Sofa Dann unterhielten sie sich in normaler Lautstärke darüber wer welches Spielzeug bekommen sollte.

00:05:12: Lukas schlief weiter.

00:05:14: Beim Aufwachen wollte er sofort wissen, wie spät es sei.

00:05:18: Sein Vater zeigte ihm den hellen Garten bevor er auf die Ursa.

00:05:21: Er machte einen Termin beim Kinderarzt.

00:05:23: bis dahin versuchte er die Abende wieder hinzubekommen, wie vor der Geschichte.

00:05:28: Einmal stellte er das Glas links von der Lampe ab.

00:05:31: Lukas ließ es dort, sah beim Vorlesen aber immer wieder hin.

00:05:34: Der Vater beugte sich nach einem Taschentuch.

00:05:37: Als er später Wasser nachfüllen wollte, stand das Glas rechts.

00:05:41: An einem anderen Abend wurde Lukas wütend, als sein Vater nach dem Lesen aufstand.

00:05:45: Er hatte doch versprochen zu bleiben!

00:05:47: Der Vater erinnerte sich an keinen Versprechen und setzte sich aber wieder.

00:05:51: «Lukas solle es noch ein wenig versuchen», sagte er.

00:05:55: Der Junge zog die Decke bis zum Kind.

00:05:57: Zehn Minuten später bereute der Vater den Satz – ihm fiel nicht ein, wie er ihn zurücknehmen konnte ohne noch länger über das Einschlafen zu reden.

00:06:05: Am nächsten Nachmittag entschuldigte er sich bei Lukas für den Abend Er habe nicht gemeint, dass der Junge sich nicht genug anstrenger.

00:06:13: Lukas stand noch mit dem Schulranzen im Flur.

00:06:15: Sein Vater nahm ihn den Ranzen ab und zog hin zu sich.

00:06:20: Eine Weiler ließ Lukas sich festhalten.

00:06:22: Dann wollte er wissen ob er noch draußen spielen dürfe.

00:06:25: An einem Samstag suchte der Vater oben nach dem Sessel Den Lukas beim Vorlesen lieber neben seinem Bett haben wollte.

00:06:32: Erstand ganz hinten.

00:06:34: Davor lagen zwischen Stoffen und Bilderrahmen Unterlagen aus dem Kinderheim, in dem seine Tante fast vierzig Jahre gearbeitet hatte.

00:06:42: Er fand Dienstpläne, Fortbildungshäfte und Broschüren über Schlafstörungen.

00:06:48: Die Ordner waren nach Jahren sortiert, ihre Beschriftungen mehrfach überklebt.

00:06:53: Seine Tante kannte er vor allem von den Geburtstagen zu denen sie meist etwas zu spät gekommen war.

00:06:59: Ihre Geschenke waren sauber verpackt gewesen, mit umgelegten Kanten und kurzen Stücken Klebeband unter die man kaum an den Finger bekam.

00:07:07: Irgendwann war sie nicht mehr gekommen und er hatte seltener angerufen.

00:07:11: Auf der Beerdigung hat er erfahren wie viele Verwandte noch Telefonnummern besaßen, die er längst gelöcht hatte.

00:07:18: Jetzt saß ja zwischen ihren Sachen auf dem Boden und hielt ein Heft, auf dem nur eine Jahreszahl stand.

00:07:23: Darin standen Namen und Uhrzeiten.

00:07:26: Ein Kind hatte geweint, ein anderes war aus dem Bett gekommen.

00:07:29: Eines hatte den Kopf unter der Decke behalten bis jemand das Flurlicht einscheitete.

00:07:35: Daneben hat er seine Tante notiert was geholfen hatte.

00:07:38: Er legte das Heft auf einen eigenen Stapel.

00:07:42: In der Nacht las er zweimal dieselbe Seite vor.

00:07:45: Er bemerkte es an einem Satz über den Lukas vorher noch gelacht hatte.

00:07:49: Jetzt lag der Junge mit geschlossenen Augen da.

00:07:52: Als sein Vater kurz aufführte fragte Lukas ob die Geschichte schon zu Ende sei.

00:07:57: Der Vater las weiter und blieb danach sitzen.

00:08:00: Als Lukas schlief, ging er nach oben und holte die Hefte.

00:08:04: Kinder hatten erzählt, nachts stehe jemand zwischen den Betten.

00:08:08: In einem der Hefte stand Nadelkind in Anführungszeichen.

00:08:12: Seine Tante hatte darunter vermerkt, denn Name sei unter mehreren Kindern gebräuchlich und solle nicht verstärkt werden.

00:08:19: Auf den nächsten Seiten ging es um andere Schlafplätze und Licht im Flur.

00:08:24: Man solle die Kinder nicht gemeinsame Fragen damit sich ihre Aussagen nicht vermüchten.

00:08:28: Er setzte sich bequemer hin und zog die Beine unter dem Tüch aus den Schulen.

00:08:32: Ein achtjähriges Mädchen namens Miriam hatte mehrere Nächte kaum geschlafen, sie hatte Angst vor geschlossenen Türen und behauptete etwas stehe am Fußende sobald sie die Augen öffne.

00:08:43: Er blätterte weiter um herauszufinden was ihr geholfen hatte.

00:08:47: Miriam kam noch einmal vor mit Datum und einem Gespräch über die Schule.

00:08:52: Über die Nächте fand er nichts mehr.

00:08:54: Er las weiter bis es nach Mütternacht war.

00:08:57: Dann schob er die Hälfte zusammen und ging zu Bett.

00:09:00: Der Kinderarzt untersuchte Lukas und fragte nach ihren Abenden, der Vater erzählte wann sie das Licht ausmachten und wie lange er blieb.

00:09:09: Lukas schob die Spitze seines Schuhs unter den anderen.

00:09:12: Sie sollten feste Abläufe beibehalten, sagte der Arzt, die Bettseiten wieder normalisieren und aus dem Einschlafen keine Aufgabe machen.

00:09:20: Wenn es nicht besser werde könne man weitere Unterstützung suchen.

00:09:23: Zuletzt fragte er Lukas was abends angenehm sei.

00:09:27: Der Junge sah seinen Vater an und sagte, wenn er vorlese.

00:09:32: Zu Hause versuchte der Vater das Buch früher zu schließen.

00:09:35: Er blieb auf der Bettkante sitzen, stand auf, setzte sich wieder und holte schließlich den Stuhl vom Schreibtisch.

00:09:41: Von dort konnte er leise weiter lesen ohne dass jedes Mal die Mantratze nachgab – und Lukas die Augen öffnete.

00:09:48: Nach ein paar Abenden wusste er nicht mehr wann er hatte gehen wollen.

00:09:52: Morgens klingelte der Wecker zur gewohnten Zeit.

00:09:56: Innerhalb weniger Tage kaufte er dreimal Kaffee.

00:09:59: Zwei ungeöffnete Packungen standen schon im Schrank, als er die dritte einräumte.

00:10:04: Milch hatte er nicht mitgebracht – obwohl sie morgens fast leer gewesen war!

00:10:08: Er schrieb Milch auf den Einkaufszettel und strich den Kaffe darunter durch.

00:10:13: Abends las er in den Heften weiter.

00:10:14: Er suchte nach Einträgen über Kinder, die wieder besser geschlafen hatten und blätterte zwischen den Jahren hin und her.

00:10:21: Nicht immer ließ sich verfolgen wie es weiter gegangen.

00:10:24: Bei manchen Namen fand er nur ein paar Zeilen.

00:10:27: Die Nachbarin gegenüber hatte seine Tante gut gekannt, er sprach sie an als sie mit ihren Einkäufen vor der Tür stand und wurde in die Küche gebeten.

00:10:35: Beim Wegräumen erzählte sie von den Nachtdiensten.

00:10:38: Seine Tante habe irgendwann selbst kaum noch geschlafen erst nach der Arbeit später auch an freien Tagen.

00:10:45: Wir haben im Heim angerufen wenn sie keinen Dienst hatte und sei mindestens einmal mitten in der Nacht hingefahren Dann sei sie eine Weile nicht mehr arbeiten gegangen, für eine Woche ganz weg gewesen.

00:10:55: Vielleicht in einer Klinik oder einer Kur?

00:10:58: Die Nachbarin strich einen Kassenbond auf dem Tisch glatt.

00:11:01: Danach sei sie sehr still gewesen!

00:11:03: An der Tür fragte sie ob Lukas inzwischen besser schlafe.

00:11:06: Oben brenne oft bis weit in die Nacht Licht.

00:11:09: Er sagte es werde schon und ging Von der anderen Straßenseite sammern das Kinderzimmer Fenster und den Stuhl, auf dem er beim Vorlesen saß.

00:11:19: In der Nacht brauchte Lukas fast drei Stunden zum Einschlafen.

00:11:23: Als der Vater aufstand, knarte das Bett.

00:11:26: Er hielt mitten in der Bewegung inne aber der Junge schlief weiter.

00:11:30: Er holte eine Decke und legte sich auf das kleine Sofa im Flur.

00:11:33: Von dort sei er die Kinderzimmertür.

00:11:36: Den Sessel musste er morgen herunter tragen – er stand noch immer zwischen den Kartons.

00:11:41: Zweimal wachte er auf weil er eine Bewegung gehört zu haben glaubte.

00:11:45: Beim zweiten Mal stand er schon neben Lukas Bett.

00:11:48: Der Junge lag ruhig auf der Seite, die rechte Hand des Vaters ruhte auf der Bettkante.

00:11:53: Zwischen Daumen und Zeigefinger der Linken hielt er einen grauen Faden.

00:11:57: Er drehte ihn im Licht aus dem Flur und suchte am Boden nach dem Ende.

00:12:01: Als er den Kopf hob, zog der Faden über seinen Handrücken.

00:12:19: Holte sie nach dem Frühstück wieder und stopfte sie in den Müll.

00:12:23: Lukas wartete mit der Jacke auf dem Arm an der Haustür, er fragte ob seinem Vater kalt sei.

00:12:29: dessen Hände zitterten noch.

00:12:31: An diesem Nachmittag stellte er den Sessel neben das Kinderbett.

00:12:35: Dafür musste er einen Schreibtisch ein Stück zur Seite rücken.

00:12:38: Lukas hob die Füße an während sein Vater den Sessel vorbeischob und schrieb danach an seinen Hausaufgaben weiter.

00:12:44: Neben dem Bett lag bald ein kleines Notizbuch.

00:12:47: Er schrieb auf, wann das Licht ausgingen wie lange Lukas wach lag und wann sein Atem ruhiger wurde.

00:12:53: Die Spalten die er gezeichnet hatte waren in der ersten Nacht schon zu kurz.

00:12:58: Am nächsten Abend schrieb er darunter weiter.

00:13:00: Er wollte dem Arzt die Aufzeichnungen zeigen.

00:13:03: Das Telefon benutzte er nachts kaum noch bei Lukas beim Aufleuchten des Displays den Kopfhob.

00:13:09: Bei den Hausaufgaben sah Lukas von seinem Heft auf und fragte ob seinen Vater auch manchmal nicht schlafen könne.

00:13:16: Er sagte, er schlafe im Moment schlecht und fragte bei welcher Aufgabe Lukas gerade sei.

00:13:23: In der nächsten Nacht legte er sich früh ins eigene Bett.

00:13:26: Nach zwanzig Minuten stand er auf und sah nach Lukas.

00:13:29: Zehn Minuten später wieder.

00:13:31: Beim dritten Mal nahm er das Notizbuch mit.

00:13:35: Morgens lag es auf dem Boden neben dem Sessel in dem er eingeschlafen war.

00:13:39: Lukas saß unter der Decke und wartete.

00:13:42: Er habe seinen Vater nicht geweckt weil er geschlafen hatte.

00:13:45: Der Vater hob das Heft auf und legte es auf den Nachttisch.

00:13:49: Beim nächsten Arzttermin erzählte er von den Kontrollen, dass Notizbuch ließ er in seiner Jackentasche während der Arzt ihn bat Lukas wieder später ins Bett gehen zu lassen um die Abende weniger um das Schlafen herumzubauen.

00:14:01: Der Vater nickte.

00:14:02: Sie mussten beide üben das Vorlesen zu beenden.

00:14:06: Nach einem Kapitel ging der Vater hinaus.

00:14:08: Er hörte Lukas sich im Bett drehen und blieb mit dem Buch vor der Tür stehen.

00:14:13: Am dritten Abend schaffte er es in die Küche.

00:14:16: Als er eine halbe Stunde später nachsah, schlief der Junge.

00:14:20: Er stellte das Buch ab und beugte sich über ihn bis Lukas die Stirn verzog.

00:14:25: Da richtete er sich auf.

00:14:27: Hinter ihm stand die Tür wieder fast ganz offen.

00:14:31: Lukas schliff länger am Stück – einmal kam er morgens nach sieben von selbst hinunter und fragte nach Frühstück.

00:14:37: Abends wollte er wissen ob sein Vater nach dem Lesen wieder gehen werde!

00:14:42: Er sagte ja und setzte sich im Flur auf das Sofa.

00:14:45: Die Decke lag dort nicht mehr.

00:14:47: Er holte die restlichen Unterlagen der Tante nach unten, in einem Schreiben ging es um eine längere Freistellung aus gesundheitlichen Gründen – in einem anderen um einen stufenweise Rückkehr, die offenbar nie stattgefunden hatte.

00:15:00: Er legte das Schreiben nebeneinander und vergliche die Daten.

00:15:03: Danach suchte er in den Heften nach der Zeit für die ihre Rückkehr vorgesehen war.

00:15:08: Nach einer Weile bemerkte er, wie nahe er das Papier an die Lampe hielt.

00:15:12: An dem Tag packte er die Unterlagen weg.

00:15:15: Er räumte sie aus der Küche, sammelte die Hefte neben seinem Bett und ging noch einmal nach oben weil unter Lukas Schreib durch eine Broschüre lag.

00:15:23: Er klebte den Karton zu und stellte ihn im Keller auf ein Regal.

00:15:28: Oben fiel ihm ein dass die Kellerlampe noch brannte.

00:15:31: Er ging zurück und schaltete sie aus.

00:15:34: In der Nacht saß er wieder am Sessel.

00:15:39: Nach einer halben Stunde waren sie noch geschlossen, nach einer Stunde auch.

00:15:43: Er machte sich Kaffee, drank zwei Schlucke und schüttete den Rest weg.

00:15:47: Zurück im Kinderzimmer nahm er das Buch vom Sessel während er sich schon setzte.

00:15:52: Unter ihm knackte das Haus.

00:15:53: draußen fuhr ein Auto vorbei.

00:15:55: Lukas atmete ruhig.

00:15:57: Er wollte nicht mehr auf die Uhr sehen, nahm aber wenig später doch das Telefon zur Hand.

00:16:02: Es war nach drei.

00:16:04: Er legte es zurück.

00:16:06: Im Bad ließ er kaltes Wasser über die Hände laufen, er sah seine roten Augen im Spiegel.

00:16:11: Die dunklen Stellen darunter zog ein Lied nach unten und ließ es wieder los.

00:16:16: Das Handtuch war noch feucht vom Zähne putzen.

00:16:19: Er hängte es weiter auseinander und ging zurück.

00:16:22: Die nächsten Abende wurden leichter.

00:16:25: Einmal vergaß Lukas nach der Uhrzeit zu fragen Und das Wasserklas blieb links von der Lampe stehen.

00:16:30: Am Freitag stief er ein bevor das Kapitel zur Ende war.

00:16:34: Dein Vater las noch zwei Seiten, ehe er es bemerkte.

00:16:38: Der Junge lag auf der Seite eine Hand unter dem Kissen den Mund leicht geöffnet Erwartete ob Lukas nach der nächsten Seite fragte.

00:16:46: Dann klappte er das Buch zu.

00:16:48: Im Flur brannte die Lampe.

00:16:50: Die Unterlagen standen im Keller.

00:16:52: In der Küche lag ein Schreiben für einen Schulausflug Das er morgen unterschreiben musste.

00:16:57: Er ging durch was morgens zu tun war und kam nicht über das Frühstück hinaus ihm viel ein, wie seine Tante das Klebeband an den Geschenken mit dem Fingernagel klatt gestrichen hatte.

00:17:07: Er hatte immer an der falschen Ecke gezogen.

00:17:10: Er lehnte den Kopf zurück, das Buch lag geschlossen auf seinen Knien und rutschte zu Boden als seine Hand sich lockerte – er ließ es liegen!

00:17:17: Lukas schlief so ruhig dass er ihm morgen erzählen wollte, wie früh es diesmal gelungen war.

00:17:23: Dann dachte er, dass er besser nichts sagen sollte….

00:17:26: Lukas wachte kurz nach sieben auf.

00:17:29: Im Zimmer war es hell genug, um die Zahlen auf dem Wecker zu erkennen.

00:17:33: Er blieb liegen, wusste gar nicht, wann er eingeschlafen war und wollte zum ersten Mal seit Wochen auch nicht nachsehen.

00:17:39: Mein Vater saß im Sessel – den Kopf zur Seite gesunken, die Arme auf den lehnen.

00:17:44: Das Buch lag auf dem Boden.

00:17:47: Lukas setzte sich auf und schob die Decke zurück.

00:17:50: Sonst hatte das Rascheln genügt damit sein Vater die Augen öffnete.

00:17:53: Lukas wartete und sagte leise «Pap», als er nicht antwortete ging er zu ihm Unter dem Hemd hob und senkte sich sein Brustkorb.

00:18:03: Lukas legte ihm eine Hand auf die Schulter, und rüttelte vorsichtig.

00:18:07: Der Kopf bewegte sich mit – und blieb wieder zur Seite liegen.

00:18:11: Er hob das Buch auf.

00:18:13: Dabei sah er am äußeren Winkel des linken Auges einen kurzen grauen Faden.

00:18:18: Das Ende kräuselte sich auf der Wange!

00:18:20: Lukas leckte es buch auf den Nachttisch.

00:18:23: Im Flur brannte die Lampe, obwohl es längst Tag war.

00:18:26: Er ließ die Tür so stehen wie er sie am Abend eingestellt hatte und wartete noch einen Moment davor.

00:18:33: Unten holte er an den Teller und stellte einen zweiten dazu.

00:18:36: Den Käse nahm er aus dem Kühlschrank, war sein Vater ihn morgens immer zuerst auf den Tisch legte.

00:18:41: Als alles fertig war ging er nach oben.

00:18:43: Sein Vater saß noch im Sessel.

00:18:45: Lukas rückte den kleinen Stuhl vom Schreibtisch neben ihm und setzte sich mit dem Buch auf den Knien.

00:18:51: Er sah das Gesicht seines Vaters von der Seite und rückten nicht weiter nach vorn.

00:18:56: Er wollte ihn schlafen lassen bis er von selbst die Augen öffnete.

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